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Die Linke und ihre Kultur

Erstellt von DL-Redaktion am 26. April 2013

„Sag das Wort nicht“

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Eine selten gute Kolumne in der sich der Schreiber auf  die Suche nach die linke Seele begibt. Ein Volltreffer diese Betrachtung von Jan Fleischhauer. Das ist neoliberales Schrifttum, Teufelei und was nicht alles. So höre ich sie jetzt schon wieder alle schimpfen. Dabei schreien sie ja zu Recht, denn es kann sehr schmerzhaft sein, das eigenes Wesen in einen Spiegel wieder zu erkennen.

Dabei war der Journalist scheinbar noch Teilnehmer auf einer doch noch einigermaßen gutsituierten Versammlung, und nicht Teilnehmer auf einen dieser gloriosen Parteitage der Linken. Denn wie stellten doch schon Bisky und Gysi unisono fest, den Linken fehlt es an Kultur! Mit dieser Feststellung wollte man einen Teil der Linken wahrhaftig nicht die Fähigkeit zur Betrachtung von bunten Gemälden in einen Museum absprechen.

Nein, Teil der Kultur ist es auch anderen Zuzuhören und auch einmal aussprechen zu lassen. Dann, nachzudenken, das vernommene verarbeiten und wohlüberlegt zu Antworten. Das genaue Gegenteil ist für gewöhnlich der Fall, gehört es doch scheinbar zum Linken Habitus schon mit Aussprache der ersten Silbe dem Gegenüber ins Wort zu fallen und einen Verweis vorzubringen. Das Linke hat immer Recht.

So ist auch ein jeder welcher es nur wagt mit einen gedanklichen Einwurf aufhorchen zu lassen, sogleich ein Rassist, Antifaschist, Neoliberaler, Rechtsradikaler und was es sonst noch an Linken negativen Bezeichnungen für Menschen gibt, welche sich das Recht auf freies Denken vorbehalten. Sie werden nie verstehen dass hier im Kopf eine Blockade einsetzt welche jegliche Kreativität schon im ersten Ansatz zerstört.

Mit kleinkarierten Spießbürger Ritualen welche von diesen Leuten nach außen getragen werden, übertrumpfen sie die Zeremonienmeister der Religionen um ein Vielfaches. Einer Linken Glaubensschwester oder einen linken Glaubensbruder versucht man unter anderen auf festgelegte Printmedien oder auch Bücher zu fixieren. So stellt der Glaubenswächter  für gewöhnlich bei aufkommenden Widerspruch als erstes die Frage: „Hast du denn schon Karl Marx gelesen“? Womit genau dort das Ende der kulturellen linken Fahnenstange bereits erreicht ist.

Damit ist aber noch nicht einmal geklärt, ob denn der so fragende überhaupt des Lesens mächtig ist, oder wie heute möglich, auf Hörstücke zurück greift.

„Sag das Wort nicht“

Es braucht nicht viel, um linksfühlende Menschen in Aufregung zu versetzen. Wie wenig dazu ausreicht, zeigt der Eklat auf einem „taz“-Kongress. Manchmal genügt hierzulande schon ein einziges Wort.

Vor ein paar Wochen erreichte mich aus der Redaktion der „taz“ die Anfrage, ob ich Zeit und Lust hätte, an einer Podiumsdiskussion zu Rassismus und Sexismus in Deutschland teilzunehmen. Einmal im Jahr veranstaltet die „taz“ in Berlin einen Kongress, um über die drängenden Fragen der Zeit zu debattieren. Man findet dort alles, was die Bewegung ausmacht, von der Anleitung für das perfekte Kräuterbeet bis zur Antwort auf die Frage, wie man endlich die Mietpreisspirale bricht (nein, nicht durch den Abschluss eines Bausparvertrags!).

Ich bin seit Jahren „taz“-Abonnent, insofern empfand ich die Anfrage als Lohn für meine Lesertreue. Bei meiner Morgenlektüre kommt sie noch vor der „Bild“-Zeitung. Wer zuverlässig über die Sonder- und Verstiegenheiten der linken Lebenswelt im Bilde sein will, für den ist die Zeitung aus der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin eine unverzichtbare Begleiterin. Außerdem ist manches wirklich komisch. Ich weiß nicht, wer dort auf die Idee gekommen ist, zur Suche des SPIEGEL nach einem neuen Chefredakteur die Zeile zu machen: „SPIEGEL sucht Führer“, garniert mit den letzten Hitler-Titeln aus meinem Haus. Ich musste darüber jedenfalls herzlich lachen.

Das Panel, auf dem ich am vergangenen Samstag Platz nahm, trug die Überschrift „Das Ende des weißen Mainstreams“. Eingeladen waren neben mir der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik, die Migrationsexpertin Ferda Ataman und Mekonnen Mesghena von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Anfang des Jahres mit einem Brief an den Otfried-Preußler-Verlag die Kinderbuchdebatte ins Rollen brachte. Ich hatte mir fest vorgenommen, einen guten Eindruck zu machen. Als der Moderator davon sprach, welche Hoffnung auch in Deutschland von dem Wahlsieg Obamas ausgehe, der seinen Erfolg den Schwarzen, Latinos und Frauen verdankte, nickte ich wie alle auf dem Podium eifrig mit dem Kopf.

Quelle: Spiegel >>>>> weiterlesen

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