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RENTENANGST

Problem sind die, die nicht WM schauen

Erstellt von DL-Redaktion am 12. Juli 2014

BROT UND SPIELE Sind Fußball-WMs und Olympische Spiele nur eine grandiose Volksverdummung, gekonnt benutzt von den Herrschenden? Manche denken so, tatsächlich ist die These Unfug: Sport ist immer eine fundamental egalitäre Sache – und Sache der gegen Unrecht Kämpfenden

VON BERND PICKERT

Der Vorwurf ist fast 2.000 Jahre alt: Ängstlich und unpolitisch sei das römische Volk geworden, klagte der Dichter Juvenal, nur noch für Brot und Spiele interessiere es sich – die Machthaber hätten leichtes Spiel, wenn sie nur die niederen Instinkte der Massen bedienten. Auch in den klassischen Diktaturvisionen Aldous Huxleys („Schöne Neue Welt“, 1932) und George Orwells („1984“, 1949) bedienen sich die Machthaber nicht zuletzt des Entertainments, um das Volk – bei Orwell die Proles – zahm und ungefährlich zu halten. Fressen, ficken, fernsehen, sagt man heute.

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Muttis Brot und Spiele

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Juni 2012

Fahnen-Sucht und Volks-TV

Ein seit Jahrtausenden regelmäßig wiederkehrendes Phänomen feiert zurzeit wieder einmal eine Auferstehung. „Brot und Spiele“! Sind  die politischen Probleme am größten, feiern sich die Spiele am schönsten. Ein Kommentar von Georg Seesslen über den deutschen Konsum und Unterhaltungsnationalismus:

Der neue deutsche Konsum- und Unterhaltungsnationalismus lehrt das Fürchten. Die Fahnen sind kein Spaß, sondern die Lizenz zur Regression als Lebenshaltung.

Es ist ja nicht so, dass man jemandem die mehr oder weniger kontrollierte Form von nationaler Regression anlässlich großer Sportereignisse nicht gönnen würde. Es gibt sonst so wenig, woran man sich halten kann. Es gilt, die Krise zu vergessen, nicht wahr, und ein Fußballstadion von national Berauschten führt doch nicht automatisch zum nächsten Einmarsch, oder?

Doch der Konsum- und Unterhaltungsnationalismus ist auf Dauer gewiss nicht so harmlos und menschenfreundlich, wie er karnevalisiert und freizeitlich daherkommt. Würden wir noch wagen, unsere Gesellschaft genauer anzusehen, so würden wir einen semantischen Befall des deutschen Mainstream erblicken, vor dem einem nur grauen kann.

Reaktion des Kleinbürgers

Seit geraumer Zeit können wir beobachten, dass sich hierzulande eine Verbindung von Nationalismus und „Volkstümlichkeit“, kurz vor dem Umschlag ins „Völkische“, mit der Pop- und Freizeitindustrie entwickelt, die es anderswo nicht gibt. Das Nationale (gern mit Sport) und das Volkhafte (gern mit Dumdideldei und Dschingdarassa) sind zur Massenzeichenware geworden, die ihre Anlässe, Sportevent und Volksfest, weit überdauert. Man will sich von den Fähnchen gar nicht mehr trennen, man hätte am liebsten jeden Tag „Volksfest“. Wo kommt das her, und wo will das hin?

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Grafikquelle   :   Ähnlichkeiten mit Merkel und Kauder sind bestimmt nicht zufällig

Slavek und Slavko, die offiziellen Maskottchen der EURO 2012

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450 Krieger geloben!

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Juli 2011

„Öffentliches“ Gelöbnis in geschlossener Gesellschaft

Datei:Suchsdorfer SV Eingang Stadion.jpg

Innerhalb einer fast geschlossenen Gesellschaft fand am Mittwoch den 20. 07. 2011 das erste Gelöbnis der Bundeswehr nach der Umstrukturierung in eine freiwilligen Armee statt. Diese Show, einem Aufmarsch von Gladiatoren gleich, als „Öffentliche Veranstaltung“ umworben, durfte nur von auserwählten Bürgern besucht werden. Um unliebsame Störer abzuhalten wurden rund um den Reichstag diverse Straßen vom öffentlichen Verkehr ausgesperrt.

Das Interesse aus der Geschäftswelt an dieser Gala Deutscher Kriegsspieler war natürlich enorm. Wollte das Kapital sich doch als Augenzeuge ansehen, wer Ihnen denn demnächst die Transportwege für benötigte Bodenschätze aus aller Welt freihalten wird. Als Hauptredner vergaß der Bundespräsident Christian Wulff natürlich nicht zu erwähnen, dass das Deutsche Militär in der Mitte der Bevölkerung stehe und voll akzeptiert sei. Aufgrund der großen Akzeptanz musste diese Veranstaltung dann auch großzügig abgesichert werden.

So scheint ihm auch entgangen zu sein das laut einer Emnid Umfrage 94 % der Bürgerschaft einem Kriegseinsatz wie in Afghanistan ablehnend gegenüber stehen. Daran ändert auch der Ausdruck Parlamentsarmee nichts, weisen doch heute schon die Wahlen nur noch eine Beteiligung von gerade einmal 50 % aus. Die Wähler lehnen es immer mehr ab, selbsternannten Volksvertretern ihre Stimme zu geben, welche nach den Wahlen zeigen, dass ihnen die Menschen letztendlich vollkommen gleichgültig sind. Seine erweiterte Aufforderung das Parlament müsse die Notwendigkeit der Militäreinsätze besser herüber bringen grenzt in einen solchen Zusammenhang schon an Sarkasmus.

Ein friedliebendes Volk von der Notwendigkeit der Durchführung von Kriegseinsätzen im Ausland zu überzeugen ist schlichtweg nicht möglich. Eine öffentliche Akzeptanz hieße Gewalt Gesellschaftsfähig zu machen. Vergessen wird von den Politikern natürlich mit bedacht, das einen Krieg normal immer ein Versagen der gewählten Politiker vorausgeht.

Wie sehr die Bundeswehr im Volk auf Ablehnung stößt, zeigt sich auch daran dass, wie der NDR meldet,  in Schleswig Holstein und Bremen, bereits 20 % der in dortigen Standorten eingerückten Freiwilligen ihren Dienst schon wieder quittiert haben. Als erste Freiwillige waren Anfang Juli 3400 Rekruten in die Kasernen eingerückt.

Erinnern sollte man die Bürger auch immer daran dass verschiedene paranoide Kräfte in diesem Land immer noch den Einsatz des Militärs auch innerhalb unseres Landes als ihr politisches Ziel erklärt haben. Den letzten Unruhen in einigen Arabischen Staaten, Nordafrika oder auch Griechenland und Spanien ins Auge sehend, eine absolute Horrorvorstellung, da der politische Missbrauch auch hier möglich wäre, sollte sich die politische Mafia in ihrer Macht gefährdet sehen.!

Auch die LandesschülerInnenvertretungen melden unterdessen Kritik gegen ein verdecktes Sponsoring durch die Bundeswehr von Seminaren an. Michael Schmidt, Chef der LandeschülerInnen Berlin: „Durch die Seminare will die Bundeswehr Schüler ködern, um die militaristischen Strukturen und die angebliche Friedenspolitik zu fördern.“ (TAZ)

Die Reaktionen der Jugend zeigen, dass trotz der bekannten Bildungsmisere  diese sich heute kein X für ein U vormachen lassen. Auch von kriegslüsternen Politikern nicht, welche für gewöhnlich in Hinterzimmern verweilen während andere für sie die Kastanien aus dem Feuer holen müssen. Sie wissen das eine Kugel ausreichen kann, um in einen Blechsarg die Heimreise als Held antreten zu können…

IE

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