DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Neues von der Linken WAF

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2015

Die Linke WAF will SPD Bürgermeisterin wählen

Der Schrei wird wohl weithin zu hören gewesen sein da wir lesen: „Der Vorsitzende der Linkspartei, Reiner Jenkel, jubilierte: „Rot-Rot-Grün jetzt auch in Ahlen!“ Er sei „selten so froh gewesen wie heute“. Wie Bröer glaubt auch Jenkel: „Ulla Woltering wird eine Bürgermeisterin sein, die nicht polarisiert.“ Endlich, endlich hat ein Lehrer auch einmal die Möglichkeit Macht auszuüben indem er sich vor oder hinter einer Bürgermeister Kandidatin zu den kommenden Wahlen stellt.

Uns würde hier viel mehr interessieren was die eigentliche Regentin der Linken im Kreis WAF, die Altkommunistin Müller da zu sagen wird? Und ob Diese denn auch wiederum in der Ihr eigenen Art der Obrigkeitshörigkeit zu Ihrer Partei die Vorgesetzten gefragt hat? Wobei diese, aufgrund des zu sehenden Fotos auf den WN eigentlichen ein glattes „NEIN“ zu ROT-ROT-GRÜN hätten empfehlen müssen.

Ist es doch in den Augen der Partei sicher ein schier unverzeihlicher Fehler sich auf einem Foto rechts von einer SPD Frau zu positionieren. Man überlässt sogar den Grünen den äußersten Rand auf der linken Seite. Aber genau das behaupten wir ja immer, die meisten der Parteimitglieder wissen gar nicht zwischen Links und Rechts zu unterscheiden. Die stehen einfach irgendwo in der Gegend herum und warten darauf das andere die Arbeit machen um irgendwann einmal umzufallen. Vor einigen Jahren noch wäre die Anrufung der Landes – Schiedskommission allererstes Gebot gewesen und ein Parteiausschluss durch diese korrupte Bande unausweichlich geworden.

Und der Blockwart aus Bottrop, „Günter der Eroberer“ fremder Kreisverbände, der Hühnerschreck und Kaffeeverkäufer aus dem Pott? Wurde dieser auch gefragt oder läuft der jetzt als „Lame Duck“ nur noch so am Rande bei den Linken mit. Ähnlich einem vertrottelten Idioten welcher eigentlich in jedem Verband anzutreffen ist. Diese steigen irgendwann in das Geschäft mit der Politik ein und bemerken viel zu spät dort gar nicht erwünscht zu sein.

Oder auch die Bundestagsabgeordnete die für alle Ewigkeiten gewählte, Ingrid Remmers. Hat sie sich doch auf Kosten der Steuerzahler in Berlin schön rund gepumpt. Na, nun zurück im Alltag, werden wir sehen wie langsam die Luft wieder entweicht. Die Türen könnten also wieder zurückgebaut werden. Auch Diese möchte natürlich gefragt werden, ist sie doch Teil der Altlast des Linken Kreises WAF.

Ansonsten weiß die WN ja nicht viel Neues über die Linke zu berichten. Es sei den wir befassen uns noch kurz mit dem Faust und der Linken Edelkommunistin. Nein nicht die Faust mit der die Linken ihr Gehirn zusammenpressen und hoch erhoben über den Kopf strecken um jedermann zu zeigen das dort noch etwas vorhanden ist, in der Faust. Wir spielen schon auf Goethes Faust an welcher wieder einmal als Neuzeitsaga missinterpretiert wurde.

Nicht im Kreis WAF, die haben wohl nicht genug Geld, nein in der VW Stadt Wolfsburg. Dort wurde ja auch  über viel Jahre versucht aus einen alten Käfer einen Rennboliden zu machen. Zumindest ihn als solchen zu verkaufen. Ähnliches war wohl die Aufgabe der Linken „Hummerfrau“ nur hieß das Thema Goethe und nicht Käfer. Vielleicht denkt VW ja über ein neues Modell nach und Goethe diente nur dem Vorwand ein neues Fahrgestell samt Spoiler zu begutachten? Mit einen Drift nach Links.

Aber es ist doch immer wieder schön wenn sich Schreiber auf humorvolle Art und Weise den SchwätzerInnen anschließen können. Nur versuchen wir unsere eigene Fantasie zu bemühen und belästigen weniger diejenigen welche sich schon vor einiger Zeit zur Ruhe begaben. Aber genau das ist das Spiegelbild welches die Partei in der Öffentlichkeit darstellt. Eigene Kreativität ? NULL! – Reden wir von einer Schwarzen wären wir bei Schäufle angelangt

Gemeinsame Kandidatin von SPD, Grünen und
Linken Ursula Woltering will Bürgermeisterin werden

Ursula Woltering möchte als erste Frau auf dem Chefsessel im Ahlener Rathaus Platz nehmen. SPD, Grüne und Linkspartei haben die 53-Jährige als gemeinsame Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 13. September aufs Schild gehoben.

Quelle: WN >>>>> weiterlesen

Sahra Wagenknecht interpretiert den «Faust»

Wolfsburg (dpa) – Das Ritz-Carlton in Wolfsburg ist eine edle Adresse: Das Fünf-Sterne-Hotel wartet mit beheiztem Außenpool und Dreisterneküche auf.

Der Wagen wird dem Gast in die Garage gefahren, Angestellte geleiten einen durchs Hotel. Es ist nicht unbedingt ein Ort, an dem man Kapitalismuskritik erwartet.

In der Einladung ist von einem «geistreichen Abend mit außergewöhnlichen Erkenntnissen» die Rede. Die Hauptperson, Sahra Wagenknecht, sitzt am Montagabend in einem kleinen Wintergarten, ein Kamin lodert, draußen ist es schon dunkel. Das Thema, über das die Linkenpolitikerin sprechen will: Parallelen zwischen Szenen aus Goethes «Faust» und heutigen Eskapaden des Kapitalismus und der Finanzkrise.

Sahra Wagenknecht findet da eine ganze Menge, zum Beispiel in der sogenannten Kaiserpfalzszene in «Faust II». Mephisto wirbt für frisches Papiergeld und verspricht dem Kaiser schnellen und einfachen Reichtum. Wagenknecht erinnert das an die lockere Geldpolitik des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. «Im Grunde taucht der Draghi da in Person des Mephisto auf.»

Quelle: WN >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Urheber: DL – licensed under a C C Attribution-ShareAlike 3.0 Unported License.

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Ahlen: Tutat und kein Ende

Erstellt von DL-Redaktion am 30. Januar 2015

Hat das Schrapnell die Kontrolle über IIHRE Partei verloren

Wir werden sicher weit in Ahlen zurückblicken müssen, um eine vergleichbare politische Aussage zu finden welche eine solche Aufregung in der Stadt verursachte. Das dergleichen Beleidigungen  aus der Linken Ecke geäußert wurde spricht an und für sich. So berichteten wir in unseren Artikel „ Der Linke Tutat “tut dat” in Ahlen“ am 25. 01. von dieser für Ahlen wohl einmaligen Entgleisung.

Das solcherart Dummschwätzereien wie sie von Tutat vorgetragen wurden einen solchen Skandal hervorrufen würden, daran dachte in den Moment wohl niemand aus dieser Wahlvereinigung. Das sich aber anschließend auch noch „Fäuste zwecks Verteidigung des Täters in Pawlowscher Art“ erheben würden war von uns aber so erwartet worden. Wir kennen es schließlich nicht anders, als dass Linke immer Recht haben. Linke Stinker eben.

Ähnliches erlebten wir doch noch am letzten Wochenende auf Bundesebene wo aus Anlass des griechischen Wahlerfolges eine Riesen Sause gefeiert wurde, welcher nach Bekanntgabe der neuen Koalition die Ernüchterung folgen musste. Das genaue Gegenteil war der Fall. So dreht man noch heute an den Verstellschräubchen um auch dieses Rechts – Linke Desaster, normal als Mischpoke bezeichnet, als einen Erfolg unter dem Motto „Wir sind alle Griechen“ verkaufen zu können. Und die brav folgende Hammelherde wedelt in ideologischer Verzückung mit den Verdummungsfähnchen.

So distanzierte sich schon am 26.01.15 der Ahlener Bürgermeister von diesem Kindergarten in dem er eine Rolle als Vorgesetzter der Kindsköpfe strickt ablehnte. Natürlich sind solcherart Täter dann auch für ihre Taten selbst in die Verantwortung zu nehmen, wobei für eine Person mit ein wenig Ehrgefühl ein Rücktritt aus diesem so besudelten Stadtrat selbstverständlich wäre. Aber auch das wird ohne den nötigen Druck von Außen, oder der Strippenzieherin aus dem Hinterzimmer so nicht passieren. Solch eine Empfehlung steht als Verhaltensanweisung für Linke in der „Analyse der Gegenkräfte“ auch nicht geschrieben.

Ruhmöller: Bin nicht Vorgesetzter

Nach den Äußerungen von Dirk Tutat, Ratsmitglied der Linkspartei, im aktuellen Streit um die Umbenennung von vier Straßen, meldet sich Bürgermeister Benedikt Ruhmöller zu Wort. Er sei den Ratsmitgliedern nicht weisungsbefugt, hält er fest

Quelle: AZ >>>>> weiterlesen

Nur einen Tag später meldet sich dann auch der KV und Fraktions- Vorsitzende Reiner Jenkel in der AZ zu Wort und distanziert sich von den Äußerungen seines Mitstreiters. „Herr Tutat hat diesen Brief nicht im Namen der Fraktion oder der Partei geschrieben. Es handelt sich vielmehr um seinen persönlichen Leserbrief. Die Wortwahl des Herrn Tutat ist nicht meine.“

Jenkel distanziert sich von Tutats Wortwahl

Als Reaktion auf die Äußerungen von Dirk Tutat, Ratsmitglied der Linkspartei, hat sich Reiner Jenkel zu Wort gemeldet. Der Linken-Fraktionsvorsitzende distanziert sich von der Wortwahl Tutats in einem Leserbrief zur geplanten Umbenennung von Straßen. Eine parteiöffentliche Erörterung soll folgen.

Quelle: AZ >>>>> weiterlesen

Am 28. 01. 15 kündigt das Bürgerbegehren die Auslage der Unterschriftslisten von Februar an. Wir wünschen diesem Bürgerbegehren natürlich viel Erfolg.

Unterschriftenlisten ab Februar bereit

Die Anwohner der vier Ahlener Straßen, die umbenannt werden sollen, stehen in den Startlöchern: Im Februar soll die Sammlung von Unterschriften beginnen. 2500 sind für das angestrebte Bürgerbegehren notwendig.

Quelle: AZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :   Grafikquelle : Screenshot – DL privat aus Artiel vom 07.04.2010 – Rest vom Schützenfest

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Der Linke Tutat „tut dat“ in Ahlen

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Januar 2015

Beschwerdebriefe zu Umbenennungs-Streit
Tutat-Äußerungen wirken noch nach

Da haben die Linken in Ahlen wohl wieder einmal ganz schön die Backen aufgeblasen um Ihren stinkenden Atem über ihre Mitbürger abzulassen. So zumindest der Abgeordnete mit Sitz im Stadtrat Dirk Tutat. Dieser muss wohl ein wenig zu schnell durch seine Kinderstube gebraust sein, denn viele haben doch noch den Spruch von früher in den Ohren „tu dat nicht“.

So verglich er innerhalb eines Leserbriefs einen Normalbürger der Stadt Ahlen mit der Nazi-Größe Dr. Joseph Goebbels. Ein Vorgang welcher auch als Rufmord und damit als aller unterstes Niveau bezeichnet werden sollte. Das dergleichen heute allerdings für die Arbeitsweise der Linken steht, spricht für sich, denn bei genauerer Betrachtung weist die Partei, außer ihre immer wieder betonten „Kämpfe“ gegen Rechts, kaum noch Aktivitäten auf und macht sich in sozialen Fragen schon von Vereinen abhängig. Das Geld aus den Parlamenten ja, die Arbeit nein – eben linker Kapitalismus.

So gibt es nicht nur in Ahlen wo die alte  Kommunisten „Kebse“ Müller zu regelmäßig ideologischen Säuberungen der Partei unter zu Hilfenahme von Rufschändungen, Diffamierungen, in Form von übelster Nachrede auch gegen Ausländer aktiv wird, viele Beispiele welche durch alle alten Bundesländer ziehen, zum Wohle einer diktatorisch kommunistischen Ideologie. Dem alten „Schrapnell“ ist es zu danken das mittlerweile wohl mindestens 30 bis 40 Personen die Partei im Kreis WAF lange wieder verlassen haben, darunter auch Menschen, welche sie einst als beste Freunde bezeichnetete. Der heute in den Zeitungsartikeln zu lesende Tonfall ist für Kenner der Szene sehr wohl verständlich.

Die Umbenennungen der Straßen wie jetzt in Ahlen vom Stadtrat wohl beschlossen, dienen hier auch mehr diesem obligatorischen Streit gegen die andere Ideologie, denn vielen der Parteimitglieder sind, wie auch den meisten anderen Bürgern, die heute kritisierten Namen nahezu unbekannt, da einfach die meisten Zeitzeugen nicht mehr unter den Lebenden weilen. Alle heute an diesem Streit beteiligten können auch sicher sein als nächstes damit bombardiert zu werden auch die erwähnten Straßen wie Krupp oder Siemens  umzubenennen da diese den Anti-Kapitalistischen Ansprüchen der Linken nicht entsprechen. Darum kann es nur heißen, wehre den Anfängen.

Auf entsprechende Entschuldigungen können die beleidigten Anwohner lange warten, da Linke  prinzipiell immer recht haben. Solange Parteien von den Steuerzahlern finanziert werden ist auch immer reichlich Geld vorhanden. Hier ist ein Fall bekannt wo der Kläger vor dem Landgericht und Oberlandesgericht Niederlagen einstecken musste, um sodann einen ganzen Gerichtssenat für befangen zu erklären. Der Ablehnung vom Gericht folgte im Anschluss ein Antrag vor das Verfassungsgericht. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. So wird innerhalb der Linken grundsätzlich jeder Gegner als Nazi oder Faschist verurteilt. Denkschablonen darüber hinaus sind in diesen Gehirnen eher selten anzutreffen. Entsprechende  Idioten als Aussagenbestätiger sind dann auch aus Bottrop mit – Blocks oder früher Herne- Remmers jederzeit behilflich. Auch Schiedskommissionen lassen sich von entsprechenden Seilschaften gerne einspannen und selbst ein noch amtierender Richter kennt nicht einmal unser Grundgesetz. Mit Sicherheit brüllte dieser Trottel jetzt im Chor mit Charlie.

Selbstverständlich hoffen wir darauf die Leserbriefe zugesandt zu bekommen um auch diese entsprechend zu veröffentlichen. Meinen Bekanntenkreis habe ich schon um Zusendung gebeten.

Umbenennung von vier Straßen soll gestoppt werden
Anwohner starten Bürgerbegehren

Die Anwohner von Pfitznerweg, Agnes-Miegel-Straße, Friedrich-Castelle-Weg und Karl-Wagenfeld-Platz bringen ein Bürgerbegehren auf den Weg. Sie sind dagegen, dass ihre Straßen – wie vom Rat im Dezember mit knapper Mehrheit entschieden – umbenannt werden. Dafür müssen sie nun 2500 Unterschriften sammeln.

Quelle: Westfälische Nachrichten >>>>> weiterlesen

Beschwerdebriefe zu Umbenennungs-Streit
Tutat-Äußerungen wirken noch nach

Ein bissiger Leserbrief von Dirk Tutat (Linkspartei) in Sachen Straßenumbenennung hat nicht nur für weitere Briefe im Forum unserer Zeitung gesorgt. Auch Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller bekamen deswegen Post. Von erzürnten Bürgern, die sich diffamiert sehen.

So wohl Bürgermeister Benedikt Ruhmöller als auch Landrat Dr. Olaf Gericke haben in diesen Tagen Post bekommen. Anlass dafür ist der provokante Leserbrief des Linken-Ratsmitglieds Dirk Tutat, der am 15. Januar in der „AZ“ veröffentlicht wurde. Unabhängig von der Anwohnerinitiative, die – wie berichtet – die Entscheidung zur Umbenennung von Pfitznerweg, Agnes-Miegel-Straße, Friedrich-Castelle-Weg und Karl-Wagenfeld-Platz kippen will, machen Bürger nun an exponierter Stelle ihrem Ärger Luft.

Quelle: Westfälische Nachrichten >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Fotoquelle: DL/Redaktion

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Drei Frauen

Erstellt von Gast-Autor am 16. März 2014

Drei Frauen

Autor Uri Avnery

DIES IST eine Liebeserklärung. Tatsächlich drei Lieben.

Ich liebe Achinoam Nini. Ich liebe sie aus der Ferne. Ich bin ihr niemals begegnet. Ich liebe sie für das, was sie vor ein paar Wochen tat.

Vor ein paar Wochen hatte die israelische Organisation der Komponisten und Schriftsteller ihr einen Preis für ihr Lebenswerk verliehen. Obgleich sie erst 44 Jahre alt ist, hat sie ihn sicherlich verdient. Sie ist eine wunderbare Sängerin.

Noa (wie sie im Ausland genannt wird,) tat etwas sehr Ungewöhnliches: Sie verweigerte den Preis.

Ihr Grund ein anderer: der Sänger, Ariel Silber sollte dieselbe Auszeichnung erhalten.

Noa ist eine unverblümte Linke. Silber gehört ausgesprochenermaßen zum rechten Flügel. Ist dies ein Grund, einen Preis abzulehnen?

Durch das Land ging ein Aufschrei. Wie kann sie es nur wagen? Wie ist es mit der Redefreiheit? Wie ist es mit der künstlerischen Freiheit?

Der rechte Flügel denunzierte sie lautstark.  Diesem  schlossen sich viele rechtschaffene Linke an.  Es stimmt – sagen sie – Silber ist ein  Rechter, aber die Demokratie verlangt „Redefreiheit  gilt allen“, sogar – und besonders – jenen, die  anstößige Ansichten vertreten.

Sogar der alte Voltaire wurde in den Streit verwickelt „ich missbillige das, was du sagst, aber ich würde bis zum Tod dein Recht  verteidigen, es zu sagen.“

WAS HAT Silber gesagt, das Noa dahin brachte, sich zu weigern, mit ihm auf demselben Podium zu stehen?

Zuerst wegen einer Sache: er drückte seinen tiefen Hass gegen Homosexuelle aus. „Ein Homo zu sein, ist eine Perversion“, erklärte er und verlangte, dass sie aus der Gesellschaft ausgestoßen werden.

Nicht nur sie. Auch alle säkularen Leute. „Die Säkularen haben nichts zu bieten, außer, dass sie AIDS-krank sind und sich an nackten Frauen erfreuen. Pfui!“

Schwule, Lesben und Säkulare sind nicht die einzigen Verdammten. Die Linken können sogar schlimmer sein. „ Alle Linken sollten vertrieben und in die Hölle gejagt werden. Sie sind Amalek“. Wie jeder Jude weiß, hat Gott  den Kindern Israels den Befehl gegeben, alle Amalekiter zu töten, so dass ihr Name für immer  gelöscht sein solle. König Saul, ein Nationalheld, wurde vom Propheten Samuel vom Thron gestürzt, weil er nicht alle amalekitischen Gefangenen, Männer, Frauen und Kinder, getötet habe.

Aber dies ist nur ein Teil von Silbers Weltanschauung. Er glaubt auch, dass Yigal Amir, der Mörder von Yitzhak Rabin, sofort aus dem Gefängnis entlassen werden solle.

Er lobte Baruch Goldstein, den Siedler, der 29 betende Muslime in der Hebroner Abrahams-Moschee  (von Juden die „Höhle Machpela“ genannt) mordete.

Er sympathisiert auch mit den Rächern, den Ku Klux Klan-Siedlern, die nachts rausgehen, um die wehrlosen arabischen Dorfbewohner zu terrorisieren.  Sie tun recht daran, weil „die Araber nichts wert sind. Sie können nichts anderes als töten.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, proklamierte Silber:“ Kahane hatte Recht.“  Rabbi Meir Kahane wurde vom Obersten Gerichtshof Israels als Faschist verurteilt, und seine „Kach“-Bewegung wurde verboten – ein fast einmaliges Urteil,  was Juden betraf. Um die Sache abzurunden: Silber schrieb  und komponierte  auch ein Lied zu diesem Thema.

Verdient diese Person den Schutz der Redefreiheit? Juden in aller Welt verurteilen die französische Regierung, die den widerwärtigen Antisemiten, der sich selbst Donnedieu M’bala M’bala (französischer Komiker) nennt, den Erfinder des  Neo-Nazi „grenelle“-Grußes. Aber dieser Demagoge ist ein Moderater, verglichen mit Silber.

Sollte Noa auf demselben Podium mit dieser „Gabe Gottes“ erscheinen?“ Oder, wenn sie vor drei Generationen in der deutschen Weimarer Republik gelebt hätte, zusammen mit einem albernen Demagogen  Adolf Hitler?  Und hätten unsere sensiblen Demokraten sie wegen ihrer Weigerung verurteilt?

NUN ICH bewundere sie. Ihre Tat war Selbstlosigkeit. Sie brachte ein großes Opfer mit dem, was sie tat. Sie wird vom ganzen rechten Publikum boykottiert werden. Sie wird zu Festspielen  von Organisatoren nicht eingeladen, die das große Zittern bekommen, wenn sie an den Verlust der Regierungszuschüsse denken.

Ich erinnere mich, dass vor nur 45 Jahren nach dem Ausbruch der 1. Intifada eine sehr große Demonstration für Frieden auf dem Platz stattfand, der später der Rabin-Platz in Tel Aviv wurde. Praktisch alle Künstler waren dort. Künstler stritten untereinander um ihr Recht, dort zu erscheinen.

Diese Zeiten sind seit langem vergangen. Selbst wohl bekannte linke Künstler sind jetzt ängstlich, ihre Meinung auszudrücken. Gott bewahre. Es könnte sie in den finanziellen Ruin führen.

Woher fand Noah den Mut, aufzustehen und  sich zu weigern? Ihre beiden Eltern sind Jemeniten – seltsam genug auch Silvers Mutter war Jemenitin. In meiner Jugend war sie eine berühmte Sängerin. Es war eine Regel: Jemeniten – wie alle orientalischen Juden  – tendierten politisch zum rechten Flügel. Die Lösung des Rätsels mag sein, dass sie in den US aufwuchs, wo ihr Vater arbeitete. Da sie dort in den 70er und 80er-Jahren in jüdischen Schulen aufwuchs, hat sie gewisse Werte aufgenommen.

Ich mag sie.

ICH LIEBE  Anat Kim.

Anat war Soldatin.  Auf Grund ihrer militärischen Pflichten hatte sie Zugang zu geheimen Dokumenten. Sie kopierte 2000 Dokumente, die offensichtlich Kriegsverbrechen betrafen, die von israelischem Soldaten begangen wurden. Sie gab sie einem Reporter von Haaretz. Die Zeitung veröffentlichte den geheimen Bericht über einen solchen Vorfall. Ermittlungs-beamte der Armee entdeckten die Quelle.

Nach fast zwei Jahren Hausarrest wurde Anat zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach einem Revisionserfahren, wurde diese auf vier Jahre reduziert. Letzte Woche wurde sie nach zwei Jahren und zwei Monaten im Gefängnis, auf Bewährung frei gelassen. Ein paar Tage später enthüllte sie ihre gegenwärtige Meinung in einem Zeitungsinterview.

Es liest sich gut. Anat ist sehr intelligent und aufmerksam. Die Beschreibung ihrer Gefängniserfahrung ist lebendig und faszinierend. Es scheint, dass die Gefängnisbehörden sie vergleichsweise gut behandelt haben. Bevor sie das Gefängnis betrat, hatte sie große Angst, geschlagen oder vergewaltigt zu werden. Doch die Insassen des Frauengefängnisses, wenn auch meistens primitive Patrioten, achteten nicht auf ihre verräterische Vergangenheit und mit wenigen Ausnahmen nahmen sie sich ihrer an. Frauen, die ihre Kinder oder Liebhaber umgebracht hatten, baten um ihre Mithilfe beim Schreiben von Petitionen. Anat scheint eine Person mit viel Einfühlungsvermögen zu sein.

Sie ist gegenüber Haaretz und dem Reporter verbittert, der. wie sie annimmt, aus Angst  ihr Vertrauen missbraucht hatte. Man könnte auch gegenüber dem  Friedenslager im Allgemeinen verbittert sein, das so ängstlich war, dass fast keiner seine/ihre Stimme erhob, um ihre mutige Tat zu verteidigen.

Was mich traurig machte, ist ihre Reue. Sie erklärt in einem Interview,  es tue ihr leid, was sie getan hat.

Ich  bin davon überzeugt, dass es ihr wegen des hohen Preises, den sie zahlte, nicht leid tut. Im Alter von 28 Jahren muss sie ihr Leben neu beginnen, gebrandmarkt als Verräter ihres Volkes. Vier kostbare Jahre sind ihr gestohlen worden. Sie weigert sich, auszuwandern. „Warum sollte ich? Dies ist meine Heimat!“erklärt sie.

Was sie ihre Tat bedauern lässt, ist die Überzeugung, dass sie sinnlos war. Sie denkt, dass  ungleich den Enthüllungen ihrer amerikanischen  Kameraden  Edward Snowden und Chelsea Manning, die die Welt veränderten, ihre eigene Tat keine Früchte brachte. Sie hat nichts verändert.

Ich möchte ihrer Überzeugung widersprechen. Es stimmt nicht. Mutige Taten wie diese, von  engagierten Leuten begangen, sind nie sinnlos. Sie sind vorbildlich. Sie ermutigen andere. Sie sagen etwas über das menschliche Gewissen aus. Sie säen eine Saat. Genau wie das Meer, das aus vielen Tropfen besteht,  bauen sich historische Veränderungen  aus vielen individuellen Taten  wie die  ihre  auf, so bauen viele, viele Individuen wie sie auf

„Wenn  viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, verändern sie das Gesicht der Erde.“

ICH LIEBE Daphne Leef.

Sie ist eine junge Frau – wie Anat, ist  sie 28 Jahre alt – die wütend über die hohe Miete, die von ihr verlangt wird, ein Zelt nahm und in einer der Boulevards im Zentrum von Tel Aviv aufstellte, um darin zu leben. Der Protest wuchs spontan und erreichte eine wie nie zuvor dagewesene Massendemonstration von 400 000 Leuten.

Die Bewegung hatte eine Auswirkung auf die Wahlen im letzten Jahr. Yair Lapid, eine TV-Persönlichkeit, die nichts tat, um den Demonstranten zu helfen, aber ihren Slogan aufnahm, gewann viele Stimmen bei der Wahl. Zwei von Daphnis Mitdemonstranten  wurden in die Knesset gewählt. Doch die Öffentlichkeit hat  Daphni selbst vergessen

Ich sprach nie mit ihr, wenn man von ein paar Worten während einer Demonstration absieht. Ich kritisierte sie, dass sie große, nationale Probleme ignoriert, wie die Besatzung, und sich auf den Preis von Wohnungen und Käse konzentriert.

In dieser Woche erschien sie wieder – auf der Anklagebank vor Gericht. Obwohl alle Demonstrationen  streng gewaltfrei gewesen waren, fand in einer von ihnen etwas Stoßen und Schubsen statt. Die Polizei misshandelte Daphni; ihr Arm war verletzt. Aber wie gewöhnlich, gab die Polizei Daphni die Schuld; sie habe Polizisten angegriffen und die öffentliche Ordnung gestört.

Der Richter lehnte den Fall ab.

ICH LIEBE  diese drei Frauen, weil sie uns zeigen, dass wir in Israel  junge Leute haben, die ihrem Gewissen gehorchen. Sie machen uns stolz darauf, Israelis zu sein.

Solange wir junge Leute dieser Art haben, bereit, für die Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit aufzustehen, Risiken auf sich zu nehmen und persönliche Opfer zu bringen, hat Israel eine Zukunft.

Für mich sind sie das wirkliche Israel.

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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Genosse Schwejk aus WAF

Erstellt von DL-Redaktion am 27. August 2013

Enteignung per Verkehrskollaps

Da steht er wieder, wie auf die Verlinkung zu diesen Presseartikel sichtbar, eine Träne welche auf Reisen ging. Sprichwörtlich wie der berühmte Schluck Wasser in der Kurve, auf der Schulter mit einen unsichtbaren Sack beladen in dem er den Kreis Warendorf durch  die Gegend trägt. Eine Person welche sich als Direktkandidat für einen Platz des politischen Hilfsarbeiter in Berlin bewirbt. Endlich sehen wir auch einmal einen Mann in einer roten Hose, oder sollte das ein Rock sein? Aber wie gesagt, blinder Eifer schadet bekanntlich nur.

Eine Person welche nach langen Irrfahrten aus Rheinland – Pfalz kommend seinen ihm anbefohlenen Platz letztendlich in Beckum gefunden hat? Für die kommende Wahl zumindest, wie es scheint! Die Rheinland-Pfälzer werden sich freuen nun lesen zu können wie einer der Ihren seinen Platz in der Fremde gefunden hat, um dort letztendlich politisch Karriere zu machen. Obwohl, seine Abreise letztendlich dann auch nicht mehr den restlosen Niedergang des Landesverbandes RLP verhindern konnte. Wir sind aber sehr zuversichtlich, das der Landesverband NRW bald folgen wird.

So wurde ihm denn von der Journalistin Beate Kopmann innerhalb dieses Frage und Antwort Spiel auch folgende Frage gestellt:

Politiker haben kein gutes Image. Fühlten Sie sich schon mal persönlich angegriffen und verletzt?

Schulte: Ja, als ich Landesschatzmeister der Linken in Rheinland-Pfalz war, wurde mir unterstellt, dass ich Geld nach Gutdünken verteilt hätte.

Diese Aussage steht aber im vollen Widerspruch zu den allgemeinen Berichten welche seinerzeit durch die Presse über ihn verbreitet wurden. Zu diesen Thema habe ich nur einige wenige interessanten Artikel herausgesucht in denen er vor allen Dingen durch falsche Aussagen und Behauptungen, auf sich aufmerksam machte. Daran möchte ich meine immer noch sehr zahlreichen Beckumer Bekannten erinnern.

Auch müßte es allgemein bekannt sein dass in der Politik weniger von Schuld gesprochen wird. Was hier zählt ist die Verantwortung welche mit einen Postens übernommen wird. Ein Schatzmeister trägt also die Verantwortung für alle dortigen Vorkommnisse in seiner Amtszeit.

Karl-Stephan Schulte, die Lichtgestalt aus RLP vom 29. o3. 2009

Karl-Stephan Schulte II vom 06. 05. 2010

Post aus RLP  vom 18. 08. 2010

Enteignung per Verkehrskollaps

Gleich acht Direktkandidaten treten im Kreis Warendorf zur Bundestagswahl am 22. September an. Im Gespräch mit Redakteurin Beate Kopmann erläutern sie ihre Positionen. Der Kandidat der Partei „Die Linke“ ist Stephan Schulte aus Beckum.

Bundestagswahl ist am 22. September. Wie viele Wahlkampftermine haben Sie dann gemacht?

Schulte: Elf.

Sprechen die Bürger im Wahlkampf mit Ihnen über konkrete Anliegen, um die Sie sich als Politiker kümmern sollen?

Leiharbeit. Ich werde immer wieder mit der Forderung konfrontiert, dass diese Ungerechtigkeit abgeschafft werden muss.

Welches parteipolitische Gezanke ist Ihnen besonders auf die Nerven gegangen?

 

Die Änderung des Wahlrechts. Ich fand es unerträglich, wie hier um Pfründe gekämpft wurde. Erst in allerletzter Minute hat es eine Einigung gegeben, weil das Bundesverfassungsgericht sich eingeschaltet hatte.

Viele Bürger sind politikmüde und haben den Eindruck, dass es schon fast egal ist, wen und welche Partei man wählt. Woran liegt das?

QUELLE. Westfälische Nachrichten >>>>>weiterlesen

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So „Umfairteilt“ Die Linke des KV WAF

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Mai 2013

Umfairteilen nach Linken  WAF Vorstellungen

So Umfairteilen die Anderen

Reichtum ist teilbar heißt es auf der Webseite des KV Warendorf und dieser präsentiert Die Linke auf ihre eigene Art mit der Aktion Umfairteilen. Hierzu blickt man mit stolz auf die Erstellung von vier Infostände in vier verschiedene Orte des Kreisgebiet. Komisch nur, dass der großen Lesegemeinschaft auf der Kreis eigenen Seite nur zwei Fotos aus zwei Städte als Werbung zur Ansicht angeboten werden

Diese Fotos sind sprechende Beispiele für die Tatkraft und Gestaltungsvielfalt des Linken KV Warendorf. Sie erlauben den Betrachtern auf recht eindrucksvolle Art und Weise einen realen Blick in die Kultur und Arbeitsweise linker Parteipolitik.

Aufgenommen aus einer gewissen Distanz, auf dass die abgelichteten Personen ein wenig verschwommen und unklar wiedergegeben und nur von echten Insidern erkannt werden können. Richtig ist der ungeschriebene fotografische Hinweis, dass für die Aktion „Umfairteilen“ wenigstens drei Personen benötigt werden. Einer der gibt, eine die nimmt und einer der verteilt. Das sagen auch die Fotos aus.

Auf den Foto aus Ahlen glauben wir Frau Müller als „kasus knaxus“ der Linken des KV WAF, wiederzuerkennen, welche sich mit der rechten Hand am Stand festhält, oder eben diesen in die Balance bringt. Sie hält durch den Stand die Barriere zwischen sich und den distanziert stehenden  Betrachtern aufrecht. Vielleicht wagen diese es nicht, sich dem Infostand weiter zu nähern?

Sie haben Angst eventuell später einmal mit dieser Frau identifiziert zu werden? Frau Müller ist in Ahlen übrigens als Fahrrad schiebende Alt-Diva bekannt. Kaum jemand hat sie je fahrend gesehen. Sind die Beine wohl zu kurz zum treten? Gibt es denn da nicht Personen welche für ihre kurzen Beine gerühmt werden?

Auffällig die Menschenleere in der Stadt. Ganz in der Ferne kreuzt eine Person die Straße. Totenstille vor der Kirche, vielleicht aufgrund des Infostand der Linken? Der Ruf in der landesweiten Öffentlichkeit ist ja nicht gerade als Renommee zu sehen.

Das Foto aus Beckum fällt aufgrund der Farbmischung blau und rot auf. Aber auch sonst vielleicht, dass sich eine Person auffällig im Hintergrund als nicht präsentabel zeigt? Oder möchte er noch weniger erkannt werden als die Anderen und zweifelt an die Harmonie zu dritt? Auch hier fällt der Ansturm der Masse nach Informationsmaterial auf.

Nachdem wir nun zwei Fotos eingehend betrachteten stellt sich mehr denn je die Frage wer denn hier Nehmer oder Geber ist. Wäre es vielleicht auch möglich das hier alle nur „Umfairteilen“ sein möchten, nicht ahnend das schon gar nichts mehr vorhanden ist, da Wagenknecht und Lafontaine ihre Gelder lange im Ausland verbunkert haben? Vielleicht in oder auf Kuba?

Ganz zum Schluss dann die alles entscheidende Frage. Wo ist das Kreis Maskottchen die noch politisch existierende MdB Ingrid Remmers? Ist das die unkenntliche Person auf dem Beckumer Foto vom Betrachter aus, auf der linken Seite? Als Linkende ist sie ja auch bekannt geworden. Und warum wird die Anzahl der gesammelten Unterschriften nicht bekanntgegeben?

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Grafikquelle      :      Aktionsbühne von verdi unter dem Motto „UMfairTEILEN – Reichtum besteuern“ in der Georgstraße in Hannover

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Der neue Protest

Erstellt von Gast-Autor am 27. Mai 2012

Der neue Protest

Autor Uri Avnery

DER RABIN-PLATZ in Tel Aviv hat viele Demonstrationen gesehen, aber keine war wie die am letzten Samstag.

Sie hat nichts mit dem Ereignis zu tun, das ihm den Namen gab: Die riesige Rallye für Frieden , an deren Ende die Ermordung Yitzhak Rabins war. Diese Rallye war in jeder Hinsicht anders.

Es war ein fröhliches Ereignis. Dutzende von NGOs, viele von ihnen klein, einige von ihnen etwas größer, jede mit einer anderen Agenda, kamen zusammen, um den sozialen Protest des letzten Jahres wieder aufzunehmen. Aber es war keineswegs eine Fortsetzung des „israelischen Frühlings“ des letzten Jahres.

Der Aufstand des letzten Jahres war ganz ungeplant. Eine junge Frau, Daphni Leef, konnte ihre Miete nicht zahlen und stellte ein kleines Zelt auf den Rothshild-Boulevard, ein fünf- Minuten-Spaziergang vom Rabin-Platz entfernt. Sie hatte offensichtlich den richtigen Ton getroffen, weil innerhalb von Tagen Hunderte von Zelten auf dem Boulevard und überall im Land aufgebaut wurden. Er endete in einer sehr großen Demonstration, die „der Marsch der halben Million“ genannt wurde, der zur Bildung einer Regierungskommission führte, die eine Liste von Anregungen erstellte, um die soziale Ungerechtigkeit zu mildern. Nur ein kleiner Teil von ihnen wurde realisiert.

Das ganze Unternehmen nannte sich „unpolitisch“; es wies Politiker jeder Art zurück und weigerte sich resolut, sich mit einem nationalen Problem, wie z.B. Frieden ( was ist das denn?), Besatzung, Siedlungen und Ähnlichem zu befassen.

Alle Entscheidungen wurden von einer anonymen Führung, die sich um Daphni gruppierte, getroffen. Einige Namen wurden bekannt, andere nicht. Die Massen, die sich ihnen anschlossen, waren mit ihren Vorschlägen einverstanden.

NUN NICHT MEHR. Die neue Initiative dieses Jahres hat offensichtlich keine Führung. Es gab keine zentrale Tribüne, keinen Hauptsprecher. Sie ähnelt dem Londoner Hyde Park Corner, wo jeder auf einen Stuhl klettern und sein oder ihr Evangelium predigen kann. Jede Gruppe hat ihren eigenen Stand, wo ihre Flugblätter ausgehängt waren, jede hatte ihren eigenen Namen, ihre eigene Agenda, ihre eigenen Redner und ihre eigenen „Guides“ (da wir sie nicht Führer nennen sollten).

Da der Platz groß ist und die Zuhörerschaft auf einige Tausend kam, funktionierte es. Viele verschiedene – und einige widersprüchliche – Versionen sozialer Gerechtigkeit wurden befürwortet: von einer Gruppe, die sich „Revolution der Liebe“ nannte (jeder sollte jeden lieben) bis zu einer Gruppe von Anarchisten (alle Regierungen sind schlecht, auch Wahlen sind schlecht).

Sie stimmten nur in einem Punkt überein: sie waren alle „unpolitisch“, alle schraken vor den Tabuthemen (s. oben) zurück.

Gideon Levy nannte die Szene „chaotisch“ und wurde unmittelbar von den Protestierenden

angegriffen, die ihm vorwarfen, dass ihm das Verständnis fehlt, (wahrscheinlich sei er zu alt, um dies zu verstehen). Chaos sei wunderbar. Chaos sei wirkliche Demokratie. Es gebe dem Volk seine Stimme zurück. Es gibt dort keine Führer, die den Protest stehlen und ihn für eigene Zwecke und Egos ausnützen würden. Es ist die Art und Weise, wie sich die neue Generation selbst ausdrückt.

ALL DIES erinnert mich an eine glückliche Periode – an die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts, als noch fast niemand dieser Demonstranten geboren war oder gar „in der Planungsphase“ war (wie Israelis es gerne ausdrücken).

Zu jener Zeit war Paris von einer Leidenschaft für soziale und politische Demonstrationen ergriffen. Es gab keine gemeinsame Ideologie, keine einigende Vision einer neuen Sozialordnung. Im Odeon-Theater ging Tag für Tag eine endlose und ununterbrochene Debatte weiter , während außerhalb Demonstranten Pflastersteine auf die Polizisten warfen, die sie mit bleiernen Säumen ihrer Mäntel schlugen. Jeder war begeistert; es war klar, eine neue Epoche der menschlichen Geschichte hatte begonnen.

Claude Lanzmann, der Sekretär von Jean-Paul Sartre und Liebhaber von Simone de Beauvoir und der später bei dem Monumentalfilm „Shoa“ Regie führte, beschrieb mir die Atmosphäre so: „Die Studenten verbrannten die Autos auf den Straßen. An den Abenden parkte ich meinen Wagen an entfernten Plätzen. Aber eines Tages sagte ich zu mir: Was zum Teufel brauch ich einen Wagen? Lasst sie ihn verbrennen!“

Aber während die Linke redete, sammelte die Rechte ihre Kräfte unter Charles de Gaulle, eine Million Rechte marschierte auf den Champs Elisées. Der Protest verlief im Sande und ließ nur ein vages Verlangen nach einer besseren Welt zurück.

Der Protest war nicht auf Paris beschränkt. Sein Geist infizierte viele andere Städte und Länder. Im unteren Manhattan herrschte die Jugend unangefochten. Provokative Poster wurden in den Straßen des „Village“ verkauft, junge Männer und Frauen trugen humorvolle Abzeichen an ihrer Brust.

Im Großen und Ganzen hatte die vage Bewegung vage Ergebnisse. Ohne eine konkrete Agenda gibt es auch keine konkreten Ergebnisse. De Gaulle stürzte einige Zeit später aus anderen Gründen. In den USA wählte das Volk Richard Nixon. Im öffentlichen Bewusstsein änderte sich manches, aber nach all dem revolutionären Gerede gab es keine Revolution.

BEI DER Samstagsrallye ging die junge Daphni Leef und ihre Kameraden kaum bemerkt durch die Menge wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Nach nur einem Jahr schien es, als ob eine neue Generation die neue Generation vom Vorjahr übernehmen würde.

Es ging nicht darum, dass sie nicht in der Lage waren, sich um eine gemeinsame Agende zu einigen – es ging eher darum, dass sie nicht den Vorteil sahen oder gar die Notwendigkeit, eine gemeinsame Agenda, eine gemeinsame Organisation, eine gemeinsame Führung zu haben. All dies sind in ihren Augen schlechte Dinge, Attribute des alten, korrupten, diskreditierten Regimes. Weg mit ihnen!

Ich bin nicht ganz sicher, was ich darüber denken soll.

Einerseits mag ich es sehr. Neue Energien werden frei. Eine junge Generation, die egoistisch, apathisch und keineswegs gleichgültig schien, zeigt plötzlich, dass sie sich Sorgen macht.

Seit Jahren habe ich meine Hoffnung ausgedrückt, dass die jungem Leute etwas Neues schaffen – mit einem neuen Wortschatz, neuen Definitionen, neuen Slogans, neuen Führern, die sich total von den heutigen Parteistrukturen und Regierungskoalitionen trennten – einem Neubeginn. Der Beginn der zweiten israelischen Republik.

Also sollte ich glücklich sein, während ich auf einen wahr werdenden Traum schaue.

Und tatsächlich bin ich glücklich über diese neue Entwicklung. Israel benötigt notwendige soziale Reformen. Die Kluft zwischen sehr Reichen und sehr Armen ist unerträglich. Eine breite neue Sozialbewegung, auch mit großen Verschiedenheiten ist eine gute Sache.

Soziale Gerechtigkeit ist eine linke Forderung und ist es immer gewesen. Eine Demonstration, die schreit: „Das Volk verlangt soziale Gerechtigkeit“ ist links, auch wenn sie dieses Stigma meidet.

Aber die hartnäckige Weigerung, die politische Arena zu betreten und keine politische Agenda zu erklären, ist schlecht. Das könnte bedeuten, dass alles im Sande verläuft, genau wie die Bemühungen des letzten Jahres.

Wenn die Demonstranten darauf bestehen, sie seien unpolitisch – was verstehen sie darunter ? Wenn das bedeutet, sie identifizieren sich selbst nicht mit einer bestehenden politischen Partei, dann kann ich nur applaudieren. Wenn es nur ein taktischer Trick ist, um Leute aus allen bestehenden Lagern anzuziehen, applaudiere ich auch. Aber wenn es eine ernsthafte Entscheidung ist, die politische Schlacht den anderen zu überlassen, muss ich es verurteilen.

Soziale Gerechtigkeit ist ein klares politisches Ziel. Es bedeutet u.a. das Geld von einer Sache wegzunehmen und es sozialen Zwecken zukommen zu lassen. In Israel bedeutet es unvermeidlich, das Geld sowohl vom riesigen Militärbudget zu nehmen, als auch von den Siedlungen, von der Unterstützung, die als Bestechung an die Orthodoxen gezahlt wird und von den parasitären Magnaten.

Wo kann dies geschehen? Nur in der Knesset. Um dorthin zu kommen, ist eine politische Partei nötig. Also muss man politisch sein. Punkt.

Ein unpolitischer Protest, der die brennenden Fragen unserer nationalen Existenz vermeidet, ist etwas, das nichts mit der Realität zu tun hat.

Letztes Jahr verglich ich den sozialen Protest mit einer Meuterei an Bord der Titanic. Man könnte dies noch erweitern. Man stelle sich das wunderbare Schiff auf seiner Jungfernfahrt mit all den lebendigen Aktivitäten an Bord vor. Die Band bittet darum, alle altmodische Musik von Mozart und Schubert wegzulassen und durch harte Rockmusik zu ersetzen. Anarchisten verlangen, dass der Kapitän entlassen wird und wählen jeden Tag einen neuen Kapitän. Andere verlangen, die Schiffsübungen zu streichen – eine lächerliche Übung auf einem „unsinkbaren“ Schiff – und stattdessen sportliche Übungen anzubieten. Auch sollte der skandalöse Unterschied zwischen der ersten Klasse und den andern Passagieren gestrichen werden etc.

Alles gute Forderungen.

Aber irgendwo auf dem Weg lauert ein Eisberg.

Israel steuert auf einen Eisberg zu, auf einen größeren als einer von denen, die auf dem Weg der Titanic schwammen. Er ist nicht verborgen. Alle seine Teile sind von weitem sichtbar. Und wir segeln geradewegs mit Volldampf auf ihn zu. Wenn wir den Kurs nicht ändern, wird sich der Staat Israel selbst zerstören – er wird sich erst in ein Apartheidstaats-Monster vom Mittelmeer bis zum Jordan verwandeln und später vielleicht in einen binationalen Staat mit arabischer Mehrheit vom Jordan bis zum Mittelmeer. Bedeutet das, dass wir unsern Kampf für soziale Gerechtigkeit aufgeben müssen? Gewiss nicht. Der Kampf für soziale Solidarität, für bessere Erziehung, für verbesserte medizinische Dienste, für die Armen und Behinderten muss jeden Tag, jede Stunde, weitergehen .

Bedeutet das auch, dass dieser Kampf ein Teil des weiteren Kampfes sein muss – politisch und ideologisch – für die Zukunft Israels, für das Ende der Besatzung, für Frieden.

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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Alles hat ein Ende ?

Erstellt von DL-Redaktion am 14. Mai 2012

Nur die Linke Wurst hat zwei

„Es ist vollbracht“ ! Diesen allseits bekannten Ausspruch glauben viele Beobachter der Linken Szene bei Betrachtung der Ergebnisse aus den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sagen zu können. Ist die Partei doch dort angekommen, von wo sie sich vor der Vereinigung zwischen der PDS und WASG einst aufmachte, die Welt in einen für viele positiven Sinne zu verändern. Um die 2,6 Prozent. Ein Ergebnis mit welchem sich einst die PDS nach Fall der Mauer im Westdeutschen-Raum feiern ließ. Eine Zahl welche auch von der WASG  erreicht wurde.

Da wollte jeder glauben das aus zwei Parteien mit jeweils 2,5 Prozent wenigsten 5 Prozent würden, was sich bis auf wenige Ausnahmen als ein großer Irrtum erwies. Gründe für das nicht erreichen von gesteckten Zielen gibt es viele aber die werden, wie in der Politik allgemein üblich unter einen großen Teppich gekehrt, oder bestenfalls im engsten Führungskreis besprochen. Dort wo die Basis nicht lautstark widersprechen kann.

So wird genau das geschehen was allgemein erwartet wird. Der Narr fühlt sich ge – oder be – rufen als Totengräber der Partei auch die Beerdigung auszurichten.  Er darf das im Westen begonnene Werk auch Bundesweit unbehindert fortsetzen. Willige Helfer tragen die Kiste und seine blinden Enthusiasten geben das letzte Geleit, derweil die absolute Stille nur durch das Bim und Bam der Glocken übertönt wird.

So ließ denn der Ex-Vorsitzende Oskar Lafontaine am Sonntagabend über einen Gewährsmann mitteilen, dass er sich eine Rückkehr an die Parteispitze vorstellen könnte. Laut einer Meldung des ARD- Hauptstadtstudios ist dabei allerdings von „Bedingungen“ die Rede, die nicht näher benannt wurden. Hierzu war aber schon vor einigen Wochen aus der Spiegelredaktion über eine Beförderung von Bierbaum etwas zu hören. Könnten hier vielleicht die bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Bertelsmann zum Vorteil Beider sein? Auch würde niemand freiwillig auf gewohnte Schlafgewohnheiten verzichten.

Zeitgleich bekräftigte Vize-Fraktionschef Dietmar Bartsch, dass er seine Kandidatur für das Vorsitzendenamt aufrecht erhält wobei ihm prominente Mitstreiter den Rücken stärken. So auch der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer welcher dem Tagesspiegel sagte, „Bartsch habe in der Vergangenheit bewiesen, dass er die Partei organisieren und auch führen könne. Mit Blick auf mögliche Bedingungen Lafontaines für eine Kandidatur sagte Lederer: „Wir sind nicht in einer Tarifverhandlung. Innerparteiliche Erpressungsmanöver sind das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können.“

Auch die stellvertretende Parteivorsitzende Halina Wawzyniak warb „sehr deutlich“ für die Wahl von Bartsch. Das „Kurshalten“ sowohl beim amtierenden Vorsitzenden Klaus Ernst als auch bei Lafontaine beobachtet, führe die Linke nicht weiter. Beiden hielt sie einen „sozialdemokratisch-autoritären Politikstil“ vor, der sich als nicht zukunftsfähig erwiesen habe.

Michael Leutert, Vorsitzender der sächsischen Landesgruppe im Bundestag, meinte, die NRW-Wahl sei offenkundig unter Verantwortung von Ernst und auch Lafontaine verloren worden, deren Konzepte „nicht alltagstauglich“ seien. Er warnte, die Linke dürfe nicht zur „Splitterpartei à la DKP“ werden.

Der Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn, zeigte sich verärgert, dass Lafontaine die Partei seit einem halben Jahr im Unklaren über seine Absichten lasse. Eine breite Diskussion an der Basis über Personalvorschläge sei damit ausgeschlossen. Bockhahn gehörte Anfang des Jahres zu den Protagonisten einer Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz. Das Vorhaben scheiterte auch am Einspruch Lafontaines.

Widerstand gegen eine Lafontaine Kandidatur meldet auch der Landesfraktionschef in Sachsen-Anhalt an. Wulf Gallert sprach sich in der Mitteldeutschen Zeitung offen gegen ein Comeback aus.

Inzwischen wurden auch Regionalkonferenzen abgesagt, auf denen der Göttinger Parteitag vorbereitet werden sollte – eine an diesem Montag in Nordrhein-Westfalen und eine am Dienstag in Hamburg. Da die Linke nun ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen, dem Land der Kohle und des Stahl, den notleidenden Kommunen und den vielen Arbeitslosen, aus dem Landtag ausscheidet, ist die Fusion von Ost- und West-linken offensichtlich misslungen. Gut möglich, dass sie nun wieder auf den Status einer ostdeutschen Regionalpartei zurückfällt.

Gegen eine Teilung der Partei sprechen sich aber alle Protagonisten zur Zeit noch einheitlich aus, was sich aber sehr schnell ändern kann. Fakt ist nun einmal dass die im Westen des Landes im entstehen begriffenen Strukturen gewaltsam zerschlagen wurden um einer gewissen „Bande machthungriger Despoten“ den Weg an die Futterkrippe des Staates zu bahnen. Möglichst viel Geld ohne Arbeit war hier die Maxime, welche sich heute in den Wahlergebnissen brutal widerspiegelt. Ergebnisse zwischen 1 bis 2 Prozent sind eine eindeutige Aussage.

Im Westen ist die LINKE –vom Ausnahmefall Saarland diesmal noch abgesehen–  nichts als eine Splitterpartei, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik praktisch immer gegeben hat. Regieren tut die Linke einzig noch in Brandenburg: in einer rot-roten Koalition mit der SPD, was  auf die Dauer nicht ausreichen wird die Partei am Leben zu halten.

Haben sich nach den entsprechenden Kommunalwahlen in den verschiedensten Westländern unterdessen bereits mehr als 100 Fraktionen in den Gemeinden und Kreistagen aufgelöst wird sich dieser Abzug jetzt noch verstärken. Auch die größten Optimisten werden langsam erkennen das der Weg der Partei unaufhaltsam nach unten geht. Die Wahlerfolge werden nicht mehr zu wiederholen sein. Da ist jetzt noch die Möglichkeit gegeben mit dem Mandat zu wuchern um sich eventuell in einer anderen Partei einen guten Listenplatz zu sichern. Sind doch bereits viele der heutigen Mandatsträger nur in die Partei eingetreten da mit einem Mandat gewunken wurde. So ward nicht nur im KV WAF das alte Wanderlied gesungen worden: „Das Wandern ist der Müllers Lust“.

Die Glocke, Heimatzeitung im Kreis Warendorf formuliert über den Verteter der Linken im Wahlkreis 86 Karl-Stephan Schulte und wir zitieren: „Karl Stephan Schulte von den Linken verpasst mit 1,63 Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag“. Warum wurde das Wort „knapp“ nicht angefügt?

Im Wahlkreis 87 büßte ihr Landtagskandidat Reiner Jenkel (versteckt sich hier gerade vor der Kamera) trotz seines „Heimvorteils“ ebenfalls 4,43 Prozent ein und erreichte 2,2 Prozent der Stimmen. Die in Ahlen weitgehend unbekannte Kandidatin der „Piraten“, Pia Hermans aus Ostbevern, holte dagegen aus dem Stand 7,55 Prozent. Quelle: AZ

Denkbar bleibt schließlich auch, dass sich die Führungsgremien in dieser Woche nicht einigen, Lafontaine dann aber in Göttingen doch antritt. Hier könnte der Mannheimer SPD-Bundesparteitag 1995 Modell stehen, auf dem Lafontaine mit dem Ausspruch „Wenn wir selbst begeistert sind, können wir auch andere begeistern“ gegen Rudolf Scharping putschte und sich zum Vorsitzenden wählen ließ. Noch heißt es unter den Genossen Lafontaine sei auch älter geworden, aber damit auch vernünftiger?

Schatzmeister Sharma ist nicht ganz so sicher. Geschichte könne sich wiederholen, meint er in Anspielung auf ein Karl-Marx-Zitat, „erst als Farce, dann als Tragödie“.

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Fotoquellen :  Beide Fotos –  DL-Redaktion – privat / CC. Commons 3.0

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WAF Linke wählt CDU/FDP

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Mai 2012

Auf diesem Plakat für die Dichtheitsprüfung steht die Linke auf Seiten der CDU und FDP

Die Linke im NRW Wahlkampf mobilisiert, wie auf ihrer Webseite NRW zu lesen ist die letzten Kräfte um die zur Zeit in den Voraussagen vorgegebene Marke von 3 Prozent noch überbieten zu können.

Jetzt wollen sie mit Protestaktionen auf die prekäre Lage von Hartz-IV-Empfängern und sozial Schwachen in NRW aufmerksam machen. Zwei Wochen vor den Wahlen! „Wenn die Menschen, die tagtäglich von Armut betroffen sind, zu großen Protesten zusammenkommen, muss sich in diesem Land etwas ändern“, sagte Linke-Spitzenkandidatin Katharina Schwabedissen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Von der Straße aus müsse der Druck auf die Politik erhöht werden. „Wenn die anderen Parteien ihre Augen vor der Wirklichkeit verschließen, geht es nicht anders.“

Vergessen oder übersehen wird in Düsseldorf dabei geflissentlich das die Partei von den Hartz 4 Empfängern lange verlassen wurde und die erwähnte Straße ihre eigenen Wege weit ab von der LINKEN geht und sich in außer parlamentarischen Gruppierungen als Wechselwähler zusammen gefunden hat. Die von der LINKEN empfohlenen Wege in den Sozialismus oder Kommunismus werden davon nur wenige Ausnahmen mitgehen.

Des weiteren ist es kein Zeichen von eigener Stärke die Piraten, deren Umfrageergebnisse momentan mehr als doppelt so hoch sind als die der LINKEN, im Kampf um die Wählerstimmen nicht als große Konkurrenz anzusehen. In ihrer grenzenlosen Arroganz hat bislang besonders die LINKE nicht eingesehen das die Piraten für etwas gewählt werden, was die LINKE bei Gründung den Wählern versprach aber nicht eingehalten hat. Themen waren u.a.: mehr Demokratie, Pluralismus oder auch Politik von unten.

So brauchen die Polit-Neulinge nicht einmal im Ansatz zu erklären, wie sie ihre Forderungen finanzieren wollen, geschweige denn ein perfektes Programm vorweisen, da die Wähler aus Erfahrung wissen das praktisch nichts von denen was Ihnen in den letzten Jahren vor den Wahlen versprochen wurde, nachher auch eingehalten wurde. So weiß auch Frau Schwabedissen das für die Einführung einer Reichensteuer der Bund und nicht die Länder zuständig sind.

Das was einige nach Gründung der Partei mühsam aufgebaut haben wird dagegen heute Stück für Stück in dilettantischer Art und Weise wieder demontiert. So dürfen sich sowohl die Bürger als auch neutrale Beobachter des NRW Wahlkampf  über folgendes Plakat im Landkreis WAF amüsieren:

Zur Erklärung dieser Dichtheitsprüfung weisen wir mit einen Link auf das Landesamt für Natur hin.

>> HIER << Dort lesen wir unter anderen:

Dichtheitsprüfung privater Hausanschlüsse

Die Dichtheitsprüfung wird derzeit von der Landesregierung neu geregelt.

Bisherige Regelung

Für bereits bestehende Abwasserleitungen muss die erste Dichtheitsprüfung grundsätzlich bis spätestens zum 31.12.2015 durchgeführt werden.

Bei Änderung einer bestehenden Grundstücksentwässerungsanlage (insbesondere nach erfolgter Sanierung / Erneuerung) erfolgt die Dichtheitsprüfung sofort nach deren Fertigstellung.

Abweichend davon können die Kommunen in ihren Satzungen grundstücksbezogene Fristen festlegen. Dies gilt dann, wenn die Gemeinde Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Abwasseranlagen festgelegt hat oder wenn die Gemeinde die Dichtheitsprüfung mit der Überprüfung der öffentlichen Kanäle koppelt. In diesen Fällen muss die Dichtheitsprüfung bis spätestens 2023 erfolgen.

Betroffen von dieser Regelung sind Haus und Grundbesitzer. Diese werden natürlich und hoffentlich für die entstehenden Kosten auch aufkommen müssen. In der Linken des KV WAF sind wie in jeder anderen Partei auch, natürlich auch Haus- und Grundbesitzer Mitglied. Könnte es ein Zufall sein das gerade die zwei Mitglieder welche für die LINKE im Kreistag sitzen Haus- und Grundstück im Familienbesitz haben und aus genau dem Grunde sich auf die Seite der CDU und FDP geschlagen haben? Die gleichen Mitglieder stimmten zuvor auch schon im Kreis den Haushalt mit den „Schwarzen“ ab.

Einen ganz besonderen Geschmack bekommt das Ganze wenn einem bewusst wird das der eine, Knud Vöcking als Parteihopper bekannt und  außer der CDU und der NPD alle anderen Parteien schon mit seiner Mitgliedschaft beehrt hat und der andere, Karl-Stephan Schulte welcher unter  Berufsbezeichnungen wie Unternehmens- oder Finanzberater sich als Linker Direktkandidat ohne Angaben zur persönlichen Bildung oder Ausbildung vorstellt, hier offensichtlich die Partei zu ihren privaten Vorteilnahmen ausnutzen. Das von Schwabedissen angesprochene Programm wird hier lächerlich gemacht.

LINKE Politik stinkt im KV WAF sehr stark nach Mövenpick verwandter Lobbypolitik der FDP. Ermöglicht durch Manipulationen in einer sehr schlampigen Ausführung. Durchgeführt und in die Wege geleitet von Schlampen und einer Schwuchtel.

Nachdem uns der Kommentator „Karl der Käfer“ vor einigen Tagen auf die vielen Wahlplakate seiner Partei hinwies, habe ich gestern auf der Strecke von Ennigerloh über Enniger nach Ahlen im Ortsbereich von Enniger keine Wahlwerbung der LINKEN wahrgenommen. Ist aber auch nicht so wichtig, für 3 % ist die Werbung allemal ausreichend.

So oder so wird innerhalb der Bevölkerung reichlich gelästert. Wie heißt es hier im Kreis WAF: „Wer „Rot“ wählt wird sich hinterher „Schwarz“ ärgern“. Oder: „Ob Lafontaine wohl als erster enteignet wird“?

Nachtrag am Sonntag den 06. 03. 2012

Zum KV WAF ging heute folgender Kommentar ein welchen ich hier noch anhänge.

Lange habe ich nur gelesen, was hier so alles geschrieben wurde.

Doch nun für alle Besserwisser:

Vor dem LPT in Hamm wurden im KV WAF wie überall Delegierte gewählt. Zur Wahl standen: Ein Genosse und Gewerkschafter, der sich für keine Arbeit zu schadewar, was immer wieder wohlwollend genutzt wurde. Einziger Nachteil, durch ein nicht selbst verschuldetes Ereignis hatte er sprachliche Probleme. Der Andere, ein selbst ernannter Unternehmensberater aus RLP und mit Gewerkschaft nichts am Hut. Bei der Vorstellung wurde unserem braven Genossen von einem der zwei anwesenden Pädagogen mitgeteilt, dass er doch wegen der bekannten Probleme mit der Artikulation nicht in der Lage sei, den KV auf dem LPT zu vertreten oder zu repräsentieren. Gewählt wurde also der Berater. Natürlich geheim, damit es demokratisch war.

Der Lehrer ist heute Vorsitzender des KV WAF und mit seinem Genossen Berater sind sie die aktuellen Landtagskandidaten.

Der KV WAF war übrigens so wichtig, dass zumindest während meiner Anwesenheit auf dem LPT kein Wortbeitrag von ihm zu hören war.

Ein Protokoll dieser Sitzung gibt es übrigens auch nicht. In der Sitzung des KV wurde ich zum damaligen Kandidaten gewählt. Nach meinem Rückzug wurde als Grund kundgetan, ich hätte meine Vorstellungen der Gewerkschaft nicht durchsetzen können. Der wahre Grund ist den Betreibern von DL wohlbekannt, wurde aber genauso wenig in der Presse wieder gegeben. Ebenso der Verlauf der Sitzung.
Da ist er wieder, der rote Faden.

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Das Ghetto im Inneren

Erstellt von Gast-Autor am 8. April 2012

Das  Ghetto im Inneren

Autor Uri Avnery

 RASSISTISCHE HASS verbrechen sind besonders hässlich.

Wenn die Opfer auch noch Kinder sind, sind sie sogar noch hässlicher.

Wenn sie von einem Araber gegen jüdische Kinder begangen werden, sind sie auch unglaublich dumm.

Genau das wurde diese Woche wieder demonstriert.

FALLS TATSÄCHLICH ein arabischer Al-Qaida-Sympathisant schuldig ist, in Toulouse drei jüdische Kinder und einen Erwachsenen erschossen zu haben, nachdem er drei nicht-weiße französische Soldaten in der Nähe erschossen hat, verursachte er nicht nur große Trauer in deren Familien, sondern auch großen Schaden dem palästinensischen Volk, dessen Sache er zu unterstützen behauptete.

Der weltweite Schock fand seinen Ausdruck in einer Demonstration der Solidarität mit der französischen jüdischen Gemeinde und indirekt auch mit dem Staat Israel.

Der französische Außenminister flog nach Jerusalem, wo die jüdischen Opfer beerdigt wurden. Präsident Nicolas Sarkozy – mitten im Kampf um seine politische Existenz – erschien überall, wo ein wenig politisches Kapital aus dieser Tragödie gezogen werden konnte. Benjamin Netanjahu war noch schamloser.

Gerade als an vielen Orten der Boykottaufruf gegen Israel gehört wurde, erinnerte dieser Akt die Welt an die verheerenden Spuren des Antisemitismus. Man muss schon sehr mutig sein, in dieser Zeit den Boykott des „jüdischen Staates“ zu verlangen. Für Befürworter Israels ist es leicht, an den Nazi-Schlachtruf „Kauft nicht bei Juden!“ zu erinnern.

In letzter Zeit hat Benjamin Netanjahu in jeder Rede, die er hält und in der er zu einem Angriff des Iran aufruft, den Holocaust erwähnt. Er prophezeit einen zweiten Holocaust, wenn nicht Irans Atomanlagen in tausend Stücke zerschlagen werden. Dies wird innerhalb Israels als zynische Ausbeutung des Holocaust kritisiert, aber in der Stimmung, die durch die Gräueltat in Toulouse geschaffen wurde, ist diese Kritik zum Schweigen gekommen.

EINIGE MÖGEN denken, diese Reaktionen seien Überreaktionen . Schließlich wurde die Gräueltat von einem einzelnen 24jährigen Verwirrten begangen. Die Opfer waren nicht nur Juden, sondern auch Muslime. Ist diese Reaktion nicht jenseits aller Proportionen? Ist diese Reaktion nicht völlig unverhältnismäßig?

Diejenigen, die so reden, verstehen den Hintergrund der jüdischen Reaktion nicht.

Yeshayahu Leibowich, ein gläubiger Jude, sagte vor Jahren, dass die jüdische Religion praktisch vor 200 Jahren gestorben sei und dass das einzige, was alle Juden vereint, jetzt der Holocaust sei. Da steckt viel Wahrheit dahinter, aber der Holocaust muss in seinem Kontext verstanden werden – als der Höhepunkt Jahrhunderte langer Verfolgung.

Fast jedes jüdische Kind in aller Welt wächst mit dem Narrativ der jüdischen Opferrolle auf. „In jeder Generation stehen sie auf, um uns zu vernichten,“ sagt der heilige Text, der in jeder jüdischen Familie in aller Welt am Passahabend gelesen wird. „Sie“ sind – selbstverständlich – die „Goyim“, alle Goyim (Nichtjuden).

Nach unserem allgemein angenommenen Narrativ sind Juden überall und immer mit wenigen Ausnahmen verfolgt worden. Juden mussten überall und zu jeder Zeit damit rechnen, angegriffen zu werden. Es ist eine sich fortsetzende Geschichte von Massakern, Massenvertreibungen, vom Hinschlachten durch die Kreuzfahrer, von der spanischen Inquisition, der russischen und ukrainischen Pogrome. Der Holocaust war nur ein Glied in jener Kette und wahrscheinlich nicht das letzte.

Die jüdische Geschichte, die Geschichte der Opferrolle, beginnt nicht erst mit dem europäisch-christlichen Judenhass, sondern geht zurück zur (mythischen) Geschichte der israelitischen Sklaverei in Ägypten, der Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Babylonier und noch einmal durch die Römer. Vor ein paar Wochen wurde das fröhliche Fest Purim gefeiert in Erinnerung an die biblische (und mythische) Geschichte des Planes, alle Juden in Persien, dem heutigen Iran, zu vernichten, was durch eine hübsche und skrupellose junge Frau mit Namen Esther verhindert wurde. (Am Ende waren es die Juden, die alle ihre Feinde töteten, Frauen und Kinder eingeschlossen.)

Das Narrativ von der nicht enden wollenden Opferrolle ist so tief im Bewusstsein und Unterbewusstsein eines jeden Juden, dass der kleinste Vorfall eine Orgie von Selbstmitleid auslöst, die ganz unverhältnismäßig erscheint. Jeder Jude weiß, dass wir gegen eine feindselige Welt zusammen stehen müssen, dass der Angriff auf einen Juden ein Angriff gegen alle ist, dass ein Pogrom im entfernten Kishinev die Juden in England sich erheben lässt, dass ein Angriff auf Juden in Toulouse die Juden in Israel sich erheben lässt.

Dem Mörder von Toulouse ist es mit seiner scheußlichen Tat gelungen, das französische – ja, das Weltjudentum – noch enger an den Staat Israel zu binden.

Schon in den letzten Jahren sind die Verbindungen noch enger geworden. Ein großer Teil der französischen Juden sind Immigranten aus Nordafrika, die statt nach Israel nach Frankreich gingen und deshalb leidenschaftlichere israelische Nationalisten als die meisten Israelis sind. Sie investieren Geld und kaufen Häuser in Israel. Im August hört man an Tel Avivs Strand mehr Französisch als Hebräisch. Jetzt könnten sich viele entscheiden, auf immer nach Israel zu kommen.

Wie jede antisemitische Tat trägt auch diese zur Stärkung Israels bei und besonders zur Stärke der israelischen anti-arabischen Rechten.

ICH BIN davon überzeugt, dass der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayad es ganz ernst meinte, als er die Gräueltat verurteilte und besonders die Erklärung des Mörders: dass er den Tod der Kinder in Gaza rächen wolle. Keiner solle den Namen Palästinas äußern, wenn solch eine gemeine Tat ausgeführt wird, sagte Fayad.

Ich wurde an meinen Freund Issam Sartawi erinnert, den palästinensischen „Terroristen“, der ein großartiger Friedensaktivist und deshalb ermordet wurde. Er erzählte mir einmal, dass ein französischer antisemitischer Führer in sein Büro in Paris kam und ihm ein Bündnis anbot. „Ich warf ihn raus,“ sagte er mir, „ich weiß, dass die Antisemiten die größten Feinde des palästinensischen Volkes sind“.

Wie schon viele Male darauf hingewiesen wurde, ist der moderne Zionismus die Stieftochter des modernen europäischen Antisemitismus’. In der Tat wurde der Name „Zionismus“ nur ein paar Jahre, nachdem der Terminus „Antisemitismus“ von einem deutschen Ideologen geprägt wurde, erfunden.

Ohne Antisemitismus, der Europa von den „Schwarzen Hundertschaften“ im zaristischen Russland bis zur Dreyfus-Affäre im republikanischen Frankreich verschlang, würden die Juden sich nach Zion sicher weitere 2000 Jahre gesehnt haben. Es war Antisemitismus mit der Drohung kommender schrecklicher Dinge, die sie wegtrieb, und schenkten der Idee Glauben, dass Juden einen eigenen Staat haben müssen, wo sie Herren ihres eigenen Schicksals sein würden.

Die ursprünglichen Zionisten beabsichtigten nicht, einen Staat zu bauen, der eine Art Generalstab für das Weltjudentum sein würde. Tatsächlich dachten sie, dass es dann kein Weltjudentum mehr gebe. Nach ihrer Vision würden alle Juden sich in Palästina versammeln und die jüdische Diaspora würde verschwinden. Das war es, was Theodor Herzl schrieb und was David Ben Gurion und Vladimir Jabotinsky glaubten.

Wenn es so gekommen wäre, dann hätte es keine antisemitischen Morde in Toulouse gegeben, denn dann hätte es in Toulouse keine Juden mehr gegeben.

Ben Gurion war kaum zu bändigen, den amerikanisch jüdischen Zionisten zu sagen, was er von ihnen hielt. Er verachtete sie zu tiefst. Ein Zionist – so glaubte er – hat nichts anderes zu tun, als in Zion zu sein. Wenn er Benjamin Netanjahu gelauscht hätte, wie er bei der AIPAC-Konferenz den Tausenden jüdischer „Führer“ geschmeichelt hat, dann wäre ihm schlecht geworden. Und man kann es verstehen, weil diese Juden, die klatschten und wie Verrückte von ihren Sitzen auf und absprangen und Netanjahu anstachelten, einen verheerenden Krieg gegen den Iran zu beginnen, in ihre gemütlichen Heime und zu ihren lukrativen Beschäftigungen in Amerika zurückgingen.

Ihre englisch sprechenden Kinder besuchen Colleges und träumen von zukünftigen Reichtümern, während ihre Altersgenossen in Israel zur Armee gehen und sich Sorgen darüber machen, was mit ihren wehrlosen Familien geschieht, wenn der versprochene Krieg mit dem Iran Wirklichkeit würde. Dabei soll einem nicht schlecht werden?

ÜBRIGENS PRODUZIERTE die Symbiose amerikanischer Politiker und zionistischer Lobby in dieser Woche wieder eine seltsame Kuriosität. Der US-Kongress erließ einstimmig ein Gesetz, das es Israelis erleichtert, auf immer nach Amerika einzuwandern. Das einzige, was wir jetzt tun müssen, ist ein kleines Geschäft in Amerika kaufen – sagen wir mal einen kleinen Delikatessladen in einer Ecke von Brooklyn, für den halben Preis einer Wohnung in Jerusalem – um automatisch ein amerikanischer Einwohner zu werden und schließlich ein Staatsbürger.

Kann man sich eine anti-zionistischere Tat vorstellen als diesen Plan, um Israel zu entvölkern?

Alles aus Liebe zu Israel und den jüdischen Stimmen.

Die israelischen Medien applaudierten natürlich über diesen erstaunlichen neuen Beweis amerikanischer Freundschaft für Israel.

Hier haben wir also einen mörderischen Anti-Semiten in Toulouse, der die Juden nach Israel treibt und einen feigen zionistischen US-Kongress, der die Israelis verführt, zurück ins „Exil“ zu gehen.

ALS ISRAEL gegründet wurde, dachten wir, dies wäre das Ende der jüdischen Opferrolle und besonders der Mentalität der jüdischen Opferrolle.

Hier waren wir, Hebräer einer neuen Art, fähig, uns selbst zu verteidigen mit all den Instrumenten der Macht eines souveränen Staates.

Heulsusen-Opferrolle gehörte zur verachteten und verabscheuten Diaspora, zu den zerstreuten und den wehrlosen jüdischen Gemeinden.

Aber die Opferrolle ist zurückgekommen, als politischer Allzweck-Trick und als psychische Haltung. Die iranischen Atombomben, die wirklichen oder eingebildeten, geben ihr einen großen Auftrieb. Solange Israel sich in einem Angstzustand befindet, wird die Zweite-Holocaust-Mentalität ihren Griff nicht lösen.

Von Tag zu Tag wird Israel jüdischer und weniger israelisch. Wie gesagt worden ist: es ist leichter die Juden aus dem Ghetto herauszuholen, als das Ghetto aus den Juden. Besonders bei einem ständigen Krieg.

Am Ende kommen wir also zur selben Schlussfolgerung wie bei allen anderen Problemen : Frieden ist die Antwort.

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs; vom Verfasser autorisiert)

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Dunkelheit vertreiben !

Erstellt von DL-Redaktion am 31. Dezember 2010

Die Dunkelheit vertreiben

Autor : Uri Avnery

ES IST leicht, angesichts der schmutzigen Welle von Rassismus, die uns überschwemmt, zu verzweifeln.

Die Medizin gegen die Verzweiflung ist die wachsende Anzahl junger Leute, Söhne und Töchter der neuen israelischen Generation, die sich vereinigt, um sich dem Kampf gegen Rassismus und Besatzung zu engagieren.

IN DIESER Woche versammelten sich mehrere Hundert von ihnen in einer Halle in Tel Aviv (die ironischerweise der Zionistischen Vereinigung von Amerika gehört), um ein Buch vorzustellen, das die Gruppe „Das Schweigen brechen“ veröffentlichte.

In der Halle waren auch ein paar Veteranen des Friedenslagers, aber die große Mehrheit der Anwesenden waren Jugendliche in den Zwanzigern, junge Männer und Frauen, die ihren Militärdienst abgeschlossen hatten.

„Die Besatzung der Gebiete“ ist ein Buch mit 344 Seiten, das aus fast 200 Zeugnissen von Soldaten über das tägliche und nächtliche Leben der Besatzung besteht. Die Soldaten lieferten die Augenzeugenberichte, und die Organisation, die aus Ex-Soldaten besteht, überprüfte, verglich und wählte aus. Am Ende wurden 183 von etwa 700 Zeugnissen für die Veröffentlichung ausgewählt.

ES IST leicht, angesichts der schmutzigen Welle von Rassismus, die uns überschwemmt, zu verzweifeln.

Die Medizin gegen die Verzweiflung ist die wachsende Anzahl junger Leute, Söhne und Töchter der neuen israelischen Generation, die sich vereinigt, um sich dem Kampf gegen Rassismus und Besatzung zu engagieren.

IN DIESER Woche versammelten sich mehrere Hundert von ihnen in einer Halle in Tel Aviv (die ironischerweise der Zionistischen Vereinigung von Amerika gehört), um ein Buch vorzustellen, das die Gruppe „Das Schweigen brechen“ veröffentlichte.

In der Halle waren auch ein paar Veteranen des Friedenslagers, aber die große Mehrheit der Anwesenden waren Jugendliche in den Zwanzigern, junge Männer und Frauen, die ihren Militärdienst abgeschlossen hatten.

„Die Besatzung der Gebiete“ ist ein Buch mit 344 Seiten, das aus fast 200 Zeugnissen von Soldaten über das tägliche und nächtliche Leben der Besatzung besteht. Die Soldaten lieferten die Augenzeugenberichte, und die Organisation, die aus Ex-Soldaten besteht, überprüfte, verglich und wählte aus. Am Ende wurden 183 von etwa 700 Zeugnissen für die Veröffentlichung ausgewählt.

Nicht ein einziges dieser Zeugnisse wurde vom Armeesprecher abgestritten, der sich sonst beeilt, diesen ehrlichen Berichten über das, was in den besetzten Gebieten geschieht, zu widersprechen. Da die Herausgeber des Buches selbst Soldaten waren, die an diesen Orten ihren Militärdienst machten, war es für sie leicht, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.

Das Buch ist sehr deprimierend – nicht weil es detailliert über schreckliche Grausamkeiten berichtet. Im Gegenteil, die Herausgeber bemühten sich, nicht Vorfälle von außergewöhnlicher Brutalität – von Sadisten begangen, die man in jeder israelischen Armeeeinheit und in den Armeen aller Welt findet – mit hineinzunehmen. Sie wollten eher ein Licht auf die graue Routine der Besatzung werfen.

Es gibt Berichte von nächtlichen Überfällen in ruhige palästinensische Dörfer als Übung – Einbruch in irgendwelche Häuser, in denen es keine „Verdächtige“ gibt, wo Kinder, Frauen und Männer terrorisiert, Chaos im Dorf angerichtet wird – und all dies nur, um die Soldaten zu „trainieren“.

Es gibt Geschichten über das Demütigen von Passanten an den Checkpoints ( „Mach den Checkpoint sauber, dann bekommst du deine Schlüssel wieder !“), gelegentliche Schikane ( „Er begann zu meckern, also schlug ich ihm mit dem Gewehrkolben ins Gesicht!“) . Jedes Zeugnis ist sorgfältig dokumentiert mit Zeit, Ort, Einheit.

Bei der Einführung des Buches wurden einige der Zeugenaussagen sogar im Film gezeigt mit den Zeugen, die es wagten, ihr Gesicht zu zeigen und ihre Identität mit vollem Namen preiszugeben. Sie waren keine ungewöhnlichen Leute, keine Fanatiker oder „blutende Herzen“. Keine Weichen aus der „Wir schießen und weinen“-Schule. Ganz gewöhnliche junge Leute, die Zeit hatten, sich mit ihren persönlichen Erfahrungen aus einander zu setzen.

Gelegentlich blitzt sogar Humor auf. Wie die Geschichte des Soldaten, der lange Zeit an einem Checkpoint zwischen zwei palästinensischen Dörfern stehen musste, ohne den Wert für die Sicherheit hier zu verstehen. Eines Tages erschien plötzlich von nirgendwo ein Bulldozer, ergriff die Betonblöcke und nahm sie weg – wieder ohne jegliche Erklärung. „Sie haben meine Straßensperre geklaut!“ beklagte sich der Soldat, da er sich an den Platz gewöhnt hatte.

Die Titel der Zeugnisse sprechen für sich selbst: „Um Schlaflosigkeit im Dorf zu schaffen“, „Wir pflegten Nachbarn zu schicken, um Explosivstoffe zu beseitigen “, „Der Bataillonskommandeur befahl, jeden zu erschießen, der versuchte, die Toten zu beseitigen“, „ Der Marinekommandeur der Flotte steckte die Mündung seines Gewehrs in den Mund des Mannes“, „Sie sagten uns, auf jeden zu schießen, der sich auf der Straße bewegt“, „Du kannst alles machen, was dir gefällt, keiner wird dich später etwas fragen“, „Du schießt aus Spaß auf das TV“. „Ich wusste nicht, dass es Straßen nur für Juden gibt“, „Eine Art totaler Willkürlichkeit“, „Die Jungs (der Hebron-Siedler) schlugen die alte Frau zusammen“, „Arrest der Siedler? Das kann die Armee nicht tun“. Und so weiter. Nur Routine.

Die Absicht des Buches ist nicht, Brutalitäten aufzudecken und die Soldaten als Monster zu zeigen. Es will eine Situation darstellen: die Herrschaft über ein anderes Volk mit all der überheblichen Willkür, die notwendigerweise damit verbunden ist, Demütigung der Besetzten, Degeneration des Besatzers. Nach den Herausgebern ist es für den einzelnen Soldaten ganz unmöglich, die Situation zu verbessern. Er wird zu einer Schraube in einer Maschine, die von Natur aus unmenschlich ist.

GRUPPEN junger Leute, denen es einfach zu übel wird, tauchen im Lande auf. Sie sind Zeichen eines Erwachens, das seinen Ausdruck im täglichen Kampf von Hunderten von Gruppen findet, die sich für verschiedene Dinge engagieren. Nur scheinbar verschieden – weil diese Dinge mit einander verbunden sind. Der Kampf gegen die Besatzung, für die Flüchtlinge, die Schutz suchen, gegen die Zerstörung der Beduinenhütten im Negev, gegen die Invasion der Siedler in arabische Stadtteile Ostjerusalems, für gleiche Rechte der arabischen Bürger in Israel, gegen soziale Ungerechtigkeiten, für die Erhaltung der Umwelt, gegen die Korruption der Regierung, gegen religiösen Zwang etc. etc. Sie haben einen gemeinsamen Nenner: der Kampf für ein anderes Israel.

Junge Freiwillige für jeden dieser Kämpfe – und für alle zusammen – sind heute nötiger denn je, angesichts des Rassismus, der in ganz Israel seinen hässlichen Kopf in die Höhe hebt – ein offener Rassismus, schamlos und tatsächlich stolz auf sich selbst.

Das Phänomen als solches ist nicht neu. Was neu ist, ist der Verlust jeder Spur von Scham. Die Rassisten schreien ihre Botschaft an jeder Straßenecke heraus und ernten Applaus von Politikern und Rabbinern.

Es begann mit der Flut rassistischer Gesetzesentwürfe, die dafür bestimmt waren, die arabischen Bürger zu delegitimieren und zu vertreiben. „Zulassungskomitees“, „Treueeid“ und vieles mehr. Dann kam das religiöse Edikt des Chefrabbiners von Safed, das Juden verbat, Arabern Wohnungen zu vermieten. Dies verursachte Entsetzen und Beschämung. Seitdem sind alle Dämme gebrochen. Eine Bande 14Jähriger überfiel Araber mitten in Jerusalem, benützte ein 14jähriges Mädchen als Köder und schlugen sie bewusstlos. Hunderte von Rabbinern im ganzen Lande verfassten zusammen ein Manifest, das verbietet, Wohnungen an „Ausländer“ (gemeint sind Araber, die seit Jahrhunderten im Lande lebten) zu vermieten. In Bat Yam, das an Tel Aviv grenzt, rief eine stürmische Demonstration, alle Araber aus der Stadt zu vertreiben. Am nächsten Tag verlangte eine Demonstration in Tel Avivs ärmsten Viertel die Vertreibung der Flüchtlinge und Fremdarbeiter aus dem Stadtviertel.

Offensichtlich waren die Demonstrationen in Bat Yam und Tel Aviv verschiedenen Zielen gewidmet: die erste gegen die Araber, die zweite gegen Fremdarbeiter. Aber dieselben wohlbekannten faschistischen Aktivisten erschienen und sprachen bei beiden, sie trugen dieselben Poster und schrieen dieselben Slogans. Der auffälligste unter ihnen war die Behauptung, dass die Araber und die Ausländer jüdische Frauen gefährden – die Araber heiraten sie und nehmen sie mit in ihre Dörfer, die Fremdarbeiter flirten mit ihnen. „Jüdische Frauen für das jüdische Volk!“ schrieen die Poster – als ob die Frauen ein Besitz wären.

Die Verbindung zwischen Rassismus und Sex interessierte die Forscher schon immer. Die weißen Rassisten in den USA verbreiteten das Gerücht, dass die „Nigger“ einen dickeren Penis hätten. Unter den deutschen Nazizeitungen war die sensationellste „Der Stürmer“, ein pornographisches Blatt, das voll mit Geschichten über unschuldige blonde Mädchen waren, die von krummnasigen hässlichen Juden mit Geld verführt wurden. Sein Herausgeber Julius Streicher, wurde in Nürnberg gehängt.

Einige glauben, eine der Wurzeln des Rassismus sei ein Gefühl von sexueller Unzulänglichkeit , der Mangel an Selbstvertrauen von Männern, die fürchten, sexuell impotent zu sein – das ganze Gegenteil des Macho-Rassisten. Es genügt, sich die rassistischen Demonstranten anzusehen, um die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.

JEAN-PAUL SARTRE sagte bekanntermaßen, dass jede Person ein Rassist sei – es gäbe nur den Unterschied zwischen denen, die es zugeben und versuchen, dagegen anzukämpfen und jenen, die das nicht tun.

Das stimmt zweifellos. Ich habe einen einfachen Test für die Macht des Rassismus: man fährt mit dem Wagen und jemand schneidet einem den Weg ab. Wenn es ein schwarzer Fahrer ist, sagt man: „Verdammter Nigger!“ wenn es eine Frau ist, schreit man: „Geh in deine Küche!“ Wenn er eine Kipa trägt, schreit man: „Blöder Dos“ („Dos“ ist ein abfälliger hebräischer Spitzname für religiöse Juden). Wenn es ein Fahrer ohne besondere Kennzeichen ist, schreit man nur „Idiot! Wer gab dir eine Fahrerlaubnis?“

Der Fremdenhass, die Aversion gegen jeden, der anders ist , als man selbst, hat scheinbar biologische Züge, Überbleibsel aus Zeiten der Urmenschen, als jeder Fremde eine Bedrohung für die begrenzten Ressourcen des Stammes war. Er besteht auch unter vielen anderen Tierarten. Es ist nichts, auf das man stolz sein kann.

Der zivilisierte Mensch und mehr noch die zivilisierte menschliche Gesellschaft hat die Pflicht, diese Züge zu bekämpfen – nicht nur, weil sie in sich hässlich sind, sondern weil sie die Modernisierung der globalen Welt hindern, in der die Zusammenarbeit zwischen Menschen und zwischen Völkern zwingend ist. Sie bringen uns zu den Höhlenmenschen zurück.

Die Situation hier bewegt sich in die andere Richtung: das Land umarmt den rassistischen Dämon. Nach Jahrtausenden Opfer des Rassismus zu sein, sind Juden hier anscheinend glücklich, nun anderen das anzutun, was ihnen angetan wurde.

ES IST unmöglich, die zentrale Rolle zu ignorieren, die Rabbiner bei diesem widerlichen Durcheinander spielen. Sie reiten oben auf der Welle und behaupten, dies sei der Geist des Judentums. Sie zitieren die heiligen Texte in voller Länge.

Die Wahrheit ist, dass das Judentum, wie fast jede andere Religion, rassistische und antirassistische, humanistische und barbarische Elemente einschließt. Die Kreuzfahrer, die auf dem Weg ins Heilige Land die Juden im Rheinland schlachteten und die Bewohner Jerusalems mordeten – Muslime genau so wie Juden – als sie die Stadt eroberten, schrieen: „Gott will es!“ So kann man im Neuen Testament großartige Passagen finden, die Liebe predigen, und auch ganz andere Passagen. So sind auch im Koran Suren voller Liebe für die Menschheit und Aufrufe zu Gerechtigkeit und Gleichheit, aber es gibt auch ganz andere voller Intoleranz und Hass.

So ist es auch mit der hebräischen Bibel. Die Rassisten zitieren Rabbi Maimonides, der zwei biblische Worte als ein Gebot interpretiert, Nichtjuden keine Wohn- und Lebensmöglichkeit im Lande zu geben. Das ganze Buch Josua ist ein Aufruf zum Genozid. Die Bibel befiehlt den Israeliten, den ganzen Stamm der Amalekiter umzubringen („Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge“) und der Prophet Samuel entthronte König Saul, weil er das Leben von amalekitischen Gefangenen schonte (1. Sam.15).

Aber die hebräische Bibel ist auch ein Buch von unvergleichlicher Menschlichkeit. Es fängt mit der Beschreibung der Erschaffung von Mann und Frau an, indem betont wird, dass alle Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen sind – und deshalb gleich. „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn, Mann und Frau. Die Bibel verlangt viele Male, den „Gerim“ (den Fremden, der unter den Israeliten lebt ) als Israeliten zu behandeln, „Weil ihr Fremde im Lande Ägyptens ward.“

Wie Gershom Schocken, der Besitzer und lange Zeit Chefredakteur von Haaretz, in einem in dieser Woche – seinem 20. Todestag – wieder veröffentlichten Artikel hinwies: Esra hat tatsächlich die nicht-jüdischen Frauen aus der Gemeinde ausgeschlossen. Aber davor spielten fremde Frauen eine zentrale Rolle in der biblischen Geschichte. Bathseba war die Frau eines Hettiters, bevor sie König David heiratete und wurde die Mutter des Hauses David, aus dem der Messias kommen wird ( oder von dem, nach christlichem Glauben, Jesus heute vor 2010 Jahren geboren wurde). David selbst war ein Nachfahre von Ruth, einer Moabiterin. König Ahab, der größte der israelitischen Könige, heiratete eine Phönizierin.

Wenn unsere Rassisten das hässlichste Gesicht des Judentums darstellen und dabei dessen universale Botschaft ignorieren, schaden sie der Religion von Millionen von Juden in aller Welt. Die bedeutendsten jüdischen Rabbiner schwiegen in dieser Woche angesichts des rassistischen Feuers, das von Rabbinern angezündet wurde, oder murmelten etwas über „Wege des Friedens“ – womit sie auf die Regel verwiesen, es sei verboten, die Goyim zu provozieren, weil sie die Juden in anderen Ländern so behandeln könnten, wie die Juden die Minderheit in ihrem eigenen Staat. Bis jetzt hat noch kein christlicher Priester seine Gemeinde aufgerufen, Juden keine Wohnung zu vermieten – aber es könnte geschehen.

Das Schweigen der „Torah-Weisen“ ist donnernd. Noch mehr ist es das Schweigen der politischen Führer des Landes. Der Friedensnobelpreisträger Shimon Peres erhob seine Stimme nicht, um seinen Unmut auszudrücken, und Binyamin Netanyahu begnügte sich, die Rassisten aufzurufen, „ das Gesetz nicht in ihre eigenen Hände zu nehmen.“ Kein einziges Wort gegen den Rassismus, nicht ein einziges Wort über Moral und Gerechtigkeit.

ALS ICH den Exsoldaten bei der Veranstaltung „Das Schweigen brechen“ zuhörte, war ich voller Hoffnung. Diese Generation hat die Pflicht, den Staat zu heilen, in dem sie ihr Leben verbringen will.

Wie es im Chanukkalied heißt, das schnell zur Hymne der Antirassisten-Demonstrationen wird: „Wir kommen, um die Dunkelheit zu vertreiben.“

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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