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DL – Tagesticker 19.03.2022

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 19. März 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:   – . –  1.) Putin frisst keine Fliegen   – . –  2.) Dabei stürzt ihn der Krieg in ein Dilemma   – . –  3.) Von der Faulheit der Deutschen Politik   – . –  4.) Warum es das noch nicht gibt?   – . –  5.) Gemeinsam in Dantes Hölle    – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Sind die Trüffeljäger-Innen welche jetzt den Staat bestimmen  – besser? Das einzig Wahre würde sich erst herausstellen, wenn  sich das Fußvolk auf die Jagd begeben würde, den sich selbst erhobenen Cäsarennachfolgern die Trüffel zu entreißen.

Holte Schröder sich im Kreml einen Eimer Kaviar ab? In Moskau gilt jetzt: Was du bist, hängt davon ab, was du isst.

1.) Putin frisst keine Fliegen

Fangen wir mit einem alten Witz an: Woran erkennt man den freundlichen Motorradfahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen. Auch daran, dass uns nach Jahrzehnten dieser geschmacklose Scherz, Chitin schmeckt ja nach nichts, wieder einfiel, ist Putin schuld. Der verglich die oligarchischen Verräter, die in ihren Villen in Miami oder an der Côte d’Azur „nicht auf Gänseleber, Austern oder sogenannte Geschlechterfreiheiten verzichten können“, mit Mücken, die dem anständigen russischen Volk versehentlich in den Mund geflogen seien, von diesem aber natürlich sofort ausgespuckt würden – so schlecht ist die Versorgungslage auch noch nicht. Lieber Austern in Nizza als Buletten in Nowosibirsk. Zwar könnte es in Russland durchaus einzelne aufrechte Patrioten geben, die insgeheim lieber in Nizza Austern essen würden als in Nowo­sibirsk Analogbuletten von „Onkel Wanja“, der jetzt McDonald’s ersetzen soll. Aber natürlich halten die braven Untertanen sich an Putins neuestes Dekret: Zeige mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist. Und woran würde man Dekadenz, sklavisches Bewusstsein und die Zugehörigkeit zur Fünften Kolonne des Westens besser erkennen als an der Vorliebe für Chicken Wings und Cola light? Fast Food ist verräterisch, seine Verbreitung in Putins Reich ein weiterer Beweis dafür, dass die Amis Russland bis hinunter zum Mastdarm ruinieren wollen. Doch zum Glück gibt es ja einen neuen Doktor Schiwago, der seinem Volk nun eine „natürliche und notwendige Selbstreinigung“ verordnet hat, wahrscheinlich mit dem bewährten Glaubersalz. Diese Rosskur wird die Lust der Oligarchen, in die von ihnen so liebevoll ausgeplünderte Heimat zurückzukehren, nicht unbedingt vergrößern. Bloß, wo sollen die jetzt hin? Selbst in Londongrad, dem sie mit ihren Milliarden zu einer Sumpfblüte sondergleichen verhalfen, sind sie nicht mehr wohlgelitten. Nicht einmal Abramowitsch bekam die Gelegenheit, schnell noch Chelsea, seine Yachtflotte und ein paar Häuschen zu verkaufen, bevor sie beschlagnahmt wurden. Das verbindet am Ende sogar noch Schröder und Lafontaine.

FAZ-online

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Wird die NATO von seinen Mitgliedländern nicht nur gebraucht, um ihre Geschäftsbeziehungen in aller Welt aufrecht zu erhalten? Haben nicht gerade Frankreich und Deutschland die Russen mit ihren Waffenverkäufen so gestärkt, auf das Putin jetzt den versammelten Westen in eine Atomare-Schreck-Starre versetzen kann?

Diktator Lukaschenko klammert sich an Putin.

2.) Dabei stürzt ihn der Krieg in ein Dilemma

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko lehnt einen Eingriff belarusischer Truppen in der Ukraine ab. „Es gebe nichts zu tun“ und sie seien nicht „eingeladen worden“, hieß es. Er steht nämlich vor einem Dilemma: Lieber Russland seine Treue beweisen oder auf das eigene Volk hören? Die Live-Ticker zur Entwicklung des Kriegsgeschehens in und um die Ukraine meldeten bereits mehrfach, dass auch belarusische Truppen aktiv an der Seite Russlands ins Kriegsgeschehen eingegriffen hätten, nur um diese Nachricht zeitnah doch zu widerrufen. Das Minsker Regime betont mit großem Nachdruck, dass belarusische Streitkräfte nicht aktiv in die Kämpfe involviert seien – allein in seiner Rede zum Inkrafttreten der neuen Verfassung am 4. März unterstrich Lukaschenko dies viermal. Auch amerikanische Dienste und der ukrainische Präsident Selenskyj teilen diese Einschätzung. Auf den ersten Blick wirken Experteneinschätzungen zur Rolle des Minsker Regimes in Putins Angriffskrieg konträr – die einen betonen, dass Belarus de facto aktive Kriegspartei sei, während die anderen zum Schluss kommen, dass Lukaschenko die Souveränität des Landes und somit auch seine Entscheidungsgewalt praktisch an Russland verloren habe. Was davon stimmt? Militär, Nutzung der Infrastruktur, russische Waffen – das spricht für belarusische Hilfe an Russen.

Focus-online

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Hinterlässt es nicht ein beglückendes Gefühl sehen zu dürfen, wie bequem sich Deutsche Politiker-Innen eingerichtet haben? Genau darum sind wir ja ein Mitglied der NATO, welche es sich erlauben kann, gesehenes Unrecht in dieser einen Welt Zahnlos geschehen zu lassen? Aber so ging es immer schon unter den Raubtieren zu. Selbst fressen macht Fett und Träge. Wofür werden Milliarden in die NATO verpulvert, wenn diese sich bei Gefahr im Anzug, als Feigling lange eingebunkert hat ? Dort wo Politiker selber Blank ziehen, verweht auch der Gestank der Faulheit. Der Fisch fängt immer am Kopf zu stinken an!

Der ukrainische Historiker Mykola Borovyk spricht in Berlin über die westliche Bequem Lage.

3.) Von der Faulheit der Deutschen Politik

Für die deutsche Öffentlichkeit scheine die Ursache für den Ukrainekrieg weiterhin im Dunkeln zu liegen, sagt Mykola Borovyk am Donnerstagabend in Berlin. Der ukrainische Historiker und wissenschaftliche Projektmitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Sachsenburg kam zu einem Vortrag ins Potsdamer Einstein Forum. Die Absichten Wladimir Putins waren seit Jahren erkennbar, so Borovyk. Man habe sie nicht hören wollen. Putin drohte bereits 2008 der Ukraine mit einem Atomschlag, sollte sie der Nato beitreten. Eigentlich, so sagt Borovyk, sehe Putin die Nato, deren Staatsoberhäupter er für schwach halte, nicht als Bedrohung an. Seit Jahren betreibt Russland Handel mit ihnen, ließ sich zudem, auch nach der Annexion der Krim, Waffen etwa aus Deutschland und Frankreich liefern. In Putins Weltbild aber habe die Ukraine als Staat kein Existenzrecht. Ideologisch knüpft der russische Präsident ans Zarenreich an, als man die Auffassung vertrat, das russische Volk bestehe aus Großrussen, Weißrussen (Belarussen) und Kleinrussen (Ukrainern). Nach der Oktoberrevolution 1917 gründeten die Ukrai­ne­r:in­nen einen eigenen Staat, der jedoch 1920 in die Sowjetunion hineingezwungen wurde. Lenin, so sagte es Putin in seiner Ansprache kurz vor der Invasion, sei „Schöpfer und Architekt“ einer Ukrai­ne, die es sonst gar nicht gegeben hätte. Der jetzige Krieg, so Borovyk, habe bereits begonnen, als die Ukraine es wagte, sich 1991 erneut für unabhängig zu erklären. Für Putin trage die Ukraine Schuld am Zerfall der Sowjetunion, an die im heutigen Russland oftmals mit verklärender Nostalgie gedacht werde.

TAZ-online

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War es nicht der einzige kluge Schachzug einer 16 jährigen Merkel-Regierung, die SPD zu sich in den Keller herab zu ziehen um such von Dieser – samt der geballten Öffentlichkeit mit Funk und Fernsehen, genau den umgekehrten Weg vorgaukeln zu lassen?

Um Russland und seine Superreichen wirksam zu treffen, bräuchte es ein internationales Finanzregister.

4.) Warum es das noch nicht gibt?

Ganz einfach: Die Reichen im Westen wollen es nicht. Die Ukraine-Krise hat eine alte Debatte wiederbelebt: Wie lässt sich ein Staat wie Russland effektiv sanktionieren? Gerade heraus gesagt: Es ist Zeit für neue Sanktionsformen, die den Schwerpunkt auf die Oligarchen setzen, die dank des fraglichen Regimes reich geworden sind. Erforderlich ist dafür aber die Einführung eines internationalen Finanzregisters, das den Reichen im Westen nicht gefallen wird. Deren Interessen sind sehr viel stärker mit denen der russischen und chinesischen Oligarchen verbunden, als manchmal behauptet wird. Aber das wäre der Preis dafür, dass westliche Länder den politischen und moralischen Kampf gegen Autokratien gewinnen und der Welt zeigen, dass die laut tönenden Reden zu Demokratie und Gerechtigkeit nicht nur leere Worte sind. Machen wir es uns kurz klar: Das Einfrieren von Vermögenswerten im Besitz von Putin und Mitgliedern seiner Familie ist bereits Teil des Arsenals an Sanktionen, das seit Jahren ausprobiert wird. Das Problem ist, dass die verhängten Maßnahmen zum Großteil symbolisch bleiben. Sie betreffen nur ein paar Dutzend Leute und können durch Strohmänner umgangen werden – ganz besonders, weil nichts getan wurde, um den Immobilienbesitz und die Finanzportfolios, die jeder einzelne besitzt, systematisch zu erfassen und mit Querverweisen zu versehen.

Der Freitag-online

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Ein Walzer im Dreiviertel Takt der hat die Schmeißfliegen zusammen gebracht. Wenn doch das liebe Geld nicht wär, dann wären die Beiden nicht Millionär? Das alles nur, ob der Idiotie ihrer Wähler, welche die Partei ins schweben brachten. Na vielleicht erleben wir noch den kompletten Zusammenbruch? Lassen wir uns einmal überraschen, wohin die Kompassnadel  der ewigen Flügelhopperin in naher Zukunft ausschlägt? 

Bundesarchiv Bild 183-1987-0909-423, Saarbrücken, Besuch Erich Honecker, Schröder, Lafontaine.jpg

Leute was kostet die Welt, wer hat sich die Narren bestellt? 

Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine sind sich am Ende näher, als sie glauben

5.) Gemeinsam in Dantes Hölle

Das Genre der Doppelbiografie ist leider aus der Mode gekommen – doch das gemeinsame Ende der großen Zeiten von Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine fordert fast ihr Comeback: zwei Erzfeinde, die am Ende ihrer Karriere, nach Jahrzehnten des Miteinanders, Auseinanders und Gegeneinanders, in der exakt selben Ecke angekommen sind. Soeben ist Gerhard Schröder von seiner Spezialoperation aus Moskau zurückgekommen. Spötter meinen, die Reise habe vor allem den Bedürfnissen seines Privatvermögens gegolten. Noch während er bei Putin antichambrierte, trat er von der Ehrenbürgerwürde der Stadt Hannover zurück, bevor die ihn von der Liste streicht. Ähnlich wird es wohl mit der SPD-Mitgliedschaft laufen. Beides ist ihm weniger wichtig, als von seinen Funktionen als Gasmogul zurückzutreten – was ihm zum jetzigen Zeitpunkt wohl nicht einmal Putin selbst übel nehmen würde. Sein alter Erzrivale Lafontaine hingegen ist aus der Linkspartei ausgetreten, seiner eigenen Gründung. Sie sei ihm nicht mehr »friedenspolitisch« genug, womit er wahrscheinlich meint, dass es auch noch Vertreter der Partei gibt, die nicht eins zu eins die Kremlpropaganda nachplappern. Jetzt sind sie beide, Schröder und Lafontaine, zuguterletzt auf ihr publizistisches und unternehmerisches Glücksrittertum heruntergefallen; skurrile Gestalten, denen man kaum anmerkt, dass sie vor 20 Jahren noch Berge versetzt haben; verbunden nur mehr durch Ressentiments, Honorarverträge und den unerschütterlichen Willen, zu Putin zu halten, gleich, wie viel Blut der noch vergießt.

ND-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten     —   Zu dokumentarischen Zwecken behielt das Deutsche Bundesarchiv häufig die original-bildunterschriften, die sein kann fehlerhaft, voreingenommen, veraltet oder politisch extrem. ADN-ZB/Sindermann/9.9.87/ BRD: Honecker-Besuch Der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, traf in Saarbrücken mit dem Ministerpräsidenten des Saarlandes, Oskar Lafontaine, stellvertretender Vorsitzender der SPD (l.), zusammen. Zugegen war auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag von Niedersachsen, Gerhard Schröder.

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