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RENTENANGST

Mehr Wind machen, aber

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2011

…nicht den aus der Uckermark!

Datei:Windrad bei Dachau.JPG

Wäre es von der Regierung erwünscht, ließe sich der Ausbau erneuerbarer Energien gewiss entsprechend  beschleunigen: Mit neuen Gesetzen, finanziellen Anreizen und Mobilisierungskampagnen. Dass aber darüber so viel wie gar nichts aus Regierungskreisen zu hören ist, zeigt, dass man letztendlich nicht gewillt ist, die Atompläne entsprechend zu entsorgen. Es kann ja auch nicht im Sinne von Großkonzernen sein, dass sich, jetzt stark übertrieben, ein jeder  mit seiner eigenen Windturbine oder Erdwärmepumpe als Verbraucher weitgehend unabhängig machen kann.

Dieses würde natürlich bedeuten, dass die Verbraucher von den jetzigen Großversorgern weitgehend unabhängig wären und sich somit die Preise nicht mehr entsprechend diktieren ließen. Auch für viele Parteien käme dieses einem wahren Desaster gleich, müssten sie doch auf einen Großteil der ihnen zugeschobenen Gelder verzichten.

Besorgt sollte man allerdings über das schlechte politische Gedächtnis von Politik und Bürger sein. Hatte nicht der damalige Atomminister Franz-Josef Strauß damit geworben, dass durch die Nutzung von Atomstrom die Erzeugungskosten gesenkt und somit auf Dauer bezahlbar bliebe? Heute holt man die gleichen Androhungen wieder aus den Schubladen heraus und glaubt, damit die Unbewohnbarkeit eines vom einem Gau betroffenen Gebietes auf viele hundert Jahre rechtfertigen zu können.

Hier einmal ein paar politische Anregungen für eine Zukunft ohne Atomstrom:

Mehr Wind machen

Vergangene Woche kam es im Bundestag zu heiteren Szenen, als Unionspolitiker der SPD und den Grünen vorwarfen, beim Ausbau der erneuerbaren Energien versagt zu haben. Das ist grotesk. Doch statt zu feixen, sollte die Opposition diese neuen Freunde einer Energiewende lieber in die Pflicht nehmen: Mit einem konkreten Gesetzgebungspaket.

Schade, dass Hermann Scheer nicht mehr lebt: Er hätte in dieser Situation sicher schon ein radikales Papier zum Atomausstieg präsentiert. Ohne ihn stellte die SPD am Donnerstag ein etwas bescheideneres Sofortprogramm vor, das noch nicht ohne Kohleneubau auskommt. Und auch die Grünen und die Umweltverbände haben Konzepte in der Schublade (ohne Kohleneubau).

Doch die Zeit drängt. Denn schon werden die ersten Zahlen ins Spiel gebracht, was der Atomausstieg kosten würde: „Turboausstieg kostet 230 Milliarden!“, titelte etwa Spiegel Online. „Und bringt wieviel, für wen?“, möchte man fragen. Entscheidend ist nämlich, wer wo investiert, welche Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen und welche versteckten Kosten vermieden werden können. Die abstrakte Investitionssumme sagt erst mal gar nichts. Es geht eben nicht – wie bisher – nur um betriebswirtschaftliche Überlegungen der Konzerne und um den abstrakten Kilowattstundenpreis ab Kraftwerk und Strombörse, sondern welche neuen Akteure das Geschäft übernehmen.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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Quelle Eigenes Werk
Urheber Guido Radig

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