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RENTENANGST

Organe zum Ersten,

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Juli 2012

zum Zweiten und zum Dritten !

Da haben wir die ersten Griffe nach den lockenden Euro in der Organ Transplantation. Der Skandal in der Universitätsklinik Göttingen weitet sich laut Presseinformationen massiv aus. Wie allgemein berichtet wird haben ein oder mehrere Mediziner in den Jahren 2010 und 2011 sehr wahrscheinlich Akten von Patienten im großen Umfang gefälscht um ihnen schneller zu einer Leber zu verhelfen.

Dabei waren bereits im Frühsommer Vorwürfe gegen einen ehemaligen Oberarzt bekannt geworden, welcher einem russischen Patienten gegen hohe Zahlungen mit einer Plantation bevorzugte. Gegen den Mediziner als auch den Patienten ermittelt zur Zeit die Staatsanwaltschaft.

Im Gerede sind weitere 25 Verdachtsfälle, so wurde es von der Klinikleitung bestätigt. Beim Vergleich der Warteliste mit der Liste der wirklich erfolgten Transplantationen wurden von der Bundesärztekammer „Auffälligkeiten“ festgestellt. Nicht ausgeschlossen wird auch, dass weitere Mitarbeiter der Klinik in die Vorfälle verstrickt sind.

Wenn sich der Vorstand der Deutschen Transplantationsgesellschaft in Person von Wolf Otto Bechstein in der SZ tief erschüttert und fassungslos gibt, kann dieser Mann an und für sich, wir wollen hier nichts böses unterstellen, nur für sehr naiv gehalten werden. Vielleicht ist er so in sich selber vertieft als das die Umwelt von ihm nicht entsprechend wahrgenommen wird. Das von ihm erwähnte ärztliche Ethos hängt bei weitem nicht mehr so hoch als das dieses in früheren Zeiten der Fall war. Auch unter den Ärzten ist heute eine enorme kriminelle Energie auszumachen welches an dem Beispiel Pollack gerade im Saarland festgestellt werden konnte.

In verschiedenen Artikeln hatten wir auf die Gefahr der Kapitalisierung gerade in der Organ- Transplantation hingewiesen. Unter der Mithilfe des Bundestages wurden noch vor kurzer Zeit den Interessen des Kapitals Türen und Tore geöffnet. Dieses geschah gewiss nicht ohne Hintergedanken. Aufgeklärt wird auch dieser Fall mit Sicherheit nie werden und es werden weitere schwerwiegendere Fälle folgen.

Wenn hier schon ein russischer Patient erwähnt wird wäre es natürlich im Sinne der Aufklärung wichtig zu erfahren wer hier denn noch weiter entsprechend bevorzugt wurde. Auch möchten wir erfahren aus welcher Gesellschaftsschicht denn die (unfreiwilligen) Spender der Organe kommen. Waren es alle Hartz 4 Empfänger, verarmte Rentner, oder gar Asylanten ? Erst wenn auch diese Fakten öffentlich werden, kann hier das Wort Aufklärung in den Mund genommen werden.

Jetzt werden wieder die Klagen nach zu wenig Spenderorgane laut. Keiner erwähnt aber dabei das für die Entnahme eines Organs immer auch ein Mensch sterben muss. Organe von Toten können nicht mehr verpflanzt werden. Die Argumentation nach drei Todesopfer aus Mangel an Organen Täglich ist also fadenscheinig da nur ein Austausch vorgenommen wird.

Quelle: Saarbrücker-Zeitung >>>>> weiterlesen

Ein Kommentar vom Presseportal ots:

Rheinische Post: Kommentar: Tödlicher Skandal

Düsseldorf (ots) – Dass der Chef der Transplantations-Kommission der Bundesärztekämmer, Hans Lille, zum Organspende-Skandal an der Göttinger Uni-Klinik die naive Erklärung abgibt, er habe sich nie vorstellen können, dass ein deutscher Arzt so handelt, macht die Dimensionen des Falles deutlich. Die Organ-Transplantation in Deutschland muss dem Dunkelfeld der ärztlichen Selbstkontrolle entzogen werden. Als der Bundestag im Mai die Reform der Organspende samt regelmäßiger Befragung aller Versicherten zu ihrer Spende-Bereitschaft beschlossen hat, wäre er gut beraten gewesen, auch die Transparenz und Kontrolle zu verbessern. So erschreckend die Göttinger Vorfälle sind – die möglichen Folgen reichen weit über den aktuellen Verdacht hinaus, dass Menschen gestorben sind, weil deutsche Ärzte sich schmieren ließen und gegen Bezahlung über Leben und Tod gerichtet haben. Auf der Eurotransplant-Warteliste, die Deutschland gemeinsam mit Belgien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich und Slowenien unterhält, stehen 16 000 Patienten. Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen, weil Spender-Organe fehlen. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Spender nun zurückgehen wird. Das Misstrauen gegen die Organspende wird weiter geschürt.

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Grafikquelle   :

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Urheber Tvanbr

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Der deutsche Patient

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Januar 2012

Ist das nicht alles nur Geldmacherei ?

Ein sehr heißes Thema greift Thomas Gutmann hier in seinen Kommentar mit der Transplantation von Organen auf. Er kritisiert besonders das die Regierung keine klaren Regelungen vorgibt und als Vermittlungsstelle mit privatrechtlichen Verträgen die holländische Stiftung Eurotransplant eingesetzt wurde.  Es braucht hier eine Diskussion darüber, was wir einander als Bürger an Solidarität schulden.

 Der deutsche Patient

Organe zur Transplantation sind knapp. Die Patienten auf den Wartelisten leiden und sterben. Die Verteilung dieser knappen Ressource stellt den Rechtsstaat vor harte Entscheidungen. Nach welchen Prinzipien soll er Lebenschancen an Bürger zuteilen (lassen), die an Leben oder Gesundheit bedroht sind, wenn nicht allen von ihnen geholfen werden kann? Wer muss weiter leiden? Wer soll sterben, wenn nicht alle leben können?
Es sagt viel über eine Gesellschaft aus, wie sie sich diesem Problem stellt. Dabei ist klar, dass es im demokratischen Rechtsstaat von Verfassungs wegen nur eine Instanz gibt, die Fragen von solch existenzieller Bedeutung für die Grundrechte der betroffenen Bürger entscheiden kann: das Parlament. Der Bundestag freilich wollte dies nicht tun. Er hat sich weggeduckt und das Problem, bei dem es für Politiker wenig zu gewinnen gibt, einfach umetikettiert und an die Ärzteschaft und die Gesundheits-„Selbst“-verwaltung abgeschoben: Nach Paragraf 12 des Transplantationsgesetzes aus dem Jahr 1997 sollen die Organe nach „medizinisch“ begründeten Regeln („insbesondere nach Erfolgsaussicht und Dringlichkeit“) zugeteilt werden.

Dies ist aber nicht möglich. „Die These, die Verteilung erfolge nach medizinischen Kriterien, ist falsch“, heißt es etwa in der Begründung des Schweizer Gesetzes lapidar, „die Zuteilung geschieht nach ethischen Prinzipien. [Sie] basiert auf Wertentscheidungen.“ Die Frage etwa, ob der leberkranke Patient, der unmittelbar vom Tode bedroht, aber bereits zu krank ist, um noch langfristige Erfolgsaussichten zu haben, dem weniger dringlichen Patienten mit besserer Prognose vorgezogen werden soll oder nicht, kann nicht mit den Mitteln der Medizin beantwortet werden. Das Gesetz basiert deshalb auf einem Kategorienfehler. Es regelt nichts.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :     Der erste Ministerpräsident der Republik Kosovo und von den USA protegierte frühere UÇK-Führer, Hashim Thaçi (links im Bild, mit Joe Biden (Mitte) und der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo), im Jahr 2010: Konfrontiert mit dem Vorwurf, als Kopf der organisierten Kriminalität im Kosovo auch in illegalen Organhandel verwickelt zu sein[5][104][118][119]

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