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Franz Beckenbauer: Jetzt red i!

Erstellt von Gast-Autor am 17. Juni 2014

WM: Mit unseren Recken nicht verstecken

File:Franz Beckenbauer in Moscow.jpg

Autor: Beckenbauer, Franz

Rationalgalerie

Datum: 16. Juni 2014

Ja ist denn schon Fasching werden viele von Euch gefragt haben, als sie hören mussten, dass die FIFA mich gesperrt hat – für 90 Tage! Für „jegliche Tätigkeit im Fußball“. Als ob man dem Kaiser das Regieren verbieten könnte! Ich komm mir ja vor wie Uli Hoeneß. Weggesperrt geradezu. Nur weil ich angeblich ein paar Fragen nicht beantwortet habe. Ja, antwortet denn die Frau Merkel auf irgendwas wo sie zu gefragt wird? Und der Blatter-Sepp, hat der irgendwann irgendeine Frage jemals beantwortet? Außerdem soll´n die doch froh sein, wenn ich schweige. In diesen Weltmeisterschafts-Vergabe-Angelegenheiten. Die könnten sich glatt einen Katar holen, hahaha, denn wenn ich den Mund aufmache, dann zieht´s, hahaha. Also wenn ich jetzt rede, dann nur über Fußball. Wie die deutsche Mannschaft das in Brasilien ohne mich hinkriegen wird, werden wir ja sehen. Denn dann und wann braucht der Jogi einen Anpfiff, nicht nur zu Beginn des Spiels, hahaha.

Also jetzt zum Spiel Deutschland gegen Portugal. Ja, wenn wir das nicht gewinnen, dann wäre es ja glatt verloren. Kommt´s mir jetzt nicht mit Ronaldo, der ist doch nur ein Fußballdarsteller, kämmt sich alle fünf Minuten die Haare, der läuft doch wie eine Schwuchtel. Is nix mit Homophobie, einige meiner besten Freunde sind schwul. Also nicht wie Ihr denkt, hahaha. Jedenfalls hat der Jogi, weil ich ihm das mit Ronaldo gesteckt habe, unsere größten deutschen Fussball-Recken in die Abwehr gestellt, den Mertesacker, den Hummels, den Boateng und den Höwedes, die machen die portugiesischen Ölsardinen doch zu Sprotten. Na gut, äh, außer Boateng ist keiner in der Abwehr von Bayern München, aber der Boateng, der wird dem Ronaldo mal zeigen was ein echter Bayer ist, der Berliner Neger. Eins ist selbst dem größten Depp klar: Wir müssen gewinnen, wenn wir nicht verlieren wollen.

Es gibt keinen Gegner, den wir fürchten müssen. Nehmen wir mal die Holländer, die haben gegen die Spanier glatt 5 : 1 gewonnen. Und warum? Weil sie mal keinen Käs zusammengespielt haben, hahaha. Der Holländer ist ja schon eher ein Deutscher, nur eben einer mit Wohnwagen. Gegen solche deutsche Tugenden wie hinten reinstellen und vorne reinmachen, da kann eben keiner gegen an. Dass der Kroate gegen Brasilien verlieren musste, ja mei, das habe ich doch vorher schon gesagt. Und wer zu faul zum Arbeiten ist, wie der Grieche, das sagt ja auch die Frau Merkel immer, der hat Schulden, da muss man ja gegen die Drogen-Barone aus Kolumbien verlieren. Das hatte ich schon in der Nase, hahaha. Und, dass der Japaner sich von der Elfenbeinküste hat wegputzen lassen! Da ist doch bei Toyota mal wieder eine Rückruf-Aktion fällig: Schiri ans Telefon, hahaha. Und die Spaghettis haben den Engländern schon gezeigt wo die Carbonari den Most holen: Mit 1: 2 haben die Wembley-Tor-Betrüger gegen Italien verloren. Das kommt davon.

Ist der Ball schön rund, dann ist er auch gesund, Euer Franz.


Grafiquelle :

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Attribution: Елена Рыбакова

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DL – Tagesticker 10.06.14

Erstellt von DL-Redaktion am 10. Juni 2014

Direkt eingeflogen mit unserem Hubschrappschrapp

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1.) Die nächste Blamage

Bundesregierung erteilt Snowden eine Abfuhr. In der Affäre um die millionenfache Ausspähung von Bundesbürgern durch die NSA haben sich schon etliche Minderbegabungen der deutschen Politik um Kopf und Kragen geredet, darunter Merkels Ex-CDU-Kanzleramtsminister Pofalla („alle Vorwürfe sind vom Tisch“) und Ex-CSU-Innenminister Hans-Peter Friedrich.

OVB

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2.) So schlimm war das Unwetter in NRW

NRW Ein extremes Unwetter hat am Montagabend über Nordrhein-Westfalen gewütet. Mindestens eine Person kam wegen des Orkans ums Leben. In vielen Städten waren alle Rettungskräfte im Einsatz. Technisches Hilfswerk und Bereitschaftspolizei wurden mobilisiert. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr komplett ein.

Ruhr Nachrichten

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3.) Weniger Menschen warten auf Organe

Immer weniger Menschen spenden Organe – aber auch die Wartelisten werden kürzer. Offenbar hat der Organspende-Skandal dafür gesorgt, dass Ärzte ihren Patienten seltener eine Transplantation empfehlen. Für die Kranken kann das von Vorteil sein.

Sueddeutsche

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4.) Erst spielen, dann Korruption bekämpfen

FUSSBALL Hat das Emirat Katar die WM 2022 gekauft? Sponsoren rücken angesichts der Vorwürfe von der Fifa ab

TAZ

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5.) Der Kaiser kann leider kein Englisch

LICHTGESTALT Ist Franz Beckenbauer in die katarische Korruptionsaffäre verwickelt? Entsprechende Fragen hat er nicht beantwortet

TAZ

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6.) Zwischen radikal Verändern und Mitregieren

Linke Perspektivsuche bei »Marx Is‘ Muss« in Berlin. Rund 700 Interessierte, die Hälfte von ihnen Studierende, kamen am Wochenende in Berlin zusammen: »Marx Is‘ Muss« lautete das Motto ihres Kongresses.

Neues Deutschland

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Der, Die, Das – Letzte vom Tag

Posten-Geschachere in der EU

7.) Schleichender Putsch

Juncker? Oder doch Schulz? Vordergründig ringen Mitgliedstaaten und Europaparlament um die Besetzung des Chefpostens. Der eigentliche Kampf ist komplizierter, geradezu episch. Es geht um Macht – und um die Dominanz der Nationalstaaten im europäischen Gefüge.

Sueddeutsche

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Hinweise nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Der Fußball-Idiot Beckenbauer

Erstellt von Gast-Autor am 26. November 2013

„Die Merkel ist eine wie der Franz“

Brot und Spiel

Autor: U. Gellermann

Rationalgalerie

Datum: 25. November 2013

Es war Wolfgang Niersbach der jetzige DFB-Präsident, der in einem Interview über die Kanzlerin gesagt hat: „Die Merkel ist eine wie der Franz“. Gemeint war der Beckenbauer. Und Niersbach – der Mann aus Rommerskirchen-Nettesheim, der nicht gerade als Erfinder des heißen Wassers bekannt ist – hat versehentlich den Nagel in den richtigen Kopf geschlagen: Beckenbauer und Merkel, einer wie die andere, verkörpern das Fett-Schwimmt-Oben-Deutschland, die Gesellschaft der Nichtwisser und Allesbestimmer. Das ist das Land, wo die Idioten blüh´n.

Erst neulich wurde der „Franz“, wie ihn die servilen Medienhanseln gern nennen, mal wieder verhaltensauffällig: Er war selbst in Katar, in dem Land, in dem für die Fußballweltmeisterschaft 2018, die Sklaven bei 50 Grad im Schatten schuften, mal für wenig, mal für keinen Lohn, mal mit wenig Trinkwasser, mal ohne Trinkwasser. Aber der Fußball-Idiot hat keine Ketten gesehen, auch keine Kugeln an den Füßen. Mit den Arbeitern gesprochen hat er nicht. Warum auch: Die hätten ihn nicht verstanden, selbst wenn sie Deutsch gekonnt hätten. Und es hätte nicht an Beckenbauers Akzent gelegen, sondern an seinem Weltverständnis: „Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage“, hat er schon mal gesagt und auch: „Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz genau gesehen.“

Dass so einer, der nichts konnte als Fußballspielen und Sekretärinnen schwängern, in Deutschland ganz groß raus kommt, sagt weniger etwas über den Mann, als ganz viel über das Land: Natürlich hat Beckenbauer das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, selbstverständlich wurde ihm die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold verliehen. Wahrscheinlich dafür, dass der Steuervermeider Beckenbauer sein bisschen Steuern in Österreich zahlt. Und dass ihn der Burda-Konzern mit fünf Bambis überschüttet hat, versteht sich von selbst: Immerhin soll er die BUNTE sogar selbst lesen können. Das ZDF mochte sich nicht entblöden, dem Fußballer eine Gala zum 60. Geburtstag auszurichten. Wenn er 80 wird, könnten wegen der dann geplanten Beckenbauer-Festwochen im TV gut die Rundfunkgebüren erhöht werden.

Solche „Lichtgestalten“ wie der Beckenbauer sind natürlich parteiübergreifende Spezis: Gemeinsam mit Merkel und Steinbrück durfte er die Sonderbriefmarken zur Fußball-WM vorstellen und ob SPD oder CDU: Man sonnt sich auf Empfängen oder Tribünen im Glanz eines Mannes, der sich selbst als „Gelegenheitsarbeiter“ bezeichnet aber immerhin schon mal „In einem Jahr . . . 15 Monate durchgespielt“ hat. Der Mann, der Willy Brandt, den einzig herausragenden Kanzler der Bundesrepublik als „eine Art nationales Unglück“ bezeichnet hat, wird versuchen, im Verein mit der durch und durch verrotteten FIFA, eine Fußball-WM auf dem Rücken von Sklaven auszutragen. Es sieht nicht danach aus, dass sich die Großkoalitionäre dem entgegen stellen wollen. Warum auch? Immer noch passt der von Walter Jens auf Beckenbauer formulierte Satz: Er sei das „Symbol des Kapitalismus im Zeitalter der Refeudalisierung“.

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Grafikquelle: Verlinkung mit Twitter

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