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„Flüchtlinge erzählen“

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Oktober 2015

„Angekommen – Flüchtlinge erzählen“
Die meisten wissen nichts über Syrien

von Ramy Al-Asheq

Ich kam mit dem Flugzeug von Syrien nach Deutschland, nicht illegal über das Meer. Bin ich Auswanderer oder Flüchtling? Was wisst ihr über mich?Werden wir Teil der deutschen Gesellschaft sein?

Ich kam auf legalem Weg nach Deutschland, nicht übers Meer. Zwar hatte ich davor in Syrien und Jordanien so einiges durchgemacht, das Meer aber habe ich zumindest nur aus dem Flugzeugfenster gesehen. Seinen Anblick ertrug ich kaum. Nach so viel Tod als Antwort auf unseren Traum von einer demokratischen Heimat war es schwer auszuhalten, am Horizont nur Wasser zu sehen – aus dem Flugzeugfenster. Zweifellos war dies leichter als der Seeweg. Ich war nicht der Kälte des Wassers ausgesetzt und auch nicht der Gefahr, zu erfrieren oder zu ertrinken. Nicht einen Moment lang befand ich mich in uferlosen Tiefen. Dennoch trieb ich irgendwie bodenlos dahin, seit ich Syrien verließ und in Deutschland ankam.

„Besuchen Sie Deutschland zum ersten Mal?“, fragte mich der Beamte, als ich im letzten November am Flughafen Köln-Bonn landete. „Ja“, antwortete ich, „das erste Mal, dass ich meine Heimat verlasse.“ „Herzlich willkommen“, sagte er, „Deutschland ist Ihre neue Heimat.“ Damals habe ich den Satz nicht ernst genommen. Was ist mit den Erwartungen, die man hat? Den stereotypen Bildern, die einen prägen? Mit der Heimat, in der man gelebt hat, aber nicht einen Tag lang ein Bürger war? Die Begrüßung hat mich erschüttert und jede Menge Fragen aufgeworfen über das Leben hier und über das eigene, völlig neue Leben.

Auswanderer oder Flüchtlinge?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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