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Die dressierte Gesellschaft

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2013

Nachdem wir den folgenden Artikel gelesen haben wissen wir Eltern endlich wie wir unsere Mädchen  zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaften erziehen können. Wir wissen aber auch warum sich allenthalben darüber beklagt wird, das unsere Gesellschaft mehr und mehr auseinander driftet. Wird doch vielen Kindern schon von Klein auf an erklärt wie und womit sie in ihren Leben etwas erreichen können.

Der folgende Artikel führt uns nach München und dort in die Neueröffnung eines Schönheitssalon, für Mädchen von fünf bis 15 Jahren. Angeboten werden dort Verwöhnprogramme wie Maniküre, Hair Styling, Make-up und ein Fotoshooting in Abendgarderobe. In Nebenräumen können auch Geburtstagspartys ausgerichtet werden wobei  das Angebot „Little Diva“ 369 Euro pro Kind kostet. Dafür wird die Geburtstagsgesellschaft mit der Limousine abgeholt und im Salon fürs anschließende Fotoshooting gestylt.

Vielleicht werden die für eine anständige Party benötigten Knaben aus einer naheliegenden Waldorfschule ebenfalls angefahren, da diese Gesellschaft ja gerne unter sich bleiben möchte? Ist es nicht seltsam dass sich diese Gesellschaft so sehr um eine artgerechte Haltung der Tiere kümmert, in der Erziehung von Kindern fast schon ins perverse gleitet? Da wird in Baden-Württemberg ein Freizeitpark von Aktivisten (Linken?) in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, da dort Werbung mit dressierten Affen vermarktet wird.

So ist es sicher nicht so wichtig wenn Mädchen schon im zarten Alter von fünf Jahren auf ihre spätere gesellschaftliche Aufgabe hingewiesen werden. Geschäftstüchtige Eltern dressieren in diesem Land ihre Kinder zu Sport, Spiel und einen von diesen selbstbestimmten Leben? Aber was soll es. Hauptsache der Rubel rollt.

Kennen wir nicht alle solcherart dressierte Menschen welche in unserer allernächsten Umgebung leben und häufig durch ihr über normal gestyltes Auftreten in Funk und Fernsehen auffallen? Die, welche es erlernt haben sich überall im Rampenlicht zu positionieren, aber grundsätzlich durch Abwesenheit glänzen wenn sie denn wirklich gebraucht und wofür sie letztendlich bezahlt werden? Man denke an die Abwesenheit im Bundestag.

Wo sind sie denn die großmäuligen Blaustrümpfe aus der LINKEN wenn Gesellschaft zeigt wie die  Befreiung der Frau schon im Kindesalter unterlaufen wird? Schön dekoriert und zurecht gemacht um jederzeit zur allgemeinen Verfügung zu stehen? Sind es Zeichen der Befreiung wenn es immer noch der größte kindliche Traum ist, einmal Prinz oder Prinzessin zu werden, auch wenn dafür nur die Kraft der Beinmuskulatur eingesetzt zu werden braucht?

Wo bleiben hier die wehenden Fahnen linker Spinner welche noch nicht einmal dafür streiten können die natürliche Unbefangenheit der Kinder zu bewahren?  Das aber wäre ja mit Arbeit in der Gesellschaft verbunden und für Linke Millionäre unwürdig.

Ich schmeiß hin und werde Prinzessin

Julias Mutter will nicht gehen. Verzückt steht die schlanke, groß gewachsene Frau mit dem goldig-blonden Haar inmitten des Raums. Um sie herum ist alles rosafarben: die Wände, die Polstersessel, die Umkleidekabinen, die Vorhänge und all der glitzernd-plüschige Tand in den Regalen – sogar das Gemälde, auf dem eine Ente in Marilyn-Monroe-Pose zu sehen ist.

Auch das Tischchen ist rosa, auf das Julia artig ihre Hände gelegt hat, weil sie gleich die Nägel lackiert bekommen soll. Julias Mutter wirkt fremd mit ihrem schwarzen Daunenmantel in der rosafarbenen Mädchenwelt. „Wir sollten gehen, Schatz“, sagt der Vater flehend. Auch er hebt sich farblich ab. Er scheint jedoch gemerkt zu haben, dass er nicht so recht hierhergehört. „Nein, warte noch“, sagt Julias Mutter und rührt sich nicht vom Fleck, „ich will das sehen.“

Die zehnjährige Julia ist eines von fünf Mädchen, die heute Nachmittag bei „Monaco Princesse“ ein ziemlich erwachsenes Verwöhnprogramm bekommen sollen, während der Rest der Familie flanieren geht. Maniküre, Hair Styling, Make-up und ein Fotoshooting in Abendgarderobe gehören dazu. Der lang gezogene Laden in der Münchner Innenstadt ist Deutschlands erster Schönheitssalon für Kundinnen zwischen 5 und 15 Jahren.

Mitte September hat der Salon eröffnet. Seither hat Inhaberin Kerstin Kobus viel Kritik einstecken müssen. „Monaco Princesse hat eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt die 41-Jährige. Laut Zeitungsberichten und Einträgen in Internetforen ist ihr Salon der Inbegriff eines antiquierten Frauenbildes. Schon kleine Mädchen sollen dort lernen, dass sie in erster Linie hübsch auszusehen haben. Bereits in jungen Jahren würden sie darauf getrimmt, Objekt zu sein und einem von Männern geprägten Schönheitsideal zu entsprechen. Inhaberin Kobus kennt die Kritik. Als Urheberin klassischer Rollenprägung sieht sie sich nicht.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia

Attribution :  © Glenn Francis, www.PacificProDigital.com

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