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Vom Versprechen zur Drohung

Erstellt von DL-Redaktion am 16. August 2015

Debatte Euro in Südeuropa
„Vom Versprechen zur Drohung“

von Michael Braun

Für Europas südliche Staaten begann die gemeinsame Währung als großes Versprechen. Davon ist nichts als Drangsal geblieben.

Gigantisch war die Party in der Neujahrsnacht 2002. Ob das Licht- und Musikspektakel in Brüssel oder ein „furioses Feuerwerk“ (so seinerzeit die Presse) in Athen: quer über den Kontinent feierten Millionen Europäer die Einführung der neuen Gemeinschaftswährung, standen, aufgeregt wie kleine Kinder bei der Bescherung, vor den Geldautomaten an, um endlich die Euro-Banknoten in Händen zu halten.

Schließlich war der Euro ein großes Versprechen, ein Versprechen auch und vor allem an die Länder des Südens Europas, das Wim Duisenberg, seinerzeit Präsident der Europäischen Zentralbank, mit den Worten gemacht hatte, das neue Geld werde „zu einem weiteren Zusammenwachsen Europas führen“.

Während die Mehrheit der Deutschen eher skeptisch bis missmutig von der D-Mark Abschied nahm, fiel Italienern, Spaniern oder Griechen die Trennung von Lira, Peseta oder Drachme weitaus leichter. Sie glaubten an die verkündete „Konvergenzerwartung“, der zufolge die neue, gemeinsame Währung ein Wunder vollbringen werde: Die Wirtschaftskraft, die Produktivität, die Einkommen in der Eurozone würden sich wie von selbst aneinander angleichen.

Gewiss, die unter dem Familiennamen Euro eingetragene Vielehe war keine Zugewinngemeinschaft. Stattdessen wurde – nicht zuletzt auf deutschen Wunsch – das Prinzip der Gütertrennung festgeschrieben. Jeder der Mitgliedsstaaten wirtschaftet auf eigene Rechnung, darf sich über die eigenen Erfolge genauso freuen, wie er seine Niederlagen wegstecken muss. Aber was machte das schon?

Riesige Exportüberschüsse

Quelle: TAZ <<<<<< weiterlesen

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