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Olympia-China+Konfuzius

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 10. Februar 2022

An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft,
sondern seinen Charakter

Gestüt Lipica, Slowenien, Juni 2012 (3).jpg

Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Die Hetze und das stets schlechte Gerede über China werden schier unerträglich. Die Olympischen Winterspiele scheinen da ein willkommener Anlass, jede Kleinigkeit negativ zu bewerten. Das aber beweist nur, dass die westlichen Medien und auch einige Sportler «ein oberflächliches, negatives Bild von China» haben. Und das sagt ein Schweizer Jesuit, der seit über 20 Jahren in China lebt und arbeitet. In seinem Institut in Macau gibt er ungehindert Kurse zu Kontemplation und Führungsethik und Lügen oder Unterwürfigkeit darf man ihm sicher nicht unterstellen. Er fragt sich ganz nüchtern, warum die Chinesen nicht stolz sein sollen, auf das, was sie erreicht haben?

Kein anderes Land auf der Welt hat es geschafft, in nur 40 Jahren im ganzen Land die Armut zu überwinden und die Lebensbedingungen aller breit und massiv verbessert zu haben. Und das in einem Land mit 1,4 Mrd. Einwohnern! Wir sehen nur durch unsere westliche Brille, dass und wie die chinesische Regierung „so hart“ durchgreift, übersehen aber geflissentlich die riesige Dimension und die Folgen, die das Problem der Pandemie in China aber auch für unsere Wirtschaft habenBei aller Strenge steht das chinesische Volk schon aus Selbstschutzgründen voll hinter seiner Regierung. Wer zu bequem ist, sich mit der Geschichte und Ethik von China, seiner Kultur und seinen Menschen ehrlich zu befassender schweige besser, als seine Vorurteile an Nichtigkeiten auszulassen, wie z.B. an den Wintersportanlagen wegen deren Größe und Lage, weil es zu kalt ist oder weil einem das Essen nicht passt..

Und dann natürlich und immer wieder Tibet und die Uiguren, die selbst ohne Zusammenhang immer wieder in Sachen Menschenrechte bemüht werden. „Dummheit ist nicht «wenig wissen», auch nicht «wenig wissen wollen», Dummheit ist «glauben, genug zu wissen»“ (Konfuzius)Wissen wir wirklich genug, um in einen ehrlichen Diskurs darüber mit China einzutreten? Und ebenso wie wir keinem erlauben, sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen, dürfen auch wir uns nicht in solche anderer einmischen, es sei denn, sie hätten transnationale Auswirkungen mit eigenem Schaden.

Shanghai - Yu Garten - 0035.jpg

Allzu viele von den Menschen haben nichts gesehen und be-ver-urteilen alles.

Die ganze Hypokrisie mit China ist umso grotesker, wenn man sieht, wie gerne und eng unsere Wirtschaft mit der in China zusammenarbeitet, obwohl sie ihren Turbo-Kapitalismus in China nicht durchsetzen konnte. Seit 1954 ist China der Protagonist friedlicher Koexistenz und der Gemeinwohlorientierung. Es duldet keine Fremdbestimmung auf politischer wie wirtschaftlicher Ebene. Oberstes Ziel ist das Wohl des Volkes und nicht der Eigennutz eines Wirtschaftsunternehmens. Und das besonders seit 1949 mit der komunistischen Revolution und der sozialistischen Politik chinesischer Prägung seitdem.

Etwas überraschen schloss der Kommentator der ZDF-Übetragung der Eröffnung der Winterspiele mit dem Zitat von Konfuzius: „An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“ Ahnte er vielleicht, dass China „in Bezug auf Umsetzung von moralischen Prinzipien in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen“ wird? Der Schweizer Jesuit kann im da sicherlich aus seiner Erklärungsnot helfen.

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Grafikquellen      :

Oben       —     Gestüt Lipica, Slowenien, Juni 2012

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