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Mitternachtsspitzen-Satire

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 21. Oktober 2013

Mitternachtsspitzen-Satire

Hier ein Festtag für die Liebhaber von Satire Sendungen, ausgestrahlt am Samstag den 19. 10. 2013 um 21:45 Uhr im WDR.

Spitze besonders Wilfried Schmickler welcher das Linke Schwätzchen dort platzierte wo es eigentlich auch hingehört. Auf einer Bank mit Arnulf Baring, Boris Becker, Friedrich März, Erika Steinbach und zu guter Letzt Cindy aus Marzahn verkleidet als Sahra Wagenknecht. Lothar Matthäus wurde wohl vergessen.

Das Video, nur Schmickler und im Anschluss der Redebeitrag:

[youtube bQlGVSJmO3o]

Aufhören, Herr Becker, aufhören!

Obwohl, die Idee ist eigentlich super: die Feiertage der schlechten Laune. Die nationalen Trauerfestspielwochen.

Und damit sich der allgemeinen Miesepimpelei auch wirklich keiner entziehen kann, laufen gleichzeitig im Fernsehen auf allen Programmen nur die Wiederholungen der erschütterndsten TV-Dramen der letzten Jahre.

Im Ersten nichts Neues.

Mit dem Zweiten sieht man schwärzer.

Zum Dritten geht es in den Keller.

Und dann rund um die Uhr nur so Themen wie Zwangsprostitution, Kindesmissbrauch und Massentierhaltung. Bis Weihnachten nur Depressions-Themenwochen. Hölle auf Erden, Tod auf Rezept, Teufel in allen entsetzlichen Details. Und natürlich sämtliche Talkshows auf thematischem Halbmast.

„Extrem schlecht gelaunte Menschen bei Maischberger.“ Untertitel: „Ich kann Eure Visagen nicht mehr sehen.“

Mit Arnulf Baring, Boris Becker, Friedrich März, Erika Steinbach und Cindy aus Marzahn verkleidet als Sarah Wagenknecht.

Erste Frage:

„Warum sind Sie eigentlich hier?“

Und dann 90 Minuten nichts! Kein einziges Wort. Nur ein langsamer Dauerschwenk über die versteinerten Gesichter bis es am Ende heißt:

„Vielen Dank für das anregende Gespräch, und schalten Sie auch nächste Woche ein, wenn es heißt: was wollen Sie denn schon wieder hier?“

Ja, da kommt so richtig schlechte Laune auf, und die völlig frustrierten Zuschauer können sich anschließend so richtig auskotzen über die systematische Verschwendung der öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühren. „Erna mach die Glotze aus und hol mir das Foto-Album mit den Bildern von Muttis Beerdigung!“

Nein, Halt, Entschuldigung, das geht jetzt doch wirklich zu weit. Das ist der Punkt, an dem die Grenze zwischen halbwegs Erträglichem und absoluter Unzumutbarkeit überschritten wird.

Wenn Särge ins Bild kommen.

Und wenn es sich dann noch wie beim jüngsten Flüchtlings-Drama auf Lampedusa um hunderte Särge handelt, die da plötzlich zur besten Sendezeit quasi mitten im Wohnzimmer stehen, dann kann es durchaus zu Schock-Reaktionen beim normalerweise viehisch abgestumpften Betrachter kommen. Da ist das Entsetzen groß und alle fragen sich fassungslos: „Mein Gott, wie konnte das passieren?“ Dabei weiß doch jeder wie das passieren konnte, weil es seit Jahren genau so passiert: Man hat diese Menschen, die jetzt in der Holzkiste die Heimreise antreten, sehenden Auges ersaufen lassen.

Unterlassene Hilfeleistung bei staatlich gefördertem Massenmord.

„Ja, aber da muss man doch etwas machen?“

Keine Sorge. Wird sofort gemacht.

Verstärkung der Patrouillen auf offener See,
Verbesserung der Überwachungselektronik,
Einsatz von Aufklärungsflugzeugen,
Hubschraubern und unbemannten Drohnen.

Kurzum verschärfter Einsatz von Marine und Luftwaffe im Abwehrkampf gegen die illegalen, das heißt gesetzlosen Invasoren. Außerdem großzügige finanzielle und waffentechnische Unterstützung von Staaten wie Libyen und Tunesien, damit die ortsansässigen Ordnungskräfte schon an den eigenen Küsten effektive Maßnahmen gegen die Invasion durchführen können.

Motto:

Wer gar nicht erst aufs Meer gelangt, der kann auch nicht drin ertrinken.

Es reicht eben nicht, die Grenzen dicht zu machen, man muss sie auch schützen. Denn wie sagt unser aller Innenminister, der eiskalte Friedrich: „Wir können schließlich nicht ganz Afrika in Europa aufnehmen. “

Ja, das kann er der kleine Friedrich:

ganz grosse Horrormärchen erzählen. Ganz Afrika nach Europa! Hören sie mal, Afrika hat über eine Milliarde Bewohner. Ja, wo sollen die denn alle hin? Dann kämen auf jeden Einwohner der Europäischen Union zwei Afrikaner. Das wären alleine bei uns in Deutschland über 160 Millionen Flüchtlinge. Und das bei den Riesenproblemen, die wir schon jetzt mit den paar Tausend haben, die es irgendwie hierhin geschafft haben. Und ich rede nicht nur von der Abschiebung, sondern vor allem von der Zeit davor.

Wir wissen doch alle, was da los ist, wenn irgendwo in Deutschland ein neues Heim für Flüchtlinge eröffnet werden soll. Da gib es Anwohnerproteste, Demonstrationen, Unterschriftensammlungen, und bei der nächsten Wahl kriegt die NPD ein zweistelliges Ergebnis. So ein Flüchtlingsheim das ist doch in der Regel schon überfüllt, wenn es noch gar nicht ganz belegt ist. Da hocken sagen wir mal 500 Männer, Frauen und Kinder in primitiven Wohnräumen, die nicht einmal für 200 von ihnen angemessen wären, die haben verschiedene kulturelle und religiöse Hintergründe, die dürfen nicht arbeiten und wenn sie vor die Türe gehen, laufen sie Gefahr eine leere Bier-Flasche an den Kopf zu kriegen – ja, das ist doch zutiefst inhuman.

Das will doch keiner vor der eigenen Haustüre sehen. Und schon gar nicht in den sogenannten besseren Wohngegenden. Denn mal ganz davon abgesehen, dass die Besseren besser unter sich bleiben wollen, fallen dann auch noch die Immobilien- und Grundstückspreise.

Sehen Sie mal:
Ich zum Beispiel wohne im vierten Stock in einem relativ ruhigen Viertel in Köln, und ich bin – wahrscheinlich wie die meisten von Ihnen – durchaus der Meinung, man müsse den Flüchtlingen dieser Welt in Deutschland eine Heimat geben.

Aber wenn ich mir vorstelle, die würden jetzt bei mir im Hof so ein mehrstöckiges Wohnheim für Asylsuchende hochziehen, also ich glaube da hätte ich schon ein Problem. Und das nicht nur mit der Aussicht, sondern auch mit dem Verständnis. Die meisten Flüchtlinge sprechen ja gar kein Deutsch. Das ist wie mit dem Schwimmen. Wo hätten sie das in der Wüste auch lernen sollen? Ja, ich weiß, das hört sich jetzt alles ziemlich zynisch, kalt und menschenverachtend an.

Aber jetzt mal ehrlich: Das sehen Sie doch genauso, oder?

Flüchtlinge ja, aber bitte nicht in der eigenen Nachbarschaft. So ein Problem wird schliesslich nur dann wirklich zum Problem, wenn es direkt vor der eigenen Haustür existiert.

Und genau das ist das Problem!

Die Ganze Sundung „Mitternachtspitzen“ findet ihr

>>>>> HIER <<<<<

Fotoquelle: Wikipedia –

Author Raymond – Raimond Spekking
Attribution
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© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0

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