DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Gysi und der Zeitdruck seiner Partei

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Februar 2016

Gysi und der Zeitdruck seiner Partei

File:Gregor Gysi & Sahra Wagenknecht.jpg

„Mit solchen Slogans kommen wir nicht weiter“, kritisierte Gregor Gysi unlängst in einem Interview die Äussage seiner Nachfolgerin Sahra Wagenknecht und er äußerte sich recht zurückhaltend über seine unfähige Nachfolgerin. Viel gelernt scheint der der redende Sprachautomat vor Ihren Ehemann noch nicht zu haben.

Diese hatte mit dem Zitat „Wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht eben auch verwirkt“ für Irritationen gesorgt. Denn geleistet hat sie, wenn ihre Aussagen ernst genommen werden sollen für ihr neues Gastland ebenfalls noch nichts. Zumindest ist sie aus der sanft schwingenden sozialen Hängematte im Westen noch nicht herausgekommen. Und außer einer Zukunft auf der politischen Bühne oder den Job einer Lobbyistin wäre es auch für Wagenknecht schwer innerhalb eines wirtschaftlich orientierten Landes eine Zukunft in Aussicht zu nehmen.   Da kam das Lob aus der AfD gerade noch zur rechten Zeit. Wie anfällig ist die Linke für einfache Lösungen? Warum sind AfD und Pegida in den neuen Ländern so erfolgreich? Das sind Fragen auf die Wähler entsprechende Antworten hören möchten.

Das wäre eine Aufgabe für sie aber die Antworten dafür hat sie sicher noch nicht auswendig gelernt. Gregor Gysi hat dagegen auf alle Fragen eine entsprechende Antwort parat und weist damit auf den großen politischen Unterschied hin. Ist das Land immer noch gespaltet und wie fällt die  Bilanz seines politischen Lebens aus, lauten dann die weiteren Fragen.

Der Rechtsanwalt Gregor Gysi gehört zu den schillerndsten und umstrittensten Politikern. Er war Vorsitzender der PDS, zog 1990 über ein Direktmandat in den Bundestag ein und führte von 1990 bis 2000 die PDS-Fraktion, von 2005 bis zum Oktober 2015 war er Chef der Linksfraktion im Bundestag. Gysi, zu dessen Verdiensten es zählt, eine Partei links der Sozialdemokratie etabliert zu haben, hat immer für die Regierungsfähigkeit seiner Partei auch im Bund geworben. Jetzt sieht er seine Linke in der Pflicht, mit SPD und Grünen ein linkes Projekt gegen die Entwicklung Europas und Deutschlands zu setzen. Diese Enwicklung braucht aber Zeit, wenigsten 30 bis 40 Jahre welche die heutigen Macher nicht haben, da sie selbstverständlich vom Nutzen heute schon zehren möchten. Schon in der Flüchtlingsfrage, die unsere Gesellschaft bereits gespalten hat, gerät die Partei an ihre Grenzen und ist kaum bereit den „gravierenden Unterschied“ zu den Forderungen der AfD aufrecht zu erhalten. Allzu Vielen läuft in der Partei die Zeit davon.

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Grafikquelle    :

Source https://commons.wikimedia.org/wiki/File:13-06-10-dosb-wahlhearing-vorauswahl-03.jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DIE_LINKE_Bundesparteitag_10._Mai_2014-25.jpg
Author Ralf Roletschek & Olaf Kosinsky
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„Auch der DDR-Alltag war furchtbar“

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Oktober 2015

Interview mit DDR-Bürgerrechtlerin Klier
„Auch der DDR-Alltag war furchtbar“

„das Interview führte“>das Interview führte  Uwe Rada

 Der DDR war Freya Klier zu unbequem. 1988 wurde sie ausgebürgert. Ein Gespräch über das Leben in Ost und West und die Qualitäten von Angela Merkel.

taz: Frau Klier, als am 9. November 2014 25 Jahre Mauerfall gefeiert wurde, waren Sie mittenmang bei den Feierlichkeiten.

Freya Klier: Zwischen Michail Gorbatschow und Lech Wałęsa. Ganz in der Nähe waren auch Wolf Biermann und Klaus Wowereit.

Wie werden Sie denn den 3. Oktober 2015 und damit 25 Jahre Wiedervereinigung begehen?

Ich werde beim Einheitsfest in Frankfurt sein. Da gibt es in der Alten Oper eine Veranstaltung, bei der ich einige Worte von Jacob Grimm sprechen werde. Und das Gelöbnis zur Freiheitsglocke. Das wird zwischen den offiziellen Ansprachen sein.

Was war für Sie das wichtigere Ereignis? Mauerfall oder Ver­einigung?

Natürlich der Mauerfall. Aber da fragen Sie auch die Falsche.

Warum?

Ich war nie für den 3. Oktober als Feiertag. Ich fand damals, dass man den 17. Juni als Feiertag hätte lassen sollen. Das sehe ich heute noch genauso.

Also die Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR von 1953. Damit haben Sie sich aber nicht durchsetzen können.

Das stimmt. Als ich das Thema vergangenes Jahr noch einmal angesprochen habe, hat mich Bundestagspräsident Norbert Lammert daran erinnert, dass es Bürgerrechtler waren, die damals gegen den 17. Juni gewesen sind. Der 17. Juni hatte bis in die Bürgerrechtskreise hinein den Ruf, dass an diesem Tag auch eine KZ-Aufseherin befreit worden wäre. Das war in der DDR eine der großen Grundlügen, die sich bis heute halten. Stattdessen haben die Behörden damals eine Kleinkriminelle aus Mecklenburg geköpft.

Nun ist es der 3. Oktober.

Ein Tag, der eher künstlich festgelegt wurde, weil Anfang Oktober noch schönes Spaziergehwetter ist. Für mich ist nach wie vor der Freiheitswille der Menschen das Entscheidende.

Aber der 9. November kam auch nicht in Frage.

Wegen der Synagogenbrände, das kann ich auch nachvollziehen.

Einer Ihrer Leitsätze lautet: Du sollst dich erinnern. Sie heben das für sich selbst in den Rang eines elften Gebotes. An was soll man sich denn am 3. Oktober eher erinnern? An die beiden Deutschlands zu Zeiten der Teilung? Oder an die Vereinigung mit allen Problemen, die es da gegeben hat?

An beides. Mein elftes Gebot sagt, dass es wichtig ist, alle Phasen, die hinter uns liegen, also mindestens ein Jahrhundert lang, so zu erinnern, dass man daraus lernt. Das sieht man jetzt auch bei dieser ganzen Rassismusgeschichte im Osten. Das geht auf die DDR zurück.

Sie sind 1950 in Dresden geboren.

Und ich habe in Freital meinen Facharbeiterbrief gemacht. Als Maschinenbauzeichnerin. Wenn ich höre, was da los ist, könnte ich vor Scham versinken.

Warum gibt es gerade in Sachsen diesen Rassismus, der bis in die Mitte der Gesellschaft ­hineinreicht?

Das ist nicht nur dort so. Es ist im ganzen Osten so. Ich hab es doch zu DDR-Zeiten selbst erlebt. Wenn sie in ihren Kneipen waren, haben sie den Arm gestreckt. Da hat niemand eingegriffen oder die Polizei gerufen. Wenn die Neonazis einen Kameraden verabschiedet haben, der zur Armee ging, gab es keine Hemmungen. Als die Skinheads 1987 den Überfall auf die Zionskirche in Prenzlauer Berg verübten, war ich dabei. Ich hab gesehen, wie die Polizisten reagiert haben.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Michael Panse from Erfurt, Germany, de:Michael Panse

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Interview mit Geißler

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Juni 2015

»Die Berliner Siegessäule würde ich sofort sprengen«

»Die Berliner Siegessäule würde ich sofort sprengen«

Super!! Absolut lesenswert. Da stecken mehr Linke Überzeugungen drin als in der gesamten Partei DIE LINKE und allen Gewerkschaften zusammen.

Interview: Malte Herwig

Aber aus der CDU würde er nie austreten, nicht einmal wegen jenes Ex-Kanzlers, den er nicht für den Gescheitesten hält: Heiner Geißler, der ehemalige Generalsekretär und Lautsprecher seiner Partei, findet auch mit 85 noch markige Worte.

SZ-Magazin: Als langjähriger Generalsekretär der CDU waren Sie einer der umstrittensten Politiker Deutschlands. Sie wurden beschimpft als »Raketen-Christ«, »der mit Abstand perfideste Politiker in dieser Republik«, »politischer Sittenstrolch«, »Rosenkranz-Marxist« und »seit Goebbels der schlimmste Hetzer in diesem Land«. Haben Sie sich gern Feinde gemacht?

Heiner Geissler: Überhaupt nicht, aber ich habe als Generalsekretär halt die Pfeile auf mich gezogen. Wenn man etwas macht, muss man es konsequent machen. Zu viele zögern, weil sie Angst haben. Angst ist das Schlimmste im menschlichen Leben.

Und in der Politik?

Da gibt es fast nur Angsthasen. Sie fürchten sich vor der Presse, vor Parteifreunden, Wählern und Wahlergebnissen. Alle Leute haben Angst, meist unbegründete Angst, Raketenangst, Fremdenangst. Früher hieß es: Ihr müsst CDU wählen, sonst kommen die Russen. Nun kamen die aber gar nicht, dafür kommen inzwischen andere – und schon wieder gibt es neue Ängste. Die einzige begründete Angst ist die Todesangst. Von hundert Leuten sterben hundert. Natürlich habe ich auch schon mal Angst gehabt, aber die habe ich beim Bergsteigen verlernt. Dort habe ich gesehen, dass man schwierige Situationen beherrschen kann.

Um sich für den politischen Kampf zu stählen, machten Sie im Büro regelmäßig Liegestütze und kletterten in Ihrer Freizeit auf Sechstausender. Kabinettsitzungen schwänzten Sie oft und trainierten sich lieber beim Joggen im Siebengebirge den Ruhepuls eines geübten Marathonläufers an. Haben Sie heute schon Ihren Puls gemessen?

Jawohl, der lag bei 58, obwohl ich untrainiert bin. Mein zweitältester Sohn ist Chefarzt und konnte es kaum glauben.

Das überrascht mich auch, denn beim Verfassen Ihres neuen Buches über Martin Luther haben Sie sich offensichtlich ganz schön aufgeregt. Darin empören Sie sich über das »abstoßende Menschenbild« Luthers und schreiben von dem »heiligen Zorn«, der Sie angesichts der kirchlichen Lehren packt.

Es erregt mich sehr, ja. Die Menschen leben in einer verführerischen, nebelhaften, bedrohlichen Fabelwelt. Die Theologen setzen das voraus, was sie eigentlich erst mal beweisen müssten, nämlich dass Gott existiert. Sie tun so, als ob eine Katastrophe wie der Germanwings-Absturz vereinbar wäre mit dem Bild vom liebenden Gott, das sie den Leuten zeigen. Aber das ist sie nicht. Diese Diskrepanz hat auch Luther nicht überwunden, die Frage der Theodizee, die Frage nach dem gerechten Gott.

Sie schreiben: »Die Pharmaindustrie ist mehr wert als 100 000 Prozessionen und Wallfahrten.«

Es gibt heute Folter in 126 Staaten, jede Woche verhungern auf der Welt 250 000 Kinder. In den Kirchen wird mit viel liturgischem Brimborium Gott in Psalmen und Liedern gepriesen, während die Menschen mit einer ganz anderen Realität konfrontiert sind: Sie haben Bauspeicheldrüsenkrebs, oder ein Tsunami kommt, oder sie werden ermordet, oder der Islamische Staat verbrennt Leute bei lebendigem Leib. Übrigens ist das weniger schlimm, als was zu Luthers Zeiten auf dem Scheiterhaufen passiert ist. Damals haben sie die Leute an einen Pfahl gefesselt und das Holz ringsum angezündet. Die Ketzer sind langsam gestorben – und ihre Mörder haben gleichzeitig Lobe den Herren gesungen.

Was spricht dagegen, den Menschen in der Not Hoffnung zu machen?

Quelle: Sueddeutsche >>>>> weiterlesen

Das umblättern auf Seite 2 beachten

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber CDU / Archiv für Christlich-Demokratische Politik (ACDP)

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„Im Bundestag nur Einheitsbrei“

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Februar 2015

FDP-Rebell Schäffler zu Bosbachs Euro-Revolte:

Ex-Abgeordneter schildert Druck und Ausgrenzung
„Im Bundestag nur Einheitsbrei“

Ein sehr düsteres Bild wirft das folgende Interview auf die Umgangsformen im Bundestag. Es zeigt auch sehr schön die Verachtung der Mitglieder dieses Hauses auf die immer wieder zur Show gestellte und so hoch gelobte eigene Einstellung zur Demokratie. Gelebter Schrott und die Bürger sollen Diesen wählen, den Mund halten und dann den Rost auch noch fressen. Eine eigene Meinung ist zumindest unerwünscht.

Um nicht als ewiger „Quertreiber“ zu gelten, denkt CDU-Politiker Wolfgang Bosbach vor der Abstimmung über Griechenland-Hilfen über einen Rückzug aus der Politik nach. FDP-Mann Frank Schäffler wurde als „Eurorebell“ bekannt. Im Interview mit FOCUS Online erzählt er, wie sehr er damals unter Druck gesetzt wurde.

Eurorebell Schäffler im Interview

„Ich wurde richtig hart rangenommen“
„Bosbach bewirkt viel mehr als er glaubt“
„Hundertschaften, die immer alles nur abgenickt haben“

Er ist der „Eurorebell“: Als es 2010 darum ging, Griechenland vor dem Staatsbankrott zu bewahren, stellte sich der liberale Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler gegen den Kurs der schwarz-gelben Regierung.

Bald geriet der FDP-Politiker unter starken Druck aus der eigenen Fraktion. Schäffler hielt dagegen – und initiierte einen Mitgliederentscheid über den Europäischen Stabilitätsmechanismus. Der Mitgliederentscheid scheiterte, Schäffler stimmte 2012 gegen den ESM.

Schäffler tauschte sich stark mit Bosbach aus

Quelle: FOCUS >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Sven Teschke

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Streitgespräch Gysi – Eckardt

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2014

Warum zerlegt sich die Opposition

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/aa/Gregor_gysi_20050705_4.jpg

Da sage noch Einer, Putin übe keine Macht über Europa aus und habe keinen Einfluss auf unsere Politik. Zumindest auf die Opposition im Bundestag trifft dieses so nicht zu, denn mit Beginn der Ukraine – Krise hat sich dieses zuvor schon unscheinbare Grüppchen restlos zerlegt.

Nicht gerade vieles, aber etwas zeigt uns dieses Vorkommen überdeutlich, der Mensch, egal ob in der Ukraine, auf der Krim, oder hier im Lande ist bei dieser Auseinandersetzung vollkommen uninteressant geworden, es zählten nur die Interessen der Partei in denen ein Jeder so ziemlich vor sich hin brabbelt egal ob bei den Grünen oder Linken. Die Demokratie mitsamt den Bürgern wird hier zu Statisten degradiert. Solche Parteien brauchen wir nicht, da sie ihren Aufgaben, der politischen Bildung nicht nachkommen.

Was hat die Eine gesagt oder der Andere etwa laut gedacht, egal ob Abgeordnete aus dem Bundestag oder ein Schuhputzer des Fraktionsführers, eine jede Aussage muss entsprechend berücksichtigt werden und am Ende lesen wir in einem Interview wieder einmal das jeder Recht hat. Wichtig ist allein der Zusammenhalt der Partei.

Von Beginn der Bundesrepublik an, immer unter der Knute von CDU und SPD zeigt dieser Staat tagtäglich seine Verfilzung mit diesen Parteien auf. Ob Medien, Gerichte, Behörden – bis hinunter zu den Fußball- oder Schützen -vereinen, ohne diese beiden Parteien entweicht in diesem Staat niemanden auch nicht der leiseste Furz. Glaubt denn wirklich Einer das sich nach 50 Jahren DIE LINKE an der Regierung in diesen Staat auch nur ein Jota verändern würde?

Nein, es würden nur die Köpfe und die Namen getauscht werden. Das mag den heutigen Führern der Linken genügen, die breite Bürgerschaft hat an solcherart Macht Spielchen keinerlei Interesse sondern erwarte das in einer Demokratie die Mandatsträger alle von der Bevölkerung gewählt werden und nicht von den Parteien geschickt werden. Entsprechen sie nicht den Wünschen der Wähler können sie abgewählt werden, jederzeit. Wir wollen alles anders machen und nicht alles angleichen so lautete einmal der Wahlspruch für LINKE. Dieses Versprechen wird heute schon mit Füssen getreten und darum die Partei nicht gewählt.

Warum zerlegt sich die Opposition

Die Ukraine muss doch eine Brücke sein zwischen Europa und Russland, Frau Göring-Eckardt / Die Ukraine ist ein souveräner Staat. Die Menschen entscheiden selbst über ihre Zukunft, Herr Gysi

Warum bekriegt sich die Opposition aus-gerechnet in der Krimkrise? Die Fraktionschefs von Grünen und Linken über gegenseitige Beschimpfungen auf Twitter, Rot-Rot-Grün und das europäisch-russische Verhältnis

taz: Frau Göring-Eckardt, haben Sie in den vergangenen 100 Tagen im Bundestag mal bei einer Rede von Gregor Gysi geklatscht?

Katrin Göring-Eckardt: Ja, bestimmt. Beim Applaus habe ich keine Berührungsängste – weder bei Gregor Gysi noch bei Angela Merkel.

Und Sie, Herr Gysi?

Gregor Gysi: Ja, gewiss habe ich schon für Frau Göring-Eckardt geklatscht. Aber nur bei einzelnen Sätzen. Nicht am Ende für die ganze Rede. Das ist üblich so.

Dann läuft zwischen Linkspartei und Grünen alles normal?

 Gysi: Was das Applaudieren angeht, ja.

Göring-Eckardt: Wir waren uns auch mit der SPD in der Opposition gegen Schwarz-Gelb nicht in allem einig. Das Besondere ist jetzt: Wir sind eine sehr kleine Opposition gegen eine sehr große Große Koalition.

Gysi: Es gibt keine Koalition in der Opposition. Grüne und Linkspartei sind sehr verschieden, haben eine unterschiedliche Geschichte und sind beide jeweils auch in schwierigen Situationen. Aber: Wir müssen zusammenarbeiten. Sonst führt die Große Koalition uns vor.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquellen: Wikipedia

Source http://archiv2007.sozialisten.de/service/download/fotos/gysi/index.htm
Author TRIALON/Kläber
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Märchenstunde mit Onkel Gregor

Erstellt von DL-Redaktion am 24. August 2013

Da ist er wieder der Gregor Gysi.

File:2013-09-12 Gregor Gysi 257.JPG

Neulich noch laut „Playboy“ der männliche Spitzenpolitiker, dem die meisten Deutschen ihr Leben anvertrauen würden und heute mit seiner politischen Aussage in einen Interview der Freien Presse. Ein Tausendsassa welcher trotz allen Hindernissen immer eine gewisse Ironie an den Tag legt. Auch im Kontrast zu einer uneitlen Merkel welche im Playboy keine Erwähnung fand. Auch nicht als Covergirl.

Die kommenden Wahlen möchte er natürlich gewinnen, gerade so wie es sich für einen Parteibesitzer gehört. Aber, wem will er die von ihm vermisste Leidenschaft einhauchen? Hier im Linken West Lager, den Totengräbern der Partei etwa? In Bayern, Saarland oder auch anderen Ländern für welche schon das erreichen der 3 % Marke als Utopie gilt? Woher nehmen, wenn nicht stehlen, heißt hier die Maxime. Ist es doch meist nur noch ein versprengtes Häuflein welches bereit ist Wahlkampf zu machen.

Und noch etwas. Um sich selber als „Demokratischen Gewinn“ zu sehen muss die Partei erst einmal die entsprechenden Grundzüge erlernen. Zumindest im Westen wo viele bereits mit erreichen der Tischkante ihre Weitsicht überschritten haben. Die Brandrede auf den letzten Parteitag war gut, kam aber um viele Jahre zu spät und aus Eigenscham hat bislang noch niemand die Partei verlassen. Viele schauen zwar täglich mehrere male in den Spiegel, realisieren aber nicht sich selber zu sehen.

Überhaupt, reicht dazu das eigene Vorstellungsvermögen aus? Mit welchen Personen denn? Etwa Leiharbeitern? Ein Reisender für Niebel lässt sich vielleicht noch finden, aber sonst?  Viele bunte Luftballons. Wenn dich die Lüge und Unzuverlässigkeit am meisten aufregen hättest du wirklich Gepäckträger werden sollen und wärst besser keines von dem geworden was du heute bist.

Gregor Gysi
Wir sind ein demokratischer Gewinn

Gregor Gysi (Die Linke) spricht über die Notwendigkeit des Widerspruchs, eine uneitle Kanzlerin und Erklärungen zu den Ost-Renten, die er für schwachsinnig hält.

Die Linke hat ein achtköpfiges Spitzenteam aufgestellt. Frontmann auch dieser Teams ist und bleibt Gregor Gysi, der Fraktionschef im Bundestag. Mit ihm sprachen in einem gemeinsamen Interview für die „Freie Presse“ und die in Ludwigshafen erscheinende „Rheinpfalz“, Torsten Kleditzsch und Michael Garthe.

Freie Presse: Herr Gysi, vor vier Jahren hatten Sie zehn Prozent plus x als Ziel ausgegeben und mit 11,9 Prozent auch erreicht. Derzeit liegen Sie in Umfragen weit darunter. Heißt das Ziel 2013 fünf Prozent plus x?

Gysi: Nein, wir wollen ein zweistelliges Ergebnis. Ich lasse nur das „x“ weg.

Dann müssen Sie aber noch deutlich zulegen.

Na klar, ich geh` doch nicht in den Wahlkampf, damit alles so bleibt. Dann kann ich auch zu Hause bleiben. Jetzt müssen wir kämpfen, jetzt muss Leidenschaft entstehen.

Davon ist aber noch wenig zu spüren.

Ja, am Anfang war der Wahlkampf so lala. Das liegt daran, dass alle glauben, die Merkel bleibt sowieso Kanzlerin, der Steinbrück hat keine Chance. Aber so langsam tut sich was. Es kommen mehr Leute. Und den sage ich dann immer, warum es wichtig ist, die Linke zu wählen.

Und warum?

Wir sind ein unglaublicher demokratischer Gewinn, weil wir in zahlreichen Themen vom Afghanistankrieg über Rentenkürzung bis zu Hartz IV die einzigen im Bundestag sind, die mit der Mehrheit der Bevölkerung dagegen sind. Selbst wenn ein Wähler in einzelnen Punkten nicht unserer Meinung ist, bleibt es auch für ihn wichtig, dass es überhaupt jemanden gibt, der in der Debatte dagegen argumentiert. Und dann kommt noch ein zweiter Punkt hinzu: Die anderen tun ja nicht nur so, als ob sie uns nicht ausstehen könnten. Sie können uns ja tatsächlich nicht leiden. Deshalb richten sie ihr politisches Handeln auch nach unseren Ergebnissen aus. Sind wir stark, werden auch die anderen stärker auf soziale Belange achten, damit wir an Zuspruch wieder verlieren.

Quelle: Freie Presse >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle     :     Gregor Gysi, Rechtsanwalt und Politiker (DIE LINKE). Wahlkampfveranstaltung der Partei DIE LINKE auf dem Marienplatz in München am 12.09.2013.

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Attribution: Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

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André Brie erzählt

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Juli 2012

André Brie über seinen Unfall und das Leben danach

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Ein Interview mit André Brie lesen wir heute in der Mitteldeutschen-Zeitung. Brie stürzte Anfang März die Kellertreppe seines Hauses hinab und wurde daraufhin in ein künstliches Koma versetzt. Die Aufgabe, den Wahlkampf der Linken in Schleswig-Holstein zu leiten, konnte er nicht mehr wahrnehmen. Jetzt ist der 62-jährige Vordenker der Partei, der nach seiner Zeit als Europaabgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sitzt, wieder auf dem Damm.

Beachtenswert seine Erkenntnisse welche er beim Umgang mit fremden Menschen im Krankenhaus gewonnen hat denn er erfuhr das Menschen keine Losungen sondern Lösungen fordern. Auch war er erschrocken dass nach der Wahlniederlage von Dietmar Bartsch „Ihr habt den Krieg verloren“ gesungen wurde. Er hatte dort zum Teil das Empfinden, dass hier rechte Kultur regiert.

Ein lesenswertes Interview das vielleicht manch einen zum Nachdenken anregen könnte.

Herr Brie, wie geht es Ihnen?

Physisch sehr gut. Ich bin jede Woche bei Therapeutinnen, um weiter zu arbeiten. Es geht vorwärts.

Wo liegt Ihr Hauptproblem?

Im Garten und am Computer zu arbeiten, das läuft alles gut. Das Problem ist mein Wortschatz.

Schwierig für einen Intellektuellen.

Sprache ist mir wichtig, weil ich ja viel geschrieben und erst vor einem halben Jahr ein Buch veröffentlicht habe. Ich möchte den Reichtum und die Schönheit von Sprache wieder umfassend zurück gewinnen. Ich beantworte zurzeit die Briefe, die in den letzten vier Monaten hier eingegangen sind. Es ärgert mich, wenn ich dem einen mit denselben Worten antworten muss wie dem anderen.

Haben Sie von dem Sturz eigentlich was mitbekommen?

Von den ersten drei Wochen weiß ich gar nichts. Ich hatte auch keinerlei Schmerzen, obwohl die Verletzungen sehr umfangreich waren.

Es waren sechs Schädelbrüche.

Ja. Außerdem waren Rippen, Schulter und Lunge verletzt. Später habe ich intensiv das Krankenhaus erlebt – mit sehr vielen Diskussionen über Politik. Kein einziger, den ich getroffen habe, war in irgendeiner Partei. Aber sie haben sich alle für Politik interessiert. Es war ein völlig anderes Erleben, als ich es gewöhnt bin. Denn die wollten praktische Antworten haben. Und das ist mir in den vielen Monaten auch selbst wichtig geworden. Das werde ich nicht vergessen.

Quelle: MZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :   Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert.

Quelle »Ihnen einen schönen Urlaub! Der Kellnerin einen guten Lohn!«

Urheber Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

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