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Schafft den Doktortitel ab!

Erstellt von DL-Redaktion am 14. Februar 2013

Der Doktortitel  – eine Karriere-Prothese für Hochmütige

Diesen Aufruf von Georg Seeßlen würden wir sofort unterstützen ist doch dieser obskure Titel in den meisten Fällen kein Beleg für wissenschaftliches Denken. Ganz das Gegenteil möchten wir sagen, dient dieser Titel ehe als Krückstock um ein in der Kindheit nicht ausreichend entwickeltes Selbstbewusstsein zu stärken.

Wie in den Artikel beschrieben werden sowohl in der Politik und auch der Wirtschaft ganz andere Voraussetzungen benötigt als wissenschaftliches Wissen. Dort wird ehe eine gewisse Durchsetzungsbrutalität gefordert und der Wille, für die eigene Familie bessere Voraussetzungen zu schaffen. Eine zu intensive Beschäftigung mit geistigen Themen mögen hier eher ein Hindernis sein.

Schafft den Doktortitel ab!

Bei Gutti war die Schadenfreude noch groß, und das zu Recht, bei Frau Schavan gibt es schon Unbehagen. What’s next? Vielleicht traut sich jemand, mal Doktorarbeiten von „Wirtschaftskapitänen“ anzuschauen? Wahrscheinlich eher nicht. Aber vielleicht könnte man darüber nachdenken, ob dieser Doktortitel überhaupt noch zeitgemäß ist.

 Seit es den Doktortitel gibt – 900 Jahre ist das nun schon her -, wird geschummelt, werden Titel direkt oder indirekt gekauft, gibt es die kleine, aber umsatzstarke Industrie der Doktormacher-Industrie, von den „Begleitern“ bis zu den „Komplettlösern“, kommen sich die Parteien, Anbieter und Nachfrager der Karriereprothese, wenn es um ökonomische Belange geht, einander gern einmal entgegen, kriegen Leute aus großen Familien und Parteimitglieder leichter ihren Doktor als Habenichtse.

 Die Karriere-Prothese

 Denn mag der Doktortitel als Abschluss einer akademischen Ausbildung vielleicht irgendetwas nachweisen, im richtigen Leben hat er ganz andere Funktionen. Er ermöglicht insbesondere dort, wo am wenigsten wissenschaftlich gedacht wird, einen Karriere-Einstieg um zwei, drei Gehaltsprossen höher als die Konkurrenz, nicht weil man etwa am Wissenschaftsnachweis interessiert wäre, sondern weil der Titel auch die Institution verkaufen hilft, in der man ihn an Türen klebt und auf Briefpapier druckt. Der Doktortitel ist ein Instrument der Differenzierung in bürgerlichen Hierarchien, ein Medium der Selbstvergewisserung und Selbstermächtigung, die Illusion von Bildung in der Welt von Google und Think-Tank-Geheimwissen, eine kulturelle Waffe im sozialen Abstiegskampf. In seinem sozialen Gebrauch hat der Doktortitel mit seinem wissenschaftlich-fachlichen Aussagewert nicht das Geringste zu tun.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia/Gemeinfrei

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