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Kolumne Macht

Erstellt von DL-Redaktion am 19. Juli 2015

Dafür hat man Prinzessinnen

von Bettina Gause

Merkels Steichelaffäre verweist vor allem auf die Fragwürdigkeit politischer Inszenierungen. „Bürgerdialoge“ sind überflüssig.

Das ist der Stoff, aus dem Märchen sind: Verzweifeltes Kind trifft auf gütige Herrscherin. Die nimmt sich der Kleinen barmherzig an, hilft ihr aus der Not, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. In der Realität verläuft eine solche Szene etwas anders, und deshalb hat Angela Merkel jetzt ein Problem.

Viral verbreitete sich im Netz das Video einer Begegnung der Bundeskanzlerin mit dem palästinensischen Flüchtlingsmädchen Reem, das von ihrer Angst erzählte, abgeschoben zu werden.

Angela Merkel gab Floskeln und Gemeinplätze von sich, die der Situation nicht gerecht wurden – das Mädchen sei ja wirklich sehr sympathisch, aber es könnten eben nicht alle aus Afrika hierher kommen – und war dann sichtlich erschrocken, als das Kind zu weinen begann. Sie trat auf das Mädchen zu, legte ihm die Hand auf die Schulter: „Och, komm. Du hast das doch prima gemacht.“

Ein ebenso dämlicher wie aufschlussreicher Satz. Die spontane Reaktion verrät, dass die Kanzlerin bei der Veranstaltung nur und ausschließlich an eine möglichst gute Selbstdarstellung dachte – und offenbar überzeugt war, allen anderen müsse es genauso gehen. Reem ging es aber gar nicht um die Performance. Sondern um ihr künftiges Leben.

Selbstdarstellung

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber User:Coentor

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