DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Sage mir mit wem du gehst

Erstellt von DL-Redaktion am 2. Oktober 2012

und ich sage dir wer du bist

File:Peer Steinbrück in Hannover 4.jpg

Viel Kopf – viel Leere

Die Ablehnung der LINKEN durch Steinbrück kam so überraschend nicht. Im Gegenteil, eine anderslautende Entscheidung wäre die größere Überraschung gewesen.

Fakt ist, dass Steinbrück gleich seinen Vorgängern Schröder und Clement oder auch Helmut Schmidt in der SPD immer mehr dem Kapital als den Arbeitnehmern zugetan war. Sie alle waren wahrscheinlich nur Mitglieder in der SPD da ein emporkommen in der ihnen näher stehenden CDU aufgrund der größeren Konkurrenz weitaus schweren gewesen wäre. Sie alle, und einige andere auch,waren immer Exoten innerhalb ihrer Partei und es fiel so nicht schwer die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich zu lenken. Zudem kam ihnen zu Wahlzeiten immer die familiäre Parteibindung der Basis zugute, welche dann auch schonungslos ausgenutzt wurde und zu einer bereits zweimaligen Spaltung der Partei führte.

Da die LINKE Partei in den letzten Jahren nichts unterließ um linke Denkweise zu einen Schamartikel zu verschmutzen, gleich einen Pornoschuppen auf den ein jeder zwar neugierig schielt, sich aber nicht traut diesen bei Tageslicht zu betreten da er erkannt werden könnte. Eine Identifizierung mit dergleichen Gruppierungen wäre für Typen wie Steinbrück also absolut kontraproduktiv. Der Kandidat würde unweigerlich sein Renommee in der Bürgerschaft verlieren, da es den selbsternannten LINKEN in all den Jahren nicht gelungen ist eine tragbare Bindung mit der Bevölkerung zu vollziehen.

Hier ein Pro und Kontra der SPD Strategie.

Geht die Strategie der SPD auf?

Peer Steinbrück schließt die Zusammenarbeit mit Linkspartei und Piraten aus. Ist das erfolgversprechend? Ein Für und Wieder die sozialdemokratische Strategie.

PRO:

Die Absage des neuen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück an ein Bündnis mit der Linkspartei tut weh. Doch ist es nicht Steinbrück’sche Willkür, wenn er nun jede Regierung mit der Linken ausschließt. Sondern es entspricht einer seit Jahren verfolgten Strategie von SPD wie Grünen: Wir versenken die Linkspartei durch konsequentes Nicht-ernst-Nehmen.

Man braucht diese Art der Diskriminierung nicht zu billigen, um festzustellen: Das funktioniert. Die Linkspartei ist enorm geschwächt. Ein rot-grüner Wahlkampf wirkt halbwegs plausibel – in einem Jahr könnten SPD und Grüne stärker dastehen als aktuell.

Es gab guten Grund, ab 2009 auf Rot-Rot-Grün zu setzen. Die Idee: Nach den Erfahrungen mit Rot-Grün, Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb könnte die Linkspartei geeignet sein, SPD und Grüne zur Umsetzung ihrer eigenen Versprechen zu zwingen. Es wäre das nächste große gesamtlinke Projekt. Hurra.

Doch hat jenseits kleiner Kneipenrunden eben niemand daran gearbeitet. Die Akteure fehlten. SPD und Grüne sprachen der Linkspartei jede Satisfaktionsfähigkeit ab, warfen ihr erst bloß Populismus vor und ignorieren sie seit geraumer Zeit einfach, raubten ihr so den Resonanzraum.

CONTRA:

Man hört es, wie die SPD vor Erleichterung seufzt: Sie hat ihren Spitzenkandidaten Peer Steinbrück in die freie Wildbahn entlassen und es ist gar nichts Schlimmes passiert. Im Gegenteil: Die Medien assoziieren Helmut Schmidt herbei – und das sagt schon viel aus über die Hoffnungen dieser desillusionierten Partei. Hinter diesen Bildern starker Männer versucht die SPD zu verstecken, dass es heute eine strukturelle linke Mehrheit gibt – die gab es bei Schmidt nicht. Unter anderem steht jetzt auch eine linke Partei neben der SPD. Und SPD-WählerInnen, die diese wählen. Dass Steinbrück das Projekt „Linke unter fünf Prozent prügeln“ fortsetzt, war zu erwarten, aber einfallsreich ist es nicht.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

—————————————————————————————————————————-

Grafikquelle  :

This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.
Source Own work
Author Outanxio

Abgelegt unter P. DIE LINKE, P.SPD, Überregional | 2 Kommentare »