DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Brüssel liegt nicht am Meer

Erstellt von DL-Redaktion am 2. Januar 2015

Brüssel liegt nicht am Meer

von Stefano Liberti

Die EU hat Italien bei der Rettung der Bootsflüchtlinge im Stich gelassen

Seit Anfang 2014 hat die italienische Marine nach Angaben der Regierung in Rom bei 420 Einsätzen etwa 150 000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Nach den beiden großen Bootsunglücken im Oktober 2013 vor der 200 Kilometer südwestlich von Sizilien gelegenen Insel Lampedusa, bei denen etwa 600 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea ertrunken sind, hatte die italienische Regierung die Operation „Mare Nostrum“ („Unser Meer“) ins Leben gerufen. Durch das rechtzeitige Aufspüren von Flüchtlingsbooten soll verhindert werden, dass sich solche Tragödien wiederholen.

An der Mission waren Soldaten, Schiffe und Flugzeuge der italienischen Marine, Armee und Luftwaffe, der Carabinieri, der Zolltruppe und der Küstenwache beteiligt, dazu auf den Einsatzschiffen auch Polizeibeamte. Dank der einzigartigen Such- und Rettungsaktionen konnten seither geortete Migrantenboote schon vor der libyschen Küste aufgegriffen werden. Die Geretteten wurden in Häfen auf Sizilien oder auf das italienische Festland gebracht.

Die Anzahl der Neuankömmlinge ist in den letzten Monaten dramatisch gestiegen. Die Zahl von 150 000 Flüchtlingen, die bis Anfang November 2014 über das Mittelmeer nach Europa gelangt sind, haben den bisherigen Spitzenwert von 63 000 (für das gesamte Jahr 2011) bereits weit übertroffen. Damals hatte der Arabische Frühling in Tunesien und der Bürgerkrieg in Libyen viele Menschen genötigt, ihren Heimatländern den Rücken zu kehren.

Diese Flüchtlingswellen hatten vielfältige Gründe: Instabilität und Krieg in den Herkunftsländern, aber auch zunehmende Unsicherheit in Ländern wie Libyen, wo es praktisch keine funktionierende Zentralregierung mehr gibt und die Macht in den Händen von Milizen liegt. Die große Mehrheit der Flüchtlinge, die an Italiens Küsten anlanden, sind in Libyen aufgebrochen. Die meisten von ihnen stammen ursprünglich aus Konfliktgebieten wie Syrien, Mali, Nordnigeria und Eritrea.

Im Vergleich zu früher gibt es unter den Neuankömmlingen heute kaum noch sogenannte Wirtschaftsmigranten. Die meisten von ihnen wollen politischer und religiöser Verfolgung entkommen. Dies ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Rezession in Europa die Migrationsmuster verändert hat und dass die EU für Zuwanderer, die alternative Ziele ansteuern können, weniger attraktiv geworden ist.

Aber das ist nicht die einzige Veränderung. In den letzten Monaten hat sich auch der Umgang der italienischen Regierung mit den eintreffenden Flüchtlingen radikal gewandelt. Nach dem Abschluss des „Freundschafts-, Kooperations- und Partnerschaftsabkommens“ zwischen Italiens früherem Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und dem damaligen libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi am 30. August 2008 war die italienische Flüchtlingspolitik vor allem und in erster Linie eine Politik der Zurückweisung: Die Marine hatte den Befehl, alle Flüchtlingsboote im Mittelmeer abzufangen und sie umgehend zurückzuschicken.

Ohne „Mare Nostrum“ hätte es viel mehr Tote gegeben

Quelle: Le monde diplomatique >>>>> weiterlesen

———————-

Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Sara Prestianni / noborder network

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert.

Abgelegt unter International, Regierung, Sozialpolitik | Keine Kommentare »

DL – Tagesticker 10.05.14

Erstellt von DL-Redaktion am 10. Mai 2014

Direkt eingeflogen mit unserem Hubschrappschrapp

*************************************************************

1.) Macht – Opfer ohne Gesicht

Zweihundert Mädchen wurden in Nigeria entführt – und kein Reporter war je dort

TAZ

*************************************************************

2.) Linke:

Die Nähe der AfD zu Rechtsextremisten ist deutlich

In Berlin hat der Linken-Bundesparteitag begonnen. Zwei Wochen vor der Europawahl kritisiert die Partei die Ukraine-Politik der EU – und warnt vor wachsendem Nationalismus auf dem Kontinent.

Der Tagesspiegel

*************************************************************

3.) Jobcenter-Mitarbeiterin veruntreute hohe Summen

Eine Mitarbeiterin des Jobcenters Friedrichshain-Kreuzberg veruntreute über 280 000 Euro. Neun Monate blieb der Betrug unbemerkt. Nun steht Tatjana E. vor Gericht.

Der Tagesspiegel

*************************************************************

4.) Ruth Rockenschaub demütigt Aldi vor Gericht

Ruth Rockenschaub hatte bei Aldi ranzige Butter gekauft und zog vor Gericht. Selbst mit Champagner, Gebäck und einem Buttermesser konnte der Discounter die Dame nicht milde stimmen – und verlor.

Die Welt

*************************************************************

5.) Schäuble holt sich angeblich eine Milliarde Euro

aus Fluthilfefonds

Geld, das eigentlich als Hilfe für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe vorgesehen war, soll nun in den Bundeshaushalt fließen: Finanzminister Schäuble wolle eine Milliarde Euro in den Etat für dieses Jahr umleiten, berichtet die „FAZ“.

Der Spiegel

*************************************************************

6.) „Die Damen hier sind für Berlusconi ja zu alt“

Italiens Ex-Premier muss ein Jahr lang Sozialdienst im Pflegeheim leisten. Er inszeniert sich als heldenhaftes Opfer. Doch die Patienten können sich das Lachen nicht verkneifen. Wir haben sie besucht.

Die Welt

*************************************************************

Der, Die, Das – Letzte vom Tag

Wandern die ersten Saarländer

noch vor den Kommunalwahlen aus?

7.) Schlangen-Invasion bedroht Gran Canaria

Die Kalifornische Kettennatter ergreift langsam Besitz von Gran Canaria. Die Behörden rufen nun internationale Experten um Hilfe, um das nicht-heimische Tier zu bekämpfen.

Panorama

*************************************************************

Hinweise nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Die – Woche

Erstellt von DL-Redaktion am 22. April 2014

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Freiheit ist immer auch die Freiheit des Anderspeinlichen und Indien ist doch ein bisschen katholisch

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: Der Spiegel stemmte eine berührende Geschichte über unsere Kriegsvergangenheit auf den Titel. Gegen den eher bewaffneten Zeitgeist.

Und was wird besser in dieser?

„Separatisten“, „russische Freischärler“, „grüne Männchen“: Die Nachrichtensprache scheint sich mit Demokratenbejubeln auf dem Maidan verausgabt zu haben und feindbildet wehrertüchtigend herum.

Ein (hoffentlich) allerletztes Mal: Berlusconi kommt jetzt mit Sozialdienst davon, vermutlich in einem SeniorInnenheim. Ihr Ratschlag an die SeniorInnen?

Wenn Putin was zum Schmunzeln sucht, kann er sich die Spitzendemokratie Italien angucken. Die Regierung des wichtigen EU-Landes setzt bei ihren Reformprojekten auf die Duldung Berlusconis, das Sozialdienst-Schnäppchen dürfte dessen Wohlwollen eher befördern. Die SeniorInnen könnten sich in einer Volksabstimmung spontan Russland anschließen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

—————————————————————————————————————————–

Grafikquelle  :    Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“

Urheber Unbekanntwikidata:Q4233718

 

Abgelegt unter Feuilleton, International, Medien | Keine Kommentare »

Brüderle d’Italia

Erstellt von DL-Redaktion am 12. März 2013

[youtube m0qM_Xn2ohE]

Was ist dran an der Sexismus-debatte welche zur Zeit durch das Land geistert. Heute einmal aus der Sicht des Italieners Riccardo Valsecchi welcher über dieses Deutschland nur ein müdes Lächeln übrig hat.  Sind Brüderle und Berlusconi Brüder im Geiste? Was die aktuelle Sexismus-debatte über das deutsch-italienische Verhältnis erzählt

Wenn sich die Deutschen nicht trauen, muss es eben ein Italiener sagen: Steinbrück hatte recht mit seiner Clowns-Aussage; und Gauck hatte recht mit seiner Kritik am deutschen „Tugendfuror“ in der Causa Brüderle. Zumindest dann, wenn ich mich geistig in mein Heimatland zurückversetze: Hier würden ein paar abgeschmackte Anzüglichkeiten eines Politikers niemals für Aufregung sorgen. Sie sind alltäglich. Nach 20 Jahren TV-Titten, obszönen Anspielungen und geilen Witzchen, für die sich unser Führer Berlusconi auch noch vor der ganzen Welt gerühmt hat, kann es die italienische Frau nicht einfach ihren nordischen Schwestern nachmachen und Worte wie „Sexismus“ und Diskriminierung“ in den Mund nehmen. Auch die italienische Wikipedia sieht das so, wenn sie das primäre weibliche Geschlechtsorgan gut katholisch definiert: „Die Vagina ist eine Öffnung, die den Penis während des Koitus aufnimmt.“ Wenigstens das ist also geklärt.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

——————————————————————————————————————————–

Grafikquelle  :

This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Brazil license.
Flag of Brazil.svg
Agência Brasil [1]
Author Ricardo Stuckert/PR
Permission
(Reusing this file)
This photograph was produced by Agência Brasil, a public Brazilian news agency.
Their website states: „Todo o conteúdo deste site está publicado sob a Licença Creative Commons Atribuição 3.0 Brasil exceto quando especificado em contrário e nos conteúdos replicados de outras fontes.“ (English translation: All content on this website is published under the Creative Commons Attribution 3.0 Brazil License unless specified otherwise and content replicated from other sources.)

Abgelegt unter Europa, Feuilleton, P.FDP | Keine Kommentare »

Macht Italien Europa Beine?

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Februar 2013

„Es schmerzt, belächelt zu werden“

Datei:Till-eulenspiegel-1.JPG

Das haben wir immer genauso gesagt: Will man den Korrupten Politikern ernsthaft auf den Pelz rücken, geht dieses am wirkungsvollsten über den Humor und die Satire, denn nirgendwo anders ist mehr Wahres enthalten. Nehmt diese sich selbst wichtig tuenden Nullen auf die leichte Schulter, denn das ist genau der Punkt welcher die meisten Schmerzen bereitet. Das wussten im übrigen schon ein Till Eulenspiegel samt den Hofnarren des Mittelalters.

Genau das hat sich sicher auch der Komiker Beppo Grillo in Italien gedacht als er sich auf den Weg in die Politik machte und der Erfolg gibt im Recht! Seine auf Anhieb erreichten 25,5 % der Stimmen zeigen das eine gute Komik sehr wohl die Wichtigtuer einer schlechten Politik in den Schatten stellen kann.

Darum kommt in die Politik ihr Urban Priol, Dieter Hildebrandt, Dieter Nuhr, Georg Schramm und wie ihr sonst noch heißt. Besser erstklassige Kabarettisten als zweit- oder drittklassige Politiker welche noch nicht einmal den Geist aufbringen über die eigene Unfähigkeit und Dummheit zu lachen. Welche weder Flughäfen, noch Bahnhöfe bauen lassen können und den Manipulationen in der Lebensmittelindustrie freien Lauf lassen.

Wo liegt denn der Unterschied zwischen einem Berlusconi und den Politikern dieses Landes? Ein Berlusconi macht nichts gegen den Willen der Beteiligten! Er hat wohl kein zu verdrängendes Jugendtrauma aus einer Organisation des „Horch und Guck“! Tag und Nacht so in der Gegend herumstehen, beobachtend und lauschend, in halb ab-geduckter Haltung, den Kopf eingezogen. Die Schulter noch vorne gedrückt, da der Strauch des Verdeckens zu niedrig war. Man wollte ja nicht gesehen werden. Aber genau so ein Leben ist prägend und erzeugt nicht reparable Haltungsschäden.

Dabei haben die Wahlen in Italien den Bürgern eines klar gemacht: Die sonderbare Einstellung der Politiker in Europa und Deutschland in ihren Verständnis zur Demokratie. Ein Volk hat entschieden sich nicht der Diktatur von Merkel und den anderen Vertretern des Bankenclan zu unterwerfen.  Gut so! Zum Schaden der Demokratie? Nein, zum Schaden von Merkel und Co. Aber das alles kennen wir ja schon zu genüge, Von Demokratie wird immer dann geredet wenn es der Macht genehm ist.

Wer spinnt denn nun, die Römer oder wir? Monti, ein Handlanger des Übel bekam nur schlappe 10 Prozent der Stimmen! Als Dank des Volkes für seinen Reformkurs! Ein Schock für jemanden der auch noch zuvor lange Wettbewerbskommissar in der EU Kommission war. Selbst nach dieser vernichtenden Niederlage hört man aus dem Hause Barroso nur dummes Zeug. „Wir verfolgen eine Agenda von Wachstum und Jobs.“ Hoffen wir, dass die Wahlen hier im eigen Land zum Spiegelbild Italiens werden. Nur, und da sind wir schlechter dran als die Italiener, wir haben keine Opposition! Hier haben wir nur Verursacher.

Ein sehr gutes Interview lesen wir heute mit Frau Reski in der TAZ:

„Es schmerzt, belächelt zu werden“

Die Italiener haben nicht aus Trotz Beppe Grillo gewählt. Und sie sind auch nicht deutschlandfeindlich, sagt die Autorin und Journalistin Petra Reski

 taz: Frau Reski, welche Rolle hat die deutsche Politik für die Wahlen in Italien gespielt?

Petra Reski: Eine Art Vogelscheuchenfunktion. Die deutsche Politik wurde natürlich benutzt, von Berlusconi bis zur Linken. Alle haben versucht, diese deutsche Gefahr zu beschwören. Wobei hier willentlich übersehen wurde, dass das, was sie den Deutschen anlasten – also Wirtschaftsprobleme und Einsparungen –, nicht Auswirkung der deutschen, sondern natürlich der italienischen Politik der letzten 30 Jahre ist. Die Deutschen haben aber auch alles dafür getan, sich als Vogelscheuche benutzen zu lassen.

Sie spielen auf die Empfehlungen aus Deutschland an.

Ja, da hat sich keiner zurückgehalten – von Westerwelle über Merkel bis zu Martin Schulz. Diese Ratschläge aus Deutschland sind nicht ganz uneigennützig gewesen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

————————————————————————————————————————

Grafikquelle    :   Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

Quelle Eigenes Werk
Urheber Elmschrat

Abgelegt unter Europa, Finanzpolitik | Keine Kommentare »

Merkels Trauma: Berlusconi?

Erstellt von DL-Redaktion am 23. Februar 2013

Jetzt stehe er also unmittelbar bevor, der Untergang Europas, denn am kommenden Sonntag und Montag wird in Italien eine neue Regierung gewählt. Im drittgrößten Land des alten Kontinent geht ein Gespenst mit Namen Berlusconi um. Das Grab des schon in der Versenkung geglaubten droht sich zu öffnen und  der Untote versucht wieder an die Macht zu kommen.

Im nördlichen Teil Europas übertrumpfen sich die selbsternannten GRÖSSEN der Politik mit Warnrufen und malen den Teufel sprichwörtlich an die Wand ihrer eigenen Unfähigkeit. So haben bereits mehrere deutsche Politiker die Italiener gewarnt, wobei natürlich Westerwelle betont nicht Partei im Wahlkampf zu sein, aber schon Wert auf einen „pro europäischen“ Kurs legt. Auch Polenz, ein CDU Licht aus vergangenen Zeiten betont das Italien politisches Führungspersonal brauche. Was immer das auch heißen mag.

Ja, ja, die Italiener! Waren sie für einen Großteil der Deutschen nicht immer schon ein wenig, na sagen wir einmal ausgefallen? Fühlten sich nicht besonders viele der deutschen Damenwelt in den 60er Jahren so stark von den Papagalli belästigt, dass sie es nicht unterlassen konnten, trotzdem in Scharen die Strände an Adria oder Riviera alljährlich erneut zu bevölkern? So wie es heute in die Karibik geht, während die Männer Thailand bevorzugen?

Ja, das waren noch Zeiten als die ersten gerufenen „Fremdarbeiter“ hier als Itaker oder Messerstecher auftauchten, lange bevor sich Spanier, Portugiesen oder Türken mit dem deutschen Wesen auseinandersetzen mussten. Doch jetzt kommt er wieder der erhobene Zeigefinger, welcher drohend auf den Anspruch einer deutsche Führerschaft in Europa hinweist.

Was macht Berlusconi für Europa so gefährlich um solch ein Bohei um seine Kandidatur zu machen? Es wäre gut würde Italien vor einer Wiederwahl von Merkel  sich ebenfalls entsprechend zu Wort melden. Gut, der Cavaliere sorgt für Belustigung wo Merkel das Lachen erst noch erlernen muss? Das ist ein großer wohltuender Unterschied zwischen Nord und Süd, man nimmt sich selber nicht wichtiger als man ist. Spielt da vielleicht auch ein bisschen Neid mit, das der Eine zeigt was er glaubt zu können und die Andere möchte aber nicht kann, da die Einladungen fehlen?

Aber nicht nur Berlusconi geistert durch Italien. Auch der Komiker Beppo Grillo bewirbt sich um das höchste Amt. Wäre der Eine mehr in Europa plötzlich Einer zu viel? Sind die Merkel, Junker, Steinbrück, Gabriel, Westerwelle oder Rösler nicht mehr fähig in den Spiegel zu blicken? Sind sie nicht einmal mehr in der Lage ihre eigene Komik zu realisieren? Ernst und wichtig nehmen die sich doch nur noch selbst. Sprüche wie „Honeckers Rache“, oder „Lügenpack“ werden von der Bevölkerung so gefühlt und sind noch nicht einmal mehr als komisch zu bezeichnen.

Berlusconi macht sich mit seinen „Bunga, Bunga“ Partys selber zum Gespött der Massen und scheint es sogar zu genießen. Zwecks Durchführung einer solchen Party werden immer mehrere Personen benötigt welche dort ja auch anwesend sein müssen. Auch seine immer wieder erwähnten Steuerhinterziehungen sind natürlich eines Cavaliere nicht würdig. Aber zeigen nicht auch die, welche jetzt mit den Fingern zeigen, dass nur noch Geld die Welt regiert?

Wurden nicht hier, in unseren Land bestehende Gesetze so geschliffen, dass das Leben für einen Normalbürger gewiss nicht leichter wird? Heißt es nicht das nur die dümmsten Schweine sich ihre Metzger selber aussuchen? Sollten deutsche Bürger Handlungen, wie die eines Helmut Kohl, oder die Steuerflucht der Reichen ins Ausland als Kavaliersdelikte werten? Hier versucht eine Regierung mit der Schweiz Abkommen zu erzielen, welche diese Hinterziehungen zumindest nicht verhindern.

Es gab Zeiten in denen das entsprechende Vorleben als ein guter Charakterzug seine Anerkennung fand. Dieses sehen wir heute vor allen in der Politik nicht mehr als gegeben an. Egal ob in Italien oder Deutschland.

Fotoquelle:

licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.
Attribution: Michiel1972 at nl.wikipedia

Abgelegt unter Europa, Feuilleton, Kommentar, Überregional | 1 Kommentar »

Deutschlands Peerlusconi?

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Februar 2013

Allmählich müsste Steinbrück auch für die SPD zu einer großen Gefahr werden, kündigte er doch in den letzten Tagen an, nun auch mit dem „Gaucken“ zu beginnen, sprich einige Grundsatzreden zu halten. Wie Spiegel-Online meldet will er sowohl über die Außen- als auch Sicherheitspolitik reden und begibt sich jetzt auf die Suche nach besonderen Anlässen, welche solche Reden rechtfertigen würden.

Wie aus nahestehenden Kreisen zu hören ist, soll ihm H. S. auch empfohlen haben, sich zusätzlich für das Amt des Bundespräsidenten zu bewerben, da, sollte dieser Posten aus irgendwelchen Gründen vakant werden, schnellstens für entsprechenden Ersatz gesorgt werden müsste. Bei der heutigen Motorisierung müsste man schließlich mit allen rechnen, auch das einmal jemand von einen Rollstuhl überfahren würde.

So wurden auf seiner internationalen Reise auch seltsame Erscheinungen gesehen. Da wird aus Amerika über eine Person mit Namen Peerobama berichtet welcher für Deutschland einen US-Wahlkampf angekündigt hat. Mit Jubel, Konfetti, Emo-Musik und den Auftritt von Frau und Kinder auf einen kostbaren Peerserteppich.

Auch in Italien tritt ein alter Bekannter plötzlich mit einen neuen Namen wieder in Erscheinung und fordert als Peerlusconi noch mehr Macht für die Banken und die eigenen Konten ein. Innerhalb der SPD wird das Ganze als eine breitere Aufstellung ihres Peer beschrieben, welcher wohl mit einer Hand in der Tasche das Ehegattensplitting erklären soll.

Peer Obama

Morgens kann man in der Berliner S-Bahn einen unauffälligen Mann beobachten. Dunkle kurze Haare, dunkler Mantel, gleichmütiger Gesichtsausdruck. Dieser Mann heißt Michael Donnermeyer. Er ist der Sprecher von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Wenn er am Anhalter Bahnhof aussteigt, weiß man: Donnermeyer ist auf dem Weg zum Willy-Brandt-Haus, von wo aus er für Steinbrück einen Wahlkampf nach US-amerikanischem Vorbild zu zimmern versucht.

Gerade wurde bekannt, dass der Spitzenkandidat „mehrere Grundsatzreden“ halten will. Geplant sind laut Spiegel Online Vorträge zur deutschen Einheit, zur Integration sowie zur Außen- und Sicherheitspolitik. Kurz: Steinbrück als Politikerklärer und eine Art Ersatz-Gauck. In der SPD heißt es, der Kanzlerkandidat wolle sich auf diese Weise inhaltlich breiter aufstellen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia / Gemeinfrei

Author

Abgelegt unter Feuilleton, International, P.SPD, Positionen, Satire | Keine Kommentare »

Die – Woche

Erstellt von DL-Redaktion am 14. November 2011

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch ?

Heute geht es um den nicht so ganz ernst gemeinten Wochenrückblick ein wenig um das Merkozy-Aroma, de Mazières irrlichterndes Kopfnicken und Nazis auf Fahrrädern.

Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?

Bleibt dabei: 45 Euro und ein Punkt für einmal bei grün mit dem Fahrrad über die Kreuzung.

Was wird besser in dieser?

Werde hiesige gewaltbereite Nazis überreden, mit dem Rädchen bei grün über die Kreuzung zu huschen. Da ist die Dortmunder Polizei sofort da.

Europa hat vergangene Woche gleich zwei Regierungschefs eingebüßt: Den Griechen Georgios Papandreou und den Italiener Silvio Berlusconi. Sind Sie erleichtert?

Klar, in beiden Ländern ist Lothar Matthäus nicht im Gespräch. Mit EU-Kommissar Monti und EZB-Veteran Papademos streben verdiente Euro-Veteranen nach, ein mildes Arom „Gouverneur von Merkozy“ schwingt jeweils mit. Die Pressierlichkeit, neue Regenten zu ernennen „bevor am Montag die Märkte öffnen“ sagt recht deutlich, wer in der Nachdemokratie als Souverän fungiert.

Die Koalition entlastet mit einer Steuerreform wie schon Ende 2009 vor allem Gutverdiener – während die Euro-Krise gerade erst halbwegs gebannt scheint. Nur schlechtes Timing oder unbelehrbare Klientel-Politik?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Abgelegt unter Feuilleton, International, Medien | Keine Kommentare »

Die Macht der Atome

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2011

Möge die Macht mit dir sein

File:Silvio Berlusconi Barack Obama Jose Manuel Barroso Angela Merkel and Nicolas Sarkozy cropped 36th G8 summit member 20100625.jpg

Schurken welche die Welt bedeuten

Treffend beschreibt Georg Seeßlen die bestehenden Verbindungen zwischen Regierung und Ökonomie in der man einen Schutz auf Gegenseitigkeit sucht. Zu den in diesem Artikel bezeichneten Vertretern der von ihm benannten Postdemokratie wie Berlusconi, Sarkozy oder Guttenberg sollte man auch Westerwelle und Merkel zählen welche sich keinen Deut von den erwähnten abheben. Macht und Geld alles andere ist nicht wichtig!

Der Kapitalismus, wie wir ihn kannten, verwandelt sich in den globalen „Finanzcapitalismo“. So lautet der Titel einer Untersuchung des Soziologen Luciano Gallino. Er geht davon aus, dass die unbedingte Herrschaft dieses Finanzcapitalismo nicht nur andere Verhältnisse erzeugt, sondern am Ende auch einen anderen Menschen: einen Menschen, der keinen Wert mehr in der Entfaltung einer Persönlichkeit sieht, sondern nur „reich und berühmt“ werden will – koste es, was es wolle. Und die Demokratie, wie wir sie kannten, verwandelt sich in der selben Geschwindigkeit in etwas, das wir, etwas hilflos, Postdemokratie nennen und dem wir Gesichter wie Berlusconi, Sarkozy oder Guttenberg geben.

Und mittendrin wieder ein AKW-GAU, wenngleich im fernen Japan. Bemerkenswert scheint nicht nur die Eile, mit der Regierungen sich von der Atomkraft erst einmal distanzieren. Bemerkenswert ist vielmehr auch die Offenheit, mit der Politiker wie der deutsche Brüderle oder Italiens Berlusconi (jüngst beim Treffen mit seinem Freund Sarkozy) zu erkennen geben, dass es sich dabei nur um einen Wahlkampftrick handelt. Denn in Wahrheit denken die postdemokratischen Regierungen nicht im Traum daran, mit dem atomaren Unsinn Schluss zu machen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

————————————————————————————————-

Grafikquelle  :

PD-icon.svg This image is a work of an employee of the Executive Office of the President of the United States, taken or made as part of that person’s official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.


Deutsch | English | Español | فارسی | Français | Galego | עברית | Italiano | 日本語 | മലയാളം | Nederlands | Português | Русский | Sicilianu | Slovenščina | 中文(简体)‎ | 中文(繁體)‎ | +/−

Seal of the President of the United States.svg
Checked copyright icon.svg This image, originally posted to Flickr, was reviewed on by the administrator or reviewer Truu, who confirmed that it was available on Flickr under the stated license on that date.
Source P062510PS-0290 on Flickr – Photo Sharing!
Author The White House
Official White House Photo by Pete Souza

Abgelegt unter Energiepolitik, Wirtschaftpolitik | Keine Kommentare »

Berlusconi bedeutet Geld

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Januar 2011

Berlusconi bedeutet Geld

Ein argwöhnischer Blick über den Gartenzaun ist in vielen Fällen sehr hilfreich dabei, uns von den eigenen Problemen abzulenken. Glauben wir bei den bösen Nachbarn doch meistens Dinge zu sehen welche bei uns viel besser gelöst zu scheinen sein als dort. So blicken denn auch in den letzten Jahren unsere Journalisten und Politiker immer häufiger hinüber nach Italien um mit dem gestreckten Finger auf eine gewisse Berlusconisierung hinzuweisen.

Sollten wir bei derlei Betrachtungen nicht einmal versuchen uns in einen direkten Vergleich mit Italien auseinander zusetzen? Beginnen wir doch einmal damit auf die Unterschiede hinzuweisen!

Der später aufgeführte Artikel titelt mit: Berlusconi bedeutet Geld! Wir wechseln die Namen aus und setzen  „Merkel“ ein, denn auch im eigenen Land steht die Wirtschaft unangefochten an allererster Stelle, wie es noch gestern von der Klausurtagung der CDU bestätigt wurde, wobei die Konzentration auf die Automobil, Chemie und die Maschinenbaubranche, also die Großkonzerne liegt. Auf dieses Paket sollten wir noch die Energiewirtschaft samt Stuttgart 21 legen, dann sind die Großen wieder friedlich vereint. Ja auch in Italien sind die Gewinne der Großkonzerne rapide gestiegen und die Löhne entsprechend gesunken.

Sollten wir jetzt von der Mafia berichten? Nein, wo ist denn dort der praktische Unterschied zu unseren Lobbyisten auszumachen? In der Namensgebung? Der einzig wirkliche Unterschied zwischen Italien und unserem eigenen Land liegt im Privatleben des „Cavaliere“ begründet, welches auszubreiten wir dann doch lieber der Presse mit den vier Buchstaben überlassen möchten, wobei diese dann auf einem Auge blind scheint und sich über IM Erika in Schweigen hüllt.

Berlusconi bedeutet Geld

von Riccardo Valsecchi

Der Regierungschef hat die Innen- und Außenpolitik erfolgreich zum Handlanger der Konzernchefs umfunktioniert. Das ist sein Erfolgsrezept

Am 14. Dezember 2010 bestätigte das italienische Parlament Silvio Berlusconi als Premierminister. Der Sieg des „Cavaliere“ löste bei den meisten Beobachtern Erstaunen aus. Wie kann es sein, dass Korruption immer wieder die Oberhand behält und die Opposition nicht aufhört, sich zu zerstreiten? Um das Phänomen Berlusconi zu verstehen, hilft vor allem eine Frage weiter: Wem nutzt Berlusconis politische Linie, wer verdient mit ihr Geld?

Außenpolitik für die Konzerne

Die globale Finanzkrise traf in Italien vor allem die mittelständischen Unternehmen hart. Die italienische Regierung reagierte auf die Krise mit einem verstärkten außenpolitischen Engagement, vor allem in Ländern, in denen Autokraten das gesamte öffentliche und wirtschaftliche Leben kontrollieren. Die Mittelständler hatten davon jedoch nichts – ihnen fehlte das Kapital, um mithalten zu können.

Die diplomatischen Kontakte waren im Grunde reine Verkaufsgespräche für italienische Waren, Dienstleistungen und Investitionen – und wer hätte besser mit Diktatoren verhandeln können als Berlusconi? Ihn kümmerte es wenig, dass die massenhafte Verlagerung von Kapital und Produktion den heimischen Arbeitsmarkt schwer belastete und die Wettbewerbsfähigkeit Italiens strukturell Schaden nahm. Gewinner waren die Manager der großen Konzerne, die schon lange nicht mehr in nationalen Kategorien denken, sondern ausschließlich an ihrem persönlichen Kapital- und Machtgewinn interessiert sind.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

——————————————————————————–

Grafikquelle  :  Merkel, Polish Prime Minister Donald Tusk and Italian PM Silvio Berlusconi, 2008

 

Abgelegt unter Europa, P.CDU / CSU, Regierung | 1 Kommentar »