DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

DL – Tagesticker 23.11.2021

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 23. November 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“: – . –  Warum Lehrer aussteigen  – .  –  Diplomatie mit Belarus  – . –  Fade im Abgang  – . –  Er existiert – der freie Wille  – . –  Zeit für eine Corona-Kritik von links  – . – DL wünscht allen eine  gute Unterhaltung.

*********************************************************

So sieht es in diesen heutigen Drechsstaat aus. 16 Jahre waren ausreichend um die auf ihren Posten gesetzten Personen wie Seehofer, Scheuer oder auch Spahn, um hier nur einige der Versager  zu benennen, auf entsprechende Ministerposten zu setzen.  Aber wie hieß es schon immer : „So wie die/der Herr-in, so ihr Geschirr?“ Nur wie von den Lehrer-Innen heute gemeldet, könnten auch die Zustände auf vielen Behörden angesprochen werden! Bei den Krankenkassen beginnend  über die Rentenversicherung schweifend, wüssten viele sicher nicht, wo sie da Enden sollten?

»Ich habe das Gefühl, in einer Höhle gelebt zu haben«

1.) Warum Lehrer aussteigen

Viele Lehrerinnen und Lehrer haben den Schuldienst satt: Doch wer kündigt schon eine Beamtenstelle mit all den Privilegien? Hier erzählen zwei, die sich getraut haben. Zwei Jahre lang, so berichtet es eine ehemalige Lehrerin, habe das Kollegium den Drucker im Lehrerzimmer nicht benutzen können – weil der Kollege verstorben war, der das Passwort hatte. Ein Referendar quittierte den Schuldienst, nachdem seiner Verbeamtung im Wege gestanden hatte, dass er eine Fortbildung hätte absolvieren müssen. Die allerdings wurde nicht bewilligt, weil er dafür hätte bereits verbeamtet sein müssen. Erzählungen über bürokratische Absurditäten hört man viele, wenn man sich bei ausstiegswilligen oder ehemaligen Lehrkräften umhört. Und die Corona-Pandemie hat bei vielen das Fass zum Überlaufen gebracht: Lehrerinnen und Lehrer klagen über absurde Regelungen, mangelnde Wertschätzung und zu wenig Unterstützung aus der Politik. Wie viele der Unzufriedenen den Schuldienst quittieren, wird nicht erfasst. Weder auf Länder- noch auf Bundesebene. Klar ist: Lehrer sind knapp, viele Kollegien überaltet, selbst an Quereinsteigern mangelt es. »Die Unzufriedenheit steigt«, sagt Isabel Probst, selbst Ex-Lehrerin, die hauptberuflich schon mehrere hundert Lehrkräfte beim Umsatteln in andere Berufsfelder beraten hat. Früher hat sie das in Einzelcoachings getan – gerade startet sie nach eigenen Angaben einen Gruppenkurs mit 50 Teilnehmenden. Und die vor sechs Jahren gegründete Facebook-Gruppe »Lehrer auf Abwegen«, in der Ausstiegswillige sich miteinander vernetzen, hat mittlerweile knapp 11.000 Mitglieder. »Ich fühlte mich als Gefangener des Systems«.

Spiegel-online

*********************************************************

Reinheit der Gesinnung hat in der Politik noch nie gezählt – Weltweit! Und Merkel hätte, wenn sie reinen Gedankens gewesen wäre, lange aus der „Internationalen Charta für Menschenrechte“ welche auch von diesen Land unterzeichnet wurden, austreten müssen.  Aber diese Form von Ehrlichkeit kann sich kein Land der Erde leisten, wenn es auf der Welle der Wirtschaft ganz Oben mit schwimmen will. Das zeichnet die Verlogenheit der Staatenpolitik aus.

Nicht Reinheit der Gesinnung, sondern Ergebnisse zählen

2.) Diplomatie mit Belarus

Wegen ihres Telefonats mit Lukaschenko steht Merkel in der Kritik, vor allem vonseiten der Grünen: Sie habe damit dem belarussischen Machthaber Legitimität verschafft. Doch in der Außenpolitik kommt es nicht auf Gesinnungsethik, sondern vor allem auf Realismus und Pragmatismus an. Eine Erkenntnis, der sich auch eine künftige Ampel-Regierung nicht verschließen sollte. Die Telefonate von Bundeskanzlerin Merkel mit dem belarussischen Potentaten Lukaschenko in dieser Woche sind auf heftige Kritik nicht nur auf polnischer Seite sondern insbesondere auch von Bündnis 90/Die Grünen gestoßen. Deren einflussreicher Außenpolitiker Omid Nouripour sah sie als verheerendes Signal, das einen Beitrag zur Anerkennung Lukaschenkos als legitimer Präsident von Belarus geleistet und damit die europäische Politik konterkariert habe. Ja es stimmt: Die EU hat wie die USA und andere westliche Staaten nach den gefälschten Wahlen im August 2020 Lukaschenko jegliche demokratische Legitimität abgesprochen. Ist dies jedoch Grund genug, nicht mit ihm zu sprechen? Gesten der Anerkennung vermieden. Lukaschenko ist zwar nicht anerkannt, und sein Erpressungsversuch durch die Entsendung der Migranten an die belarussische Westgrenze ist verwerflich und verbrecherisch. Jedoch ist er faktisch derjenige in Belarus, der in der jetzigen Krise über die notwendige Gestaltungsmacht verfügt, um etwas an dem Los der an den Grenzen zu Polen und Litauen Gestrandeten zu ändern. Und die Bundeskanzlerin hat offenbar sorgsam Gesten der Anerkennung oder Legitimierung Lukaschenkos vermieden und ist entgegen zunächst anderslautenden Spekulationen nicht auf den belarussischen Vorschlag eingegangen, einen „humanitären Korridor“ einzurichten und 2000 Migranten eine Aufnahme in Deutschland zu gewähren. Ihr ging es nach offizieller Information der Bundesregierung zum zweiten Telefonat lediglich darum, gegenüber Lukaschenko dafür zu werben, „mit Unterstützung von UNHCR und IOM und in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission für die humanitäre Versorgung und Rückkehrmöglichkeiten der betroffenen Menschen zu sorgen“. Zudem seien die Telefonate mit der EU-Kommission abgestimmt gewesen.

Cicero-online

*********************************************************

Wer kennt den Spruch nicht: „Scheiße in der Lampenschale, bringt bedecktes Licht im Saale“. Daran kann wer erkennen, was viel zu viele Politiker-Innen nicht wahrhaben möchten. Der Kopf entscheidet sich nur für ein Ankommen und abkassieren, was in einen erlernten Beruf nie gelingen würde.  -„Lange studiert aber nichts  kapiert“ – politische Wunderexemplare welche sich selber berufen.

Gesundheitsminister Jens Spahn:

3.) Fade im Abgang

Epidemische Notlage nicht verlängert, überflüssige Impfstoff-Überlegungen: Ein Rücktritt des Noch-Gesundheitsministers käme spät, wäre aber angebracht. Jens Spahn muss zurücktreten. Das mal vorweg. Nein, nicht wegen seiner aktuellen Impfstoffposse. Die legt eigentlich nur noch eine Schippe drauf, auf den Haufen Mist, den der CDU-Politiker in den Pandemie­jahren zusammengekarrt hat. Aber spätestens mit seinem erst Mitte Oktober völlig ohne Not vorgebrachten Vorstoß, die epidemische Lage von nationaler Tragweite in Deutschland am 25. November auslaufen zu lassen, hat er bewiesen, dass er dem Titel nach vielleicht noch Gesundheitsminister, vor allem aber ein Meister der Fehleinschätzung ist. Dass ihm die kommenden Ampelmännchen dabei auch noch in all ihrer stupiden Liberalität gefolgt sind, macht es keinen Deut besser. Wer bei einem Blick auf die aktuellen Coronazahlen nicht erkennen mag, dass das Land sich in einer epidemischen Notlage von nationaler Tragweite befindet, sollte sich besser nach einem neuen Job umsehen. Nur aber bitte nicht in der Gesundheitspolitik. Spahns Spitzenidee, in so einer Notlage überhaupt nur daran zu denken, die Ausgabe eines Impfstoffs zu bremsen, lässt einen nur noch ratlos den Kopf schütteln. Er mag ja recht haben in seinem Bestreben, den Vorrat an Moderna-Impfungen nicht verfallen zu lassen. Aber dafür kann man doch nicht die Verteilung von Biontech-Vakzinen limitieren. Jedenfalls nicht in einer – man kann das nicht oft genug betonen – epidemischen Notlage von nationaler Tragweite, in der die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung händeringend versucht, lieber heute als morgen einen Termin fürs Boostern zu kriegen. In der die Masse der frustierten Impfwilligen die der lautstark pöbelnden Impfverweigerer bei Weitem übersteigt.

TAZ-online

*********************************************************

Leider sind Politiker-Innen keine Philosophen, sondern nur sich selbst sehende Idioten. Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Zum Grundgesetz: „Alle Macht geht vom Volk aus“. Eine Partei, – welche aber letztendlich ausschließlich über die Machthaber bestimmen dürfen, benennen dann nach ihrem Gusto die Macht.“ Ziemlich gut eingerschädelt – aber leider so ganz ohne das nötige Hirn. Zustände dieser Art, werden von der Politik aber nicht geändert, da sie ihnen nicht Dienlich sind!

Ein Einspruch aus der Philosophie

4.) Er existiert – der freie Wille

Die Idee von der Determiniertheit des Menschen wird in der künstlichen Intelligenz zum Kult. In immer neuen Wellen erreicht uns die Nachricht, einen „freien Willen“ gebe es nicht. Alles, was wir Menschen tun, sei bis ins kleinste Detail vorab determiniert. Die Argumente wiederholen sich, treten aber jedes Mal als Neuigkeit auf, man kann das schon eine Sturmflut nennen. Dass sie ganz haltlos sind, soll hier gezeigt werden. Das Erste, was auffällt, ist die immanente Unlogik des Determinismus. Wenn alles determiniert ist, sind dann nicht auch die Deterministen selbst zu ihrer Vorstellung, alles sei determiniert, gezwungen? Aber es gibt noch andere Vorstellungen, zum Beispiel die, dass Annahmen, die einigen oder allen Wissenschaftlern für wahr gelten, sich später als falsch erweisen können. Die Deterministen können diese Vorstellung selbst wieder nur für zwanghaft halten. Das entbindet sie aber nicht davon, ihr auch zustimmen zu müssen, wenn sie – aus freiem Willen oder nicht – als Wissenschaftler gelten wollen. Daraus folgt bereits, erstens: Der Determinismus muss einräumen, dass sich die Frage stellt, ob er nicht unwahr sein könnte. Und zweitens: Er kann zur Beantwortung der Frage gar nichts beitragen. Auch die Gegenthese, es gebe so etwas wie freien Willen, müssten Deterministen ja sowohl für determiniert halten als auch für etwas, über dessen Wahrheit oder Falschheit sie nicht entscheiden können. Die Stütze, die die Deterministen in der allgemeinen Wissenschaftstheorie und -philosophie zu haben glauben, ist die „Kausalität“. Nichts ist ohne Grund. Das stimmt. Aber ist Kausalität Determinismus? Woher wollen sie das wissen – oder wodurch zu diesem angeblichen Wissen gezwungen sein? Da sie sich besonders in der angelsächsischen Welt hervortun, verweisen sie gern auf den schottischen Philosophen David Hume, der 1776 verstarb. Sein Kernsatz ist aber: „Da die Vernunft niemals die Vorstellung der Wirksamkeit ins Dasein rufen kann, so muss diese Vorstellung aus der Erfahrung stammen.“ Der „Wirksamkeit“, das heißt der Kausalität. Da stellt sich die Frage, wie wir Wirksamkeit erfahren. Nur so wie beim Billardspiel, dass eine Kugel die andere stößt und deren Richtung determiniert? Nein, wir erfahren sie fast immer ganz anders: im sozialen Austausch, übrigens sogar der Wissenschaftler untereinander, wenn Anrede und Erwiderung aufeinandertreffen. Unterliegt eine Erwiderung nicht der „Wirksamkeit“ der Anrede, auf die sie reagiert?

Der Freitag-online

*********************************************************

Wer könnte sich hier, an dieser Stelle nicht oft genug widerholen? Solidarität muss immer dort beginnen, wo es sich die Menschen auch leiten können. Und genau dort beginnen die Parteien ihre stinkenden Brühen zu verbreiten, mit welcher sich dann die entsprechenden Regierungen allzu gerne übergießen lassen. Die Unten sitzengelassenen, haben gar keine Zeit sich Solidarisch zu äußern, da sie in ihren eigenen Überlebenskampf ganz aufgehen müssen.

Kommentare – Impfung

5.) Zeit für eine Corona-Kritik von links

Linke müssen nicht nur das staatliche Handeln der vergangenen Monate kritisieren, sondern sich ebenfalls für die Rechte der (noch) nicht Geimpften einsetzen. Der Ausbruch von Corona liegt bald zwei Jahre zurück. Die noch laufende Pandemie hat weltweit etwa fünf Millionen Leben gekostet. In Deutschland befinden wir uns mitten in der vierten Welle. Seit etwa einem Jahr stehen Impfpräparate zur Verfügung, in Deutschland galten am 14. November 67,5 Prozent der Menschen als vollständig geimpft. Mit Fortschreiten der vierten Welle kommt es zu hitzigen gesellschaftspolitischen Diskussionen und teils harten repressiven Maßnahmen, um bisher ungeimpfte Personen zur Impfung zu bewegen. Betreiber*innen von Kultureinrichtungen etwa und der Einzelhandel können durch die sogenannte 2G-Regel den Zugang für von Corona-Genesene und geimpfte Personen freigeben und allen anderen den Zugang verwehren. Waren Supermärkte zu Beginn von der Option ausgenommen, so dürfen diese 2G nun auch anwenden. Zudem wurde die Kostenübernahme von Schnelltests zeitweilig beendet, und seit dem 1. November 2021 wird Ungeimpften bei Quarantäneanordnung die Lohnfortzahlung verwehrt. Die politisch nicht opportune Impfpflicht wird so umgangen – auch wenn deren Einführung mittlerweile wohl ehrlicher wäre. Gleichzeitig gibt es noch immer kaum tragfähige Schutzkonzepte für Schulen, mittlerweile wird in einigen Bundesländern eine Durchseuchungsstrategie gefahren. Mit fortschreitender Pandemiedauer hat sich der Staat immer mehr aus der Verantwortung gezogen. Er hat den Pandemieschutz ganz im neoliberalen Sinne dem Einzelnen übertragen und agiert nun insbesondere mit ökonomischen Druckmitteln.

ND-online

*********************************************************

Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

*********************************************************

Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

Ein Kommentar zu “DL – Tagesticker 23.11.2021”

  1. Augusta sagt:

    GEGEN DAS VERGESSEN
    “Nie wieder, sollten Menschen zu medizinischen Handlungen gezwungen werden.”
    1947 · DER NÜRNBERGER KODEX

    §1 · Die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson ist unbedingt erforderlich. Das heißt, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können. Diese letzte Bedingung macht es notwendig, dass der Versuchsperson vor der Einholung ihrer Zustimmung das Wesen, die Länge und der Zweck des Versuches klargemacht werden; sowie die Methode und die Mittel, welche angewendet werden sollen, alle Unannehmlichkeiten und Gefahren, welche mit Fug zu erwarten sind, und die Folgen für ihre Gesundheit oder ihre Person, welche sich aus der Teilnahme ergeben mögen. Die Pflicht und Verantwortlichkeit, den Wert der Zustimmung festzustellen, obliegt jedem, der den Versuch anordnet, leitet oder ihn durchführt. Dies ist eine persönliche Pflicht und Verantwortlichkeit, welche nicht straflos an andere weitergegeben werden kann.

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>