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Die Linke und ihre Krise

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Dezember 2012

„Warum profitiert DIE LINKE nicht von der Krise“

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Es ist eine immer wieder, so ziemlich auf allen Blogs welche sich mit Linken Gesellschaftsstrukturen befassen, gestellte Frage. „Warum profitiert DIE LINKE nicht von der derzeitigen Krise“. Innerhalb der Partei scheint diese Frage überraschend kein entscheidendes Thema zu sein, zumindest wird eine dahingehende dringend benötigte Streitkultur nicht gefördert.

So können wir auf vielen Seiten zwar über verschiedene Theorien lesen, Ergebnisse sind aber nicht nachzuweisen und die Zahl der Mitglieder und die der Prognosen für anstehende Wahlen weiterhin rückläufig.

Wir haben selber auch mehrfach versucht uns mit diesen Thema auseinanderzusetzen und können nur immer wieder die  mangelnde Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung anmerken. Das wird im besonderen an den Wahlständen, oder öffentlichen Veranstaltungen sichtbar wo die Mitglieder der Partei zu fast 99 Prozent unter sich bleiben. Interessierte Gäste, oder die allseits bekannte Laufkundschaft ist bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht wahrnehmbar. Die Partei bewegt sich, zumindest im Westen, außerhalb jeglicher Wahrnehmung durch die Bevölkerung, den Wählern.

Zu diesem Thema erhielten wir jetzt die Betrachtung von einen unserer Kommentatoren „Bremer“ welcher diese Zusammenfassung ursprünglich als die Antwort eines auf „scharf-links“ verfassten Artikel von einem Herrn Huste -<(der öfter erfolglos von sich reden mag!) schrieb:

Ich und viele andere hatten ja bereits in der Vergangenheit beschrieben, wieso ich glaube, das die Linke scheitern muss, im Sinne von „scheitern wird“. Für meine These möchte ich folgende Gründe anführen.

1. Der Grundirrtum besteht m.E. darin, vielfach gemeint wird, zwischen dem Kriseln des Kapitalismus und dem Wahlergebnis der Linken bestehe ein direkter Zusammenhang.

 Bereits 2005 deuteten sich erste Krisen für die Wähler bzw. Beeinträchtigungen (u.a. Hartz-IV) an. Die Lösungsmöglichkeiten (u.a. Hartz-IV muss weg) wurden von der damaligen Linkspartei/PDS in einen Wahlerfolg umgemünzt, obwohl die PDS 2002 (zum „falschen Zeitpunkt“) damit bereits Schiffbruch erlitten hatte. Die Partei erhielt quasi Vorschuss-Lorbeeren vom Wähler, die wiederum damit die Hoffnungen verbanden, das sich damit etwas für sie konkret verbessern könnte. 2009 nach verstärken der Krise, wurde auch der dementsprechende Wahlerfolg eingefahren (11,9%). Bloß seitdem ist (für den Wähler) nichts mehr passiert.

 Und so schwindet denn auch die Zustimmung für die Partei. Auch deshalb wurden in Folge sechs Wahlniederlagen bei Landtagswahlen in Folge eingefahren.

 2. Wenn die Partei in den Medien präsent war, dann nur mit Streitereien und Auseinandersetzungen (ohne jeglichen Nutzwert für den Wähler), zumal inhaltlich seit 2005 keine neuen Aspekte hinzukamen. Vielen Wählern war klar, dass es bei diesen Streitereien fast hauptsächlich nur um persönliche Ambitionen ging und auch heute vor neuen Wahlen wiederum nur geht. Da nur diese Dispute in der Presse erschient, hielten viele Linke dies für ein Komplott der „bösen bürgerliche Presse“ und schlossen sich damit gegen persönliche Vorwürfe aus.

 Fakt ist aber, mehr als „Hartz-IV muss weg“ oder „Bundeswehr raus aus Afghanistan“ waren mit Ausnahme der Forderung nach Mindestlohn nicht zu vermelden, d.h. es waren keine Neuigkeiten zu hören.

 3. Was das Problem Kommunismus bzw. Anti-Kommunismus anbelangt, so versuchten Mandatsträger oder Vorstände sich mit Sprüchen aus dem letzten Jahrhundert zu profilieren, bei denen sie die „damaligen Weisheiten“ des bereits gescheiterten real-existierenden Sozialismus wiederholten. Diese „Weisheiten“ entsprechen so aber nicht den Tatsachen, noch bieten sie Lösungsmöglichkeiten für das 21.Jahrhundert und der Wähler möchte Problemlösungen und keine Sprüche aus dem letzten Jahrhundert.

 4. Was die prekarisierten Genossen anbelangt, hatten die auch die Hoffnung gehegt, politisch etwas zu verändern. Aber stattdessen wurden sie von Mandatsträgern mit einem Zynismus behandelt (u.a. ich), der ohne sonder gleichen ist, da die Mandatsträger ihre Pfründe in Gefahr sahen. Für die, die nicht in der Partei waren, hat sich seit 2005 nichts geändert, so dass die sich natürlich fragen, wozu sollte man überhaupt noch Die Linke wählen ?

 5. Die Linke ist zwar kein Sozialverein, aber sie hat auch keinen Nutzwert wenn sie nicht bereit ist ihre Klientel anzuhören und an politische Lösungen zu arbeiten. Weder für die Wähler, noch für die Mitglieder. Die Partei soll Stimmen bekommen, bietet aber keinen Gegenwert für die Wähler außer leere Sprüche und Parolen.

 6. Die Partei Die Linke ist, so wie sie sich jetzt darstellt, keine plurale Linke, sondern lediglich ein Wahlverein um bestimmte Protagonisten in Ämter zu bekommen und deren individuelle soziale Lage zu verbessern (Aufwandsentschädigungen). Um sich in diesem innerparteilichen „Kampf“ durchzusetzen, werden undemokratische und unsolidarische Methoden benutzt, d.h. das, was nach außen vertreten wird, wird innerparteilich ignoriert.

 7. Diejenigen, die den (abgehalfterten) Klassenbegriff aus dem 19. und 20. Jahrhundert benutzen, zeigen so, das sie eben keine plurale Linke sind, sondern eher einem Parteimodell aus eben dieser Zeit von Anno Tobak anhängen.

 8. Nicht diejenigen, die sich in das Privatleben zurückziehen, verlassen die politische Ebene, sondern diejenigen, die behaupten „politisch“ zu sein, sind es eben nicht, da in der Partei primär deren persönlichen Interessen im Vordergrund stehen.

Auch fehlt meines Erachtens der Punkt, das bisher keine gesellschaftliche Verankerung erreicht wurde, da die Energie primär darauf verwendet wurdet, den Wahlverein Die Linke in den Parlamenten zu halten wobei auch noch die Vertreter in örtlichen Gemeinde- oder Stadt -räte schmählich ignoriert werden und sich gerade diese Fraktionen auflösen oder auch einzelne Mandatträger Scharenweise in andere Parteien abwandern.

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Grafikquelle   :  Fotoquelle : CherubinoEigenes Werk

 

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