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Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 1. Mai 2022

Der Krieg droht sich auszuweiten: Der Spielball Russlands

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Komm spiel das Ei hier herüber !

Von : Erica Zingher

Russland versucht sich anscheinend das prorussische Transnistrien zunutze zu machen. Der Geburtsort unserer Autorin wird damit zum Machtinstrument.

Es ist ein schmerzhafter Gedanke: Der Krieg droht sich auf ein anderes europäisches Land auszuweiten – die Republik Moldau und ihren abtrünnigen Landesteil im Osten Transnistrien. Dort gab es in den vergangenen Tagen angebliche „Terrorakte“, Explosionen und beschädigte Sendemasten. Wer dahinter steckt: unklar. Alles erinnert aber an das übliche Schauspiel, wie man es 2014 aus dem Donbass kennt. Unruhen werden von russischer Seite provoziert, Anschläge verübt, Lügen verbreitet.

Vor Wochen wurde davor gewarnt, dass Russland das prorussische Transnistrien benutzen könnte, um einen Landkorridor über den gesamten Süden der Ukraine zu schaffen, um als nächstes Moldau anzugreifen. Kürzlich verkündete der russische General Rustam Minnekajew die zweite Phase des Krieges in der Ukraine ganz offiziell: die vollständige Kontrolle über den Donbass und die Südukraine. In Transnistrien gebe es „ebenfalls Fakten der Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung“, sagte er und bediente sich damit einer altbekannten Lüge der politischen Führung vom russischen Befreier, der zur Hilfe eilt, um damit militärisches Eingreifen zu rechtfertigen.

Ich kann Ihnen versichern, dass in Transnistrien Russen nicht unterdrückt werden. Anfang der Neunzigerjahre herrschte in der Region ein kurzer, aber blutiger Bürgerkrieg. Daraus hervor ging Transnistrien – de facto ist es unabhängig, blieb völkerrechtlich bis heute Teil Moldaus.

Für seine imperialen Machtansprüche ist Putin bereit, alles zu opfern

Auch wenn Ukrainisch, Moldauisch und Russisch gleichwertige Landessprachen sind, wird Letzteres dort überwiegend gesprochen. Haupt­informationsquelle sind für viele Ein­woh­ne­r:in­nen des Landes russische Fernsehsender. Und die transnistrische Führung ersuchte mehrmals um den Anschluss an die russische Föderation – vergeblich.

Flashmob für die Wahrheit (34933187932).jpg

Im Ukrainekrieg hat Transnistrien bisher vermieden, sich klar zu positionieren. Einerseits verzichten staatliche Medien darauf, den Krieg als solchen zu benennen – aus Angst, Russland zu verärgern. Von ihm wird es seit dreißig Jahren finanziert, hauptsächlich mit kostenlosen Gaslieferungen. Ukrainische Flüchtlinge, die seit dem 24. Februar zahlreich ins Land gekommen sind, stehen hingegen im Zentrum der Berichterstattung. Bis Anfang April sollen transnistrischen Angaben zufolge 21.000 Menschen aus der Ukraine eingereist sein.

Ein zerrissenes Land

Quelle        :       TAZ-online       >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —  Antikriegs- und Antiputingrafik STOP Putin in der Ukraine. Inhalt der Sprechblase (… oder wäre das zu viel?). Karikatur aus der Zeit 2014 der Krim Annexion durch Russland.

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Unten     —   Flashmob für die Wahrheit

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