DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Raus aus der Eskalation

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 4. Februar 2022

Ein Hilfeschrei  Ex-Generäle, Botschafter und Wissenschaftler

Edvard Munch - Der Schrei - Google Art Project.jpg

Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Diesen Hilfeschrei richteten Anfang Dezember 2021 Ex-Generäle, Botschafter und Wissenschaftler an die Öffentlichkeit, wo er prompt verhallte.

Keiner will’s wissen, keinen interessiert es wirklich, schon gar nicht unsere Medien. Dabei bedarf es dringendst einer glaubwürdigen Politik der EU gegenüber Russland (und auch China), weg von dem naiven Glauben, dass es die Zeit schon richten werde, hin bzw zurück zu einer Gesprächspolitik z.B. nach der Haager Konventiom von 1907 mit dem Ziel einer „win-win“-Situation und dem Respekt der jeweiligen Souveränität und Sicherheit. Aber in welcher Demokratie leben wir, dass uns solche Hilferufe unberührt lassen und wir international getroffene Konventionen einfach vergessen? Wie arrogant und ruchlos sind wir geworden, dass wir meinen, Konfliktsituationen mit mit Russland und/oder China mit Waffengewalt und/oder Sanktionen lösen zu müssen?

Mittlerweile ist die Eskalationsspirale im Sicherheitsrat der UN angekommen, wo die US-Vertreterin von der größten Mobilisierung in Europa seit Jahrzehnten spricht. Aber von welcher Mobilisierung spricht die Dame eigentlich. Vom Warschauer Pakt (WP) oder von der Nato oder was? Dabei sind wir global derart stark verwoben, dass jeder Biss in die Wade des anderen bei uns selbst heftigste Schmerzen auslösen würde. Während es den WP seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1991 nicht mehr gibt, stöbert die Nato trotz Wegfall der Gründungsidee weiterhin durch die Welt und die europäischen Länder, je näher an der russischen Grenze je besser.

Die USA phantasieren de facto von Mobilmachung, also einem bevorstehenden Kriegsereignis. Typische Merkmale sind die Verlagerung von Truppen und Waffen in das (vermutete) Kriegsgebiet, hier die Ukraine, also in ein fremdes Staatsgebiet. Die USA und das UK drohen damit bzw. kündigen es an. Demgegenüber erklärt Russland, dass es sich um jährlich durchgeführte und seit Jahren bekannte Manöver auf eigenem Staatsgebiet ohne Kriegsabsichten handelt. Auch hohe Staatsbeamte in der Ukraine sehen keine Kriegsgefahr. Unverständlich ist dabei nur, dass die Ukraine auch Kriegsangst schürt, um von befreundeten Staaten Waffen zu erhalten, andererseits aber selbt ein großer Waffenexporteur ist.

Verteidigungsaktivität für nicht-traditionelle Bildung Unterstützung PSA-Image.jpg

Werbung für ihre bereits Enthirnten Bürger-Innen !
„Lernt das Morden -dann seit ihr erkoren.“

An sich könnte man ja insbesondere von den USA die Erkenntnis erwarten, dass Krieg oder Kriegstreiberei nichts bringt und keinem hilft, nachdem sie selbst seit dem Vietnamkrieg jeden mit Waffengewalt selbstherrlich begonnen Krieg entweder erbärmlich verloren bzw. nur Chaos ohne Ende angerichtet haben. In Sachen Diplomatie haben die USA keine oder mit ihrem Blick ausschließlich auf ihre eigenen Interessen nur eine sehr beschränkte Erfahrung.

Da bedarf es kurioserweise des Rates aus China, sich doch auf die Vereinbarung von Minsk II zu besinnen und die aktuelle Situation mit ruhiger Diplomatie zu klären. Macron und Scholz sind offenbar auch dieser Meinung, werden aber noch von dem Kriegsgetöse aus den USA überdröhnt. Die europäischen Länder müssen aber alles tun, um aus der ebenso gefährlichen wie sinnlosen US-getriebenen Eskalationsspirale herauszukommen. Es gibt bereits zahlreiche internationalen Vereinbarungen zur friedlichen Beilegung von Konflikten ohne Krieg. Warum handeln wir nicht danach?

Urheberrecht
Die unter www.scharf-links.de angebotenen Inhalte und Informationen stehen unter einer deutschen Creative Commons Lizenz. Diese Lizenz gestattet es jedem, zu ausschließlich nicht-kommerziellen Zwecken die Inhalte und Informationen von www.scharf-links.de zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Hierbei müssen die Autoren und die Quelle genannt werden. Urhebervermerke dürfen nicht verändert werden.  Einzelheiten zur Lizenz in allgemeinverständlicher Form finden sich auf der Seite von Creative Commons http://de.creativecommons.org/was-ist-

********************************************************

Grafikquellen      :

Oben       —   Der Schrei, von Edvard Munch. Diese Version, die 1910 in Tempera auf Pappe ausgeführt wurde, wurde 2004 aus dem Munch-Museum gestohlen und 2006 wiedergefunden.

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>