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RENTENANGST

DL – Tagesticker 18.07.2022

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 18. Juli 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Das Corona-Durcheinander vor dem Herbst  – . –  2.) „Putin ist ein Mörder“  – . –   3.) Ukraine-Streit bei „Konkret“  – . –  4.) Die Linke, studiert Wirtschaft!  – . –  5.) Lobbyisten überall in der Politik  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Wurden die  auserwählten „Experten“ nicht schon immer von den gleichen Händen gefüttert, welche diese auch für ihre Arbeiten bezahlen? Niemand der politischen Barden würde irgendjemanden  honorieren der eine andere Meinung äußert! Anders ist Politik gar nicht Machbar. Auf den Vierten wird auch der fünfte, sechste usw. Stich folgen, da es eine reiche Ernte verspricht. So können die Verantwortlichen nicht früh genug damit beginnen, ihre willigen Herden zu jagen.

Sommerwelle, vierte Impfung, Ratlosigkeit: Die Politik hatte Experten gebeten, Pandemie-Maßnahmen zu bewerten, der Bericht verpufft im Corona-Streit. Und nun rät Lauterbach schon wieder zur Impfung?

1.) Das Corona-Durcheinander vor dem Herbst

Auf einem Sommerfest am See, ein Dutzend Freunde sitzen um den Tisch, geraten die Gläser durcheinander. War das deins? Hatten es hier eigentlich alle schon?, ruft einer in den Abend. Alle nicken, einer ist sich nicht ganz sicher, aber niemand holt neue Gläser. Vor einer Verabredung, eine Woche später, schreibt die Gastgeberin in die Whatsapp-Gruppe: Wäre es möglich, dass wir uns alle angesichts der steigenden Zahlen morgen vorher testen? Sie habe noch Tests da. Corona. Man kann das Wort wirklich nicht mehr hören. Aber man hört es wieder häufiger, am Nachbartisch im Restaurant, im Büro, wo ein paar Kollegen in jeder Besprechung Maske tragen, die meisten aber nicht mehr. Von der Freundin, die ihren Besuch verschiebt, weil sie infiziert ist, und eine Woche später, wieder negativ und noch hustend, doch kommt. Die Sommerwelle, die hohen Zahlen, die Warnungen vor Long Covid, vor dem Herbst. Die Gespräche landen oft bei der Frage: Und wie geht’s jetzt weiter? Mit den Infektionen, den Wellen, aber auch mit den Maßnahmen. Der dritte Herbst der Pandemie beginnt in acht Wochen. Man wüsste langsam gern, worauf man sich einstellen sollte. Und auch für die Zeit bis dahin wäre Orientierung nicht schlecht. Von einer Gesundheitsbehörde, eventuell, oder dem Gesundheitsminister? Der endlose Corona-Streit in den sozialen Netzwerken.

Berliner Zeitung-online

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Jeder Politiker welcher seine bewaffneten Söldner-Armeen in fremde Länder befiehlt, sollte als Mörder benannt werden. Auch für dieses Land wurde nach Ende des Krieg folgende Maxime herausgegeben: „Von einen Deutschen Staat darf nie wieder ein Krieg ausgehen,“ Ob die Ehemaligen da wohl schon an Afghanistan oder Mali gedacht haben wird fraglich bleiben. Einige werden aber schon an die USA gedacht haben?

Die für eine Protestaktion im russischen Staatsfernsehen bekannt gewordene Journalistin Marina Owsjannikowa hat sich erneut öffentlich gegen den Krieg in der Ukraine positioniert.

2.) „Putin ist ein Mörder“

Die durch ihre live im russischen Fernsehen zu sehende Protestaktion gegen den Militäreinsatz in der Ukraine  bekannt gewordene Journalistin Marina Owsjannikowa ist in Russland festgenommen worden. Dies gaben am Sonntagabend ihr Anwalt und ihre Familie bekannt. Es gebe keine Informationen, wo sich die Journalistin derzeit befinde. Owsjannikowa veröffentlichte am Freitag auf ihrem Telegram-Kanal ein Video und ein Foto, das sie mit einem Plakat in der Hand an einer Uferpromenade in Moskau zeigt. Im Hintergrund ist auf der anderen Flussseite der Kreml zu sehen. „Putin ist ein Mörder“, steht auf dem Plakat – und: „Seine Soldaten sind Faschisten.“  Ungefährlich sind solche Aktionen nicht. In der Ukraine seien bereits 352 Kinder getötet worden. „Wie viele Kinder müssen noch sterben, bis ihr aufhört?“ Wann die Bilder aufgenommen wurden, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Ebenfalls unklar war zunächst, wie lange Owsjannikowa mit dem Plakat in der Hand auf dem Bürgersteig stand und ob sie dabei von Sicherheitskräften bemerkt wurde.

Stuttgarter Zeitung-online

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Wer ganz groß werden möchte, geht das Risiko ein, eines Tages ganz tief zu fallen! Das wird den Grünen gerade so passieren wie den Roten auch, welche allesamt in den Regierungen ins Braune gleiten. Der Griff in die Kassen des Staates hat weit wehr Anziehungskraft als ihre zuvor laut tönenden Moralvorstellungen oder Bürgernähe. Dort wo die SPD eingemerkelt wurde  werden andere Parteien engemerzt! Alles ist nur eine Frage der Zeit.

Grenzen ziehen. Die Kreml-nahe Haltung der linken Zeitschrift „konkret“ spaltet die Autor-Innen Schaft. Dreißig von ihnen haben sich nun öffentlich distanziert.

3.) Ukraine-Streit bei „Konkret“

Muss man, wenn man für eine Zeitschrift schreibt, immer mit allen Texten übereinstimmen, die in derselben erscheinen? Bis zu einem gewissen Punkt nein, findet Alex Feuerherdt, der bis vor Kurzem für die konkret schrieb. Doch nun wurde nicht nur seiner Meinung nach dieser Punkt überschritten. Er ist ei­ne:r der 17 Erst­un­ter­zeich­ne­r:in­nen der vor zwei Wochen veröffentlichten Erklärung „Warum wir nicht mehr für Konkret schreiben“. Mittlerweile haben insgesamt um die 30 Au­to­r:in­nen unterschrieben. Das Heft drifte in die Nachbarschaft des völkischen Flügels der Linkspartei Das monatlich erscheinende Magazin, für das auch schon linke Stimmen wie Ulrike Meinhof schrieben, gibt es seit 1957. Selbst versteht es sich als „einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands“. Die Un­ter­zeich­ne­r:in­nen der Erklärung sehen das Magazin mittlerweile eher in eine andere Richtung abdriften: in die „Nachbarschaft der AfD, des völkischen Flügels der Linkspartei oder Jürgen Elsässers Compact“, heißt es. „Man muss die Grenze ziehen, wenn man das Ganze gar nicht mehr verantworten kann“, sagt Feuerherdt. Bei den Un­ter­zeich­ne­r:in­nen war es der redaktionelle Kurs zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der konkrete Anlass für die Beendigung der Au­to­r:in­nen­schaft bot sich mit der März­ausgabe der Zeitschrift, die am 25. Februar, das heißt einen Tag nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine erschien. Unter dem Titel: „Go East! Nato-Aggression gegen Russland“. Selbstkritik sieht anders aus „Wer ‚gegen den Westen‘ zum einzigen Entscheidungskriterium macht, kann sich jede Unverschämtheit herausnehmen und jede Barbarei zum Widerstandsakt verklären. Aus einem Organ der Kritik wird dann eine monatliche Junge Welt. Für die schreiben wir aus guten Gründen nicht. Für die Kopie dann halt auch nicht“, heißt es. Eine Kurzschlussreaktion sei es keinesfalls gewesen, meint Feuerherdt: „Zwischen der Märzausgabe und jetzt war ziemlich viel Zeit.“ In dieser habe man auf eine selbstkritische Auseinandersetzung innerhalb der Zeitschrift gehofft. Im April seien zwei kritische Texte erschienen: eine generelle Kritik an die Rechtfertigung der Kreml-Politik innerhalb linker Kreise von Lars Quadfasel und eine konkrete Bezugnahme und Replik JustIn Mondays auf die Titelgeschichte der Märzausgabe. In der Maiausgabe seien die beiden Autoren dann als Imperialisten beschimpft worden. „Mit Erschrecken mussten wir feststellen: Selbstkritik sieht anders aus“, sagt er.

TAZ-online

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Dass wofür die Gründer der 68-ger noch runde 50 Jahre benötigten, schaffen die Linken innerhalb von nicht einmal 20 Jahren. Wie doch die Zeit vergeht – ist es für den Klimawandel und soziale Vorhaben  in der rauen Wirklichkeit schon viel zu spät.

Tschüss Philosophie und Sozialwissenschaft: Romane analysieren statt Bilanzen verstehen? Schluss damit! Wer die Welt verbessern will, muss Wirtschaft studieren! Denn: Fragen nach Gerechtigkeit sind heute in erster Linie Wirtschaftsfragen. Wer regieren will, muss sich damit auskennen

4.) Die Linke, studiert Wirtschaft!

Menschen wollen Sicherheit – vor allem finanziell. Und das hat viel damit zu tun, wie die Wirtschaft läuft. Gerade dieser Tage, in denen Butter teurer, Gas knapper und Wohlstand kleiner wird. Eine stabile progressive Mehrheit für eine gerechtere Politik gibt es nicht ohne glaubwürdiges Sicherheitsversprechen. Wie aber bringt man den Motor des riesigen Tankers Deutschland zum Laufen? Dafür muss man sich auskennen im Maschinenraum, mit Marktwirtschaft, Geld und Steuern. Wie entstehen Jobs? Wann steigen Preise? Wie funktionieren Firmen im Wettbewerb? Woher kommt eigentlich das Geld? Was können wir uns leisten? Wer zahlt was? Wer eine bessere Welt will, muss sich mit solchen Fragen auskennen. Und zwar besser als die konservative Konkurrenz. Denn im Maschinenraum entscheidet sich, wie die Wirtschaft läuft – und in wessen Interesse sie läuft. Wie also Wohlstand erarbeitet und verteilt wird. Doch gerade in der politischen Linken ist das Thema unbeliebt und unterbesetzt. Gerade junge Leute im progressiven Lager scheuen oft ökonomische Themen. Studiert werden stattdessen politologische, soziologische – und immer öfter kulturwissenschaftliche Fächer. Dabei sind alle Gerechtigkeitsfragen in hohem Maß auch Wirtschaftsfragen. Und kaum ein Thema eignet sich besser dafür, Konservativen und Neoliberalen das Wasser abzugraben. Die setzen ja immer auf „Wirtschaftskompetenz“. Doch die Fassade bröckelt: Die Produktivität lahmt, die Infrastruktur ist marode, die Energieversorgung unsicher, der Wohnraum knapp, die Bahn unzuverlässig, das Steuersystem chaotisch, die Löhne zu niedrig, die Preise zu hoch, die Armut auf Rekordniveau. Und auch am klimapolitischen 1,5-Grad-Ziel droht das Land zu scheitern.

Der Freitag-online

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Würden nicht die persönlichen Eitelkeiten und die damit verbundene persönliche Einkommensversorgung  vorrangig zählen würde sich niemand als Hans-Wurst-In für die „Nation“ zur Verfügung stellen.  

Korruption – Frankreich: Neben Uber-Interessenvertreter soll auch einer von Amazon am Wahlkampf von Macron beteiligt gewesen sein

5.) Lobbyisten überall in der Politik

Die Skandale häufen sich: Nur wenige Tage nach den Enthüllungen der »Uber Files« steht bereits der nächste Lobbyismusvorwurf gegen Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Raum. Diesmal geht es um fragwürdige Beziehungen zwischen dem ehemaligen Wirtschaftsminister und mehreren Big-Tech-Konzernen. In einem am Mittwoch Abend veröffentlichten Artikel berichtete Mediapart, Zugang zu Gesprächsverläufen zwischen »Beratern des Präsidenten und Lobbyisten und Führungskräften der GAFAM (Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft)« aus der zweiten Jahreshälfte 2017 bekommen zu haben. Bereits 2019 hatte Mediapart den Élysée-Palast gebeten, die entsprechenden Dokumente zur Verfügung zu stellen. Mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis wurde der Antrag aber abgelehnt. Die Onlinezeitung klagte vor dem Verwaltungsgericht, war erfolgreich und konnte nun »vor einigen Tagen« die Dokumente einsehen. Darin erfährt man unter anderem, dass ein Lobbyist von Amazon 2017 für die Präsidentschaftskampagne von Macron gearbeitet haben soll. Die Dokumente zeigen demnach, wie der Interessenvertreter des US-Konzerns, Jean Gonié, aktiv in das Geschehen in Sachen Programmatik intervenierte. Dabei habe er das Thema der »Umwandlung Frankreichs in einen Champion des Onlinehandels und der Logistik« »vorangetrieben«, zitierte Mediapart aus den Unterlagen. Und weiter: Gonié habe »während der Präsidentschaftskampagne in den Arbeitsgruppen von En Marche (Macrons damalige Partei, jW), an denen er teilnahm« seinen »Dienst getan«, heißt es in einer Notiz, die der Wahlkampfleiter Fabrice Aubert an Macron gerichtet haben soll. Nachdem Macron wenige Monate später zum Staatschef gewählt wurde, ernannte er Aubert zu seinem »Berater für Institutionen, öffentliches Handeln und digitalen Wandel«.

junge Welt-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

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Unten        —       Abb. Titelfeld: Philosophenturm und Auditorium Maximum (Ausschnitt), Staatsarchiv Hamburg, StAHH 720-1_141-21=06_591.

Abb. Thementext: Ordinarien-Karikatur, Privatbesitz / Anti-Schah-Demo Berlin, Juni 1967, nach Wikimedia Commons (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ludwig_Binder_Haus_der_Geschichte_Studentenrevolte_1968_2001_03_0275.0140_(17051988346).jpg) / Muff-Aktion 1967, Staatsarchiv Hamburg, Bestand Conti-Press / Axel-Springer-Verlagshaus Hamburg, nach Wikimedia Commons (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hamburg_Axel-Springer-Verlagshaus_01_KMJ.jpg) / Philosophenturm und Auditorium Maximum, Staatsarchiv Hamburg, StAHH 720-1_141-21=06_591.

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