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Zwei Saarländer-Ein Kopf?

Erstellt von DL-Redaktion am 23. August 2012

Wir können froh sein, dass uns ein Kanzler Lafontaine    erspart blieb

Dieser Kommentar in Zeit online zu den folgenden Arikel spricht Bände und wir zitieren wie folgt: „Im Nachhinein gesehen muss man der damaligen DDR-Bevölkerung auch deswegen dankbar sein, dass uns Wessis ein Bundeskanzler Lafontaine erspart blieb“. Zitat Ende!

Im folgenden Interview berichtet der Historiker Martin Sabrow über Honeckers Traum, von einer gemeinsamen Zukunft mit Oskar Lafontaine. Honecker wäre am 25. August 100 Jahre alt geworden. Sehr ausführlich versucht er den Menschen zu beschreiben und bringt einige doch sehr überraschende Parallelen zwischen zwei Saarländern an den Tag. Ist hieraus vielleicht das Faible von Sahra zu Oskar entstanden? Vielleicht die späte Erfüllung eines Jungmädchentraum?

„Zwei Saarländer an der Spitze“

DIE ZEIT: Herr Sabrow, Erich Honecker gilt vielen als langweiliger, farbloser Apparatschik. Kann es denn Spaß machen, über ihn zu forschen?

Martin Sabrow: Ja! Weil man das Bild von Honecker aufrauen kann. Unsere Vorstellung von ihm ist sehr durch die ikonischen Fotos der späten Zeit geprägt, die ihn als störrischen Alten vor dem Untersuchungsgefängnis Moabit zeigen, mit zitternder Greisenfaust. Oder von dem statuarischen, alterslosen Herrscherporträt aus den Behörden und Parteieinrichtungen. Wenn man aber der Lebensgeschichte Erich Honeckers nachgeht, zeigt sich, dass sie eigentlich viel lebhafter, sprunghafter, bunter war als in der geglätteten Erzählung der DDR. Das ist für mich als Biografen reizvoll.

Der junge Honecker galt noch als »eleganter Erich«, als charismatischer Redner und Frauenheld. Wie passt das zu seiner späteren spießigen Aura?

Zum einen kostet die Last der Aufgabe natürlich auch einen sozialistischen Funktionär Jugendlichkeit. Zum anderen hängt das mit der Funktion des Individuums im kommunistischen Herrschaftsapparat zusammen. Die Auslese und Repräsentation der Eliten war nicht auf individuelles Charisma ausgelegt, sondern auf Funktionsfähigkeit und Passfähigkeit im Parteiapparat.

Sie schreiben vom Widerspruch zwischen der öffentlichen und der privaten Person Honecker.

Das Bild der zwei Körper des Königs gilt auch für kommunistische Herrscher. Das Individuum soll die kollektive Parteiherrschaft verkörpern. Seine Individualität geht dabei verloren. So posierte Honecker, als Mann mittleren Alters, bei einem seiner Krimbesuche in einem kurzen Matrosenanzug – neckisch und braun gebrannt. Das zu veröffentlichen war undenkbar, das Ministerium für Staatssicherheit hat solche Bilder sofort unter Verschluss genommen.

Quelle: Die Zeit online >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia/ Bundesarchiv, Bild 183-1988-0818-405 / Franke, Klaus / CC-BY-SA

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