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RENTENANGST

Populisten und Demagogen

Erstellt von DL-Redaktion am 11. November 2012

Die Angst vor einen kompletten Kontrollverlust

Was sagt uns das, wenn wir wie gestern von Lafontaine das Lamento auf die Querulanten in der eigenen Partei hören. Wie haben wir die Auslegungen eines Rolf Linsler in der Presse zu sehen, wenn er wieder einmal krampfhaft versucht sein eigenes Versagen in aller Öffentlichkeit zu erklären? Denn genau das ist das Problem dieser Scheinriesen, sie können sich nicht erklären warum ihnen die ehemaligen Anhänger abhanden kommen. Aus ihren Mündern spricht die nackte Hilflosigkeit.

Natürlich ist es der kleine Mensch aus dem Volk, welcher plötzlich aus Bosheit nicht mehr verstehen will was der Chef zu sagen hat, da er im laufe der Jahre feststellt das dieser sein Einkommen von Jahr zu Jahr steigert, während der Mitläufer die eigentliche Arbeit verrichtet und im gleichen Zeitraum weniger zum Leben für sich bekommt. Es sind die selbsternannten Anführer welche auf die Stimmen ihrer Wähler angewiesen sind.

Steinbrück hat neulich für dieses rücksichtslose Verhalten  eine gewisse Beinfreiheit eingefordert. Diesen Ausdruck haben zwar weder Lafontaine noch Linsler benutzt, gemeint aber haben sie Beide das gleiche. Sie müssen ebenfalls nach unten treten können um oben das Heft in der Hand zu behalten. Sie haben Angst um ihre Pfründe und lenken auf solch eine Art von ihrem Versagen ab, da sie die Verantwortung tragen.

Sie sind diese Arbeitsmethoden seit Jahren gewohnt ist es doch für ihr Überleben im Haifischbecken der Politik wichtig, den Gegner immer wieder in seine Schranken zu weisen, um den eigenen Anhängern die Argumentationsüberlegenheit zu zeigen. Ein gutes Beispiel für solch einen Vorgang war der Fall des Norbert Röttgen. Erst seine Wahlniederlage in NRW machte einen Rausschmiss durch Merkel möglich. Er verlor den nötigen Rückhalt durch seine Wähler und machte sich damit angreifbar.

Von Populisten und Demagogen handelt der folgende Bericht von Bruno Preisendörfer und es ist nicht schwer festzustellen auf wem die Zeilen gemünzt sein könnten.

Populismus und Elite

Populistisch sind immer die anderen, man selber ist populär, wenn einem viele Beifall spenden. Der politische Gegner redet gewissenlos dem Volk nach dem Munde, man selber spricht bloß offen und ehrlich aus, was die Leute wirklich denken. Dementsprechend wird in der Demokratie der „Demos“, das Volk, definitorisch herumgeschubst, wie es seine Führer und Verführer gerade brauchen: Entweder wird es als zu kurz gekommenes Kleinkind behandelt, das seine Bedürfnisse schlecht artikulieren und seine Interessen nicht selbst vertreten kann; oder es wird als vielkehliges Ungeheuer geschmäht, das die Äußerungen abwägender Vernunft niederzubrüllen droht.

Nur als der Souverän, der das Volk in der Demokratie der reinen Lehre zufolge doch zu sein hätte, wird es im politischen Alltag nicht respektiert. Lediglich am Wahltag machen die Gewählten einen Knicks vor den Wählenden und leiten jedes Interview mit dem Satz ein: „Zuerst möchten wir allen Bürgerinnen und Bürgern danken, die uns ihre Stimmen gegeben haben.“ Wenn man die Stimmen aber erst einmal hat, braucht man bis zum nächsten Wahlkampf auf sie nicht mehr zu hören als aufs eigene Gewissen. Dem sind die Abgeordneten grundsätzlich und sogar grundgesetzlich verpflichtet, nicht etwa den Bürgern, die sie repräsentieren.

Der populäre Vorwurf des Populismus löst die Frage aus, was unter diesem Populismus genauer zu verstehen ist. Vielleicht gibt die Bundeszentrale für politische Bildung Auskunft. Schließlich wurde die Institution zu dem Zweck geschaffen, dem Volk zu erklären, was es mit dem Staat auf sich hat, wie er funktioniert und welchen Gefahren er ausgesetzt ist. Das Internet-Lexikon der Bildungseinrichtung zitiert das gängige Politiklexikon von Schubert und Klein: „P. bezeichnet eine Politik, die sich volksnah gibt, die Emotionen, Vorurteile und Ängste der Bevölkerung für eigene Zwecke nutzt und vermeintlich einfache und klare Lösungen für politische Probleme anbietet.“ Das war’s. Es folgt nur noch ein pädagogischer Link mit dem Zaunpfahl zum Stichwort „Demagoge“.

Quelle: Le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle : Autor — Gunther HißlerEgen Wark

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  • File:OskarLafontaine 2005.jpg
  • Erstellt: 1. September 2005

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