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„Köpfen ist gnädiger“

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Juni 2015

Folter in Syriens Gefängnissen

VON KRISTIN HELBERG

EINGESPERRT Mehr als 215.000 Syrer leiden in Assads Gefängnissen, darunter der mehrfach ausgezeichnete Journalist Mazen Darwish

Jetzt ist er doch verschwunden. Oder besser: an einen unbekannten Ort verschleppt worden. Mazen Darwish, Syriens derzeit bekanntester politischer Gefangener. Bislang hatte seine Familie stets gewusst, wo Darwish einsitzt. Doch seit seiner letzten Verlegung Ende April fehlt von dem Journalisten und Rechtsanwalt jede Spur.

Umso dringender sei es, sein Schicksal stellvertretend für Tausende anderer friedlicher Aktivisten in Syrien auf europäischer Ebene zu thematisieren, sagt Arne Lietz, Europaabgeordneter der SPD. Er hatte Darwishs Ehefrau Yara Bader Ende April bei der Verleihung des Preises der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ getroffen und den Fall daraufhin in Brüssel auf die Tagesordnung gebracht.

Mazen Darwish war in den vergangenen Monaten gleich zweifach geehrt worden: Neben dem Preis der Lutherstädte erhielt er für sein Engagement im Bereich Medien und Menschenrechte den Preis der UN-Kulturorganisation Unesco für Pressefreiheit. Jahrelang hatte sich der Rechtsanwalt mit Syriens Medienlandschaft beschäftigt, verfasste Studien, organisierte Weiterbildungen, dokumentierte Übergriffe des Regimes.

Im Jahr 2004 hat Darwish dann das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit (SCM) gegründet – zwei Kellerräume in einem unauffälligen Wohnblock einer ruhigen Seitenstraße von Damaskus. Dort saß er im Qualm seiner zahllosen Zigaretten, ein zurückhaltender Mann mit leiser Stimme und vorsichtigen Gesten.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Michael Thompson from One Love, Earth

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