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Flimmern + Rauschen

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 16. September 2022

Wenn auf einen Seitenwechsel ein Seitenwechsel folgt

Datei:120613 Doppelleben Artwork.pdf

Eine Kolumne von Stefen Grimberg

Ulrich Wilhelm war früher Regierungssprecher, später BR-Intendant. Jetzt ist er „ein bisschen Verleger“ der „FAZ“.

Seitenwechsel werden in Deutschland gerne argwöhnisch beäugt. „Schuster*in, bleib bei deinen Leisten“ ist das Motto. Problematisch wird das bei Menschen, die keinen richtigen Beruf haben. Zu dieser Spezies gehören zum Beispiel Politiker*innen. Die müssen am Ende der Laufbahn etwas werden, Spar­kas­sen­prä­si­den­t*in, Auf­sichts­rä­t*in oder Pu­tin­ver­ste­he­r-in.

Wenn es ganz schlimm kommt, wird so eineR dann öffentlich-rechtliche Inten­dan­t*in. „Hä, wieso das offizielle Personalaustauschprogramm Seitenwechsel der Bundesregierung von 2004 sieht’s doch vor?“, meint die Mitbewohnerin. „Das PAP-Ziel heißt, ‚bestehende Grenzen zwischen den Sektoren abzubauen und Wissenstransfer zu ermöglichen.‘“

Merkels ehemaliger Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hat zwar an dem Programm nicht teilgenommen, wäre aber ein prima PAP-Praktikant. Das „lächelnde Fallbeil“, wie ihn diese Zeitung mal nannte, wurde aus der Regierung heraus Intendant des Bayerischen Rundfunks. Dort exekutierte er das zur BR-DNA wie das Hofbräuhaus zu München gehörende „Bayern first“ und ging dem Rest der ARD mächtig auf den Wecker.

Zum Glück war das eine Zeit knapp vor dem Verschwörungsgeraune von den Staatsmedien. Auch de facto von der katholischen Kirche geführte Gremien wie der BR-Rundfunkrat oder üppige Dienstwagen-Zulassungen gingen damals noch voll in Ordnung. Und Wilhelm war klug genug, rechtzeitig wieder weg zu sein. Nach zwei Amtszeiten, in denen er den BR gekonnt digital umkrempelte, machte er im Januar 2021 die Biege.

Hochgradig untertrieben

Aber Wilhelm wäre nicht Wilhelm, hätte er nicht gleich den nächsten Ganzseitenumbruch vollführt. Wohl kein Blatt legt sich schon so lange, zäh und ausdauernd mit den Öffentlich-Rechtlichen an wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und wer hatte diese Woche Dienstag in der Anmeldeschlange beim Zeitungsverleger-Kongress was zu lächeln? Ulrich Wilhelm natürlich, schließlich ist er jetzt auch „ein bisschen Verleger“, wie er selbst sagt.

Quelle      :         TAZ-online          >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —    Plakat „Doppelleben – Der Film“

Verfasser DWolfsperger         /          Quelle     :     Eigene Arbeit      /      Datum    :  1. August 2012

Diese Datei ist lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

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