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Weiter Kritik an Holm-Ernennung

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 13. Dezember 2016

Weiter Kritik an Holm-Ernennung: Stasi-Akte veröffentlicht

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e1/Andrej_Holm_2.jpg

Verbietet eine Ausbildung bei der Stasi für alle Zeit ein politisches Amt? Damit muss sich in Berlin das frische rot-rot-grüne Bündnis auseinandersetzen.

Wieder einmal überschattet die DDR-Vergangenheit eines Politikers das politische Tagesgeschäft: Die geplante Ernennung eines Staatssekretärs mit Stasi-Vergangenheit bremst den Start der neuen rot-rot-grünen Berliner Landesregierung aus. Die Berufung des Linke-Politikers Andrej Holm zeige Defizite seiner Partei bei der Aufarbeitung der Vergangenheit, teilte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. „Hier wird deutlich, dass insbesondere die Links-Partei es noch nicht geschafft hat, eine glaubhafte Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit zu führen.“

Holm soll am Dienstag zum Baustaatssekretär im neuen rot-rot-grünen Senat ernannt werden. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) hatte ihn nominiert. Er steht in der Kritik, weil er sich als junger Mann aus einem antifaschistischen Elternhaus freiwillig beim DDR-Ministerium für Staatssicherheit verpflichtete. Er habe nicht den Mut gehabt, sich zu distanzieren, gestand er später ein. Heute würde er anders handeln. Die Linke hatte sich auf einem Parteitag am Wochenende demonstrativ hinter den 46-Jährigen gestellt.

Am Montag erklärte Holm: „Ich habe großen Respekt vor allen, die in der DDR aufbegehrten. Mir selbst hat dieser Mut gefehlt.“ Und: „Ich kann meine Biografie nicht nachträglich verändern – nur daraus lernen und einen offenen Umgang mit ihr anbieten.“

Der von „Bild“ und „B.Z.“ veröffentlichten Akte zufolge wurde Holm, dessen Vater ebenfalls bei der Stasi war, im September 1989 als Offiziersschüler eingestellt, absolvierte eine militärische Grundausbildung und sollte später Journalistik studieren. „Als Agitator genoss er Achtung und Anerkennung“, heißt es in der Akte über seine politische Entwicklung.

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) verteidigte den Linke-Politiker. „Was ein 18-Jähriger am Ende der DDR getan hat, sollte durch seine 26-jährige berufliche und politische Biografie im gemeinsamen Deutschland abgegolten und erledigt sein!“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Dienstag).

Quelle: Berliner Morgenpost >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Foto: Stephan Röhl  / Heinrich-Böll-StiftungFlickr: Andrej Holm

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  • CC BY-SA 2.0
  • File:Andrej Holm 2.jpg
  • Erstellt: 27. Mai 2011

 

Ein Kommentar zu “Weiter Kritik an Holm-Ernennung”

  1. Waldschrat sagt:

    Die CDU scheint sonst keine Probleme zu haben.

    Hat die CDU ihre Nazi-Vergangenheit ordentlich aufgearbeitet? Meiner Meinung nach NEIN.

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