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RENTENANGST

Versteinerte Weichheit

Erstellt von DL-Redaktion am 15. September 2015

Versteinerte Weichheit

von Michael Bittner

Dass die Sachsen nie vollständig unterworfen oder gar zivilisiert wurden, rächt sich nun bitterlich. Tribalismuskunde tut not.

Mit Verwunderung blickt ganz Deutschland auf einen kleinen Flecken am Rande der Republik: Sachsen. Ein Bundesland, das bislang nur für eine sympathische Sprachbehinderung seiner Einwohner und den Schnauzbart von Wolfgang Stumph bekannt war. Das abgelegene Ländchen steht nun plötzlich mitten im Licht jener brennenden Flüchtlingsheime, die allnächtlich von jungen Sachsen angezündet werden. Tagsüber melden sich derweil besorgte Sachsen mit kritischen Anmerkungen zur Migrationspolitik wie „Mistvieh!“, „Hure!“ oder „Fotze!“ zu Wort. Was ist bloß los im Freistaat?

Erstaunt und erschrocken müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich mitten in Deutschland schleichend eine Parallelgesellschaft gebildet hat. Unter unseren Augen und doch unbemerkt ist sie entstanden. Die sächsische Parallelgesellschaft hat inzwischen eigene Gesetze: Grundrechte wie die Demonstrationsfreiheit gelten nicht mehr. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ist mitnichten überall sicher. In viele national befreite Zonen traut sich die deutsche Polizei schon nicht mehr hinein. Stattdessen patrouilliert dort der Heimatschutz, eine Art Schariapolizei, deren Heilige Schrift jedoch von einem Propheten aus Braunau am Inn verfasst wurde.

Dieser Bürgerwehr gelten demokratische Werte und die christliche Kultur nichts mehr. Gegrüßt wird mit erhobener Rechter, gebetet wird zu Wotan und Thilo Sarrazin. Selbst grundlegende Errungenschaften der Zivilisation, so etwa die Rechtschreibung und die Grammatik, scheinen in der sächsischen Parallelgesellschaft vergessen. Es ist nicht verwunderlich, dass erste Stimmen einen Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik fordern.

Einigen Einheimischen wäre eine solche Sezession auch ganz recht. Nach dem Vorbild des Islamischen Staates (IS) könnten sie sich dann unbeschwert an die Errichtung eines Sächsischen Staates (SS) machen. Einigen Sachsen juckt es erkennbar schon in den Fingern, Relikte einer überwundenen Fremdkultur wie Parlamente und Zeitungsredaktionen endlich in die Luft jagen zu können.

Blick zurück

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Nigel Davies

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DL – Tagesticker 06.03.14

Erstellt von DL-Redaktion am 6. März 2014

Direkt eingeflogen mit unserem Hubschrappschrapp

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1.) Die Mittelschicht wollte es so

Wieder wird die angestellte Mittelschicht geplündert. Finanzminister Schäuble will einen ausgeglichenen Bundeshaushalt produzieren – und bedient sich bei den gesetzlichen Krankenkassen.

TAZ

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2.) Umfrage: Linke so stark wie seit drei Jahren nicht

Rot-rot-grüne Parteien erreichen zusammen nur 43 Prozent / Große Koalition verliert / Linken-Wähler überdurchschnittlich oft für Abschaffung der Sperrklausel

Neues Deutschland

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3.) Die Linke nimmt Kurs auf Europa

Die Partei um Gregor Gysi lud zum politischen Aschermittwoch auf ein Ausflugsschiff in Passau. Groß in Fahrt kamen die Genossen dabei aber nicht.

Mittelbayrische Nachrichten

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4.) Mein Kampf für die Russen

KRIM Freiheit ist ein westlicher Wert, sagen Wladimir Kaminers russische Freunde, günstige Kredite und bezahlbare Wohnungen seien wichtiger als ein Land ohne Krieg

TAZ

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5.) Regierung tolerierte jahrelang „Steueroase GIZ“

Brutto ist gleich netto: Jahrelang zahlten viele GIZ-Mitarbeiter keine Steuern auf ihre üppigen Einkommen. Das Bundesfinanzministerium kannte das Problem bereits seit 2008, blieb aber untätig.

Die Welt

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6.) US-Geheimdienst CIA

soll Senats-Mitarbeiter ausgespäht haben

Der US-Geheimdienst CIA wird Medienberichten zufolge verdächtigt, Mitarbeiter eines Überwachungsausschusses im Senat ausgespäht zu haben. Der Auslandsspionagedienst lasse intern untersuchen, ob seine Agenten Computer von Assistenten der Senatoren angezapft habe.

WAZ

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7.) Öffentliche Rügen der Fraktionen sind tabu

Mehr als 80 Millionen Euro kassieren die Bundestagsfraktionen der Parteien pro Jahr. Wohin das Geld fließt, prüft der Bundesrechnungshof. Über das Ergebnis schweigt er sich aus.

Stern

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Hinweise nehmen wir gerne entgegen

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Vom Umgang mit Schirmen

Erstellt von DL-Redaktion am 10. Dezember 2011

Vor der Rettung mit Schirmen wird gewarnt

Die Rede ist hier von Schirmen die dem Schutz gelten. Für gewöhnlich vor Regen oder auch vor der Sonne. Da gibt es aber auch PolitikerInnen welchen die Sonne bereits das Hirn ausgetrocknet hat und deren Rufe zu spät kommen. Rudolf Walther macht sich in seinem Kommentar so seine eigenen Gedanken über die Kultur von Schirmen und der diese benutzenden PolitikerInnen.

Rettung mit Schirmen

Die Krise gebiert auch laufend neue Wörter: Rettungsmilliarden, Rettungsschirm, Rettungspaket, Rettungsgipfel, Bankenrettung, Staatsrettung. Diesen Wörtern ist zweierlei gemeinsam – sie beziehen sich irgendwie auf die Krise des Kapitalismus, und sie haben einen theologischen Hintergrund. Für die ultimative Rettung war im christlich-jüdisch geprägten Weltbild bisher Gott zuständig.

Sein Jüngstes Gericht hatte das letzte Wort, jetzt soll es die Europäische Zentralbank (EZB) richten und zwar als „Lender of last resort“ – der Kreditgeber in letzter Instanz druckt Geld, kauft den überschuldeten Staaten ihre Schuldtitel ab, um Banken und Anleger zu retten. Aus dem Jüngsten Gericht wird ein Endspiel um „alles oder nichts“ im Kasino. Dass der Kapitalismus mit Schuld und Schulden und Religion zu tun hat, ist seit Max Weber und Walter Benjamin ein Gemeinplatz. Benjamin nannte den Kapitalismus einen sich „verschuldenden Kultus“.

Insbesondere die alles beherrschende Metapher „Rettung“ hat religiöse Bezüge, „Schirm“ dagegen weltliche. Im Mittelalter gewährte der Grundherr seinen Untertanen „Schutz und Schirm“. Deren Gegenleistung war „Treue und Hilfe“. Vom modernen Verhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger unterscheidet sich das feudale Untertanenverhältnis fundamental: Dort stehen sich zwei Freie gegenüber, deren Beziehung auf dem Vertrauen beruht, dass der Schuldner seine Schulden bezahlt, der mittelalterliche Untertan dagegen war ein vom Grundherrn restlos Abhängiger und dessen Zwangsgewalt unterworfen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :   Fallschirmspringer mit russischer Flagge

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