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Lafontaine: »Politik gegen die Mehrheit«

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 11. August 2016

Lafontaine: »Politik gegen die Mehrheit«

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Autor Stefan Vetter

Die Zahl der Nichtwähler steigt seit Jahren, die der Parteimitglieder sinkt. Und populistische Strömungen finden rasant Zulauf. Jetzt scheint ein kritischer Punkt erreicht. In der neunteiligen Serie »Parteien in der Krise – Demokratie in Gefahr?« zeigt die Mittelbadische Presse Beispiele, beleuchtet Ursachen und sucht nach Antworten.

Herr Lafontaine, was verstehen Sie unter einer Volkspartei?
Oskar Lafontaine:
Das ist eine Partei, die den mehrheitlichen Willen der Bevölkerung aufnimmt, und die eine hohe Zustimmung in der Wählerschaft hat. Früher waren das um die 40 Prozent.

Sind Union und SPD noch Volksparteien?
Lafontaine: Die Union hat noch gut 30 Prozent Zustimmung, macht aber Politik gegen die Bevölkerung. Bei der SPD muss man die Frage mit Nein beantworten. Sie macht keine Politik für die Mehrheit der Bevölkerung, Stichwort Agenda 2010. Und sie ist von 40 Prozent Zustimmung weit entfernt.

Haben Sie dazu nicht selbst beigetragen, indem Sie die Linkspartei groß gemacht haben?
Lafontaine:
Die Linkspartei ist das Ergebnis von Lohndrückerei, Rentenkürzung und Sozialabbau. Als SPD-Vorsitzender hatte ich darauf gedrängt, dass die SPD eine Partei der Arbeitnehmer und Rentner bleibt. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Die SPD ist für die Verschlechterung der Lebensbedingungen viele Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitsloser verantwortlich. Die Linke wurde von mir mitgegründet, um die SPD wieder zu einer Kurskorrektur zu zwingen und sie wieder zu einer Interessensvertreterin der Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslosen zu machen. Das ist bis heute nicht gelungen.

Die Linke reklamiert doch aber für sich genau das, was Sie bei den Sozialdemokraten vermissen. Trotzdem hat sie keinen Massenzulauf. Also hinkt Ihre Argumentation.
Lafontaine:
Keineswegs. In den Umfragen steht die Linke aktuell besser da als bei der letzten Bundestagswahl, obwohl die AfD seitdem stark zugelegt hat. Dass diese Partei aus Protest auch von Arbeitern und Arbeitslosen gewählt wird, hat damit zu tun, dass in den letzten Jahren Politik gegen die Arbeitnehmer gemacht wurde, egal wer in Berlin regierte, und dass die Linke diese Politik nicht stoppen konnte.

Quelle  :    baden-online     >>>>>      weiterlesen

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Grafikquelle     :    Oskar Lafontaine,deutscher Politiker und Publizist, Wahlkampfveranstaltung der Partei DIE LINKE in der Münchner Freiheizhalle am 16.02.2008

2 Kommentare zu “Lafontaine: »Politik gegen die Mehrheit«”

  1. Ex-Linker sagt:

    Die Zahl der Nichtwähler wird Dank Lafontaine und Wagenknecht noch größer werden.
    Beide schwächen mit ihren spektakulären Aussagen die Linke.

  2. cali779 sagt:

    Treffen die Gerüchte im Saarland zu, macht Lafontaine „Politik gegen die Basis“.

    #1 Verliert die Linke im Herbst weitere Wähler an die AfD sind die anderen Schuld. Wie immer!

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