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RENTENANGST

Krebs in Teheran

Erstellt von DL-Redaktion am 27. November 2014

Unbekannter Iran:
Die Massentrauer um einen Popsänger

SCHLAGLOCH VON CHARLOTTE WIEDEMANN

Dies war ein anderer Tod. Er taugte nicht für unsere üblichen Nachrichten aus dem Nahen und Mittleren Osten, taugte nicht für Schlagzeilen von Glaubenskrieg und Fanatismus. Morteza Pashaei starb nicht im Kugelhagel, sondern in einem Krankenhaus in Teheran, und die Gewalt, die ihm angetan wurde, ist uns allen geläufig: ein aggressiver Krebs, Magenkrebs. Der junge Iraner war gerade 30 Jahre alt, ein Popsänger, bleich, sanft, melancholisch. Kein großer Star, viele Iraner hörten seinen Namen zum ersten Mal im vergangenen Jahr, als er – schon von der Krankheit gezeichnet – auf Tournee ging.

Überrumpelte Nomenklatura

Und doch bewirkte dieser andere, so unpolitische Tod in Iran eine Eruption. Binnen Stunden versammelten sich Zehntausende junge Männer und Frauen in allen größeren Städten des Landes zu Trauerkundgebungen, die Menge blockierte durch ihre schiere Größe Straßen und Brücken, manche sangen Mortezas Lieder, manche weinten. Aus Ghom, sonst als Stadt der Religionsgelehrten bekannt, berichteten regierungsnahe Medien von einem Autokorso, angeblich hundert Fahrzeuge umfassend, beklebt mit Postern des Sängers, aus den offenen Fenstern schallte laut seine Musik. Die Beerdigung in Teheran wurde zunächst abgebrochen, weil der Sarg im Ansturm der Massen stecken blieb; später wurde der Sänger im Schutz der Nacht bestattet.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

[youtube dmeCTvl_CfQ]

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Grafikquelle   :

Morteza Pashaei at Bahman hospital one week before succumbing to his aggressive cancer

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Anti-Krebs-Mittel

Erstellt von Gast-Autor am 22. August 2010

Die verrostete Laterne meldet sich erneut

…wie unsere reziproke Partnerseite, die ‚verrostete Laterine‚ eiligst vermeldet, ist es nordkoreanischen Mediziner gelungen, ein Mittel gegen Krebs zu entwickeln. Die ‚verrostete‘ hat allerdings hier abgeschrieben. Wir finden es supi, wenn in den Zeiten, in denen die Imperialisten einen Erdölstaat nach dem anderen kassieren, die ruhmreichen Wissenschaftler der KDVR zum Wohle der gesamten Menschheit arbeiten und forschen. Man könnte beinahe sagen, sie opfern sich; denn um der Menschheit Gutes zu tun, wurde der kosmopolitische Befehl ausgegeben, ggf. das eigene Volk vor Hunger verrecken zu lassen. Aber wer soll dann geimpft werden?

Auch der Bau der nordkoreanischen A-Bombe wurde unter ähnlichen Entbehrungen forciert; denn man muss den Imperialisten Paroli bieten. Die Bombe könnte als Druckmittel verwendet werden, dass die Imperialisten den Impfstoff kaufen: weather u buy this fuckin‘ cancer-stuff – or we drop the bomb. Damit schlösse sich der Kreis der Einkünfte und der der kaputten Logik und der König von Nordkorea könnte die Kohle allein nutzen und müsste keinen Reis für sein Volk auf dem Weltmarkt kaufen.
Denkbar wäre es auch, deutsche Hartz IV-Empfänger als Gastarbeiter nach Nordkorea zu entsenden, um neue Infrastrukturen zu etablieren und die Schuko-Steckdose einzuführen. Wir gehen davon aus, dass der Norden so etwas wie ein Entsendegesetz hat. Das wäre schon Top, und die Nürnberger Zahlen müssten nicht einmal mehr geschönt werden.

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Fotoquelle :Mehlaugeeigenes Archiv

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