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Klimakriese-Versprechen

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 5. November 2021

Aber kein Wort über den damit verbundenen Verzicht

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Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

197 Länder sind auf der Cop26 in Glasgow präsent, die meisten davon ohne konkrete Vorstellungen oder Mandat. Denn sie haben nicht die Mittel und Möglichkeiten, das wieder gut zu machen, was die wenigen, technisch hochgerüsteten und mit viel Kapital – und noch mehr Gier danach – ausgestatteten Länder und Industriegiganten auf unserem Planeten bereits zerstört haben und immer weiter so für den eigenen Profit unwiederbringlich zerstören wollen. Nach zwei Jahren Pandemie und all den Missständen, die durch sie aufgedeckt worden sind, ist offensichtlich, dass der Mensch mit all seinem Wissen und den belegten Erkenntnissen nicht in der Lage ist, Schaden für sich und die Welt abzuwenden oder zu vermeiden. Nur, das einzugestehen fällt allen schwer, insbesondere Politikern. Also werden Einsicht vorgegeben und große Versprechungeh gemacht, wohl aus der Vergangenheit wissend, dass diese nicht oder nur teilweise erfüllt werden. Vor allem schweigt man sich beharrlich über das Wie zur Erreichnung der effektheischend ausgerufenen Ziele aus. Typisch scheint da das Engagement von 100 Teilnehmerstaaten, die Vernichtung der Wälder bis 2030 einzustellen. Ausgerechnet der brasilianische Präsident Bolsonaro, seit dessen Amtszeit so viel Amazonaswald wie noch nie mit seiner Zustimmung und Unterstützung vernichtet wurde, erklärt in einer PK, dass es sich bei seiner Zustimmung um den ‚illegalen‘ Waldeinschlag handele. Aber eben diesen hatte er weitgehend legalisiert. Dabei ist Bolsonaro nur ein besonders makaberes Beispiel für die Diskrepanz zwischen Politik und Wirklichkeit. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Während die Versprechungen der Politiker trotz der dramatischen Klimasituation wohl eher nur als Absichtserklärungen verstanden werden dürfen, kommt es entscheiden darauf an, wie und ob sich die Bevölkerung auf die nachgewiesen katastrophale Klimasituation einzustellen bereit ist, ebenso wie auf die einschneideneden Verzichte, die zwangsläufig mit den notwendigen Maßnahmen zur Rettung unserer Welt verbunden sind. Bezeichnenderweise hört man dazu von der Politik und Industrie nichts. Dabei müssen wir ganz allgemein weg vom: ‚Consumo, ergo sum‘ (Ich vergrauche – ich leiste mir was -, also bin ich) hin bzw. zurück zum: ‚Cogito, ergo sum‘ (Ich denke, also bin ich). Was zunächst als rückschrittlich verworfen werden könnte, wird zur unabdingbaren Notwendigkeit, wenn wir langfristig auf dieser Erde überleben wollen. Wir müssen wieder viel mehr nachdenken darüber, was wir tun, ob und für wen es wichtig ist, welchen Schaden unser Handeln anrichtet. Da die alten, ach so gescheiten Menschen in Sachen Klimakrise offensichtlich versagt haben, kommt jetzt auf die jungen Menschen eine große und verantwortungsvolle Rolle zu. Selbst handeln, anpacken, den von Politik und Industrie sorgfältig verworrenen Gordischen Knoten einfach durchschlagen, die Politiker zu jenem Handeln zwingen, zu dem sie von den Wählern gewählt wurden. Radikal müssen die von der Industrie initiierten und finanzierten Programme und Aktivitäten ausgemustert werden. Vielleicht müssen wir sogar weg von unserem aktuellen Demokratiesystem hin zu einer direkten Demokratie, um des Volkes Stimme größeres Gehör zu verschaffen. Packen wir’s an!

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Grafikquellen          :

Oben     — Die Vertreter der Staaten am ersten Tag der Konferenz.

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