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Spitäler nach Corona:

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 24. August 2020

 «Never waste a good crisis»

Bern luftaufnahme.png

Quelle      :        INFOsperber CH.

Annamaria Müller / 24. Aug 2020 – 

Nach der Covid-19-Krise sollten Spitäler nicht in alte Gewohnheiten verfallen, sondern neue Behandlungswege beschreiten.

Red. Annamaria Müller war jahrelang Leiterin des Spitalamts des Kantons Bern und ist heute Verwaltungsratspräsidentin des Kantonsspitals Freiburg. Sie zeigt sich skeptisch gegenüber Bundes- oder Kantonssubventionen an Spitäler, die während der Covid-Krise Einnahmen verloren.

In vielen Ländern ächzen Spitäler unter der Last der Covid-Erkrankungen, weil sie von Patientinnen und Patienten überschwemmt werden. In der Schweiz jedoch ächzen sie, weil sie während sechs Wochen Nicht-Lebensbedrohliches nicht behandeln und Nicht-Lebensnotwendiges nicht operieren durften. Laut Schätzungen von Spitalbenchmark und Pricewaterhouse Coopers sind 80 Prozent des prognostizierten Dreimilliarden-Lochs in den Spitalkassen dem Ertragsausfall zuzuschreiben. Hauptsächlich, weil sie auf elektive, nicht zwingende Eingriffe – die «Cashcow» der Akutbetriebe – verzichten mussten.

Theoretisch könnten diese Behandlungen in den restlichen Wochen des Jahres nachgeholt werden, doch wie mir gut unterrichtete Kassenkreise berichten, bleibt dieser Effekt weitgehend aus. Folglich werden Bund und Kantone um Geldspritzen angegangen, denn die Krankenkassen weigern sich, Leistungen zu berappen, die ihre Versicherten nicht bezogen haben.

Bundesrat Alain Berset: «Es wäre doch eine gute Nachrichtry. «Bon, lassen Sie mich also rekapitulieren, um was es geht: Operationen, die nicht unbedingt nötig waren, mussten Anfang März verschoben werden. Seit Ende April, also seit zwei Monaten, können sie nachgeholt werden. Wo also ist das Problem? Könnte es eventuell sein, dass eine Operation, die für Ende März geplant war und bis heute nicht nachgeholt wurde, eine unnötige Operation war? … Wenn ja, wäre das doch eine gute Nachricht.»

So sehr ich, als VR-Präsidentin eines mittelgrossen Kantonsspitals, Verständnis für die betriebsökonomische Sichtweise auf die Corona-Krise habe, so bizarr mutet mich dieses Spektakel doch an. Eine Entschädigung für freigehaltene Intensivpflegeplätze oder für nicht gedeckte Covid-Kosten kann ich ja nachvollziehen. Aber für nicht implantierte Hüftprothesen? Nicht geflickte Kreuzbänder? Dringelassene Gebärmütter? Meine ärztlichen Bekannten argumentieren mit Folge- und Spätschäden verschobener oder nicht durchgeführter Behandlungen. Sie verweisen auf Studien zu «nicht covid-bedingter Übersterblichkeit» und befürchten, dass die bundesrechtlich aufgezwungene Unterversorgung diese auch in der Schweiz begünstigen könnte (Vorsichtige) oder wird (Zweckpessimisten).

Spitalbehandlung als Konsumgut

Selbstverständlich befinden sich unter den nicht durchgeführten Eingriffen auch solche, die zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben werden können. Die vielleicht nicht lebensbedrohlich sind, aber die Lebensqualität signifikant senken. Auf diese kann und soll man nicht verzichten. Es fehlt jedoch eine Studie, die aufzeigt, auf welche Leistungen man im März und April unbeschadet verzichten konnte, weil sie schlicht und ergreifend überflüssig waren.

Ich vermute jedoch, dass ein zweistelliger Prozentsatz aller damals nicht durchgeführten Behandlungen nicht nachgeholt werden müssen. Und ich vermute dazu, dass etliche der unnötigen Eingriffe im oberen Preissegment liegen, was den gesamtwirtschaftlichen Effekt noch verstärkt. Aus der Sicht eines Spitals – ganz zu schweigen vom Operateur – ist dies beklagenswert. Aber wie so oft ist eine einzelwirtschaftlich gute Sache gesamtwirtschaftlich gesehen fatal. Zudem birgt jeder medizinische Eingriff Risiken.

Studien, die auf die Gefahren einer Covid begleitenden Unterversorgung hinweisen, stammen aus Ländern, in denen das Gesundheitswesen über längere Zeit am Anschlag lief, was man von der Schweiz, vor allem der Deutschschweiz, nicht gerade behaupten kann.

Spitalbehandlungen sind keine zu konsumierende Dienstleistungen

Darum habe ich wenig Verständnis für den Aktivismus von Kantonen, die nun versuchen, Patientinnen und Patienten per Reklametafel ins Spital zu locken. Besteht der Verdacht, dass einzelne Personen aus Angst vor einer Ansteckung auf nötige Konsultationen und Behandlungen verzichten, so wäre der Weg über die zuweisende Ärzteschaft der geeignetere. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, besonders die Grundversorger, sollen ihre Patientinnen und Patienten kennen und wissen, ob es darunter «Unterlassungssünder» hat.

Als «Gruppe der Gesundheitsinstitutionen» hingegen direkt an die Bevölkerung zu gelangen, sendet das falsche Signal. Nämlich, dass die Spitalbehandlung eine (nun wieder sicher) zu konsumierende Dienstleistung sei. Dabei sollte sie die ultima ratio der Behandlungskette sein.

Rettungsaktionen sind nicht nachhaltig

Warum liegt uns das finanzielle Wohl der Spitalbetriebe ebenso am Herzen wie das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung? Weil unser leistungsfinanziertes Gesundheitssystem ins Stottern gerät, wenn die Maschinerie nicht läuft. Weil unsere Spitäler als (falsch verstandene) Stützpfeiler des Gesundheitswesens einknicken, wie Tundrahäuschen im schmelzenden Permafrost, wenn ihre Finanzierung aus dem Lot gerät. Und weil dies das Funktionieren des gesamten Gesundheitswesens zu blockieren droht: eine Schreckensvorstellung. Deshalb springen die Kantone eilfertig in die Bresche und sprechen unbürokratisch Millionenbeträge, um diese Einnahmenausfälle zu kompensieren. Doch sind diese steuerfinanzierten Rettungsaktionen auch nachhaltig?

Unser Gesundheitssystem funktioniert im Modus der «dynamischen Stabilisierung», wie es der Sozialwissenschaftler Hartmut Rosa nennt. Es benötigt Wachstum, Beschleunigung und Innovationsverdichtung, um stabil zu bleiben, sich zu erhalten und zu reproduzieren. Man kann sich dies auch als Wettlauf in der Gegenrichtung auf einer Rolltreppe vorstellen, die, von den Läufern angetrieben, immer schneller wird. Der Einzelne muss immer schneller laufen, um seine Position nicht zu verlieren, geschweige denn ganz aus dem Rennen zu fallen. Diese, vom Wettbewerb angefeuerte «Eskalationslogik» führt jedoch früher oder später zum Kollaps des Systems: Geldkrise, Ökokrise, Sozialkrise, kollektives Burnout.

Auch wenn diese Prognose (zu) pessimistisch scheint, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die «Gesundheitskrise Covid-19» die negativen Entwicklungen begünstigt. Und zwar weltweit.

Versorgungsbereichsübergreifende, interprofessionelle Teams

Es ist kein Zufall, dass die seit Langem bestehenden Forderungen des Gesundheitspersonals nach mehr Unterstützung und Anerkennung in diesen Zeiten neuen Auftrieb erhalten. Doch im Gegensatz zum bereitwilligen Stopfen millionenschwerer Finanzlöcher von Spitälern, tut man sich schwer, den Pflegenden nebst Ovationen und Lobliedern die Anerkennung auch in finanzieller Hinsicht auszudrücken.

Und zwar nicht als Einmalprämie, sondern als deutlich spürbare, generelle Lohnerhöhung. «Nicht möglich» so der einhellige Brummton. Selbst wenn die Covid-Krise die Diskussionen um die Anliegen der Pflege belebt, ist zu bezweifeln, dass der Wunsch nach mehr Lohn und fachlicher Gleichstellung auf fruchtbaren Boden fällt. Zu kurz war die Krise, zu rasch kehrt man wieder in den Normalmodus zurück, zu sehr drängt unser Gesellschaftssystem in den «dynamischen Stabilisierungszustand» des Produzierens und Konsumierens, ohne den alles vor die Hunde zu gehen droht. Die Räder drehen sich, und wir uns mit ihnen.

Doch es gibt Hoffnung. Auch in der Krise, oder sogar aufgrund der Krise. Schonungslos zeigt Covid-19 das Aushöhlen unserer Ressourcen auf und belegt, dass unser segmentiertes, auf Spitzenmedizin und Spitzenleistung ausgerichtetes Gesundheitswesen nicht zweckmässig ist. Das Herumschieben von covid-kranken Bewohnerinnen und Bewohnern wie heisse Kartoffeln zwischen Heim und Spital, ist nur ein Beispiel unter vielen. Um zukunftsfähig zu sein, muss unser Gesundheitssystem vermehrt auf interprofessionelle Teams aus verschiedenen Versorgungsbereichen setzen, die am und mit dem (alternden, multimorbiden) Patienten und seinem Umfeld arbeiten, damit einzelbetriebliche Interessen nicht dem Gesamtergebnis schaden.

Bern Canton - panoramio (14).jpg

In diesen Versorgungsstrukturen kann die Behandlung optimiert werden: die «richtige» Person (gemäss Kompetenzprofil) würde die «richtige» (nötige, sinnvolle) Leistung am «richtigen» Ort erbringen,(nämlich am niederschwelligsten). Dadurch würden insgesamt weniger Leistungen «falsch» erbracht, sowohl qualitativ wie quantitativ. Überflüssige Leistungen würden sich auch nicht mehr lohnen, weil niemand damit Geld verdient. Das Personal könnte fachgerechter eingesetzt werden, nämlich dort, wo es zugunsten der versorgten Patientinnen und Patienten am meisten Wirkung erzielt. In den teamorientierten Gesundheitssettings würde es ferner keine «Grabenkriege» zwischen den verschiedenen Berufsgruppen mehr geben, da das Gesamtergebnis zählt, für das alle gemeinsam die Verantwortung tragen, auch die finanzielle.

Solche Modelle gibt es bereits. Sie heissen HMO (Health Maintenance Organization, bzw. Gesundheitserhaltungsorganisation), Gesundheitsregion, integriertes Gesundheitsnetzwerk, Healthplan (Gesundheitsplan), etc. Im Einsatz sind sie allerdings nur in anderen Ländern, in der Schweiz existieren sie primär auf Papier. Denn in der Schweiz fehlt ein wesentliches Element: die setting- und professionsübergreifende, gemeinsame Finanzierung.

Aber was nicht ist, kann noch werden. Nicht von ungefähr nennt Pricewaterhouse Coopers in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht zur Zukunft der Versorgungslandschaft die Umgestaltung der Gesundheitsversorgung ein «Generationenprojekt».

Wenn wir das Geld, das wir während des Lockdowns für nicht erbrachte und nicht benötigte Leistungen nicht ausgegeben haben, nachhaltig einsparen würden, könnten wir allen Personen, die am Versorgungsprozess beteiligt sind, einen anständigen Lohn bezahlen. Und hätten erst noch weniger Probleme mit dem Fachkräftemangel. Und wären höchstwahrscheinlich besser gerüstet für die nächste Pandemie.

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Dieser Artikel erschien zuerst in «Heime&Spitäler».

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Grafikquellen         :

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10 Kommentare zu “Spitäler nach Corona:”

  1. Sammy Ortner sagt:

    Ein Lehrer testet den CO2 Gehalt unter der Maske

    https://www.youtube.com/watch?v=es3kC6mS-LQ&feature=emb_share&fbclid=IwAR12i4rnWhj38xCD8m8lOsPnUbluTYlcG_DTNOPot588TRowieZyviWRW_g

  2. Sammy Ortner sagt:

    Mark Benecke 🔬 Corona, Desinfektion, Masken (n-tv)

    https://www.youtube.com/watch?v=q-ugfSrCZrk

  3. Sammy Ortner sagt:

    Abstand?

    https://www.facebook.com/hashtag/miasanchampions?__eep__=6&source=feed_text&epa=HASHTAG&__xts__%5B0%5D=68.ARDkSwqsKhdHViFwXCSQkqGwzFxH04ttv1tuTiGa3aAzXAF4kpcgwmCGIqTAZ-QMiMfi8OF2K7sRL-qvq8YcymJUaajwYNuPdhGJTv507Fd5YA88DGihSzbpdX5gQQ2zPgJ0_G-tIumIYLGmVeg3Bnnlu_dLAP2O-At_u4AdAvCSDn-L35_u51B9GFZd8-LI7NUaK9rkds6XaC-BZS13VVtFz_1ById8VdczhtSsgriIBssi9EP5MjXNvpGwVhgV6BBaQNeFn-MyFF-PkdjPLqUGKypAe9M8-8ICvsMl8Ag1ai2r_EqJ83YXjcc7uBUgCE-bl5DxoRHG1-AvvgITTwAi0Wm8xuW-lvwvtA&__tn__=*NK-R

  4. Sammy Ortner sagt:

    27.08.2020, 10:53 Uhr
    Bislang keine Infektionen nach Corona-Party festgestellt!

    Na so was! Dachte das jetzt alle todkrank sind oder werden!
    Irgendwas stimmt doch nicht. Karl Wilhelm Lauterbach und CO sagen doch genau das Gegenteil.

    Knapp zwei Wochen nach der Party im Nürnberger Club Mach1 konnten bislang keine weiteren infizierten Personen ermittelt werden. Das sagte Norbert Kellermann vom Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg auf BR-Anfrage.

    Insgesamt seien vom Gesundheitsamt Nürnberg bei 49 Personen Corona-Tests angeordnet worden. Den namentlich bekannten Partygästen wurde Quarantäne verordnet.

    Etliche von ihnen hätten darauf sehr ungehalten reagiert, so Kellermann.

    Zugleich betonte er, dass seiner Behörde nur die Testergebnisse der in Nürnberg gemeldeten Partyteilnehmer vorliegen.

    Die Auswertung der Tests erfolgt über das jeweilige Gesundheitsamt.

    Club-Betreiber droht Geldstrafe!

    Am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass ein Corona-Infizierter aus Fürth Mitte August mit rund 90 anderen Teilnehmern auf einer Party im „Mach1“ war.
    Der Mann stand eigentlich unter Quarantäne, weil er aus einem Risikogebiet kam und noch kein Corona-Testergebnis hatte. Dem Club-Betreiber droht laut Nürnbergs Pressesprecher Andreas Franke eine Geldstrafe von 5.000 Euro.

    Party in Nürnberg war keine Privatveranstaltung!

    Ursprünglich war die Party im „Mach1“ als Privatfeier deklariert.

    Nach Recherchen des Nürnberger Ordnungsamtes handelte es sich allerdings nicht um eine Privatfeier oder eine geschlossene Gesellschaft. Die Behörden haben Teilnehmer der Party befragt und dabei festgestellt, dass mehrere Personen zur Feier eingeladen hatten. Zudem kannten sich laut Behörden viele Partygäste untereinander nicht. Einen Anlass konnten viele der Gäste ebenfalls nicht benennen.😉

    Scharfe Kritik aus dem Staatsministerium!

    ROTE KARTE!🤔

    Scharfe Kritik kommt auch aus der Bayerischen Staatskanzlei. Illegale Corona-Feiern wie aktuell in Nürnberg seien „unverantwortlich“ und in „höchstem Maße rücksichtslos“, teilte der Leiter der Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), dem BR auf Anfrage mit. Wo Appelle an die Vernunft nicht greifen, werde der Rechtsstaat hart durchgreifen.😡

  5. KönigDrosselbart sagt:

    Hier eine interessante Sendung:
    https://m.youtube.com/watch?v=pKllldIiMpI

    zu diesem Thema ist diese hier sehr aufschlussreich:
    https://m.youtube.com/watch?v=2XXEm5xFjMo

    Viel Geduld und man kann das Eine oder Andere auch zweimal hören.

  6. Walter Singer sagt:

    Ich bin eben der Gruppe beigetreten. Bin Arzt im Ruhestand seit Dezember 2019 und nahezu verzweifelt über diese Situation. Ich habe 40 Jahre in Kliniken am Krankenbett gestanden (auch auf Intensivstationen), habe mich gesorgt und gemüht und muss nun das erleben.
    Die deutsche Ärzteschaft gibt nahezu freiwillig dieses medizinische Thema aus der Hand und überlässt es den Medien und der Politik.

    Merkt denn keiner, dass hier seit längerem Wahlkampf läuft? Was macht unser führendes Institut mit diesem großen Namen Robert Kochs?
    Wir sehen zu wie elementare Grundregeln und Grundsitten der Medizin verlassen werden, wie Menschen verängstigt sind. Wie einfache Definitionen der Wissenschaft verbogen werden und jedes medizinische Grundwissen mit Füßen getreten wird. Ich habe bis jetzt leider keinen Kontakt zu Prof. Bhakdi bekommen können.
    Heute lese ich, dass es Menschen gibt, die sich erneut infiziert haben. Na und? Wie oft bekommen wir Schnupfen und Erkältungen und meist sind es die Coronaviren. Wo ist die kompetente deutsche Ärzteschaft, die allem klar Einhalt gebietet.
    Wie kann es sein, dass die Ostsee-Zeitung nach der ersten großen Demo in Berlin über eine Mio Menschen als „Coronaidioten“ bezeichnet? Die Wissenschaftler werden sich, wenn alles unheilbar verfahren ist, leise und fast unbemerkt zurückziehen. Die Politiker werden immer leiser werden und dann in den Wahlkampf übergehen und die Menschen, deren Existenzen zerstört sind, deren Seelen kaputt getestet und quarantänisiert sind, die Kinder, die die Welt nicht mehr verstehen, sie alle werden plötzlich allein sein mit ihren Problemen. Ich habe mir meinen Ruhestand wirklich anders ersehnt, ich werde krank in dieser Situation. Danke, dass ihr mir „zugehört“ habt.

  7. S. Theodor sagt:

    Es ist zu erwarten das diese regiden Maßnahmen zu noch mehr Widerstand führen.

    Angefangen von Maskenpflicht für Schüler im Klassenzimmer über Bedrohung der Eltern mit Kindesentzug bis hin zu Lagern für INFIZIERTE (nicht Kranke) . Das diese Masken ebensowenig sinnvoll sind wie die Tests (über 200 verschiedene und täglich werden es mehr) nicht validiert, juckt diese auf rechts zeigenden Meinungssöldner nicht. Sie wollen und können nicht auf Fakten und Kritik eingehen schon garnicht wenn sie von hochrangigen Wissenschaftlern, Medizinern, Ärzten, Immunologen, Virologen also des Fachbereiches kommen.
    Es werden Journalisten, Zweifler, Arbeiter, Künstler, Lehrer, Eltern mit Jobverlust bedroht oder haben ihn schon verloren.
    Eine allgemeine Meinungsdiktatur die von den täglichen Pressekonferenzen angeheizt wird , durch Zahlen nicht Fakten, die sind unterschiedlich interpretierbar. Und die Medien zu Meinungssöldnern der Regierung mutiert , siehe Tagesschau, Heute-Show haben sich als „vierte Gewalt“ im Staat verabschiedet, haben versagt, versagen täglich.
    Wer gestern diese selbstzufriedenen ja voller Inbrunst in Selbstgewissheit glänzenden Gesichter gesehen hat, bei der Verkündung des Urteils über die Demonstration in Berlin dieses rotfeiste Gesicht des „Geisel“ , der weiß nun entgültig wie Diktaturen entstehen. Man muß sich einfach über das Grundgesetz hinwegsetzen und verbieten, so einfach ist das.
    Das bisher manipulierte Klatschvolk spendet Beifall zur eigenen Entrechtung. Selbst wenn diese Verbot nun aufgehoben würde durch das Amtsgericht od Bundesverfassungsgericht, die Demonstranten, 100-300-tausende werden diffamiert als „Volksschädlinge“ . Das Wort passt in diesem Zusammenhang gut hinein. Bisher hat die Staatsmacht es sorgsam vermieden ein pro und contra im öffentlichen Raum zuzulassen, es vermied sorgsam jede Auseinandersetzung der Fachleute und Spezialisten auf dem Gebiet der Immunologie, Virologie. Von ernstzunehmenden Ärztinnen reden wir erst gar nicht. Was für eine Farce, statt These und Antithese nur einen willfährigen Professor und Zahlenverkünder der zu Wort kommt.
    Wer das seltsam findet und sich wehrt wird schwer diffamiert und bedroht mit Jobvrrlust und Reputation. Das ist die Fahrkarte in eine Gesellschaftsdiktatur, wer das nicht begreift ist -williger Helfer- eines neuartigen Bevormundungsstaates das die Menschheit schon unzählige male sah und erlitt.
    Wer das begreift der kommt am Sonnabend zur große Freiheitsdemonstration und bekennt sich. Er/Sie/Es bekennt sich zur Freiheit der Meinung, zu Recht auf demokratische Teilhabe und zum Frieden. Ja genau zum Frieden. Was genau wir damit meinen erfährst du wärend unserer Demonstration.

    PS lass dich nicht abhalten vom Fahnenschwenkenden Reichsbürger Hansi oder der Kaiserreichstreuen Jutta, die gibt es und wird es immer geben. Die große Mehrheit ist demokratisch und Freiheitsliebend, ganz so wie du.

  8. Bremer der Zweite sagt:

    Zu Corona ein Beitrag von einem Genossen aus dem Main-Taunus-Kreis:

    Lieber Wolfgang,
    haben wir keine wichtigeren Probleme als „Berlin-Demo Ja oder Nein?“

    Am wichtigsten wäre, endlich mal eine valide Informationsbasis über die Entwicklung dieser Pandemie zu bekommen. Das geht am besten und einfachsten durch eine Panel-Untersuchung. Und da verfügen wir bereits über ein sehr großes, repräsentatives Panel, nämlich das Sozio-Ökonomische Panel des DIW (Im Aufrag der Bundesregierung). Als Statistiker kann ich mich über die laufend veröffentlichten Daten nur wundern: Wir testen mehr und mehr und stellen dann fest: Die Zahl der Infizierten steigt und steigt. Wenn man sie nicht mehr steigen lassen will, dann habe ich eine Empfehlung an unsere Regierenden: Lasst das Testen sein.

    Die einzige Datenquelle zu den gesundheitlichen Folgen von Corona, die statistischen Anforderungen Stand hält, veröffentlich laufend das Statistische Bundesamt.

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html

    Interessant: Auch in diesem Jahr gibt es – trotz Corona – bei der Zahl der Sterbefälle im Zeitverlauf keinerlei besonderen Auffälligkeiten.
    Als einziger Ausreißer springt die Grippewelle im Frühjahr 2018 ins Auge, bei der rd. 25.000 Sterbefälle mehr zu verzeichnen waren als „saisonüblich“, und dieser riesige Sterbefallüberschuss bei einer Grippewelle, die wir noch nicht einmal eines eigenen Namens für würdig befunden haben, wirkt sich auch auf den 4-Jahres-Durchschnitt 2016-2019 aus (s. Grafik).

    Diese vielen Sterbefälle im Frühjahr 2018 waren (wie logischerweise immer, denn wir alle müssen sterben) „vorgezogene“ Strerbefälle: Wer 2018 im Frühjar gestorben ist, der kann in den nachfolgenden Perioden nicht noch einmal sterben, der „fehlt“ dann natürlich in der Statistik. Und das erklärt auch einen Teil dessen, dass 2020 in der 13. – 16. KW die Zahl der Sterbefälle etwas höher lag als im 4-Jahres-Durchschnitt: Das „Sterbeverhalten“ war bislang in 2020 so „normal“, dass es dieses Jahr bislang kaum „vorgezogenen“ Sterbefälle gab!

    Dieses erfreuliche Ergebnis, dass durch Corona die Zahl der Sterbefälle keineswegs auffällig gestiegen ist (im Ggs. zur Grippewelle 2018), kann 2 Ursachen haben:

    1. Das liegt an unserer beispielhaften Corona-Politik und unserem vorbildlichen Gesundheitswesen

    oder

    2. Corona ist überhaupt nicht so gefährlich wie immer dargestellt oder gar so gefährlich wie die 2018er Grippewelle es war.

    Vermutlich treffen beide Gründe zu (so was ist fast nie monokausal).

    Einigermaßen verlässliche Aussagen dazu könnte man treffen, wenn wir die Übersterblichkeit in D mit der in anderen Ländern vergleichen würde. Aber daran hat ja keiner Interesse. Valide Zahlen brauchen unsere Regierenden ganz offensichtlich nicht.

    Aber zumindest ein Gutes hat Corona. Unsere „schwarze Null“ im Finanzministerium gibt seine blödsinnige Schuldenbremse auf und macht so richtig „Wumms“!

    — Mit freundlichen Grüßen Bernd

  9. Sammy Ortner sagt:

    Dr. med. Michael Spitzbart
    tS20psonrhslrsno eStredd. ·

    Schweden als Vorbild? 🇸🇪

    Der Sonderweg Schwedens in der Corona-Krise wird ja besonders von denen kritisiert, die ihren eigenen Weg als den einzig richtigen verteidigen müssen. Daher wird Schweden von unseren Politikern gerne schlecht geredet, selbst wenn die WHO Schweden als Vorbild für künftige Pandemien darstellt. Und mit Sicherheit werden wieder Pandemien ausgerufen werden.

    Der Weltgesundheitsminister hat ja schon in einem Interview angedeutet: „The next virus really will get attention“. (Der nächste Virus wird wirklich viel Aufmerksamkeit bekommen).

    Manche Menschen können anscheinend nicht nur in die Zukunft schauen, sondern diese auch gestalten.

    Auch wenn die Pandemie für manche Industriezweige wie Impfstoffhersteller und Test-Produzenten ein Milliardengeschäft darstellt, werden die meisten anderen Wirtschaftszweige das Gleiche nicht noch einmal überleben.

    In dem verlinkten Artikel ist eindrucksvoll beschrieben, dass die Schweden untereinander viel kultivierter und respektvoll miteinander umgegangen sind. Bei uns wurde jeder, der die Maßnahmen als überzogen kritisierte, sogleich als Corona-Leugner, Verschwörer, Rechtsradikaler oder Aluhutträger bezeichnet. Das sind dann die Totschlags-Argumente, wenn das extrem dünn besetzte Expertengremium hinterfragt wurde. „Glauben Sie nur uns“ hat es in Schweden nicht gegeben. Auch wurde nicht versucht, die Bevölkerung in Corona-Angst zu versetzen. Bei uns wurde von Regierung und Medien ganz bewusst und gezielt Angst verbreitet. In meinen Augen ein höchst respektloses Verhalten den Schutzbefohlenen gegenüber.

    https://vera-lengsfeld.de/…/bericht-aus-stockholm-schweden…/

  10. Sammy Ortner sagt:

    Schweden: Hört die Signale!

    AutorVera LengsfeldVeröffentlicht am31. August 2020

    Von Gastautor Bernd Muckenschnabel

    Während man in Deutschland schon die 2. Welle der Corona-Pandemie proklamiert und ernsthaft einen 2. Lockdown der Gesellschaft und Wirtschaft diskutiert, kommen aus Schweden ganz andere Signale.

    Bekanntlich hatte man das völlige Desaster des „Schwedischen Modells“ zur Bewältigung der Corona-Pandemie vorausgesagt. Schweden wurde bezichtigt, seine Bevölkerung zu gefährden. Dafür wurde das Land auf vielfache Weise ausgegrenzt.

    Schweden hielt aber an seinen Weg fest und beruhigte die Bevölkerung, begrenzte nicht die Rechte der Menschen und schloss weder Schulen, die Wirtschaft oder die Restaurants, noch die Grenzen. Händewaschen und eine gewisse Distanz, wie bei jeder Grippe, sollten ausreichen. Wie ist es nun den Schweden ergangen?

    Der verantwortliche Staatsepidemiologe Anders Tegnell gab am 27.8. eine Erklärung vor der Presse ab. Darin berichtete er von zunehmenden Informationen aus ganz Europa über zunehmende positive PCR-Tests. Schweden dagegen kann genau vom Gegenteil berichten. „Kein anderes Land hat so schnelle Rückgänge“ von Corona-Virusbefall wie Schweden. Auch gab es seit dem 25.7. keinen Toten durch die Corona-Pandemie mehr.

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