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Macht euch der Erde untertan

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 28. April 2015

Zu Besuch bei dem Umweltschützer Michael Succow

Von Gabriele Goettle

Wer heute über Rügen reist, durch die Müritz-Region streift, eines der wunderbaren Biosphärenreservate wie die Schorfheide, den Spreewald, die Vorpommersche Boddenlandschaft besucht, oder durch die Sächsische Schweiz oder den Hochharz wandert, bewegt sich in Landschaften, die es so wahrscheinlich gar nicht mehr geben würde, hätten nicht unbelehrbare Naturschützer ihre Interessen im historisch richtigen Moment in die eigenen Hände genommen. Ihnen ist die Rettung dieser Biosphärenreservate, Nationalparks und Naturparks zu verdanken. Einer von ihnen ist Michael Succow. Er lebt mit seiner Frau etwas außerhalb von Greifswald in einer Reihenhaussiedlung. An einem kühlen Tag sitze ich in ihrem Wohnzimmer, trinke Tee und schaue hinaus in den Obst- und Gemüsegarten. Es ist Sturmwarnung, draußen rütteln und pfeifen Windböen, biegt sich eine Konifere zu Boden. Ich bitte Herrn Succow die Geschichte der geretteten Nationalparks zu erzählen und auch, wie er zu seiner Liebe zur Natur kam.

„Eines muss ich gleich klarstellen, das war natürlich nicht das Werk von Einzelnen, das war das Werk von Vielen. Von Laien und Wissenschaftlern, auch von Juristen und Helfern aus dem Westen. Aber ich fange vielleicht erst mal andersrum an, mit der Liebe zur Natur, denn es hat sich alles ineinander gefügt. Also ich habe mich immer sehr für die Natur interessiert, schon in der Kindheit. Meine Eltern hatten einen großen Bauernhof in Lüdersdorf, bei Wriezen auf der Höhe, das liegt am Rande des Oderbruchs, etwa 60 km östlich von Berlin, im Landkreis Märkisch-Oderland. Bin 1941 dort geboren. Es war Krieg, aber ich habe davon nicht viel gemerkt, ich war eigentlich noch zu klein, um die Wirren und Gräuel bewusst zu erleben. Viel weiß ich auch nicht mehr von dem Treck nach Schleswig-Holstein. 1946 im April ging es wieder zurück. Das sind so die ersten Erinnerungen, besonders an Vögel und an die Fahrt auf dem Wagen über den Schweriner See. Und dann kamen wir auf dem völlig zerstörten Hof an, er lag in der Hauptkampflinie, östlich von Berlin. Meine Eltern bauten den Hof wieder auf, mein Vater kaufte einzelne Schafe die überlebt hatten und das war dann eine der ersten Schafherden, die es in Brandenburg nach dem 2. Weltkrieg wieder gab. Wir waren drei Kinder und ich bekam die Aufgabe, die Schafe zu hüten. Wenn die Schule für mich mittags zu Ende war, dann habe ich was gegessen und bin dann mit der Herde über die Felder und an die Wegränder. Während die Schafe gefressen haben, hatte ich viel Zeit zum Schauen und Nachdenken.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Christian Fischer

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