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Joachim Gauck hat recht

Erstellt von Gast-Autor am Mittwoch 11. Dezember 2013

Keine Reise mehr in die USA

Empfehlung von DL für Gauck: Eine Reise nach Jerusalem

Autor: U. Gellermann

Rationalgalerie

Datum: 10. Dezember 2013

Ich gebe zu: Es kostet mich Überwindung dem Meister der geschwollenen Rede, dem unendlich prätentiösen Selbstdarsteller Joachim Gauck recht zu geben. Aber im Fall seines Boykotts der olympischen Spiele in Russland hat er völlig recht. Zwar lässt das Bundespräsidialamt die Gründe dieses Boykotts im Dunklen. Aber für mich sind einige Gründe plausibel und völlig nachvollziehbar.

Zum einen ist es der in den Medien vermutete Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in Russland. Sicher wird dem Bundespräsidenten die unerträgliche Beschränkung der sozialen Freiheiten, jene Kluft zwischen den superreichen Oligarchen und den armen, darbenden Massen, die Korruption und die mangelhafte Meinungsfreiheit in Russland zu seinem Boykott der Spiele gebracht haben. Es könnte ihn ebenfalls der in Russland übliche Raubbau an der Natur zu seinem Schritt bewogen haben. Denkbar ist auch, dass ein aufgeklärter deutscher Pastor die nationalistische, dumpfe orthodoxe Kirche abstrafen will.

Aber mindestens ebenso wahrscheinlich ist, dass sein Protest auch den olympischen Spielen als solchen gilt. Wird dort doch seit Jahr und Tag ein Menschenbild von der Leistung durch Kollaps verbreitet, jene primitive Ideologie des Laufens um des Laufens willen, des Springens ohne Sinn, des Werfens ohne Ziel. Das alles kann ein Freigeist wie Gauck nur ablehnen. Zumeist sind diese sonderbaren, Sport genannten Übungen auch noch von schwerem Drogenmissbrauch begleitet. Ganz zu schweigen vom üblen Nationalismus, der die Olympischen Spiel umwabert.

Die seit den Winterspielen in Salt-Lake-City bekannte olympische Korruption, die Vertreibung und Enteignung der indigenen Bevölkerung in Kanada rund um die Spiele, die Zerstörung der Natur durch den maßlosen Aus- oder Neubau von Autobahnen, Wintersportzentren und anderer Infrastruktur wird den Präsidenten angewidert haben. Auch der Versuch des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) rund um die Londoner Sommerspiele solche Verlinkungen auf die IOC-Site zu verbieten, die die Spiele in einem „falschen, irreführenden, abfälligen oder sonst wie anstößigen Licht erscheinen (zu) lassen“ wir der Bundespräsident grundlegend abgelehnt haben. Denn diese Medienmanipulation steht der russischen Zensur kaum nach. Auch dass dem IOC bis dato noch keine Entschuldigung für die Nazi-Sommer-Spiele im Berlin des Jahres 1936 eingefallen ist, kann der aufrechte Demokraten Gauck sicher nicht dulden.

Doch Gauck wird sicher über den Boykott Russlands hinausgehen und keinesfalls mehr die USA bereisen. Weil schon jene Wahlen genannte Farce – ein Wettkampf zweier Oligarchen-Gruppen, die sich inhaltlich nur wenig unterscheiden – bei dem nur der gewinnt, der die meisten Wahlkampfgelder einsammelt, all das wird die ehrliche Haut aus Rostock anekeln. Auch das US-Gefängnis-System der Apartheid wird mit dem Gauck-Boykott bestraft werden. Schließlich kann ein evangelischer Geistlicher die vielen Kriege der USA und ihren permanenten Drohnen-Mord keinesfalls dulden. Der Freiheskämpfer Gauck aber wird vor allem die Bespitzelungs-Aktivitäten der NSA nicht dulden können, hat er doch die ungleich geringeren Stasi-Spitzeleien auf das Schärfste bekämpft.

Lieber Joachim, der Kampf hat erst begonnen. Sei versichert: Ich bin auf Deiner Seite!

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Fotoquelle: Wikipedia – Author Artaxerxes

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DER SCHMOCK DAS BEKANNTE UNWESEN

8 Kommentare zu “Joachim Gauck hat recht”

  1. Ostdeutscher sagt:

    Wo war Gauck vor der Wende??? Keiner kannte ihn im Osten als Widerstandskämpfer gegen das totalitäre DDR- System.
    Heute ein Held für die Satire. Wenigstens etwas.

  2. Pälzer sagt:

    Ein großer Selbstdarsteller der mir Übelkeit bereitet…

  3. Kegelschnecke sagt:

    Die besten Schauspieler gehen in die Politik 🙂

    Und Gauckler sind auch nur Schauspieler.

  4. Opa Fielmann sagt:

    Gauck hat vor der Wende seine göttlichen Eingebungen jeden Sonntag von der Kanzel herunter geschmettert und auf dem stillen Örtchen gebetet „ich will mehr…“

  5. Rennsemmel sagt:

    … auf dem stillen Örtchen hat er nicht nur gebetet „ich will mehr“, sondern
    » Lieber Gott ich bitte Dich, lass das größte Stück für mich«

    Meine Meinung gehört mir, ich bin aber gerne bereit, andere daran teilhaben zu lassen. Trotzdem könnten noch andere Meinungen existieren.

  6. Ella Klein sagt:

    Gauck ist ein Vorbild für dummes Geschwafel.
    Nach Südafrika reisen und Nelson Mandela bis in den Himmel loben, ist das eine. Wo aber war sein Widerstand gegen das diktatorische Regime?

  7. Opa Fielmann sagt:

    Der „Oberbefehlshaber“ der Killer-Drohnen stellt Nelson Mandela als Vorbild dar. Wie weit wollen diese Heuchler eigentlich noch gehen, den menschlichen Intellekt außer Kraft zu setzen?

  8. Maria Teufel sagt:

    Geheucheltes Gutmenschentum und asoziale Gefolgsleute…. eine super Mischung

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