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RENTENANGST

Riads seltsame Freunde

Erstellt von DL-Redaktion am 1. April 2015

Viele Medien berichten tendenziös über den Konflikt im Jemen

Schlagloch von Charlotte Wiedemann

Die Huthi hatten ein großes Zelt auf dem „Platz des Wandels“, wo die jemenitische Revolution ein Jahr lang kampierte, 2011 bis 2012, mitten in der Hauptstadt. Am Nachmittag die ortsübliche Männerrunde, eine Wange vollgestopft mit zerkauten Qat-Blättern. Die Huthi guckten dazu Märtyrer-Videos.

Tote hatten sie reichlich: Ali Abdallah Saleh, Jemens Langherrscher, der gemeinsame Feind von allen auf dem „Platz des Wandels“, hatte gegen die Huthi-Bewegung sechs brutale Kriege geführt. Nicht etwa wegen der Religion: Auch Saleh ist ein Zaidit, wie die örtlichen Schiiten genannt werden. 40 Prozent der Jemeniten zählen dazu.

 Verteidiger Gottes

Von „schiitischen Rebellen“ zu sprechen, wie es die meisten Medien jetzt tun, ist deshalb irreführend. Die Huthi, die sich selbst als Ansar Allah („Verteidiger Gottes“) bezeichnen, sind als politisch-soziale Bewegung gegen die Marginalisierung von Jemens Nordwesten entstanden. Während der Revolution zählten sie zu den neuen politischen Akteuren auf der nationalen Bühne, wie die Jugend und die Bewegung des Südens. Gemeinsam verlangten sie die Ablösung der alten korrupten Elite, insbesondere des Clans von Saleh. Er und sein Sohn sollten sich auch für Kriegsverbrechen in der nordwestlichen Stadt Saada verantworten.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Fadi Benni of Al Jazeera English / Demonstrationen in Jemen

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Kampfdrohnen sind anders

Erstellt von DL-Redaktion am 21. August 2012

Kampfdrohnen sind anders

Seit Jahren mahnen Friedensforscher international an die Kampfdrohnen genau so wie die Landminen entsprechend zu ächten. Nun denkt auch die Bundeswehr über die Anschaffung von Kampfdrohnen nach. Dieser Entscheidung soll aber eine „breite Diskussion“ in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit der umstrittenen Waffensysteme vorausgehen. So hört man es aus dem Verteidigungsministeriums.

Bislang setzt die Bundeswehr Drohnen nur zur Aufklärung ein – etwa in Afghanistan. Über bewaffnete Drohnen verfügt sie angeblich nicht. Solche bewaffneten Systeme nutzen zum Beispiel die USA häufig in Afghanistan und Pakistan, aber auch im Jemen, um mutmaßliche Terroristen zu töten. Die Waffensysteme sind sehr umstritten da sie immer wieder Opfer in der Bevölkerung fordern.

Hier ein Kommentar von Oliver Meier:

Kampfdrohnen sind anders

Der Verteidigungsminister will die Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen ausstatten. Nach langem Zögern hat de Maizière nun auch öffentlich dargelegt, warum er den Einsatz solcher Kampfdrohnen für sinnvoll hält. Bewaffnete Drohnen seien besser, weil zielgenauer und zum Schutz von Soldaten im Feld unerlässlich, so der Minister.

Über diese Argumente lässt sich trefflich streiten. Von großer Ignoranz – oder schlimmer noch: Arroganz – zeugt allerdings de Maizières Versuch, der längst überfälligen Debatte den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem er das Vorhaben bagatellisiert. Der Einsatz einer bewaffneten Drohne sei nichts Neues und unterscheide sich nicht vom Einsatz etwa einer Pistole. „Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten“, so der Minister.

„Höhere Form“ des Tötens

Diese Sichtweise, dass die Legitimität und Legalität von Waffen an den Umständen ihres Einsatzes oder an der moralischen Integrität des Besitzers gemessen werden sollte, wurde spätestens mit dem Ersten Weltkrieg zu Grabe getragen. Der Erfinder des Giftgases, Fritz Haber, versuchte damals noch zu argumentieren, der Einsatz von Chemiewaffen sei „eine höhere Form des Tötens“. Schließlich müssten die Opfer weniger leiden, als wenn sie durch Säbel, Patronen oder Granaten verstümmelt würden.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquellen   :   Die Anschaffung der europäischen Version EuroHawk der amerikanischen RQ-4B Global Hawk seitens der Bundeswehr ist gescheitert.

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