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Herrschaftsdialog

Erstellt von DL-Redaktion am 23. Juni 2015

POLITKUNDT  — Spontane Gräber

von Ines Kappert

Die jüngste Aktion des Zentrums für Politische Schönheit war die bislang erfolgreichste. Doch viele Aktivisten reagierten verärgert. Warum?

Die Politkunst-Aktionen des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS), die Berlin in der letzten Woche bewegten, waren ein Erfolg, da ist sich die öffentliche Meinung einig. Doch die hiesige Refugee-Bewegung, die bis zuletzt für das Bleiberecht der Flüchtlinge vom Berliner Oranienplatz kämpfte und noch immer viele Illegale unterstützt, fand die Aktion „Die Toten kommen“ vielfach eine Unverschämtheit und den Medienjubel unerträglich. Die Ablehnung fällt harsch und total aus. Warum gelingt der Brückenschlag nicht? Das Anliegen, Europas Grenzen für Schutzbedürftige zu öffnen, ist doch beiden Initiativen gemeinsam.

Ein Grund könnte in der unterschiedlichen Adressierung liegen. Das ZPS ist kein Sprachrohr der Geflüchteten und/oder von „People of Colour“. Stattdessen stellen mehrheitlich weiße Männer aus einer weißen, deutschen Perspektive Staatsträger für ihre Flüchtlingspolitik an den Pranger. Das ZPS inszeniert mithilfe von AktivistInnen, Schaulustigen, Empörten und MedienvertreterInnen eine Art alternativer Herrschaftsdiskurs, in dem anerkannte Herrschaftsinsignien wie der Reichstag, das Kanzleramt und das öffentlichen Gedenken, die öffentliche Betroffenheit, die Totenruhe usw. symbolisch umgewidmet werden. So auch vergangenen Sonntag im Zuge des initiierten „Marsches der Entschlossenen“. Das war die Abschlussaktion der sich über eine Woche hinziehenden Beerdigungs- und Gräberausheben-Kunst-Aktion unter besagtem Titel „Die Toten kommen“.

Spontane Gräber

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author sebaso from Berlin, Germany

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