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Erwachen die Deutschen?

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Juli 2011

Erwachen die Deutschen zu spät ?

Auf einem interessanten Bericht über die Massendemonstrationen der Briten möchten wir heute einmal hinweisen. So bringt der Unmut über die schon ans kriminelle gehenden Auswüchse der Politiker bereits seit einigen Monaten auch die Bürger der Insel auf die Straßen.

Auch in Ägypten haben sich am gestrigen Freitag wieder Zehntausende Menschen auf den Tahrirplatz in Kairo versammelt. Sie führen die begonnene Revolution weiter da sie mit dem erreichten Ergebnis noch nicht zufrieden sind. Sie fordern unter anderen die restlose Aufarbeitung der Mubarak Vergangenheit vor allen Dingen von der Justiz. Die Menschen beobachten mit Sorge das Ex-Minister und Polizisten mit Blut an den Händen wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Vorgänge welche wir überall auf dieser Erde beobachten können. Das Politische Pack hält auch international zusammen wobei die Regierungsform eine untergeordnete Rolle spielt. Wichtig ist allein, wie wir hier in den letzten Tagen immer wieder aus dem Bundestag gehört haben, die wirtschaftliche Zuverlässigkeit. So maßt sich auch unsere Regierung an, jegliche Moral und Ethik außen vor zu lassen, wenn es um Panzerlieferungen an den Despoten in Saudi Arabien geht.

So wie nach Saudi Arabien wird man auch frei jeglicher Skrupel jederzeit entsprechende Kriegsmaterialien nach Ägypten oder Libyen liefern um den dortigen Machthabern die Möglichkeit zu geben ihre eigenen Leute zu ermorden. Wie heißt es so schön: „Mitgegangen – Mitgefangen – Mitgehangen“. Das Blut welches an den Händen der Saudi Machthaber klebt, haftet auch an den Händen der Waffenbefürworter.

Mit welch einer Arroganz unsere Politiker heute den Bürgern entgegentreten zeigt sich in den Panzerlieferungen. „Nach einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts für den Sender N24 sind 94 Prozent der Bundesbürger gegen die Lieferung von Waffen an Staaten, die diese gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnten. Nur 4 Prozent befürworten solche Geschäfte.“ Das bei solchen Zahlen Merkel dann auch noch auf die Geheimhaltung solcher Geschäftsgebaren  besteht, weist auf die Distanz hin welche Sie mittlerweile zur Bevölkerung hat und lässt ahnen das hier auch Gelder unter die Hand in die Parteikassen fließen. Früher haben wir in einem Schlager gesungen: „Das hab ich in Paris gelernt“. Zu der Zeit wusste Merkel aber gerade wie Paris geschrieben wird.

So halten wir es dann mit den folgenden Bericht von Tony Wood und wünschen den Bundesbürgern ebenfalls ein baldiges erwachen aus ihrer Lethargie, denn wie heißt es im Titel: “ Die Briten schlafen nicht mehr“:

In Großbritannien protestieren Studenten, Eltern, Rentner und Arbeiter mit viel Fanatasie gegen die Spar- und Privatisierungs-pläne der konservativ-liberalen Regierung Cameron. Mit ersten kleinen Erfolgen: Immerhin werden weder die staatseigenen Wälder noch der Hafen von Dover verkauft.

Großbritannien wurde in den letzten Monaten von einer Woge der Empörung überrollt, deren Ausmaß und Intensität viele überrascht hat. Alles begann im vergangenen Herbst mit Protesten von Studierenden gegen die Pläne der neuen Regierung, die Bildungsausgaben zu kürzen und die Studiengebühren deutlich zu erhöhen.

Das war jedoch nur der Auftakt zu zahlreichen Demonstrationen gegen ein ganzes Bündel von Sparmaßnahmen der konservativ-liberaldemokratischen Koalition, das bis 2015 Einsparungen von knapp 80 Milliarden Pfund (gut 12 Prozent) in fast allen öffentlichen Bereichen vorsieht, davon allein 18 Milliarden bei den Sozialleistungen und 36 Milliarden beim öffentlichen Dienst. Diese tiefen Einschnitte werden von leichten Steuererhöhungen und einer Mehrwertsteuererhöhung auf 20 Prozent flankiert – eine insgesamt atemberaubend rückschrittliche Mixtur.

Bereits im Herbst gewann der Widerstand gegen die Kürzungen nach und nach an Schwung: Studenten versammelten sich auf dem Parliament Square und besetzten ihre Universitäten.(2) Ein breites Bündnis von gesellschaftlichen Kräften mobilisierte so erfolgreich gegen den beabsichtigten Ausverkauf der staatseigenen Wälder, dass die Regierung sich im Februar genötigt sah, die Idee wieder fallen zu lassen.

Quelle: Le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

IE

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Grafikquelle   :   Jubelnde Revolutionäre nach Barrikadenkämpfen am 18. März 1848 in der Breiten Straße in Berlin

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