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Ich bin nicht schwul – oder doch?

Erstellt von Gast-Autor am Donnerstag 9. Januar 2014

Ich bin nicht schwul – ich bin ein Hetero!

Ich traue mich! Weniger wegen meines Umfeldes oder meine Familie. Aber wegen des heterophoben Gesindels, welches mich immer wieder auf dem Kieker hatte:

Ich habe mir diesen Schritt lange übelegt, aber nun ist es heraus. Ich darf nun nur noch hoffen, dass mir diese Veranlagung nicht zum Nachteil gereichen wird.

Es ist ätzend, was in der letzten Zeit für ein Bohai um dieses Theater gemacht wird, ob jemand schwul ist oder nicht. Es ist wahr: Ich fühle mich fast schuldig, dass ich nicht schwul bin. Und wer hat das alles losgetreten? Der Regierende Bürgermeister von Berlin. Wie tönte er? „… und das ist gut so!“
Und irgendwann zog Westerwelle hinterher. Er unterwarf sich dem Druck des „Outens“. Und dann der noch und noch ein anderer. Und Freddy ist auch schwul, sagt man. Der Junge, der irgendwann wiederkam. Und James Dean war es. Und der Lagerfeld auch???

Und dann gestern der Fussballer Thomas Hitzlsperger. Es ist nur noch ätzend. Voll in den Nachrichten. Jede halbe Stunde der gleiche Sermon und voll in der Tagesschau und in HEUTE.
Wie heisst es? Das Klima für „Coming-Out“ ist günstig; Fan-Experten meinen: Schwule Fußballer sind kein Problem mehr. „Outen“ ist out – „Coming-Out“ heisst es ab sofort in neu-denglisch.

Und nun wird die Welle der Fussballer-Nicht-Schwulen auf uns zurollen; angefangen bei Löw (Bundestrainer): Ich bin nicht schwul! (Was ist, wenn er es nur leugnet?) und aufgehört beim Torwart Häns-chen Müller vom FC Kleinklickerdorf, der sein Nichtschwulsein unaufgefordert in seiner Stammkneipe beteuert.

Boaahhh – es ist nur noch ätzend. Und das Schlimme ist, wenn man einen Schwulen kurz und knackig auf gut schwäbisch „Seckel“ nennt, eben weil er als Mensch einer ist, ist man gleich ein Schwulenhasser, wobei ich doch ein Fan von GLÖÖCKLER bin.

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Grafikquelle    :  Harald Glööckler 2010

14 Kommentare zu “Ich bin nicht schwul – oder doch?”

  1. Hanne P. sagt:

    Gebe UP vollkommen Recht.

    Ich oute mich heute und hier: „Ich bin eine Frau“.

    Ob schwul, ob hetero, ob Mann oder Frau ob…., Fakt ist, wie benehme ich mich in der Gesellschaft, wie benehme ich mich dem Anderen gegenüber. Ich habe etwas gegen das Überzogene, das im Mittelpunkt stehen wollen, das Aufzwingen der Meinung, das Emporheben Einzelner…
    Für mich persönlich ist schwul oder lesbisch undiskutabel und es wird in meinem Leben immer so bleiben, da ich als hetero oder hetera nicht vorstellen kann, eine Frau naja…, lassen wir das.
    Meinen Respekt haben Kretschmar und Glööckler, denn sie tun etwas für uns Frauen.
    Alles, was schmierig und aggressiv ist, lehne ich vollkommen ab.

  2. Endbesitzer sagt:

    Da können Heteros glatt Minderwertigkeitskomplexe bekommen, was vielleicht auch Sinn der Sache ist? So viel Tam Tam um so ein kleines, oder auch nicht vorhandenes Endstück. Aber so wird uns wenigstens klar gemacht wo das Gehirn bei vielen Menschen sitzt. Mehr von solchen Artikel.

  3. Carsten sagt:

    Respekt! Das war mutig! Endlich kann sich jeder trauen zu seiner sexuellen Neigung zu stehen. Nein, mehr noch hagelt es Lob dafür. Du hast mich nun ermutigt den Pfad der Mutigen ebenfalls zu betreten. Danke dafür!!! Ja, auch ich bin ein Hetero und das ist gut so. Puh jetzt ist es raus, fühle mich befreit von einer jahrelangen Last. Eigentlich sollte es in der heutigen Zeit doch nicht mehr nötig sein, vielmehr geht es mir am Arsch vorbei.

  4. kap sagt:

    Ganz ehrlich? Die Kommentare find‘ ich unnötig = „Much ado about nothing“

  5. Carsten sagt:

    Kap sagt:
    Samstag 11. Januar 2014 um 14:23
    Ganz ehrlich? Die Kommentare find’ ich unnötig = “Much ado about nothing” … Im Besonderen dieser hier von Shakespeare

  6. alpengretel sagt:

    Was ist mutig daran, wenn man sich als Fußballer NACH Karrieende outet? Verstehe den Trubel nicht. Hat dieser Hinzlsberger Angst in Vergessenheit zu geraten, dass er
    jetzt überall Interviews gibt oder hofft er auf lukrative Werbeverträge etc?
    Damit mich keiner falsch versteht: Es ist vollkommen okay, dass er es sagt. Aber warum diese große Welle?

    Was kommt als nächstes?
    Ich warte noch zur Krönung auf Aussagen und Geständnisse wie
    Nahles: ich bin eine gefärbte Blondine
    Lafontaine: mein Herz schlägt links 🙂

  7. Thomas A. Bolle sagt:

    Wo waren all diese Personen bevor sie Fussballer, Bürgermeister, Minister wurden? Die haben sich voher genau so versteckt wie alle anderen. Erst als sie nicht mehr angreifbar waren habe sie plötzlich ihren Mut entdeckt. Wenn sie alle so mutig sind dann sollten sie sich mal in die Niederungen des täglichen Arbeitslebens, der Vereinsmeierei oder der städtischen Fußgängerzonen begeben. Dort arbeiten und wirken die wirklich Mutigen.
    Ich weiss, wovon ich spreche. Ich hatte einen schwulen Bruder. Das in einem Landkreis im Münsterland.
    Diese verlogene Bande kommt zwanzig Jahre zu spät. Und jetzt bin ich es leid, ständig dieses Geplapper im Radio, Fernsehen oder Internet serviert zu bekommen. Dabei kommt mir das Essen wieder hoch. Sollen sie alle nach ihrer Einstellung glücklich werden, aber vertrauen, wählen oder als Vorbild betrachten?

    NIEMALS

  8. AntiSpeichellecker sagt:

    Thomas A. Bolle trifft mit seinem Kommentar den Nagel auf den Kopf!

  9. bertablocker sagt:

    Vorgestern abend war dieser Fussballer bereits in seiner ersten Show mit seiner Kommentierung seines beknackten „Coming-out“.

    Nun wird er diese Shows und Talkshows zum Ergötzen vieler bereisen im Sinne von, eingeladen zu werden und dafür zu kassieren. So wird er mit seiner schnöden Schwulheit so richtig Kohle machen – der Mainstream der Talkshow – Veranstalter wird ihm dazu verhelfen – vom RTL über Pro7 bis hin zu den gediegenen wie WDR an 1. Stelle und dann der NDR mit der Schöneberger und ihrem Kumpel und die anderen Knaller.

    Ich denke, der Typ hatte die Initialzündung, sich mit seiner Schwulheit zu prostituieren – einfach eine tolle Sache. Und möglicherweise kann er die Einkünfte „steuerlich absetzen“ – bretto für nutto (à la Pispers) – sozusagen.

    Erwähnenswert ist es in diesem Zusammenhang, wie interessiert diese Moderatoren/innen und Nachrichtensprecher/innen sich geben ob diesem Scheiss-Thema. Da verblassst sogar Kinderarmut und andere „Errungenschaften“ unseres Sozialstaates. Ein Wunder, dass die Merkel sich noch nicht gemeldet hat. In ihrem nächsten Umfeld hat sie ja einen dicken Schwulen angesiedelt, der ihr nun nach Politikwechsel seit seinem Umwelt-Unverständnis-Ministertum nun als Kanzleramtschef die Schleimspur legt. Bei ihm kann sie sicher sein, dass er sie nicht anmacht – grööhllll!

  10. emschergenosse sagt:

    Genau darum geht es: KOHLE MACHEN; natürlich hat er in den „Südkurven“ verloren, aber durch diese „Plebejer“ – wie Hoeness es einmal den sogenannten Fans von seinem zusammemgekauften Klub klar machte – verdient er nichts.
    Der Einsatz des eigenen zeitigt grössere Erfolge.

    Und im Falle Merkel: Wer will die schon freiwillig anmachen!? Ich denke, nicht einmal Pofallera hat mit diesem Gedanken gespielt – kein Wunder bei dieser heute sehr domina(nten) früheren FDJ-Sekretärin…

  11. Engelstrompete sagt:

    Es gibt Menschen, die möchte man nicht mal mit der Beißzange anfassen – geschweige anmachen.

    Das GroKo kommt, wenn er sich in Erinnerung ruft, dass ein ehemaliger linker Landesvorsitzender Mitglieder beleidigte, weil ein Familienmitglied schwul ist. Dafür möge er in der Hölle schmoren.

  12. frohnatur sagt:

    Wie weit ist die sexuelle und interkulturelle Toleranz in der Linke Saar, wenn eine Landtagsabgeordnete und ehemals stellvertretende Landesvorsitzende – jetzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende in der Landtagsfraktion- Schlagzeilen produzieren darf wie „Chinesenficker“ (bezogen auf einen ehemaligen Kreisvorsitzenden) und „Inselaffen“ (bezogen auf eine ausländische Nation), wenn sie statt eines ernsthaften Wortes zum Dank von Oskar noch steil nach oben befördert wird?

  13. Freischwimmer sagt:

    Einen Aufschrei der LAG oder BAG, welche sich angeblich gegen Ausgrenzung, Diskriminierung stark machen, habe ich nichts gehört.
    Warum nicht?
    „Chinesenficker-Tante“ gehört offensichtlich zur selbsternannten „Elite“.

  14. Felix Wasserstrahl sagt:

    # 12
    Wer beförderungswürdig 😀 ist, entscheidet Doc Polly und sein IG-Metall-Spezi.

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