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RENTENANGST

Ein Wolf im Schafspelz ?

Erstellt von DL-Redaktion am 29. Juli 2011

 Heinz Bierbaum Vize Chef der Linken

Reih dich ein in die Arbeitgebereinheitsfront heißt es heute in einer Schlagzeile der Süddeutschen-Zeitung. Eine direkte Aufforderung des Journalisten Detlef Esslinger an keinen geringeren als an den Vize Chef der Linken Heinz Bierbaum gerichtet. Bierbaum wird von der Presse beschuldigt als der Verantwortliche der Unternehmensberatung mit Namen Info- Institut in Saarbrücken im Auftrag für Bertelsmann Drangsalierungen gegenüber den Mitarbeitern der Firma Prinovis, einer Druckerei in Nürnberg, durchzuführen . Von Gewerkschaftern wird er als Arbeitnehmerverräter bezeichnet.

Man sollte es schon als einen Skandal ansehen, das hier ein sicher nicht schlecht Verdienender die Frechheit besitzt neben seinen Job auch noch von den Beitragszahlungen einer Partei zu partizipieren von denen sich die unter Hartz 4 leidenden,  nur mit großer Mühe ihre Mitgliederbeiträge sprichwörtlich vom Mund ersparen müssen. Man muss sich das nur auf der Zunge zergehen lassen, Bierbaum arbeitet für Bertelsmann einen der wohl größten Befürworter des Kapitals und damit einer der größten politischen Gegner der DIE LINKE. Krawallschachteln wie Clement oder Schröder lassen grüßen.

Hier der Artikel aus der Suddeutschen – Zeitung:

Sind die Linken nicht für eine 30-Stunden-Woche? In Nürnberg offenbar nicht. Dort möchte die Druckerei Prinovis durchsetzen, dass ihre Mitarbeiter für weniger Geld mehr arbeiten sollen. Notfalls drohen Kündigungen – und dabei hilft ein Vize-Chef der Linken. Gewerkschafter halten ihn für einen Arbeiterverräter.

Einer Druckerei von Bertelsmann geht es schlecht, sie macht Verluste. Um die Zahlen in den Griff zu bekommen, fordert die Geschäftsführung ihre Mitarbeiter zu Mehrarbeit und zu Lohnverzicht auf. So weit, so alltäglich.

Was den Fall der Druckerei Prinovis in Nürnberg außergewöhnlich macht, ist der nächste Schritt: Die Geschäftsführung will 140 von 800 Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen – aber nur solchen, die sich auf Mehrarbeit und Lohnverzicht nicht eingelassen haben. Und wer flankiert dieses Vorhaben? Eine Unternehmensberatung, die von einem Vize-Vorsitzenden der Linken geführt wird, sowie eine Düsseldorfer Kanzlei, deren Seniorpartner einst Gewerkschaftschef war.

Quelle: Sueddeutsche Zeitung >>>>> weiterlesen

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Ein Verdi-Sprecher kommentierte die Arbeit von Bierbaums Firma mit den Worten: „Hier werden sozialpolitische Überzeugungen hintangestellt, es geht offenbar nur um einen fetten Auftrag.“ So hat auch die Verdi durch Urabstimmungen in drei Ländern den Druck auf die Zeitungsverleger erhöht. Ein neuer Verhandlungstermin wurde für den 02. August angesetzt.

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Auf der Internetseite von ver.di wird ausführlich über diese Auseinandersetzungen berichtet:

Mit einem ersten zweitägigen Warnstreik wehren sich die Beschäftigten des Nürnberger Druckerei-Unternehmens Prinovis gegen den geplanten Abbau von bis zu 140 Arbeitsplätzen. „Wir wollen für den Betrieb einen Sozialtarifvertrag und einen Anerkennungstarifvertrag, der die tariflichen Regelungen der Branche abbildet“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, am Donnerstag. Am Mittwoch und Donnerstag legten rund 100 Beschäftigte bei Prinovis die Arbeit nieder.

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Ist es jetzt Zynismus wenn wir die Presseerklärung des MdB Michael Schlecht von 10. Juni 2011 wiedergeben?

Lohndumping bedroht Pressefreiheit

Der gewerkschaftspolitische Sprecher des Parteivorstands der LINKEN, Michael Schlecht, kommentiert die Proteste von ver.di und Deutschem Journalistenverband gegen Lohndumping bei Journalisten, Druckern und Verlagsangestellten der Printmedien:
Die Profite der Verleger sind Verluste für die Pressefreiheit. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger will bei Neueinstellungen und Verlagswechsel Redakteuren Tarifsenkungen von bis zu 30 Prozent verordnen. Die Beschäftigten der Druckindustrie kämpfen gegen massive Verschlechterungen des Manteltarifvertrages, für 5,5 Prozent mehr Lohn und eine Begrenzung der Leiharbeit. DIE LINKE unterstützt die Forderungen der Medienarbeiter. Wer in Sonntagsreden die Pressefreiheit predigt aber die eigenen Beschäftigten so schamlos enteignet, vergeht sich an der Qualität der öffentlichen Meinungsbildung.

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Es passt wirklich in dieser Partei vieles zusammen. In unseren Artikel „Hilfe, die LINKE schrumpft“ fragten auf einer Versammlung in Berlin Parteimitglieder.  “Warum wählen uns die Leute, deren Interessen wir vertreten, mehrheitlich nicht?”.  Dieser Artikel ist wiederum eine Antwort auf diese und viele andere Fragen. Wollen wir jetzt noch über parteischädigendes Verhalten reden? Auch in der LINKEN werden nur die Kleinen gegangen !!

IE

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Grafikquelle  :   Heinz Bierbaum (2014) auf dem Parteitag DIE LINKE am 10. Mai 2014 in Berlin

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