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DL – Tagesticker 13.04.2022

Erstellt von DL-Redaktion am Mittwoch 13. April 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Der andere Blick  – . –  2.) Hafencity – Der Scholzturm  – . –  3.) Putins verquere Logik  – . –  4.) Präsidentschaftswahlen Frankreich   – . –  5.) Ansichten eines adeligen Clown  – . –   DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Ist es die Aufgabe eines NUR – Gruß – Onkel, der seine politische Meinung dem Posten opfern musste, welcher am runden Tisch zwischen zwei Parteien ausgewürfelt wurde und der sich in seiner Arbeit als Außenminister selbst bekennend mitschuldig an den politischen Versäumnissen des Westens gemacht hatte, nun als religiöser Büßer akzeptiert zu werden? Auch galt er als treuer Vasall seiner SPD Manipulatoren und damit Eifernder Zuarbeiter von Putin.  So wird er wohl auch in der Ukraine heute gesehen werden. Ist es nicht allzu Auffällig wie sehr sich die SPD mit der Fahne der Banane immer der momentanen Windrichtung anpasst und dieses dann Politik benennt?

Steinmeier unerwünscht – zu Recht

1.) Der andere Blick

Der deutsche Bundespräsident wollte die Ukraine besuchen, um ein «Zeichen der Solidarität» zu setzen. Doch er ist dort nicht willkommen. Ein diplomatischer Affront, gewiss. Aber nicht unverdient. Frank-Walter Steinmeier gehört zu den erfahrensten deutschen Politikern, aber eine solche Abfuhr hat der 66-Jährige wohl noch nie erlebt. Wie nun bekanntwurde, wollte der Bundespräsident die Ukraine besuchen, um auch ein «Zeichen der Solidarität» zu setzen. Doch in Kiew gab man ihm einen Korb. Der Grund soll Steinmeiers jahrelanger Schmusekurs mit dem Kreml sein. Den hat der Sozialdemokrat inzwischen zwar öffentlich bereut, aber in der Ukraine, die gerade um ihre Existenz kämpft, zählen Taten dieser Tage offenkundig mehr als schöne Worte. Bedauern muss man Steinmeier nicht. Wenige westliche Politiker haben die russische Bedrohung für die europäische Sicherheit so ausdauernd heruntergespielt und die energiepolitische Abhängigkeit von Moskau so sehr befördert wie der einstmals engste Mitarbeiter Gerhard Schröders. Die Ausladung mag ein diplomatischer Affront sein, aber sie ist nicht unverdient.

NZZ-online

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Gemessen und als zu Klein empfunden ? So wurde es früher gesagt wenn Bürger-Innen zu hoch hinaus wollten. Andere nannten sie Neureiche welche das Geld schneller ausgaben als sie es kassieren konnten. Die Dummheit war sowohl in den Religionen als unter den Politikern die weit in Voraus laufende Arroganz der selbsternannten Logik ihres  Denker.

Hamburg debattiert über ein Megahochhaus namens Elbtower.

2.) Hafencity – Der Scholzturm

Kritiker fordern ein Referendum, doch die Baugenehmigung ist schon erteilt. Irgendwann wurde Hamburg zu klein für Olaf Scholz, Berlin rief. Aber bevor der Bürgermeister zum Finanzminister, Vizekanzler und später zum Bundeskanzler aufstieg, hinterließ er seiner Heimat die Aussicht auf ein besonders großes Haus. Die Elbphilharmonie war mit leichter Verzögerung Anfang 2017 eröffnet worden. Im Februar 2018 stellte Scholz dann kurz vor seinem Umzug im Kaisersaal des Rathauses den Elbtower vor. Inzwischen darf gebaut werden, aber fürs Erste wächst vor allem der Widerstand. Wie üblich bei größeren Projekten. 245 Meter hoch soll der Elbtower an den Elbbrücken werden, er wäre das höchste Bürogebäude der Hansestadt und die Nummer drei in Deutschland. Architekt ist David Chipperfield, Bauherr die Signa-Gruppe des Österreichers René Benko. Der Entwurf sieht mit etwas Fantasie aus wie ein elegant verdrehter Stiefel. Der Turm werde Teil des Kunstwerks Hamburg, sagte Scholz bei der Präsentation. Einige Hamburger allerdings finden, dass der Turm gar nicht ins Kunstwerk Hamburg passt. Die einen schwärmen von einem „neuen architektonischen Wahrzeichen“, das nach 20 Jahren die Hafencity krönen soll. „Statement und Understatement“, finden die Entwickler, „Hamburg rising above itself.“ Andere sind weniger überzeugt davon, dass Hamburg in der Ära Home-Office und Klimaschutz so über sich hinauswachsen muss. Von Größenwahn ist die Rede, von einem Monster, einem Riesenphallus. Eine Linken-Abgeordnete bezeichnete den Elbtower als „Olaf-Scholz-Gedenkturm“, der völlig überflüssig sei und sich nur in den Geldbeutel des Investors einfüge, nicht in die Stadtsilhouette.

Süddeutsche-Zeitung

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In ihrer Macht versessene Menschen sind kaum zu einer normalen Logik fähig, da es ihnen an der Praxis fehlt! Ein respektvoller Umgang mit Andersdenken zeigt sich nicht durch das abkanzeln an überlangen Tischen, an denen sich ein ebenbürtig fühlender Mensch erst gar nicht setzten würde. Nur hat es an dieser so wichtigen Selbst-Einschätzung im Wandel der politischen Zeiten immer mehr gefehlt. Spielt der Putin heute nicht das Spiel des ehemaligen Deutschen Genossen – Hitler? Als sich Selbstverherrlichender Herrschers aller Russen? Wie sich doch die Zeiten der Politik immer wieder Gleichen.

Russlands Außenpolitik

3.) Putins verquere Logik

Mehr Nato-Präsenz in Osteuropa, Nato-Beitritte, Aufrüstung der Ukraine: Putins zerstörerische und brutale Außenpolitik wendet sich nun gegen Russland. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, da empfing Wladimir Putin Staatsgäste am langen Tisch, Nord Stream 2 galt als privatwirtschaftliches Projekt und dem russischen Außenminister Sergei Lawrow wurde aufmerksam zugehört. Da verlangte Russland „Sicherheitsgarantien“ und der Westen beriet darüber sorgfältig. Zu diesen Sicherheitsgarantien gehörte neben dem Beharren, die Ukraine dürfe nie der Nato beitreten, der Abzug aller Nato-Truppen aus den osteuropäischen Nato-Beitrittsstaaten und ein Ende aller militärischen Nato-Aktivitäten dort, ein vertraglicher Verzicht auf jeden weiteren Nato-Beitritt und ein Ende der „nuklearen Teilhabe“, also der Stationierung atomarer Kurz- und Mittelstreckenraketen der USA in Westeuropa. Im Gegenzug bot Russland: nichts. Die Forderungen waren unverhandelbar und wurden daher auch nicht verhandelt. Wenige Wochen später überfiel Russland die Ukraine. Moskau überzieht das Nachbarland seither im Namen der „Entmilitarisierung“ mit grausamsten Kriegsverbrechen und setzt eine im Namen der „Entnazifizierung“ gepredigte genozidale Auslöschungsrhetorik in die Tat um. Und als Folge tritt alles ein, was Russland mit seinem Forderungskatalog vorgeblich stoppen wollte.

TAZ-online

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Ist nicht gerade dieser Zustand ein Zeichen für den allgemeinen Niedergang einer zur Zeit nahezu Weltweit systematisch versagenden  Politik ? Selbst der Tausch zwischen Merkel und Scholz gleicht doch nur einer Ideologischen Mogelpackung. Alle Parteien haben sich unterdessen so sehr einander angepasst, das Unterschiede nur noch im Fieberwahn der Völker erkennbar werden.

Von der politischen Mitte bleibt nur Macron übrig

4.) Präsidentschaftswahlen Frankreich

Vor dem zweiten Wahlgang in Frankreich wird der amtierende Präsident Emmanuel Macron gezwungen sein, um die bürgerliche Mitte zu kämpfen. Wie stehen seine Chancen? Wäre es in der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl darum gegangen, welcher Bewerber lang gehegte Wünsche am besten erfüllt bekommt, hieße der Sieger Emmanuel Macron. Schließlich trifft er beim Stechen am 24. April auf seine mutmaßliche Wunschgegnerin Marine Le Pen. Macron konnte sie bereits im Duell vor fünf Jahren klar besiegen. Le Pens Gewinnchancen sind seither kaum gestiegen. Sie erscheinen auf einen ersten Blick kaum größer als die ihres Vaters Jean-Marie Le Pen, als der vor 20 Jahren gegen den Neogaullisten Jacques Chirac in die Stichwahl kam. Das rechtsnationale Wählerpotenzial ist mit knapp 30 Prozent schlicht ausgeschöpft. Die gängige Rede von einer „Schicksalswahl“, durch die Marine Le Pen vom Rassemblement National (RN) die V. Republik übernehmen könnte, ist mehr wohlfeile Floskel deutscher Medien als realpolitische Annahme. Solange Frankreichs Ultrarechte in eine rechtsnationale und eine rechtsradikale Partei gespalten ist, bleibt sie so chancenlos wie der Hassprediger Éric Zemmour mit seinem Versuch, in der Stichwahl zu landen. Werden Macron gute Aussichten auf eine zweite Amtszeit bescheinigt, dann wegen der relativ stabilen Wirtschaftslage, einer stark gesunkenen Arbeitslosigkeit wie einem – dank gesenkter Steuern – verbesserten Investitionsklima für die Industrie. Mit diesem Polster im Rücken bestritten Macron und sein Wahlverein La République en Marche (LREM) ihren Wahlkampf gleichsam einhändig. Der Amtsinhaber trat in nur einer Großveranstaltung auf, erklärte seine Kandidatur provozierend spät und boykottierte Fernsehauftritte mit den anderen elf Aspiranten. Sein Programm beschränkte sich auf ein paar Reformansagen und Wahlversprechen, abgegeben in letzter Minute: 18 Cent Nachlass auf den Benzinpreis und das Vorhaben, die Preise für den Strom zu deckeln sowie eine von den Unternehmen zu finanzierende Prämie für bedürftige Arbeitnehmer von zunächst 1.000 Euro, die unmittelbar vor dem ersten Wahlgang auf 6.000 erhöht wurde.

Der Freitag-online

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Es wird sie immer in der Politik geben – Menschen welchen der Wahnsinn schon ins Gesicht geschrieben wurde. Wer in diesen Land war nicht der festen Überzeugung das diese ehemaligen Sklavenhalter nicht schon vor längerer Zeit auf die Müllberge der Geschichte geworfen wären. Aber wie wir immer wieder sehen – in der Politik ist scheinbar alles möglich. Ist es als ein Zeichen der Unfähigkeit dieser Barden zu werten, das sich Erscheinungen des gestrigen Irrsinn, so plötzlich wieder an der Oberfläche wahr zu nehmen sind? Als Traumatische Widerläufer einer versagenden Menschlichkeit?

Alexander Graf Lambsdorff und Tim Lawrenson.jpg

Säuberungsideologe des Tages: Alexander Graf Lambsdorff

5.) Ansichten eines adeligen Clown

Jetzt wird aufgeräumt: Die innenpolitische Feindmarkierung erfasst nicht mehr nur die, die den rauschhaften blau-gelben Ersatznationalismus nicht mitmachen, sondern vermöge einer nachholenden Abrechnung nun auch die, die in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten den Ruf »Frieden schaffen ohne Waffen« auf die Straße getragen haben. In der Wochenzeitung Die Zeit hat Alexander Graf Lambsdorff soeben eine Säuberung vorgeschlagen: »Die Ostermarschierer sind die fünfte Kolonne Wladimir Putins, politisch und militärisch.« Weil diese Leute nämlich, wenn sie »jetzt Abrüstung fordern und in Interviews vorschlagen, die Ukraine ›gewaltfrei zu unterstützen‹«, den »Verteidigern Kiews und Charkiws ins Gesicht« spucken. Die Parolen der Ostermarschbewegung seien »realitätsfern und gefährlich«. Schon hart vom FDP-Mann. Noch ist Deutschland nicht offiziell Kriegspartei, und doch geht sie schon los, die Jagd auf Vaterlandsverräter, Maulwürfe, Agenten, Abweichler und Saboteure.

Junge-Welt-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten     — Alexander Graf Lambsdorff und Tim Lawrenson während des European Defence Roundtable

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