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No Solidarität unter Müttern

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 11. Mai 2021

Alles Jammerlappen außer Mutti

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Wer könnte sich jetzt mit Mutti angesprochen Fühlen ? Nein bestimmt nicht die, welche sich vielleicht jetzt angesprochen fühlt. Die hat bis heute ja nicht eine Bestellung angenommen und jegliche Annahme verweigert. Folglich werden wir uns weiter auf die Suche begeben.

Eine Kolumne von Saskia Hödl

Immer wieder stellen Eltern strukturelle Missstände in Frage, weil sie sie persönlich nicht kennen. Warum fällt es so schwer, solidarisch zu sein?

Wenn Eltern über das Elternsein schrei­ben, dann erzählen sie entweder lustige Geschichten über Kinder, Essen, Fäkalien und Familienleben oder sie schreiben über die Strukturen der Gesellschaft. Über diese Strukturen gibt es zwei Arten von Texten. Die einen sollen Missstände aufzeigen, die Eltern erfahren: etwa einen Mangel an Kinderbetreuung oder die Last von Care-Arbeit. Die anderen Texte hingegen sollen diese strukturellen Missstände in Frage stellen, und zwar mit nur einem, recht eigenwilligen Argument: dass die Au­to­r:in­nen solche Probleme nicht kennen oder sich dabei zumindest nicht so angestellt haben.

Immer wenn ich so einen Text lese, frage ich mich, was das für ein Reflex ist. Wieso versucht man anderen die Schwierigkeiten abzusprechen anhand der eigenen Biografie? Wozu? Das ist nicht nur offensichtlich schwach argumentiert, es ist auch unsolidarisch. Außerdem findet sich doch immer jemand, für den große gesellschaftliche Missstände kein Problem sind. Jemand, der sagt: Stellt euch nicht so an. Bestimmt findet man jemand, der Hartz IV bezieht und gut findet. Eine Frau, die Feminismus für überflüssig hält. Einen Betroffenen, dem Rassismus gar nichts ausmacht. Oder Menschen, die zufrieden sind mit der CDU in der Regierung. Und dann? Genau, nix dann.

File:Crying newborn.jpg

Mir geht es gar nicht darum, einzelne Eltern zu verurteilen, weil sie sich zeitweise über andere Eltern erhöhen. Wahrscheinlich haben wir das unbedacht alle schon einmal gemacht. Vielleicht nicht in einem Text, vielleicht nicht zu strukturellen Problemen, vielleicht in einem Gespräch auf dem Spielplatz über Ess-, Schlaf- und Spielgewohnheiten. Kennt man doch, diese Gespräche: „Wie, du stehst nachts noch so oft auf? Also meiner schläft ja durch, seit er ein Embryo war.“ Gespräche, die einem Elternteil mit monatelangem Schlafmangel in etwa so guttun wie ein Tritt in den Magen.

Quelle      :           TAZ         >>>>>        weiterlesen

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Grafikquelle      :

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