DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

DL – Tagesticker 22.03.2022

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 22. März 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:   – . –  1.) DER ANDERE BLICK   – . –  2.) Tag 27 nach Beginn des russischen Angriffs   – . –  3.) Knapp über Putins Boulevard   – . –  4.) Kulturkampf in US-Schulen   – . –  5.) Kehrtwende bei der Friedensbewegung   – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

*********************************************************

Es ist das Ergebnis von Wahlen, wo Not das Elend schon lange bevor das erste Kreuzchen gezeichnet war, aufeinander trafen. Einmal, nein wie fast jedes mal, in einem Land in dem Politiker ihre Macht durch Gesetze festigen, auf das die im GG geschriebene „alle Macht geht vom Volke aus“, als unumstößliche Stütze einer unfähigen Politiker-Innen Kaste gilt. Ob Schwarz, Gelb, Grün oder Rot, Gemeinsam schlagen sie die Demokratie endgültig tot.

Habeck und der arabische Gas-Deal: So platzen grüne Träume

1.) DER ANDERE BLICK

Um Deutschlands Abhängigkeit von Russland zu verringern, setzt sich der grüne Wirtschaftsminister für Flüssiggas aus Katar ein. So bricht er mit Prinzipien seiner Partei – und zeigt, dass Deutschland seine Interessen formulieren muss, ehe es für Werte eintreten kann. Habeck taugt eines der vielen Fotos von diesem Wochenende zum Symbolbild. Es zeigt den Grünen-Politiker, wie er sich tief vor dem Handelsminister des Emirats Katar verbeugt. Ein Bückling sei das vor einem Regime, an dessen Händen Blut klebe: So deuten Kritiker die Szene aus dem Staatsbesuch am Golf, wo Habeck nach neuen Lieferanten für Erdgas Ausschau hielt. In der Tat kennen die Scheichs Menschenrechte nur vom Hörensagen; gar so devot hätte die Begrüssung nicht ausfallen müssen. Andererseits beugte sich der Minister auf seiner Reise auch der Macht des Faktischen. Habeck hat begriffen, dass er Prinzipien relativieren muss, um seiner Verantwortung für Deutschland gerecht zu werden. Wie aus einer anderen Zeit liest sich heute das Programm, mit dem das grüne Spitzenduo Robert Habeck und Annalena Baerbock 2021 in den Wahlkampf zog. Waffenexporte in Kriegsgebiete, stand da etwa zu lesen, «verbieten sich». Nun unterstützt Deutschland den Abwehrkampf der von Russland überfallenen Ukraine auch militärisch.

NZZ-online

*********************************************************

Ja, ich weiß – einmal mehr eine Wiederholungsfrage: Wozu bezahlen die westlichen Staaten ihre Geheimdienste, wenn Putin kein genehmer Gegner ist? Obama ließ in seiner Amtszeit laut der Zeitung „Le Monde diplomatique“ alleine 200 Menschen ohne Gerichtsurteile aussortieren und erhielt dafür den Friedens-Nobelpreis?

Attentat auf Selenskyj vereitelt, Zivilisten sollen Boryspil verlassen

2.) Tag 27 nach Beginn des russischen Angriffs

Selenskyj appellierte an seine Landsleute, alles zu tun, um den Staat zu schützen. „Um unser Volk zu retten. Kämpft. Kämpft und helft!“ Die ukrainische Spionageabwehr hat ein mögliches Attentat auf Präsident Wolodymyr Selenskij nach eigenen Angaben gestoppt. Eine Gruppe von russischen Saboteuren, angeführt von einem Geheimdienstler, sei in der Stadt Uschgorod im Dreiländereck zwischen der Ukraine, der Slowakei und Ungarn festgenommen worden, berichtete die Agentur Unian in der Nacht auf Dienstag. Zum Auftrag der etwa 25 Männer gehörten zudem auch die Ausführung einer Reihe von Sabotageakten. Diese sollten im Regierungsviertel in Kiew sowie in anderen Landesteilen der Ukraine stattfinden. Sie wollten sich als Angehörige der Territorialeinheiten der Ukraine ausgeben und auf diese Weise nach Kiew gelangen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Nach ukrainischer Darstellung haben russische Spionagetrupps seit Kriegsbeginn bereits mehrfach versucht, in Kiew einzudringen und den Präsidenten auszuschalten.

Kurier-online

*********************************************************

Wenn im Osten die Sonne aufgeht, liegt der Westen noch lange im tiefen, tiefen Schlaf und Putin hat sein Tageswerk schon lange hinter sich gebracht. Und so kommt Biden am Wochenende nach Europa um diesen Schlafwagen der Bahn aufzufüllen ? Vielleicht im gleichen Waggon wie die Frau voll von politischen Lügen?

Putins mörderisches Spiel mit westlichen Diskursen

3.) Knapp über Putins Boulevard

Man konnte in letzter Zeit immer wieder ausführlich über Putins Weltbild lesen. Namen wie Iwan Iljin fielen oder Alexander Dugin. Theoretiker, die die Träume von „Eurasien“, vom Russischen Reich und vom Kampf gegen einen dekadenten Westen untermauern. Damit wird ein konzises Weltbild des russischen Präsidenten gezeichnet. Man möchte dem gar nicht widersprechen. Nur hinzufügen: Da gibt es noch etwas. Wenn Wladimir Putin in einem Stadion den achten Jahrestag der Annexion der Krim feiern lässt. Wenn dabei eine Popband singt: Lenin und Stalin – das ist unser Land. Wenn dabei auf der Bühne steht: „Für eine Welt ohne Nazismus“ – stellt sich Putin dann in Kontinuität mit der eigenen Geschichte? Oder sollte man nicht eher sagen: Er bespielt diesen Diskurs, er weckt diese Erinnerungen, er nutzt die Emotionen, die damit einhergehen. Sowjetunion 2.0. Gemeinschaft ohne Kommunismus. Wie bei seiner letzten Rede, wo er die „Selbstreinigung der Gesellschaft“ beschwor und meinte, die Russen würden Verräter „ausspucken wie eine Fliege, die einem in den Mund geflogen sei“. Genauso hat er auch die ukrainische Politik als „neandertalerhaften und aggressiven Nationalismus und Neonazismus“ bezeichnet. Und vor dem Einmarsch erklärt: „Unsere Vorfahren haben nicht gegen die Nazis gekämpft, damit heutige Neonazis die Macht in der Ukraine übernehmen können.“ Hier eignete er sich die Weihen einer antifaschistischen Tradition an. Ein richtiger Antifa-Diskurs.

TAZ-online

*********************************************************

Wo sonst denn noch treten politische Trolle in einer solch konzentrierten Form aufeinander? Da brauch niemand erst über den großen Teich blicken. Ein Blick auf die eigenen Volksbetrüger reicht hier vollkommen aus, um für ein langes Leben von jeder weiteren Hoffnung auf Besserung befreit zu sein. Wem überkäme nicht das Gefühl, als wäre nach den letzten Weltkrieg nur George W. Bush gegen Putin ausgetauscht worden?

An allem ist Joe Biden schuld

4.) Kulturkampf in US-Schulen

USA – Die Republikaner forcieren den Kulturkampf an den Schulen, ohne dabei das Thema Ukraine-Krieg zu vernachlässigen: Plötzlich fordern sie Kampfjets gegen Wladimir Putin. Die Leiden im Ukraine-Krieg sind in der parteipolitischen Kampfarena gelandet, die Republikaner gegen Joe Biden, lautet die Devise. Der Präsident liefert Waffen und sanktioniert, er betont jedoch, wenn es Forderungen nach der Verlegung von Kampfjets gibt: „Wir werden den dritten Weltkrieg nicht in der Ukraine kämpfen.“ Für Donald Trumps Amerika ist die Sache kompliziert. Es fährt dem demokratischen Präsidenten geradezu aus Prinzip in die Parade, wechselt das Urteil über Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj und verlangt zusehends eine verschärfte Militärhilfe für Kiew. Zufluchtsort, um die Basis der Republikaner zusammenzuhalten, bleibt jedoch der eingespielte Kulturkampf gegen den Schwangerschaftsabbruch, gegen Anti-Rassismus und Transgender-Menschen, die ihr Leben leben wollen. Hoch im Kurs stehen gerade Warnungen vor „schädlichen Schulbüchern“. Im sonnigen Florida ist es Grundschullehrern verboten, über sexuelle Orientierungen und Gender-Identität zu sprechen. In Virginia dürfen Schulen auf Anordnung des Gouverneurs keinen „von Natur aus polarisierenden“ Lehrstoff vermitteln, wie die sogenannte „Critical Race Theory“, deren Kernthese lautet: Rassismus ist systemimmanent. In Texas hat Gouverneur Greg Abbott Bürger aufgefordert, sie sollten den Behörden Eltern melden, die Transgender-Kindern geschlechtsangleichende Therapien mit Pubertätsblockern und Hormonbehandlungen ermöglichen. Geschlechtsumwandlung, sagt Abbott, sei Kindesmissbrauch. Chase Strangio, ein Anwalt für Transgender-Texaner, sprach im Programm der Sendung Democracy Now von einer „absoluten Krise“. Behörden ermittelten tatsächlich gegen Familien mit Transgender-Kindern. Diese Bücher sind verpönt.

Der Freitag-online

*********************************************************

Könnte der Hesse Willi van Ooyen, nach Lafontaine als nächstes Opfer von Putins Arbeit gewertet werden? Trägt die gezeigte Neutralität der NATO in ernsten Gefahrenmomenten für den Weltfrieden, ihre ersten Früchte? Wo doch die Deutschen nicht einmal zum Marsch unter ihrer Bananenfahne aufspielen, was bekanntlich schon immer jeden Trägheits-Michel vom Sofa lockte?

003 Protest gegen Acta in Munich.JPG

Los, auf Marsch, marsch sonst tritt euch der Lametta-Hirni vom Staat im Arsch.

 

Der russischen Angriffskrieg stellt Grundannahmen der Friedensbewegung in Frage

5.) Kehrtwende bei der Friedensbewegung

Der russische Angriff auf die Ukraine untergräbt lang gehegte Glaubenssätze der deutschen Friedensbewegung. Abgesehen von manchen unverbesserlichen Putin-Apologeten setzt ein Umdenken ein. Wer in diesen Tagen mit Willi van Ooyen spricht, trifft auf einen nachdenklichen Menschen. »Sich in einer Frage von Krieg und Frieden so geirrt zu haben, ist natürlich schmerzhaft«, sagt der 75jährige Vorsitzende der Frankfurter Friedens- und Zukunftswerkstatt. Er habe sich »nicht vorstellen können, dass Russland einen solchen Angriff vorbereitet und tatsächlich in der Ukraine einmarschiert.« Für ihn ist klar, dass es sich dabei um einen »schwerwiegenden Völkerrechtsbruch« handele, der durch nichts zu rechtfertigen sei. Es sei »schrecklich, was gerade den Menschen in der Ukraine widerfährt«. Willi van Ooyen ist ein Urgestein der deutschen Friedensbewegung. 1966 lief er zum ersten Mal bei einem Ostermarsch mit. 1980 gehörte der anerkannte Kriegsdienstverweigerer und langjährige hauptamtliche Funktionär der Deutschen Friedensunion zu den Initiatoren des »Krefelder Appells« gegen den sogenannten Nato-Doppelbeschluss. Das Wiederaufleben der Ostermärsche in den achtziger Jahren verdankte sich nicht zuletzt seinem Engagement; an deren Organisation ist er noch immer beteiligt. Die lange vorherrschende unkritische Einstellung zu einem rechten Autokraten wie Putin ist rational nur schwer erklärbar. Über all die Jahrzehnte stand für van Ooyen fest, von wem die Kriegsgefahr auf keinen Fall ausging: von Russland. Noch am 7. Februar hatte er mit 200 Gleichgesinnten – unter anderem Gregor Gysi, Christoph Butterwegge, Daniela Dahn, Frank Deppe, Wolfgang Fritz Haug, Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht – einen mittlerweile nur noch absurd wirkenden Aufruf unter der Überschrift »Friedenspolitik statt Kriegshysterie« gestartet, in dem es wörtlich heißt: »Trotz der Militärmanöver in der Nähe zur Ukraine hat Russland kein Interesse an einem Krieg.« Ebenso steht van Ooyens Name unter dem Aufruf des Aktionsbündnisses gegen die Münchner Sicherheitskonferenz, die nur Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine stattfand. Dessen Überschrift: »Stoppt den Kriegskurs der Nato-Staaten«.

Jungle.world-online

*********************************************************

Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

*********************************************************

Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

*****************************

Unten     —  February 11th, 2012 Protest anti ACTA in Munich, „banana republic“ flag

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>