DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Schmutzige Bankenspiele

Erstellt von DL-Redaktion am 12. August 2012

Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland.

Bürkliplatz - Nationalbank - Bahnhofstrasse 2010-09-02 19-07-12 ShiftN.jpg

Jetzt kommt es wieder in Gerede: Das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland. Dieses Abkommen, es könnte auch eine „Anleitung zur Steuerhinterzieh- ung“ für Reiche genannt werden, sollte nach den neuesten CD Aufkäufen durch die Steuerfahnder von NRW politisch schon so gut wie tot sein. Wurden doch auf der CD neben den Daten von Steuerkriminellen auch Hinweise gefunden wie aus Deutschland stammende Gelder nach Singapur transferiert werden sollen, natürlich mit Unterstützung von Schweizer Banken.

Es war das Ziel dieses Abkommen zwischen den beiden Ländern zu umgehen, damit bei erreichen des Geldes eines Drittstaat es keinen Zugriff mehr für Deutschland geben würde. So sprach der Finanzminister von NRW im ZDF von Hinweisen, dass Banken Produkte entwickeln, damit Bürger der BRD sich der Steuerpflicht entziehen könnten. So wollen die von SPD und Grünen regierten Bundesländer dieses Gesetz im Bundesrat zu Fall bringen.

Eine Studie zur weltweiten Steuergerechtigkeit zeigt dass in den Steueroasen der Welt zwischen 21 und 32 Billionen US-Dollar auf Schwarzkonten lagern. Dieses belegt der ehemalige Chefvolkswirt von McKinsey, James Henry als Ergebnis seiner Studie. Dabei wird den Reichen der Welt von den Banken kräftig unter die Arme gegriffen.

Zur Relativierung der Vorstellungen sei gesagt dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im Jahr 2011 rund 3.2 Billionen Dollar, das der gesamten EU 15,5 Billionen Dollar betrug.

Die Studie bezieht sich auf ausschließlich liquide Mittel. Das Vermögen von Immobilien, Yachten, Schmuck oder auch Goldanlagen ist nicht in der Rechnung enthalten. Herr über diesen Reichtum  sind weltweit weniger als 10 Millionen Menschen, also weniger als 0,1 % der Weltbevölkerung.

Durch nicht bezahlte Steuern auf diese Vermögen entstehen Verluste in Höhe von 189 Milliarden Dollar pro Jahr. Bei einer Verschuldung der 139 Staaten mit geringen oder mittleren Einkommen in Höhe von durchschnittlich 4 Billionen Dollar kämen diese auf einen Haushaltsüberschuss von 10-13 Billionen Dollar, wenn die Vermögen der reichsten Bürger dieser Länder entsprechend versteuert würden.

Die meisten dieser Steueroasen würden mit Nationen wie die Schweiz, Liechtenstein, Singapur oder auch die Bahamas in Verbindung gebracht. Tatsächlich wäre festzuhalten das sich die meisten dieser Steueroasen als virtuelles Netz aus juristischen und quasi juristischen Einrichtungen um die ganze Erde bewege. Fonds, Konten, Scheinfirmen oder Investmentgesellschaften schieben die Gelder unter Mithilfe von Privatbanken hin und her.

Genannt werden hier von ca. 50 Banken 10 Großbanken welche in den Geschäften mit Steuerschiebereien Marktführer sind. An der sechsten Stelle wird dort die Deutsche Bank namentlich genannt. Die Studie kommt so zu den Schluss das diese größten Banken mit Hilfe gewöhnlicher Steuerzahler  subventioniert wurden, um den Reichen dabei zu helfen weiterhin Steuern zu hinterziehen.

—————————————————————————————————————————

Grafikquelle   :   Schweizerische Nationalbank, Bürkliplatz in Zürich (Switzerland)

Abgelegt unter Europa, Finanzpolitik, Kommentar, Nordrhein-Westfalen | Keine Kommentare »

Ein Banker erzählt

Erstellt von DL-Redaktion am 6. August 2012

Wie ich lernte, Bedürfnisse zu wecken

Der ehemaliger Banker Lothar Wacker weiß viel aus dem Geschäftsleben der Deutschen Bank zu erzählen denn er betreute seine Kunden über viele Jagre. Irgendwann wurde die Bank umgebaut um er musste von da an anbieten und verkaufen.

Als ich mich bei der Deutschen Bank beworben habe, durfte ich mich gleich beim Personalchef vorstellen. Dann wollen wir es mal mit Ihnen versuchen, hat der gesagt. Das war 1958.

Jeder Kunde hatte eine große Kundenkarte, DIN A2, da stand der Name drauf, die Soll-Seite, die Haben-Seite. Da musste die Diskretion gewahrt sein und der Kunde musste sich darauf verlassen. Feierabend war erst, wenn alles stimmte. Wenn ich heute Geld in mein Portmonee tue, ist da erst der Fünfziger, der Zwanziger, der Zehner, dann der Fünfer.

Nach der Ausbildung habe ich also bei der Geschäftsstelle gearbeitet, in Köln-Kalk. 1959 fingen die Banken mit dem Mengengeschäft an. Wir haben Kleinkredite vergeben. Die ersten lagen bei bis zu 2.000 Mark.

Ich kam dann auch in die Beratung. Damals nannte man das noch Schalter. Was kann ich für Sie tun? Der Kunde hat seine Wünsche geäußert, darauf ist man eingegangen. Da gab es das noch nicht mit dem aktiven Anbieten. Das fing erst später an. Mit allen Konsequenzen.

In der Deutschen Bank der Zukunft heißen die Schalter Stand-alone-Desks. Es sind tiefblaue Kästen mit einem Computer darauf. Man kann um die Stand-alone-Desks herumgehen. Man kann sich auf die Seite der Bankmitarbeiter stellen. Alles soll offen sein. Auf dem Boden liegt dunkles Eichenparkett, aus den Lautsprechern dringt Shakira-Pop wie im Radio und Nadin Chucher sagt zur Begrüßung „Herzlich willkommen“. Und dann fragt sie meistens: „Was kann ich Ihnen Gutes tun?“

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

——————————————————————————————————————————-

Grafikquelle    :    Deutsche Bank in Oviedo

Abgelegt unter Europa, Finanzpolitik, Redaktion | 2 Kommentare »

Gemeinsames Wehren

Erstellt von DL-Redaktion am 10. Juli 2011

Wehren wir uns gemeinsam

Von Dimitris Psarras.

Nur ein Jahr nach der Verordnung des ersten Rettungsplans für Griechenland sollen die griechischen Erwerbstätigen erneut Opfer bringen, weil sich herausgestellt hat, dass der Verzicht der letzten zwölf Monate nicht ausreicht, um das Land vor dem Konkurs zu bewahren. Im Laufe dieses Jahres wurde viel Schlechtes über die griechischen Lohnabhängigen und das Land selbst geschrieben und gesagt – und längst nicht alles beruhte auf Tatsachen. Die wichtigste Anklage hieß, die übertrieben große Zahl öffentlicher Angestellter und viel zu hohe öffentliche Ausgaben seien schuld an den steigenden griechischen Staatsschulden.

Wie sich bei einer Erhebung der Regierung im Jahr 2010 herausgestellt hat, arbeiten in Griechenland nicht mehr Beschäftigte im öffentlichen Dienst als in anderen Euroländern. Der Anteil der öffentlich Beschäftigten an allen Erwerbstätigen unterscheidet sich nicht. Und auch die öffentlichen Ausgaben sind in den letzten Jahren etwa gleich geblieben. Die Staatsquote – der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – lag vor der Krise mit 44,9 Prozent etwas unter dem EU-Durchschnitt von 46,3 Prozent. Aufgrund des hohen Wachstums hätten die Staatsschulden von 1994, als der Weg in den Euro festgelegt wurde, bis 2008, als die Krise uns erreichte, deutlich sinken müssen. Doch das geschah nicht, im Gegenteil: Die Staatsschulden stiegen, weil die öffentlichen Einnahmen und besonders die Unternehmens- und Vermögenssteuereinnahmen nicht genauso wuchsen wie die Schulden.

Quelle: Ver.di Publik >>>>> weiterlesen

Foto: verlinkt mit Ver.di PUBLIK von TSIRONIS/AP/DDP

Abgelegt unter Bücher, Gewerkschaften, Kultur, Traurige Wahrheiten, Überregional | 1 Kommentar »

Bank verliert im Casino

Erstellt von DL-Redaktion am 23. März 2011

Das Urteil des BGH gegen die Deutsche Bank

ist schon eine derbe Ohrfeige. Die Bank ist zu einer Strafzahlung in Höhe von 541.074 Euro Schadensersatz, plus Zinsen verurteilt worden da sie Kunden in Sachen Zinswetten falsch beraten hatte. Da auf einen Musterprozess weitere folgen werden werden, muss die Bank mit weiteren Klagen rechnen.

Als Kläger trat der mittelständische Unternehmer Willi Blatz in Karlsruhe vor Gericht. Mit seiner Firma Ille GmbH bekam er 2005 von der Deutschen Bank das verlockende Angebot ohne den Einsatz auch nur eines Euros mit Zinswetten ( Spread Ladder Swaps) auf den Abstand zwischen kruz- und langfristigen Zinssätzen zu spekulieren. Nach dem Vorlegen von guten Prognosen unterschrieb die Tochter, eine Volkswirtin (wer nicht wird, wird Wirt), eine Vertrag. Entgegen den Prognosen machte der Mittelständler einen Verlust von einer runden halben Millionen Euro und fühlte sich über den Tisch gezogen.

Dieses Paket wurde von der Deutschen Bank rund 700-mal überwiegend an Mittelständler und Kommunen verkauft wobei der Gesamtschaden auf rund eine Milliarde Euro geschätzt wird. So verzockte alleine die Stadt Hagen mehr als 50 Millionen Euro. Die vielen Klagen der empörten Anleger wurden bislang von den unteren Instanzen überwiegend zugunsten der Deutschen Bank abgewiesen.

Das BHG diktierte nun den Banken strenge Regeln an die Beratung und machte zur Auflage das auch bei einer Diplom-Volkswirtin zunächst die Risikobereitschaft erfragt werden müsse.

Dieses Beispiel aus der Bankenwirtschaft zeigt aber vor allen Dingen auf, mit welch windigen Geschäften es einem Ackermann ermöglicht wird 25 % Gewinn für seine Bank zu Erwirtschaften. Vergessen sollten wir bei alle dem nicht dass es zu den Aufgaben der Politik gehört, solcherart „Geschäfte“ zu unterbinden.

Hier noch ein Kommentar aus der Frankfurter Rundschau:

Warnschuss an die Banken

Die Deutsche Bank steht am Pranger und muss Schadensersatz zahlen. Das Urteil des Bundesgerichtshofs ist ein wichtiges Signal, dass die Bank nicht aus der Verantwortung für schlechte Beratung entlassen wird. Für viele kommt das Urteil allerdings zu spät.

Nüchtern und fundiert hat der Bankensenat des Bundesgerichtshofs die Vertriebspraxis der Deutschen Bank durchleuchtet und die bankenfreundlichen Urteile der Vorinstanzen kassiert.

Für Ille, ein 350-Mann-Unternehmen aus der hessischen Provinz ist das ein Grund zur Freude. Ebenso für die Unternehmen und Kommunen, die es auf sich genommen haben auf die teilweise horrenden Verluste aus den Wettgeschäften noch ein Prozesskostenrisiko draufzusetzen.

Quelle: Frankfurter Rundschau >>>>> weiterlesen

IE

————————————————————————————

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Frank Vincentz

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

Abgelegt unter Finanzpolitik, International, P.CDU / CSU, P.FDP | Keine Kommentare »

Die Lohnforderungen

Erstellt von DL-Redaktion am 31. Dezember 2010

Ist es pure Ironie oder selbstgefällige Arroganz

wenn sich der DGB Chef Michael Sommer heute hinstellt und höhere Löhne einfordert? Über die Sueddeutsche Zeitung teilte er heute folgendes mit und ich zitiere:

„2011 muss ein Jahr werden, in dem gute Arbeit und faire Löhne wieder das Maß aller Dinge auf dem Arbeitsmarkt sind und nicht Leiharbeit, prekäre Beschäftigung und der Ausbau des Niedriglohnsektors Blüten treiben. Eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist mehr als überfällig“.

Diese Forderungen zu stellen ist seine Pflicht als Chef des DGB. Es wäre aber noch mehr seine Pflicht gewesen das Zerstören dessen zu verhindern, was er unter der Schröder/ Fischer Regierung mitgetragen hat. Dann wären diese Forderungen heute überfällig. Um diesen Verlust auch nur annähernd auszugleichen wäre eine Forderung um die 25 % angemessen. Aber zu der Zeit sang er mit vielen anderen hohen Gewerkschaftlern auf den SPD Parteitagen in untertäniger Einträchtigkeit das Schlusslied „Wann wir stehen Seit an Seit“ mit. Zu diesen damaligen Parteiführern gesellte sich noch eine ganze Armada von Gewerkschaftsgrößen, welche es damals genossen sich an der Seite von Schröder feiern zu lassen.

Das der größte Teil dieser Ehemaligen heute mit zu den Wortführern in der LINKEN zählen, zeigt an mit was für einer Selbstverständlichkeit jetzt versucht wird das Lager von der anderen Seite aufzurollen. Die vergessliche Basis wird sich ja daran nicht mehr erinnern können. Die Methoden sind die gleichen, man hat ja von Schröder gelernt wie es geht Massen ruhig zu stellen. Und so finden wir dieses „Basta“  auch heute in den Westdeutschen Landesverbänden als oberstes Gebot vor.

Wenn Michael Sommer heute eine neue Ordnung auf den Arbeitsmarkt für überfällig hält möchte ich mit folgenden Video einmal aufzeigen was zuvor von diesen „Größen“ alles verschenkt wurde. Da werden auch die Ratten erwähnt welche das Schiff verlassen haben :

[youtube 9w3-JITpjF0]

In diesem Zusammenhang kann auch wieder einmal an das Essen erinnert werden, zu dem Merkel am 17. März 2009 den IG Metall Chef Berthold Huber aus Anlass seines 60 Geburtstages einlud. Seinerzeit erhielt dieses Essen von der Presse die gleiche Wertung wie die Party von Merkel für den   Chef der Deutschen Bank  Josef  Ackermann. Die Sueddeutsche schrieb damals: „Mit dieser Einladung setzt Merkel ihren Schmusekurs fort.“ Dabei ist es nicht verwerflich miteinander guten Kontakt zu pflegen, aber seinen persönlichen Stolz sollte man doch zeigen und sich nicht aushalten lassen. So etwas riecht nicht nur, nein das stinkt.

So werden wir denn auch Morgen in der Neujahrsansprache hören „ Das die Deutschen besser sind als wir denken“. Wenn Frau Merkel sich dort nicht mit einbezieht hat sie sogar Recht. So lobt sie unter anderen die Deutsche Fußball Nationalmannschaft! Hat Sie vielleicht dort im Tor gestanden, oder den Rasen geschnitten? Ach nein das haben die Ein-Euro Jobber gemacht, damit Sie auf der Tribüne schön Hüpfen kann. Und Eintritt bezahlt Sie ja auch nicht. Nun Rutscht mal alle schön, aber nicht in einer Schleimspur. IE

———————————————————————————–

Grafikquelle  : Michael Sommer (2010)

Abgelegt unter DGB, P. DIE LINKE | Keine Kommentare »

Riestern für Streubomben

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Dezember 2010

Milliarden für Streumunition und Antipersonenminen

Laut einer am Freitag veröffentlichten Recherche durch Facing Finance, einem internationalen Bündnis von Nichtregierungsorganisationen werden in Deutschland weiterhin viele Millionen an Euro in die Herstellung von völkerrechtswidrigen Waffen investiert.  Durch die so genannte OSLO Konvention wird die Herstellung von Streumunition international geächtet und  die Unterstützung der Hersteller untersagt. Das Gesetz trat am 1. August dieses Jahres in Kraft.

In einem Umfang von mindestens 1,3 Milliarden Euro sind Deutsche Banken in der Finazierung dieser Unternehmen beteiligt. Absolute Spitze hierbei ist die Deutsche Bank Group mit einer Investion von 975 Euro. Dieses schließt Kredite, Anleihen und weitere Finanzdienstleitungen ein.

Als nächst größter Investor wird die Uni Credit Group/ Hypo Vereinsbank, welche mit nahezu 225 Millionen Euro in die Hersteller investiert hat, genannt.

Auch die private Altersvorsorge schließt die explosiven Investments nicht kategorisch aus. Mindestens 21 Anbieter der öffentlich geförderten “Riesterfonds” haben laut Informationen  ca. 500 Mio. Euro in die Herstellerfirmen von geächteten Waffen investiert. Gegen eine derartige Verwendung von Riester-Geldern spricht sich auch der bei der Präsentation der Recherche anwesende frühere Sozial- und Arbeitsminister Walter Riester aus.

Die Bundesregierung unterstützt aber nach wie vor die tödlichen Investments im Rahmen der Riesterförderung mit Steuergeldern und bezeichnet diese als grundsätzlich legal.

Die Organisationen sehen dringenden gesetzlichen Handlungsbedarf. Von der Deutschen Bank  wird gegenüber ihren Kunden und der Öffentlichkeit immer wieder behauptet in keinerlei Transaktionen im Zusammenhang mit völkerrechtswidrigen Waffen verstrickt sein zu wollen. Die nun vorgelegten Rechercheergebnisse zeigen jedoch, dass Behauptungen und auch Selbstverpflichtungen der Branche in diesem Bereich kaum das Papier wert sind, auf dem sie stehen.

Weitere Details auch HIER und Hier

IE

—————————————————————————————————–

Grafikquelle  :  Opfer des Einsatzes von Streumunition während der Konferenz von Dublin im Mai 2008

Abgelegt unter APO, Kriegspolitik, Wirtschaftpolitik | 1 Kommentar »