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DL – Tagesticker 11.09.2022

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 11. September 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Söder und Merz – ein politisches Herz  – . –  2.) Überraschender Auftritt nach Tod der Queen  – . –   3.) Uniper und Co enteignen  – . –  4.) 2012 – Merkel Zeit, die CDU und die Kreml-Partei „Einiges Russland“.  – . –  5.) Zum Grünen – Parteitag im Oktober  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Zwei Köpfe mit vielen CDU/CSU Gesichtern, welche immer wieder aus ihren Schatten treten. Ein Lob für den Anderen, bedeutet in der Politik immer, den größten Anteil davon auf sich selbst zu beziehen. Das ist so ziemlich das Einzige, was ein-e Politiker-in beherrschen muss ! Nur kleine Hölzchen vor ihren Hütten – aber La Paloma pfeifen ?

Söder beschwört die gute Beziehung zu Merz. Auf dem CDU-Bundesparteitag in Hannover tritt CSU-Chef Markus Söder als Gastredner auf. Friedrich Merz dankt ihm für eine große Rede, zwischen beide passt kein Blatt. Das war nicht immer so. 

1.) Söder und Merz – ein politisches Herz

Markus Söder kann auch anders. Als großer Kritiker seiner selbst ist der CSU-Chef bisher zwar nicht aufgefallen, aber wenn er zurück blickt auf das Wahljahr 2021, das die Union die Macht im Bund gekostet hat – dann will er offenbar nicht mehr mit dem Finger auf andere zeigen. Ja, räumt Söder vor dem Parteitag der CDU ein, es seien viele Fehler gemacht worden. „Von allen – auch von mir.“ Umso mehr aber freue es ihn, wie exzellent die Schwesterparteien nun zusammenarbeiteten. Söder nennt es den „Neustart 2022.“ CSU-Chef Söder lobt auf dem Parteitag die Zusammenarbeit mit CDU-Chef Friedrich Merz. Hannover, Messezentrum. Es gehört zu den Ritualen eines Parteitags in der Union, das dort auch der Vorsitzende der jeweiligen Schwesterpartei spricht. Im Falle von Markus Söder ist das durchaus pikant, weil er und Friedrich Merz bislang nicht gerade das waren, was man politische Freunde nennt, sondern eher das Gegenteil, und weil viele Mitglieder der CDU Söders Attacken auf Armin Laschet noch immer für die Schlappe bei der Bundestagswahl mit verantwortlich machen. Nun aber wendet sich der Besucher aus Bayern nach rechts, wo der „liebe Friedrich“ sitzt, und lobt noch einmal das gute Miteinander von CDU und CSU auf Parteiebene und in der gemeinsamen Bundestagsfraktion. Es laufe, schmunzelt er, „besser als wir beide es erwartet haben.“

Augsburger-Allgemeine-online

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So geht eine Kronen-Trauer in GB ! Da Tanzen die Mäuse schon vor der Beerdigung wieder auf den Tischen. Hier? – schicken wir unsere Mäuse in die Ukraine zum Tanzen.

William und Kate zeigen sich mit Harry und Meghan in der Öffentlichkeit. Die Nachricht vom Tod der Queen ging am Donnerstagabend um die Welt. Am Samstagvormittag wird Charles offiziell zum König proklamiert.

2.) Überraschender Auftritt nach Tod der Queen 

Der Tod von Queen Elizabeth trifft viele Menschen weltweit, drei Tage nachdem die Königin von England verstorben ist, bekommt die Öffentlichkeit am Sonntag erstmals den Sarg zu sehen. Um 10 Uhr Ortszeit wird der Eichensarg bedeckt mit einer königlichen Fahnde und einem Blumengebinde aus dem Ballsaal auf Schloss Balmoral getragen. Dort war er bislang aufgebahrt, damit die engsten Angehörigen und die Bediensteten des Schlosses Abschied nehmen konnten. Der Sarg wird dann in einem Leichenwagen langsam in die schottische Hauptstadt Edinburgh gefahren. Für die mit dem Auto eigentlich nur rund zweieinhalb Stunden lange Strecke Richtung Süden werden sechs Stunden veranschlagt. Überall werden am Straßenrand Tausende Trauernde erwartet, die der gestorbenen Monarchin die letzte Ehre erweisen wollen. Am Sonntagnachmittag gegen 17.00 Uhr (MESZ) sollte der Sarg mit der Monarchin an ihrer Residenz Holyroodhouse in Edinburgh ankommen. Am Montag sollen König Charles III. und seine Geschwister, Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward, den Sarg zur St. Giles-Kathedrale begleiten, wo er für 24 Stunden aufgebahrt werden soll. Dort hat dann auch die Öffentlichkeit erstmals die Gelegenheit, am Sarg zu verharren, ehe er nach London geflogen wird. Überraschender Auftritt nach Tod der Queen: William und Kate zeigen sich mit Harry und Meghan in der Öffentlichkeit.

Merkur-online

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Werden denn hier die fatalen Staatlichen-Übernahmen der Wirtschaft total übersehen? Ist nicht das, was wir gerade lesen das Beispiel einer zweiten Bahnübergabe in die obligatorische Pleite? Sie fährt nicht mehr rund, besonders  dann wenn auch das Wetter nicht mitspielt und wenn sie sich dann doch bewegt, weiß niemand so genau wann sie denn Abfährt und Ankommt ! Stehen die Namen von Mehdorn und Pofalla als verkappte, aussortierte Politiker nicht einzig für Pleiten, Pech und Pannen? 

Gaskrise und Gesellschaft: Werden Konzerne gerettet, gehören sie vergesellschaftet: Wer zahlt, muss auch über Produktionsbedingungen und Unternehmensethik entscheiden dürfen.

3.) Uniper und Co enteignen

„Churchill sagte: ‚Verpasse niemals eine gute Krise.‘ Wir haben definitiv eine gute Krise, lassen Sie uns die nicht verpassen.“ Das sagte Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach Anfang September in Mailand, zumindest twitterte es die Messe „Gastech Event“ am 5. September samt einem Foto des Unternehmenschefs. Wenige Stunden später war der Eintrag gelöscht. Da es keinen offiziellen Mitschnitt der Rede gibt und eine taz-Anfrage unbeantwortet blieb, kann nicht eindeutig geklärt werden, ob die Aussage wirklich fiel. Es wäre aber jedenfalls recht ungewöhnlich, sich als professionelles Social-Media-Team einer hochkarätigen Messe einen solchen Satz ohne jegliche Grundlage auszudenken. Fakt ist: Es gibt Gründe für die Annahme, dass Deutschlands größter Gaslieferant Uniper, der sich gerade von 34 Mil­liarden Euro der Ver­brau­che­r*in­nen in Form einer Gasumlage retten lässt, diese Krise, diesen Krieg, ganz „gut“ findet. Das Unternehmen schrieb schon 2021 rote Zahlen, wies nach IRFS-Berechnungen einen Jahresfehlbetrag von über 4 Millionen Euro auf. Auch in den Jahren 2015–2018 hatte es schon schlecht ausgesehen, zum Teil verbuchte Uniper da schon Milliardenverluste. Das war alles vor dem Krieg, vor der Gasdrosselung durch Russland. Es kann dem Konzern nur gelegen kommen, dass es dieses Jahr mit der Krise einen einleuchtenden Grund gibt, staatliche Milliarden für sich abzuschöpfen. Uniper, das ist ein Energie­konzern, der ungeachtet der Klimakatastrophe Steinkohle- und Kohlestrom in Deutschland produziert hat. Weltweit betreibt er Atomkraftwerke und plant Frackingprojekte, die Meere und Wälder zerstören würden, nimmt Menschenrechtsverletzungen für Steinkohleabbau in Kolumbien in Kauf. Uniper verklagt die niederländische Regierung auf eine halbe Milliarde Euro, weil diese den Kohleausstieg beschlossen hat. Gerade tritt Uniper mit 175.000 Euro als „Platin-Sponsor“ der oben genannten Gastechnik-Messe in Erscheinung. Sinn für das Gemeinwohl kann man da nur schwer erkennen.

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Wie doch die Zeiten vergehen und die Erinnerung verblasst, selbst auf den Parteitagen der Christen, welche doch aus ihrer Tradition heraus immer mit glänzenden Augen zurückblicken. Leider nur auf dass, was heute gerne noch als ein schmückendes Beiwerk, ganz nach Bedarf aus der Tasche geholt wird ?  

Die „Junge Union“ traf Wladimir Putins „Junge Garde“. Die CDU will heute nicht daran erinnert werden, dass ihre Stiftung einst Referenten wie den Nationalisten Alexander Dugin das Wort erteilte.

4.) 2012 Merkel Zeit, die CDU und die Kreml-Partei „Einiges Russland“ 

Wir schreiben den September 2012. Ein Referent, der mit seinem langen Rauschebart russischer nicht aussehen kann, spricht auf einer Konferenz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in der Moskauer Elite-Universität MGIMO. Das Thema lautet: Gemeinsame Werte – der Konservativismus in Russland und Deutschland. Aufschlussreich ist, wer hier gemeinsame Werte mit den deutschen Christdemokraten haben soll. Es handelt sich um Alexander Dugin, rechtsnationaler Philosoph und Symbolfigur der neurechten Eurasischen Bewegung, nicht erst seit dem tödlichen Anschlag auf seine Tochter Darja Dugina (der Freitag 34/2022) in der russischen Öffentlichkeit präsent. Auf der Konferenz seinerzeit darf er laut Bericht der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung zum Ausdruck bringen, dass Gemeinschaft und Gesellschaft für russische Konservative wichtiger seien als das Individuum. Nie gekündigt. Dass Dugin kein demokratisch denkender Konservativer ist, war zu diesem Zeitpunkt über Russland hinaus gut bekannt. Er galt seit den 1990er-Jahren als prominenter ultrarechter Hardliner. Zwei Jahre nach der Konferenz von 2012 verlor er wegen eines Mordaufrufs gegen Sympathisanten der ukrainischen Regierung seine Professur in Moskau. Damals herrschte im Kreml noch kein mit heute vergleichbares Klima. Dass Dugins Extremismus seit jeher auf einem ultrakonservativen Gedankengut beruht, ist nicht ungewöhnlich. In der Regel allerdings berufen sich russische Ultranationalisten mehr auf eine monarchistische Tradition – eine stark durch den Ukrainekrieg geprägte rechte Diktatur hat es in der russischen Geschichte vor Wladimir Putin nicht gegeben.

Freitag-online

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Wer startet eine Wette, das die grünen Besitzer  des Bauchladen in der Regierung die volle Zustimmung von der Basis bekommen? Der Widerstand der 68-Gründerzeit ist schon lange überholt. Wie überall in den Parteien zählen auch dort nur noch Geld und Lebensabsicherungen. Da werden doch die Ereignisse von Fukushima und Tschernobyl gerne verdrängt – da desgleichen in Deutschland nie passieren kann.

Das Kernkraftwerk Fukushima I nach dem Tōhoku-Erdbeben und Tsunami 2011

Grünen-Spitze ruft Partei zur Zustimmung zu AKW-Reservebetrieb auf. Wirtschaftsminister Habeck will zwei Atomkraftwerke in Reserve laufen lassen. Die Grünen-Chefs Nouripour und Lang wollen dafür ein Ja auf dem Bundesparteitag.

5.) Zum Grünen-Parteitag im Oktober

Die Vorsitzenden der Grünen, Ricarda Lang und Omid Nouripour, rufen einem Bericht des „Spiegel“ zufolge ihre Partei dazu auf, dem von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) geplanten Reservebetrieb zweier Atomkraftwerke zuzustimmen. Die „Einsatzreserve“ sei „eine verantwortungsvolle, angemessene, zeitlich begrenzte und zielgenaue Lösung, um auf ein Extremszenario vorbereitet zu sein und einer möglichen Netzinstabilität im kommenden Winter vorzubeugen“, heißt es in einem Dringlichkeitsantrag der Parteichefs für den für Mitte Oktober geplanten Bundesparteitag, aus dem der „Spiegel“ zitiert. Dem Papier des Bundesvorstands um Lang und Nouripour zufolge geht es beim Reservebetrieb der Atommeiler darum, „für den äußersten Notfall“ vorzusorgen, „so unwahrscheinlich er auch sein mag“. Deswegen stimme die Grünen-Spitze zu, eine „konditionierte, zeitlich begrenzte und von der Atomaufsicht strikt überwachte AKW-Einsatzreserve zu schaffen“. Die Reserve könne allerdings im kommenden Winter nur dann eingesetzt werden, wenn „klar zu befürchten“ sei, dass „die Voraussetzungen eines Krisenszenarios vorliegen und auch unter Ausnutzung anderer Maßnahmen eine kritische Situation weiterhin droht“, heißt es im Antrag. Über das Papier sollen die Delegierten nach „Spiegel“-Informationen zu Beginn des dreitägigen Parteitags abstimmen, der am 14. Oktober in Bonn beginnt.

Tagesspiegel-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten      —       Das Kernkraftwerk Fukushima I nach dem Tōhoku-Erdbeben und Tsunami 2011 (festes Seitenverhältnis und aufgehellt vom Originalbild)

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