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Mörder und Putschisten?

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 30. Mai 2015

Keine Mörder und Putschisten, nirgends

von ROBERT MISIK

Es hängt eben alles immer von der Perspektive ab. Das bewies jetzt wieder einmal ein Kommentator in der New York Times, der die These bestreiten wollte, wonach die Republikaner immer mehr nach rechts driften, während die progressiven Demokraten moderat in die Mitte rutschen. Das sei doch völlig falsch! In Wirklichkeit seien die Demokraten die wahren Extremisten. Die Beweisführung ging dann so: Seit 20 Jahren, seit der Zeit des populistischen Republikaneranführers Newt Gingrich, seien die Republikaner doch gar nicht sehr viel weiter nach rechts gerutscht, während Obama doch sehr viel linker sei als Bill Clinton. Ergo: Die Demokraten, nicht die Republikaner werden immer extremer.

Das hat schon was: Tatsächlich ging es vom Ultrarechten Gingrich bis zur Tea-Party-Dominanz bei den Republikanern gar nicht mehr sehr viel weiter nach rechts, das wäre kaum möglich. Rechts von der Tea-Party ist ja nur noch der Ku-Klux-Klan. Dann kommt schon die Wand. Wenn man ausreichend lang den Rechtsradikalismus fokussiert und sich an ihn gewöhnt, dann scheint er offenbar irgendwann zur Mitte zu werden.

Die Ordnung der Diskurse leistet dazu einen gehörigen Beitrag – die Ordnung dessen also, was im medialen Feld als anerkannte, „vernünftige“ Position durchgeht. Zwar gibt es ja nichts, was nicht gesagt werden könnte, aber doch die feine Linie, die das „Vernünftige“ vom „Absurden“ trennt. Was jenseits dieser Linie situiert ist, darf dann, obwohl es natürlich nicht sensu stricto verboten ist, nicht gesagt werden.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author dielinke_sachsen

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