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Schlupflöcher+Fehlanreize

Erstellt von DL-Redaktion am 15. August 2012

Schlupflöcher und Fehlanreize

 

Der Skandal um die Organverpflanzungen weitet sich immer weiter aus und so langsam sickern auch immer mehr Details nach außen.  So beklagt der designierte Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation Helmut Arbogast den wirtschaftlichen Druck welcher auf die Ärzte ausgeübt werde. Wir werden dazu gezwungen nicht die beste Therapie sondern die preiswerteste für den Patienten anzuwenden.

Aufgrund des Mangels an Organen würden dank des medizinischen Fortschritts in Deutschland zunehmend auch Organe verpflanzt, die vor 20 Jahren noch verworfen worden wären, so Arbogast. Sogar Organe von Hepatitis-Infizierten und HIV-Positiven würden nicht mehr abgelehnt.

Immer lauter wird der Ruf die Kontrolle aus den privaten, in staatliche Hände zu legen. Auch wird gefordert die Entscheidung über die Zuteilung der zur Verfügung stehenden Organe durch mehrere Fachkräfte prüfen zu lassen.

Hier ein aktueller Artikel in den auch Zahlen genannt werden:

Schlupflöcher und Fehlanreize

An den 48 deutschen Transplantationszentren beginnt das Krankenhausjahr mit einer Routinevisite: Die Controller kommen. Es geht um Voraussagen, um Vereinbarungen, um Geschäfte. Die Klinikleiter und Ärzte müssen sich verbindlich festlegen. Wie viele Herztransplantationen soll es bis Jahresende geben? Wie viele Lebern werden verpflanzt? Bauchspeicheldrüsen? Nieren? Lungen?

Da werden Zahlen festgezurrt – obwohl doch Anfang Januar niemand sicher wissen kann, wie viele Patienten bis Ende Dezember ein fremdes Organ benötigen werden und dann auch tatsächlich erhalten können. Der Mangel an Spenderorganen ist immens.

Trotzdem müssen sich die Planzahlen irgendwie realisieren lassen: Bis zu 102.980,43 Euro für eine transplantierte Leber zahlen die gesetzlichen Krankenkassen, bis zu 123.765,58 Euro für ein Herz.

Die Krux bei der Berechnung: „Transplantationen werden den Kliniken seit 2003 nicht mehr als Gesamtjahresbudget vergütet“, wie der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, sagt, „sondern pro Fall“. Werden weniger Organe verpflanzt als vorausgesehen, hat das Folgen für den Sachkostenschlüssel, den Stellenplan und im Zweifel sogar für die Existenz des Zentrums. Die Zulassung behält nur, wer eine bestimmte jährliche Mindestanzahl von Transplantationen nachweist.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur 4.054-mal Organe Verstorbener verpflanzt. Da mutete die Konkurrenz zwischen den 48 Zentren an wie eine – um im Bild zu bleiben – Schlacht um Leben und Tod.

Zum Schummeln gedrängt

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :  Versteck  an einer Baumwurzel versteckt

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