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Ein Ukraine – Tagebuch

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 20. März 2022

„Krieg und Frieden“
Der Krieg entzweit die Nordosseten

AnneFrank1940 crop.jpg

Aus Wladikawkas von Boris Epchiev

In Russland leben nicht nur Russen. Aber auch bei den anderen Nationalitäten im Land gibt es unterschiedliche Meinungen zu den aktuellen Ereignissen.

Russland – das sind nicht nur Russen. Hier leben noch auch Menschen Hunderter anderer Nationalitäten. Und obgleich für die ganze Welt alle Bewohner Russlands Russen sind, ist das bei Weitem nicht so. Ich bin Ossete und lebe in der Hauptstadt von Nordossetien, in Wladikawkas. Das ist Russland. Und alle meine Verwandten, nahe und weiter entfernte, alle meine Vorfahren, sind Bürger Russlands. Und bleiben das auch. (Auf Russisch unterscheidet man „russkije“, ethnische Russen, und „rossyjane“, Staatsangehörige Russlands; d. Red.).

Es ist unser Land, mein Land. So wie das von vielen, vielen anderen: Kabardinern, Balkaren, Tschetschenen, Inguschen, Tscherkessen, Tataren, Baschkiren, Lesginen, Laken … So könnte ich noch lange aufzählen und würde trotzdem noch jemanden zu erwähnen vergessen.

Die Einstellungen hier in Ossetien zu dem, was in der Ukraine passiert, sind unterschiedlich. Die einen unterstützen den Krieg, die anderen nicht. Die, die ihn unterstützen sind mehr, auf jeden Fall sind sie sichtbarer.

Blick auf Wladikawkas.jpg

Sich jetzt öffentlich gegen den Krieg zu positionieren, ist schwierig. In den sozialen Netzwerken hat mittlerweile ein echtes Mobbing begonnen. Kürzlich wurde zum Beispiel bekannt, dass ein 20-jähriges Mädchen in Wladikawkas für Flugblätter gegen den Krieg eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 100 Euro zahlen musste. In den Kommentaren wurde sie von offenbar ganz gewöhnlichen Menschen angegriffen, und es ist nicht bekannt, wie es ausgegangen wäre, wenn die Polizei ihren Namen öffentlich gemacht hätte.

Ich kenne keinen einzigen Menschen, der den Beschuss und die Bombardierung der Zivilbevölkerung in der Ukraine gutheißen würde. Hier in Ossetien ist dies schon deshalb nicht möglich, weil 2004 die ganze Welt Zeuge des entsetzlichen Terroranschlags in Beslan wurde (nordkaukasische Terroristen hielten in einer Schule drei Tage lang über tausend Geiseln, darunter viele Kinder, fest. Bei der Erstürmung durch russische Einsatzkräfte starben über 300 Menschen; d. Redaktion)

Quelle        :        TAZ-online          >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —   Anne Frank in 1940, while at 6. Montessorischool, Niersstraat 41-43, Amsterdam (the Netherlands). Photograph by unknown photographer. According to Dutch copyright law Art. 38: 1 (unknown photographer & pre-1943 so >70 years after first disclosure) now in the public domain. “Unknown photographer” confirmed by Anne Frank Foundation Amsterdam in 2015 (see email to OTRS) and search in several printed publications and image databases.

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Unten    —    Objekt: Panorama von Wladikawkas Beschreibung: Simbol von Wladikawkas

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