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„Ich liebe Fantasien“

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2015

„Ich liebe Fantasien aus 1.001 Nacht“

Hallo Fans, dem Obama habe ich seine Rohre gereinigt – jetzt ist der Erdogan an die Reihe

von Heiko Werning

Das Wahrheit-Interview am Wochenende: Bundeskanzlerin Angela Merkel über Flüchtlinge, Vollhorste und ihre Herzensliteratur.

Taz: Frau Merkel, es heißt, die Flüchtlinge würden zur Schicksalsfrage Ihrer Kanzlerinnenschaft.

Angela Merkel: Ach, wissen Sie, das hieß es vorher von der Griechenlandkrise auch. Und davor von der Energiewende. Und davor von der Bankenkrise. Ich sage Ihnen aber: Das Schicksal meiner Kanzlerinnenschaft wird sich an der nächsten Bundestagswahl entscheiden.

Wie sollen wir das verstehen?

 Na, entweder ich gewinne, dann bleibe ich Kanzlerin. Oder eben nicht. Dann eben nicht.

 Ach ja! Das ist diese naturwissenschaftliche Nüchternheit, diese trockene, unaufgeregte Art, die wir so an Ihnen lieben. Beziehungsweise geliebt haben. In den letzten Wochen ist die Stimmung ja gehörig umgeschlagen. Jetzt sind Sie plötzlich die meistgehasste Frau Deutschlands, und Ihre Umfragewerte rauschen in den Keller.

 Sehen Sie: Was wäre denn die Alternative gewesen? Wenn wir die Grenzen dicht gemacht hätten, wie es der Kollege Orbán von der CSU vorexerziert hat, dann hätten wir so unappetitliche Bilder von der deutschen Grenze bekommen wie zuvor von der ungarischen. Was glauben Sie, wie sich die Umfragewerte dann entwickelt hätten? Manchmal muss man eben einen verlässlichen Werte-Kompass haben. Außerdem richte ich meine Politik nie nach tagesaktuellen Umfragen aus, sondern immer nur mindestens nach Quartaldurchschnittswerten.

 Heißt das, Sie wollen auch weiterhin alle Flüchtlinge aufnehmen?

 Was heißt schon alle? Ich war immer dafür, die Außengrenzen der EU stärker zu sichern. Da können wir sicher noch einiges tun, um diese Menschen außen vor zu halten. Mit der neuen Operation Sophia gegen Schleusergeschmeiß werden wir da ein gutes Stückchen vorankommen.

 Aber damit werden die Fluchtrouten ja noch gefährlicher, das wird doch Tausende Menschenleben kosten.

 Aber nicht bei uns. Außerdem kommen immer noch genug durch, keine Sorge. Die sind dann aber wenigstens ein bisschen vorselektiert. Sie kennen das: survival of the fittest. Es ist ja auch meine Aufgabe, die Interessen der deutschen Wirtschaft im Auge zu behalten.

 Fürchten Sie nicht trotzdem, dass die Stimmung in der Bevölkerung ganz umkippen könnte?

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Jacques Tilly

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