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DL – Tagesticker 13.10.2022

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 13. Oktober 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Jusos kritisieren geplante Grenzkontrollen  – . –  2.) Opec+ dreht den Ölhahn zu  – . –  3.) Der Greta-Schock  – . –  4.) Das Problem mit Richard David Precht  – . –  5.) Tagung der NATO-Kriegsminister  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Wie lange werden die JUSOS  wohl ihrem Standpunkt gerecht bleiben können – wollen ? Oder lassen sie sich auch von der Warburg-Bank aufkaufen, so wie andere aus dem Erwachsenen-Kreis ihrer Partei ? ?

Ukrainer sollen ins Land, aber Geflüchtete aus Balkanländern nicht mehr? Die Jungsozialisten der SPD halten die Pläne von Bundesinnenministerin Nancy Faeser für verfehlt.

1.) Jusos kritisieren geplante Grenzkontrollen

Der Bundesvize der SPD-Jungsozialisten hat den Plan von Bundesinnenministerin Nancy Faeser kritisiert, Deutschland für Geflüchtete aus der Ukraine offen zu halten, die Zuwanderung von Asylbewerbern über die Balkanroute und das Mittelmeer aber zu begrenzen. „Nancy Faesers Aussage zur Begrenzung der Zuwanderung nach Europa macht uns sprachlos“, sagte Birkan Görer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Wir erwarten von einer Bundesinnenministerin der SPD, dass sie die Gesellschaft zusammenhält.“ Dieser Zusammenhalt dürfe „niemals auf Kosten der Hilfsbedürftigsten aufs Spiel gesetzt werden.“ Wer die Aufnahmebereitschaft für Ukrainerinnen und Ukrainer zu Recht lobe, könne nicht zugleich Sorgen um Geflüchtete aus dem Mittelmeer und der Balkanroute streuen, sagte Görer. „Es braucht keine Politik des Misstrauens und der Grenzkontrollen, stattdessen braucht es eine klare Politik der Solidarität: Eine europäische Lösung für eine gerechte Verteilung, schnelle Lebensperspektiven und einen Staat, der Geflüchtete vor Übergriffen schützt.“ Faeser hatte bei einem Treffen mit Ländern und Kommunen am Dienstag angesichts stark gestiegener Zuwanderungszahlen angekündigt, Kontrollen an der Grenze zwischen Bayern und Österreich über den November hinaus zu verlängern. Sie hatte zudem die serbische Regierung im Namen der Bundesregierung aufgefordert, die visumfreie Einreise für viele Bürger aus Drittstaaten zu stoppen. Diese Regelung habe die illegalen Einreisen in die EU erhöht. Grüne fordern mehr Unterkünfte vom Bund.

Zeit-online

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Und tägliche grüßt das Murmeltier aus der Politik und erklärt Biden wie auch mit Blut verschmutzte Hände mit Öl rein gewaschen werden können. Diese Meldung wurde auch aus Deutschland mit einer besonderen Aufmerksamkeit beobachtet. Zählte  doch auch Olaf Scholz zu den Vorreitern der großen Vergeber. 

Weil die ölfördernden Staaten die Fördermengen reduzieren, steigt der Benzinpreis und damit auch die Inflation. In den USA fürchtet Präsident Joe Biden daher Konsequenzen für die anstehende Wahl – er will das Verhältnis zu Saudi-Arabien neu ausloten.

2.) Opec + dreht den Ölhahn zu

US-Präsident Joe Biden hat Konsequenzen für die umstrittene Entscheidung der Opec+-Staaten angekündigt, die Ölproduktion zu drosseln. Er werde nicht genau sagen, was ihm vorschwebe, „aber das wird Konsequenzen haben“, sagte Biden in einem CNN-Interview. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte, die Beziehung zu den Ölstaaten unter Führung Saudi-Arabiens werde „neu bewertet“. Diplomatischer Schlag ins Gesicht. Die in der Opec+-Gruppe vereinten Öl exportierenden Länder hatten sich vergangene Woche auf eine deutliche Produktionssenkung im November geeinigt. Der Schritt wurde weithin als diplomatischer Schlag ins Gesicht gegen die USA gewertet, die sich explizit dagegen ausgesprochen hatten. Die Opec+-Gruppe besteht aus den Opec-Ländern unter Führung von Saudi-Arabien sowie zehn weiteren Partnerländern, allen voran Russland. Sie hatten die Förderung bereits von Anfang Oktober an gekürzt, allerdings nur leicht um 100.000 Barrel pro Tag. Für November legten sie nun eine Drosselung um zwei Millionen Barrel pro Tag fest. Das ist die stärkste Senkung seit 2020 zu Beginn der Corona-Krise, das Bündnis will so den Preis stützen. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine war der Ölpreis gestiegen und hatte fast 140 Dollar (Euro) pro Barrel (159 Liter) erreicht. Seitdem war er wieder gesunken.

Stern-online

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Wir alle bewegen uns Schritt für Schritt auf den Winter zu. Gerade so wie Hänsel und Gretel in jeden Jahr und stellen uns nur die eine Frage, wer sich diesmal von der Gretel verführen lassen möchte ? Wer also macht den Hänsel – Merz oder Lindner und macht den Vorschwimmer in einer Braun gefärbten Brühe? 

Thunberg für AKW-Weiterbetrieb? Es wäre ein Fehler, Atomkraftwerke abzuschalten und auf Kohle zu setzen, sagt Greta Thunberg. Das bringt Weltbilder ins Wanken. Müssen wir umdenken?

3.) Der Greta-Schock

Stell dir vor, du warst schon immer gegen Atomkraft – und auf einmal kommt die große Heldin der Klimabewegung daher und sagt, Atom sei besser als Kohle. Und das mitten in der ohnehin aufgeheizten Diskussion über längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke. „Wenn sie schon laufen, glaube ich, dass es ein Fehler wäre, sie abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden“, hat Greta Thunberg in der Maischberger-Sendung gesagt und mit diesem kurzen Satz ein ganzes Weltbild mit all seinen sicheren Gewissheiten ins Wanken gebracht. Jedenfalls meins. Muss ich jetzt umdenken und alles über Bord schmeißen, woran ich seit meiner Jugend am Bauzaun von Wackersdorf geglaubt habe? Müssen wir den Widerstand gegen eine extrem gefährliche Technik und gegen die zukunftsfeindliche Anhäufung von Atommüll doch aufgeben, nur weil die Galionsfigur von Fridays for Future Kohlekraft noch gefährlicher findet? Das wäre ziemlich niederschmetternd. Also erst mal durchatmen und nachdenken. Ist immer gut. Also, schauen wir genauer hin: Greta Thunbergs Äußerung wird jetzt natürlich von interessierter Seite übertrieben einseitig aufgebauscht. Da die junge Schwedin klüger ist als ihre neuen Fans von der FDP, hat sie keineswegs gesagt, dass die Atomkraft die Lösung all unserer Energieprobleme darstellt. Diese Lösung kann, da sind sich die meisten Ak­ti­vis­t*in­nen der Klimabewegung einig, nur im Ausbau der erneuerbaren Energien liegen. Und das bleibt auch richtig. Das große „Aber“.  Aber, und dieses Aber wird die Debatten der nächsten Wochen prägen, es gibt trotzdem ein Problem. Wenn es darum geht, wie wir mittelfristig unter dem Druck von Putins Krieg die Energieversorgung sichern, bis die Erneuerbaren das irgendwann vielleicht allein schaffen, ist Thunberg im Zweifel eher für längere Atomkraftnutzung als für noch mehr Kohleverheizung. Und das könnte reichen, um auch in Deutschland eine neue Dynamik auszulösen und die Anti-Atom-Haltung ins Kippen zu bringen.

TAZ-online

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Ja den Philosophen wird die Richtung des Denkens von der Politik nicht vorgeschrieben wie dem Juristen in seinem Paragraphen-Dschungel. Es bleibt seiner Fantasie überlassen die Gedanken nach Oben – Unten – Rechts oder Links wandern zu lassen und entsprechend seiner Auffassung seine Erklärung zu verkaufen ? Finden wir darum auch so viele Juristen in der Politik, da sie dort keine Meinung, sondern nur einem Gesetzgeber folgen müssen? 

Das Problem mit Precht ist nicht Precht. Das Problem ist die öffentliche Fixierung auf Precht. Ein Lob auf Nervensägen, Selbstdarsteller und intellektuelle Hasardeure.

4.) Das Problem mit Richard David Precht

Seit zehn Jahren moderiert Richard David Precht die Sendung „Precht“. Ich muss kurz überlegen, ob er Gäste hat oder sich selbst moderiert. Nachgeschaut, er hat einen Gast pro Sendung. Der erste Gast 2012 war Gerhard Hüther, ein viel gefragter Hirnforscher. Am 23. Oktober wird Luisa Neubauer kommen, man braucht sie nicht vorzustellen. Precht hat in seiner Sendung „Precht“ also Gäste, wie konnte es mir entfallen? Vielleicht, weil der Name seiner Sendung in eine andere Richtung weist. Ich habe meine Recherche über unsere liebste Suchmaschine geführt. Als „ähnliche Fragen“ wird aufgelistet: – Was sagt Precht über die Liebe? – Ist Precht Veganer? – Was kostet Richard David Precht? – Hat Precht Kinder?  Eine interessante, wenngleich unvollständige Liste, es fehlt komischerweise die Standardabfrage bei Menschen des öffentlichen Lebens mit einem gewissen Sexappeal: Precht Freundin? Und es fehlt die Frage, die in den letzten Tagen so oft aufgeworfen wurde. Sie lautet: Was genau ist eigentlich das Problem mit Precht? Antworten, die gegeben wurden: Precht nennt sich Philosoph, aber „die Philosophie kennt ihn nicht“ (FAZ). Precht schreibt Bücher zu allem Möglichen, unter anderem zur Tierethik, zur künstlichen Intelligenz, zu den Medien und zur Liebe, und obwohl er von nichts eine Ahnung hat, sind die Bücher leider trotzdem alle erfolgreich. Weiter: Precht ist ein Egomane, fast schon ein Querdenker, ganz sicher aber ein Putin-Versteher, Precht ist ein Mansplainer und Macho (gegenüber Melanie Amann in der Sendung „Lanz“), oder schlicht: Seine Frisur nervt. Damen über 50.

Freitag-online

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Ist der Deutsche-Staat nicht immer schon einen Fackelläufer gefolgt ? Zeigt das Land nicht, durch ihre die Politik beratenden Militaristen auf,  wohin der Weg geebnet wird? Anschließend können Parteien wieder über rechte Tendenzen Landesweit diskutieren. Wer diese ruft sollte ihr Echo an den Wurzeln erkennen. Es gibt keine geordneten oder gerechte Kriege, da als einzige Devise nur ausgegeben werden kann: Selbst Morden – um nicht ermordet zu werden.

Deutsche Militärseelsorger während einer Trauerfeier bei der ISAF.jpg

Philosophen in Bunderwehr Uniform. Nichts ist unmöglich. Sogar das Morden wird gesegnet!

Auswege versperrt. –  Der Fahrplan, den sich die NATO-Staaten für die Konferenzrunde bis Donnerstag gegeben haben, ist aufschlussreich:

5.) Tagung der NATO-Kriegsminister

Bevor die Kriegsminister am Mittwoch zu ihrem regulären Treffen in Brüssel zusammentraten, tagte dort die sogenannte internationale Ukraine-Kontaktgruppe. Das macht klar, wer Koch und wer Kellner im NATO-Krieg gegen Russland ist: Der Zusammenschluss von jetzt 50 Staaten kam Ende April auf Druck der USA auf der US-Militärbasis Ramstein zustande. Muster war die »Koalition der Willigen« beim Angriff der USA und Großbritanniens 2003 auf den Irak. Die deutsche Kriegsministerin erhielt eine Einladung zur Teilnahme – nach Ramstein, im eigenen Staat –, der sie brav folgte. Souveränität, Grundgesetz, Völkerrecht – wozu? Das war 2003 anders gewesen, als die Bundesregierung sich verweigerte. Die heutige Kontaktgruppe bedeutet: In diesem Krieg gibt es nur einen Befehlsgeber, die USA. Verlauf und Ende des Konflikts werden allein zwischen Moskau und Washington ausgehandelt. Die US-Führung kennt gegenwärtig öffentlich nur Eindimensionales. Kriegsminister Lloyd Austin erklärte in Brüssel: »Wir werden die Verteidigungskapazitäten der Ukraine weiter ausbauen, sowohl für die dringenden Erfordernisse von heute als auch auf lange Sicht.« Berlin hat sich selbst an den Katzentisch gesetzt, will das aber wettmachen. Der Ukraine-Krieg ist eine einmalige Gelegenheit, eigenen militärischen Ehrgeiz zu befriedigen. Also forderte Olaf Scholz am 29. August in seiner Prager Rede eine »klare Führungsstruktur«, nämlich eine deutsche, für eine Militär-EU und bot Nordeuropa eine gemeinsame Luftverteidigung an. Am Mittwoch sollte es dazu in Brüssel eine Absichtserklärung der NATO geben. So leicht lässt sich der deutsche Imperialismus nicht abmelden.

Junge Welt-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tun haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten  –     Militärdekan Dr. Damian Slaczka, Brigadegeneral Frank Leidenberger und Militärseelsorger Michael Weeke zollen den Opfern Respekt. (Foto von OR-7 Jacqueline Faller, RC North PAO)

 

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