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Spekulationsgeschäfte

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 23. Januar 2016

Deutsche Trottel

von Ulrike Herrmann

Die echten Spekulanten waren raffinierter als im Film „Big Short“. Die Kunst war nicht, den Crash zu erahnen – sondern auf ihn zu wetten

Schräge Helden sind beliebt im Kino. Auch im neuen Film „Big Short“ sind ein paar Außenseiter die Schlausten: Ein einäuiger Arzt, ein Choleriker, ein smarter Banker, ein Aussteiger und zwei Provinzler sehen früh die Finanzkrise kommen und setzen auf den Crash. Sie wetten gegen die Großbanken der Wall Street – und kassieren Milliarden.

Der Film beruht auf wahren Ereignissen und echten Personen, aber den eigentlichen Clou kann er nicht erzählen, denn die realen Spekulationsgeschäfte waren so kompliziert, dass sie eine Komödie sprengen. Also beginnt „Big Short“ mit einer Fiktion: Entgegen den Tatsachen wird behauptet, dass damals fast niemand bemerkt hätte, dass sich in den USA eine Immobilienblase aufgepumpt hatte. Die Außenseiter werden als Hellseher inszeniert.

In Wahrheit war es andersherum: An der Wall Street wussten viele Banker, dass es eine Immobilienblase gab. Selbst Laien wurde mulmig. Zwischen Januar 2004 und Sommer 2005 verzehnfachten sich bei Google die Suchanfragen zu „Immobilienblase“. Auch die US-Medien entdeckten das Phänomen früh und erwähnten es bereits 2005 genau 3.447-mal.

Die Zahlen sprachen für sich: 2001 lag das Volumen aller Hypotheken in den USA bei 5,3 Billionen Dollar; 2007 waren es gigantische 10,5 Billionen. Noch nie hatte es eine derartige Kreditexplosion gegeben. „In nur sechs Jahren stiegen die Hypothekenschulden der amerikanischen Haushalte fast so stark wie im Laufe der mehr als 200-jährigen Geschichte unseres Landes“, stellte die Untersuchungskommission des US-Repräsentantenhauses später fest.

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Quelle:Doug Kline from Los Angeles, CA, USA –/– CC BY 2.0

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